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Sexuelle Sozialisation. Herausforderungen für LGBTIQ-Personen im schulischen Kontext

Titel: Sexuelle Sozialisation. Herausforderungen für LGBTIQ-Personen im schulischen Kontext

Hausarbeit , 2017 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Joy Baruna (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit stellt den Abschluss eines Projektes dar, dessen Ziel es war, innerhalb von Workshops an Grundschulen die Themen sexuelle Orientierung und sexuelle Identität kindgerecht und interdisziplinär in das Unterrichtsgeschehen einzubinden, um den Schüler*innen eine Auseinandersetzung mit LGBTQI-Lebensweisen zu ermöglichen und Mobbing, Gewalt sowie Ausgrenzung entgegenzuwirken. Daraus ergab sich die grundsätzliche Frage, welche Rolle der schulische Kontext bezüglich der Entwicklung der sexuellen Identität spielt beziehungsweise vor welchen Herausforderungen Schüler*innen im Lebensraum Schule stehen, insbesondere sofern sie sexuelle Neigungen jenseits der Heterosexualität entwickeln, wie es bei LGBTQI-Personen der Fall ist.

Zu Beginn ist eine Klärung der Begriffe sexuelle Orientierung, Geschlechtsidentität und Geschlechtsrolle unumgänglich. Desweiteren wird in Kürze auf die Genese der sexuellen Präferenzstruktur sowie der sexuellen Identität eingegangen. Es folgen eine Auseinandersetzung mit der Institution Schule als Sozial-und Inszenierungsraum und ein Überblick zu den Problemlagen von LGBTQI-Schüler*innen, wobei insbesondere auf den Prozess des Coming-outs eingegangen wird. Abschließend werden die Implikationen zusammengefasst, welche sich im Hinblick auf eine moderne Sexualpädagogik der Vielfalt ableiten lassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Sexuelle Identität und sexuelle Orientierung

a) Begriffsdifferenzierung und Überblick zum gesellschaftlichen Diskurs

b) Genese der sexuellen Identität und sexuellen Orientierung

3) Sexuelle Sozialisation von LGBTQI-Schüler*innen im schulischen Kontext

a) Daten- und Problemlage im Überblick

b) Das Coming-out

4) Fazit und Schlussfolgerungen zum Umgang mit Vielfalt im Schulalltag

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle des schulischen Umfelds bei der Entwicklung der sexuellen Identität von LGBTQI-Jugendlichen und analysiert die Herausforderungen, mit denen diese im Schulalltag konfrontiert sind, um Ansätze für eine moderne Sexualpädagogik der Vielfalt abzuleiten.

  • Bedeutung der sexuellen Identitätsentwicklung im Jugendalter
  • Analyse des schulischen Kontextes als Sozialisations- und Stigmatisierungsraum
  • Problemlagen wie Diskriminierung, Mobbing und fehlende Identifikationsfiguren
  • Der Prozess des Coming-outs im Jugendalter
  • Maßnahmen zur Förderung einer wertschätzenden Schulkultur und Sensibilisierung von Lehrkräften

Auszug aus dem Buch

b) Das Coming-out

Laut einer Studie von Biechele, Reisbeck und Keupp (2001) für das Niedersächsische Ministeriums für Frauen, Arbeit und Soziales wäre homosexuellen Jungen mit 13,4 Jahren zum ersten Mal der Gedanke gekommen, sie könnten schwul sein, wobei mehr als drei Viertel von ihnen keine Homosexuellen kannten und demnach keine Vorbilder hatten, an denen sich bezogen auf einen offenen Umgang mit Homosexualität hätten orientieren können (S.7). Mit durchschnittlich 16,7 Jahren, erst rund drei Jahre später, wären die Jugendlichen sicher gewesen homosexuell zu sein (Biechele, Reisbeck & Keupp, 2001, S.7). Demnach zeigen sich die sexuellen Präferenzen relativ früh.

