Diese Arbeit bietet eine deutsche Zusammenfassung von insgesamt zwölf englischsprachigen, einschlägigen und aktuellen Artikeln im Bereich der Allgemeinen Psychologie II zu Affekt, Motivation und räumlicher Aufmerksamkeit. Folgende Artikel werden bearbeitet:
Amodio et al. (2004). Implicit regulatory focus associated with asymmetrical frontal cortical activity. Journal of Experimental Social Psychology, 40, 225–232.
Cattaneo et al. (2014). Happiness takes you right: The effect of emotional stimuli on line bisection. Cognition and Emotion, 28, 325–344.
Chieffi, S., Iachini, T., Iavarone, A., Messina, G., Viggiano, A., & Monda, M. (2014). Flanker interference effects in a line bisection task. Experimental Brain Research, 232, 1327–1334.
Duecker, F., Formisano, E., & Sack, A. T. (2013). Hemispheric differences in the voluntary control of spatial attention: Direct evidence for a right-hemispheric dominance within frontal cortex. Journal of Cognitive Neuroscience, 25, 1332–1342.
Elliot, A. J. (2006). The hierarchical model of approach-avoidance motivation. Motivation and Emotion, 30, 111–116.
Gianotti, L. R. R., Knoch, D., Faber, P. L., Lehmann, D., Pascual-Marqui, R. D., Diezi, C., … Fehr, E. (2009). Tonic activity level in the right prefrontal cortex predicts individuals’ risk taking. Psychological Science, 20, 33–38.
Harmon-Jones, E., & Allen, J. J. B. (1998). Anger and frontal brain activity: EEG asymmetry consistent with approach motivation despite negative affective valence. Journal of Personality and Social Psychology, 74, 1310–1316.
Pfattheicher, S. (2015). A regulatory focus perspective on reputational concerns: The impact of prevention-focused selfregulation. Motivation and Emotion, 39, 932–942.
Roskes, M., Sligte, D., Shalvi, S., & De Dreu, C. K. W. (2011). The right side? Under time pressure, approach motivation leads to right-oriented bias. Psychological Science, 22, 1403–1407.
de Schotten, M. T., Dell’Acqua, F., Forkel, S. J., Simmons, A., Vergani, F., Murphy, D. G. M., & Catani, M. (2011). A lateralized brain network for visuospatial attention. Nature Neuro-science, 14, 1245–1246.
Toba, M.-N., Cavanagh, P., & Bartolomeo, P. (2011). Attention biases the perceived midpoint of horizontal lines. Neuropsychologia, 49, 238–246.
Tomarken, A. J., Davidson, R. J., & Henriques, J. B. (1990). Resting frontal brain asymmetry predicts affective responses to films. Journal of Personality and Social Psychology, 59, 791–801.
Inhaltsverzeichnis
1. Übersicht: Amodio et al., 2004
Implicit Regulatory Focus Associated With Asymmetrical Frontal Activity
2. Übersicht: Cattaneo et al., 2014
Happiness Takes You Right: The Effect Of Emotional Stimuli On Line Bisection
3. Übersicht: Chieffi et al., 2014
Flanker Interference Effects In A Line Biscetion Task
4. Übersicht: Duecker et al., 2013
Hemispheric Differences In The Voluntary Control Of Spatial Attention: Direct Evidence For A Right Hemispheric Dominance Within Frontal Cortex
5. Übersicht: Elliot, 2006
The Hierarchical Model Of Approach-Avoidance Motivation
6. Übersicht: Gianotti et al., 2009
Tonic Activity Level In The Right Prefrontal Cortex Preditcs Individuals’ Risk Taking
7. Übersicht: Harmon-Jones & Allen, 1998
Anger And Frontal Brain Activity: EEG Asymmetry Consistent With Approach Motivation Despite Negative Affective Valence
8. Übersicht: Pfattheicher, 2015
Regulatory Focus Perspective On Reputational Concerns: The Impact Of Precention-Focused Selfregulation
9. Übersicht: Roskes et al., 2011
The Right Side? Under Time Pressure, Approach Motivation Leads To Right-Oriented Bias
10. Übersicht: de Schotten et al., 2011
A Lateralized Brain Network For Visuospatial Attention
11. Übersicht: Toba et al., 2011
Attention Biases The Perceived Midpoint Of Horizontal Lines
12. Übersicht: Tomarken et al., 1990
Resting Frontal Brain Asymmetry Predicts Affective Response To Films
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen fundierten Überblick über aktuelle psychologische Forschungsansätze zu geben, die den Zusammenhang zwischen frontaler Hirnasymmetrie, motivationalen Prozessen und räumlicher Aufmerksamkeit untersuchen. Die Arbeit analysiert dabei, wie interne Zustände wie Affekt und Motivation neuronale Mechanismen und behaviorale Entscheidungen beeinflussen.
