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Die Überrepräsentation von Kindern mit Migrationshintergrund an Sonderschulen

Ursachen und Besonderheiten ausgewählter Bundesländer

Titel: Die Überrepräsentation von Kindern mit Migrationshintergrund an Sonderschulen

Hausarbeit , 2017 , 25 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Andrea Windau (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Sonderschulen gelten im deutschen Bildungssystem als Institutionen für Schüler, die einen erhöhten Förderbedarf haben. Der Ausländeranteil an Sonderschulen ist seit Mitte 2000 geringfügig gesunken, dennoch werden ausländische Schüler_innen überproportional an Förderschulen verwiesen.

Darüber hinaus sind große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern feststellbar. Ausgehend von dieser Entwicklung geht die Arbeit folgender Forschungsfrage nach: Worin liegen die Ursachen für die Überrepräsentation von Kindern mit Migrationshintergrund an Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen in ausgewählten Bundesländern?

Hierzu sollen die Ursachen für die Überrepräsentation von Kindern mit Migrationshintergrund an Sonderschulen in den einzelnen Bundesländern näher betrachtet werden. Die theoretische Rahmung wird anhand der Theorien von Pierre Bourdieu und James S. Coleman erläutert. Danach wird die institutionelle Diskriminierung, als mögliche Ursache für ethnische Ungleichheiten in schulischen Bildungseinrichtungen, näher betrachtet.

Im Anschluss folgt die Auswertung der empirischen Befunde. Da anhand des Vergleichs der Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland Unterschiede festzustellen sind, wird ergänzend im Anschluss das Projekt "Migrantenkinder an Bielefelder Schulen – lokal- spezifische Bedingungen der Bildungsbeteiligung ausländischer Kinder und Jugendlicher in Bielefeld" vorgestellt. Nach Beantwortung der Forschungsfrage und unter Beachtung des Theorierahmens erfolgt das Fazit und es werden Handlungsempfehlungen aufgezeigt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Sonderschule in der Bundesrepublik – ein Überblick

3 Begriffsdefinitionen und Eingrenzung

3.1 Förderschüler_innen mit Migrationshintergrund

3.2 Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen

4 Theoretischer Rahmen – Theorien des Kapitalansatzes

4.1 Der Kapitalansatz und der Habitus nach Pierre Bourdieu

4.2 Der Sozialkapitalansatz nach James S. Coleman

5 Die Institutionelle Diskriminierung

6 Empirische Befunde

6.1 Vergleich ausgewählter Bundesländer

6.2 Das Projekt „Migrantenkinder an Bielefelder Schulen“

6.3 Analyse und Perspektive

7 Antworten auf die Forschungsfrage

8 Fazit und Handlungsempfehlungen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die überproportionale Verweisung von Kindern mit Migrationshintergrund an Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Im Zentrum steht die Analyse, warum sich in bestimmten deutschen Bundesländern eine deutliche Überrepräsentation zeigt, wobei insbesondere theoretische Konzepte der Kapitaltheorie sowie das Phänomen der institutionellen Diskriminierung herangezogen werden.

  • Überrepräsentation von Migrantenkindern im Förderschulwesen
  • Kapitaltheoretische Ansätze nach Bourdieu und Coleman
  • Mechanismen der institutionellen Diskriminierung im Bildungssystem
  • Regionaler Vergleich der Schulpraxis in deutschen Bundesländern
  • Bedeutung sozioökonomischer und sprachlicher Faktoren für den Schulerfolg

Auszug aus dem Buch

3.1 Förderschüler_innen mit Migrationshintergrund

Unter den Begriff der Personen mit Migrationshintergrund fallen im Allgemeinen die Personen, die nach dem Jahr 1949 durch Zuwanderung aus einem anderen Gebiet nach Deutschland gekommen sind. Darüber hinaus zählen alle in Deutschland geborenen Ausländer_innen und alle als Deutsche geborenen mit mindestens einem zugewanderten Elternteil, oder einem als Ausländer_in in Deutschland geborenem Elternteil, zu dieser Gruppe.

Im Schuljahr 2013/14 besuchten 8,4 Mio. Schüler_innen allgemeinbildende Schulen in Deutschland. Nichtdeutscher Herkunft waren davon 7,2%. In den letzten Jahren ist die abnehmende Schülerzahl an ausländischen Schülerinnen und Schülern auf das Geburtsrecht auf die deutsche Staatsbürgerschaft zurückzuführen. Seit dem Jahr 2000 erhält ein Kind ausländischer Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn die Eltern sich seit acht Jahren regelmäßig in Deutschland mit einer Aufenthaltsberechtigung befinden, oder seit drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis nachweisen können.

Das Kind dieser Eltern erhält die doppelte Staatsangehörigkeit und muss sich erst mit dem vollendeten 18. Lebensjahr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden. In der Statistik werden doppelte Staatsangehörigkeiten in der Regel als Deutsche nachgewiesen (Statistisches Bundesamt, 2016, S. 18). Ausländische Schüler_innen besuchen etwa doppelt so häufig eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, wie deutsche Schüler_innen. Sie konnten somit nur halb so oft eine „normale“ Bildungskarriere, wie deutsche Schüler_innen, durchlaufen (Diefenbach, 2008, S. 65). In dieser Arbeit liegt der Schwerpunkt auf den Schülern mit Migrationshintergrund an Förderschulen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der überproportionalen Verweisung von Kindern mit Migrationshintergrund an Sonderschulen ein und formuliert die leitende Forschungsfrage.