Eine australische Studie von Hillier et al. (2010) bezüglich homosexueller Personen und Menschen, die sich im Prozess des gender questioning befinden, bestätigt dies und die Ergebnisse deuten überdies auf eine noch frühere Manifestation hin: „As in 2004 we learned that 10% always knew, 26% knew by age 10, 60% knew by age 13 and 85% by age 15. Five percent were unsure when they first realised their sexual difference“ (S.20). An den Prozess der Bewusstwerdung würde sich Bak & Yildiz (2016) zufolge ein inneres und äußeres Coming-out anschließen, mit dem Ziel „sich selbst anzuerkennen sowie von anderen akzeptiert und anerkannt zu werden“ (S.185). Angst vor und Sorge bezüglich der Gewissheit schwul zu sein, seien heutzutage bei den homosexuellen Jugendlichen etwa in der gleichen Intensität vorherrschend wie in vorhergehenden Generationen vor 30 bis sogar 70 Jahren (Biechele, 2001, S.7). Allerdings wäre in diesem Zusammenhang von den Jugendlichen im Vergleich zu einer Studie 1971/74 von Dannecker vermehrt „Stolz“ angegeben worden, wobei dieser Anstieg eines positiven Gefühls unter anderem der Schwulenbewegung zu verdanken sei (Biechele, S.8).

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskriminierungserfahrungen von LGBTQI-Schülern im Sport und begründet die Notwendigkeit einer sexualpädagogischen Auseinandersetzung mit Vielfalt abseits heteronormativer Strukturen.

2) Sexuelle Identität und sexuelle Orientierung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie sexuelle Identität, Geschlechtsidentität und Orientierung und diskutiert die theoretischen Spannungsfelder zwischen heteronormativen Gesellschaftsbildern und der Queer Theory.

3) Sexuelle Sozialisation von LGBTQI-Schüler*innen im schulischen Kontext: Hier wird der Forschungsbedarf zur schulischen Sozialisation hervorgehoben und die Schule als Ort analysiert, der sowohl als performativer Erfahrungsraum als auch als Stigmatisierungsraum fungieren kann.

4) Fazit und Schlussfolgerungen zum Umgang mit Vielfalt im Schulalltag: Das Fazit fasst die notwendigen Maßnahmen für Schulen zusammen, insbesondere die Stärkung von Kompetenzen bei Lehrkräften und die Schaffung einer diskriminierungsfreien Umgebung durch gezielte sexualpädagogische Ansätze.

Schlüsselwörter

Sexuelle Identität, sexuelle Orientierung, LGBTQI, Schule, Sozialisation, Heteronormativität, Coming-out, Queer Theory, Diskriminierung, Sexualpädagogik, Geschlechtsrolle, Stigmatisierung, Identitätsentwicklung, Diversität, Schulkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von LGBTQI-Personen im Schulkontext und untersucht, wie sexuelle Sozialisation und Identitätsfindung in einer heteronormativ geprägten Umgebung verlaufen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der sexuellen Identität, den Herausforderungen des Coming-outs und der Rolle der Schule als Ort der Diskriminierung oder der Identitätsbildung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Herausforderungen für LGBTQI-Schüler zu identifizieren und daraus Strategien für eine moderne, vielfältige Sexualpädagogik in der Schule abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung bestehender Studien zur Lebenssituation von LGBTQI-Jugendlichen im schulischen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden begriffliche Grundlagen geklärt, die Bedeutung der Schule als Sozialisationsraum analysiert und die Problematik von Diskriminierung sowie der Coming-out-Prozess ausführlich dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sexuelle Identität, Heteronormativität, LGBTQI, Schule, Coming-out und Sexualpädagogik.

Wie gehen Lehrkräfte laut der Untersuchung bisher oft mit dem Thema um?

Die Arbeit zeigt, dass Lehrkräfte oft Wissensdefizite und Handlungsunsicherheiten aufweisen, was dazu führen kann, dass Diskriminierungen wie homophobe Witze im Unterricht ignoriert oder sogar toleriert werden.

Welche konkreten Empfehlungen gibt die Autorin für den Schulalltag?

Es werden unter anderem die dauerhafte Bereitstellung von Vertrauenslehrkräften, eine umfassende Sexualerziehung, das Empowerment von Schülern und die Sichtbarkeit von Vielfalt durch Lehrmaterialien empfohlen.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sexuelle Sozialisation. Herausforderungen für LGBTIQ-Personen im schulischen Kontext
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Erziehungswissenschaft und Psychologie)
Veranstaltung
Projektmanagement
Note
1,0
Autor
Joy Baruna (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V367349
ISBN (eBook)
9783668459618
ISBN (Buch)
9783668459625
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sexuelle Identität queer LGBTIQ Vielfalt Sexualpädagogik Heteronormativität Schule Erziehungswissenschaft gender soziales Geschlecht Sexualität Entwicklung Pädagogik Lehrkraft Sozialisation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Joy Baruna (Autor:in), 2017, Sexuelle Sozialisation. Herausforderungen für LGBTIQ-Personen im schulischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367349
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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