- Zusammenhang zwischen motivationaler Richtung (Approach/Avoidance) und frontaler Asymmetrie.
- Einfluss von Emotionen und Stress auf räumliche Aufmerksamkeit und Wahrnehmung.
- Bedeutung der hemisphärischen Spezialisierung für die Zielerreichung und Risikobereitschaft.
- Behaviorale Konsequenzen hemisphärischer Dominanz, insbesondere bei Entscheidungsaufgaben unter Zeitdruck.
- Die Rolle von Aufmerksamkeitsprozessen bei der Längenschätzung (z.B. Pseudoneglect).
Auszug aus dem Buch
Theoretischer Hintergrund
Line Bisection Task: Probanden müssen die subjektiv wahrgenommene Mitte vorgegebener Linien kennzeichnen
Neglect: bei einer unilateralen Hirnläsion (insbesondere in der rechten Hemisphäre) wird die der Läsion gegenüberliegende Umgebung schlechter oder gar nicht wahrgenommen
Tendenz, die Mitte der Linie zu weit rechts zu kennzeichnen
Pseudoneglect: Bessere Wahrnehmung bzw. Bevorzugung des linken Gesichtsfelds in einer gesunden Population
Tendenz, die Mitte der Linie zu weit links zu kennzeichnen
Aber: abhängig von Stimulus- (Linienlänge) & Kontextfaktoren (Aufmerksamkeitskapazität, Lateralisation des Gehirns)
Der Einsatz von Hinweisreizen (cues) während der Line Bisection Task beeinflusst ebenfalls das Verhalten der Probanden:
Bei Hinweisreizen rechts oder links neben der Line (auf gleicher Höhe!) wird die Salienz der Linie auf der Seite mit Hinweisreiz erhöht
die Probanden überschätzen die Länge der Seite mit Flankierreiz und setzen den Mittelpunkt weiter Richtung Cue
Hinweisreize rechts oder links, die ober- bzw. unterhalb der Linie erscheinen, erhöhen den Attentional Load der Probanden, wodurch die Salienz der Linie auf der Seite des Flankierreizes abnimmt
die Probanden unterschätzen die Länge der Seite mit Flankierreiz und kennzeichnen den Mittelpunkt in Richtung der Seite ohne Cue
Zusammenfassung der Kapitel
1. Übersicht: Amodio et al., 2004: Diese Studie untersucht die Verbindung zwischen dem Regulationsfokus (Promotion vs. Prevention) und der frontalen kortikalen Asymmetrie als Indikator für motivationale Ausrichtungen.
2. Übersicht: Cattaneo et al., 2014: Es wird analysiert, wie emotionale Stimuli die visuelle Linienbisketion beeinflussen und inwieweit das "Valence-Model" die hemisphärische Spezialisierung bei der Verarbeitung dieser Emotionen erklärt.
3. Übersicht: Chieffi et al., 2014: Die Untersuchung befasst sich mit Flanker-Interferenzeffekten bei der Linienbisketion und zeigt auf, wie Aufmerksamkeitsfokussierung die subjektive Wahrnehmung der Linienmitte verzerrt.
4. Übersicht: Duecker et al., 2013: Diese Arbeit erforscht die funktionelle Rolle des rechten frontalen Augenfeldes (FEF) bei der willkürlichen Steuerung räumlicher Aufmerksamkeit mittels TMS.
5. Übersicht: Elliot, 2006: Der Autor präsentiert ein hierarchisches Modell der Annäherungs-Vermeidungs-Motivation, das grundlegende evolutionäre und psychologische Aspekte integriert.