2 Die Sonderschule in der Bundesrepublik – ein Überblick: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss über die Entwicklung der Sonderschule und deren Transformation hin zu modernen Förderschulkonzepten.

3 Begriffsdefinitionen und Eingrenzung: Hier werden zentrale Begriffe wie Migrationshintergrund und Förderschwerpunkt Lernen präzise definiert, um eine einheitliche Basis für die Analyse zu schaffen.

4 Theoretischer Rahmen – Theorien des Kapitalansatzes: Die Arbeit beleuchtet die Kapitaltheorien von Pierre Bourdieu und James S. Coleman, um soziale Ungleichheitsmechanismen im Bildungssystem theoretisch zu begründen.

5 Die Institutionelle Diskriminierung: Dieser Abschnitt analysiert institutionelle Praktiken als mögliche Ursache für ethnische Ungleichheiten und Diskriminierung innerhalb von Bildungseinrichtungen.

6 Empirische Befunde: Anhand statistischer Daten erfolgt ein Vergleich zwischen Bundesländern sowie eine detaillierte Betrachtung spezifischer Projekte, um das Ausmaß der Überrepräsentation zu quantifizieren.

7 Antworten auf die Forschungsfrage: Das Kapitel synthetisiert die theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Befunden, um die Forschungsfrage fundiert zu beantworten.

8 Fazit und Handlungsempfehlungen: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Empfehlungen zur Verbesserung der schulischen Inklusion sowie zur Professionalisierung des Fachpersonals formuliert.

Schlüsselwörter

Migrationshintergrund, Sonderschule, Förderschwerpunkt Lernen, Überrepräsentation, Kapitaltheorie, Pierre Bourdieu, James S. Coleman, institutionelle Diskriminierung, Bildungschancen, soziale Ungleichheit, Inklusion, Schulerfolg, Bundesländer, Schulpolitik, Bildungsbenachteiligung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der auffällig hohen Rate an Kindern mit Migrationshintergrund an Sonderschulen, insbesondere im Förderschwerpunkt Lernen, und den damit verbundenen bildungspolitischen Ursachen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der bildungssoziologischen Kapitaltheorie, dem Prozess der institutionellen Diskriminierung sowie einem statistischen Vergleich der schulischen Inklusionsbemühungen in verschiedenen deutschen Bundesländern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, worin die Ursachen für die Überrepräsentation von Kindern mit Migrationshintergrund an Sonderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen in ausgewählten Bundesländern liegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche, die Auswertung amtlicher Bildungsstatistiken sowie die Anwendung des Relative-Risiko-Index (RRI) als epidemiologisches Risikomaß zur Veranschaulichung der Überrepräsentation.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Rahmung durch Bourdieu und Coleman, die Definition institutioneller Diskriminierung sowie eine empirische Analyse basierend auf Daten des Statistischen Bundesamtes und der KMK.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Migrationshintergrund, Sonderschule, Kapitaltheorie, Institutionelle Diskriminierung und Bildungsbenachteiligung definiert.

Welche Rolle spielt der Kapitalansatz von Bourdieu in dieser Untersuchung?

Bourdieus Konzept des kulturellen und sozialen Kapitals dient dazu, zu erklären, warum Kinder aus sozial schwächeren Verhältnissen oder mit Migrationshintergrund strukturell benachteiligt werden und seltener „normale“ Bildungskarrieren durchlaufen.

Was verdeutlicht der Vergleich der Bundesländer?

Der Vergleich zeigt, dass es signifikante regionale Unterschiede gibt; während ostdeutsche Bundesländer oft eine Unterrepräsentation aufweisen, ist die Überrepräsentation in westdeutschen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen ausgeprägter.

Welche Empfehlungen gibt die Autorin für die Zukunft?

Die Autorin empfiehlt eine stärkere interkulturelle Kompetenzschulung des Lehrpersonals, den Verzicht auf vorschnelle Diagnostik bei Sprachbarrieren und eine konsequentere Integration der Förderung in das allgemeine Schulsystem.

Was besagt die These zum Bielefelder Projekt?

Das Bielefelder Projekt belegt, dass Überweisungen auf Sonderschulen häufig nicht rein leistungsbezogen sind, sondern organisationsabhängige Interessen der Schulen eine Rolle bei der Diskriminierung von Migrantenkindern spielen können.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Überrepräsentation von Kindern mit Migrationshintergrund an Sonderschulen
Untertitel
Ursachen und Besonderheiten ausgewählter Bundesländer
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
3,0
Autor
Andrea Windau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
25
Katalognummer
V367418
ISBN (eBook)
9783668485709
Sprache
Deutsch
Schlagworte
überrepräsentation kindern migrationshintergrund sonderschulen ursachen besonderheiten bundesländer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Windau (Autor:in), 2017, Die Überrepräsentation von Kindern mit Migrationshintergrund an Sonderschulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367418
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Leseprobe aus  25  Seiten
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