6. Übersicht: Gianotti et al., 2009: Die Studie erforscht, wie die tonische Aktivität im rechten präfrontalen Kortex bei Ruhe als dispositioneller Prädiktor für individuelle Risikobereitschaft fungieren kann.
7. Übersicht: Harmon-Jones & Allen, 1998: Hier wird die Dissoziation von Affekt und Motivation untersucht, indem die Rolle von Wut als negative Emotion mit Annäherungscharakter analysiert wird.
8. Übersicht: Pfattheicher, 2015: Diese Untersuchung beleuchtet den Einfluss des Präventionsfokus auf reputationsbezogenes Verhalten und die Neigung zu prosozialen Handlungen unter Beobachtung.
9. Übersicht: Roskes et al., 2011: Das Kapitel analysiert, wie Annäherungsmotivation unter Zeitdruck zu einer rechtsseitigen Verhaltensverzerrung führt, illustriert anhand von sportlichen Entscheidungssituationen.
10. Übersicht: de Schotten et al., 2011: Diese Studie untersucht die anatomische Basis visueller räumlicher Aufmerksamkeit durch das Volumen des superioren longitudinalen Fasciculus (SLF).
11. Übersicht: Toba et al., 2011: Es wird dargelegt, wie exogene Hinweisreize durch den "Attentional Repulsion Effect" die Wahrnehmung von Mittelpunkten in der Linienbisketion beeinflussen.
12. Übersicht: Tomarken et al., 1990: Die Forschung konzentriert sich darauf, wie Ruhe-EEG-Asymmetrien im Frontalhirn die emotionale Reaktivität auf visuelle Filmstimuli vorhersagen.
Schlüsselwörter
Frontale Asymmetrie, Motivation, Annäherung, Vermeidung, räumliche Aufmerksamkeit, EEG, Linienbisketion, Affekt, Regulationsfokus, Pseudoneglect, Risikobereitschaft, präfrontaler Kortex, hemisphärische Spezialisierung, Aufmerksamkeitskontrolle, neuronale Plastizität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Übersicht über psychologische und neurowissenschaftliche Studien, die sich mit der frontalen Hirnasymmetrie und deren Einfluss auf Motivation, Emotion und Aufmerksamkeit befassen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Annäherungs-Vermeidungs-Motivation, die hemisphärische Lateralisierung bei der Aufmerksamkeitssteuerung, sowie die physiologischen Grundlagen menschlicher Entscheidungsfindung und Risikobereitschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen neuronalen Markern (wie frontaler Asymmetrie) und psychologischen Konstrukten zu systematisieren und zu zeigen, wie diese Prozesse das Verhalten in Alltag und Experiment beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden in den behandelten Studien verwendet?
Es kommen diverse Methoden zum Einsatz, darunter EEG-Analysen (Resting-state), TMS (transkranielle Magnetstimulation), Blickrichtungs- und Reaktionszeitmessungen sowie standardisierte psychologische Fragebögen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil besteht aus 12 strukturierten Zusammenfassungen führender Studien, die spezifische Forschungsfragen zu Affekt, Motivation und Aufmerksamkeit in verschiedenen experimentellen Settings beleuchten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe umfassen frontale Asymmetrie, Annäherungs-Vermeidungs-Motivation, räumliche Aufmerksamkeit, Regulationsfokus, EEG-Analyse und hemisphärische Spezialisierung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "Approach" und "Avoidance" wichtig?
Die Differenzierung ist fundamental, da sie unterschiedliche neuronale Aktivierungsmuster (links vs. rechts frontal) und divergierende behaviorale Strategien zur Zielerreichung bzw. Gefahrenvermeidung impliziert.
Wie beeinflusst Zeitdruck laut den Ergebnissen das menschliche Handeln?
Studien, wie etwa bei der Analyse von Elfmetersituationen, zeigen, dass unter Zeitdruck instinktive, lateraliserte Verhaltensweisen dominieren und überlegtes Handeln reduziert wird.
- Arbeit zitieren
- B. Sc. Melissa Quantz (Autor:in), 2017, Allgemeine Psychologie II. Aktuelle Forschungen zu Affekt, Motivation und räumlicher Aufmerksamkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367267