Diese Bachelorarbeit soll als Leitfaden für die Erstellung eines Energieauditberichtes nach DIN EN 16247 dienen. Die Norm bezieht sich auf verschiedene zu untersuchende Teilbereiche: Prozesse, Gebäude und Transport. Der Fokus der vorliegenden Bachelorarbeit liegt auf der Untersuchung von Gebäuden. Dementsprechend dient die DIN EN 16247-2, neben der DIN EN 16247-1, welche die allgemeinen Anforderungen an ein Energieaudit beschreibt, als Grundlage. Die Arbeit darf dabei nicht als eine Komplettlösung betrachtet werden, sondern nur als Lösungsvorschlag für einen Teilbereich. Bei dem zu untersuchenden Objekt handelt es sich um eine Liegenschaft der Hertener Stadtwerke GmbH (im Folgenden als HSW-Liegenschaft bezeichnet). Mit Hilfe der Arbeit soll ein Energieauditbericht erstellt werden, der die Anforderungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erfüllt. Darüber hinaus sollen durch das Einsetzten konkreter Verbrauchswerte in den hier beschriebenen Leistungskennzahlen Energieeinsparpotentiale aufgezeigt werden, mit denen im Anschluss Maßnahmen beschrieben werden, anhand derer man diese Potentiale erschließen kann. Bei der Erstellung dieser Maßnahmen wird zudem unter dem wirtschaftlichen Aspekt versucht, die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern. Zusätzlich wird auch der zeitliche Horizont der Maßnahme bei dessen Bewertung berücksichtigt.
Deutschland befindet sich im Wandel. Die Energiewende wurde 2010 eingeleitet, um eine der energieeffizientesten und umweltschonendsten Volkswirtschaften der Welt zu werden. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, wurden 2011 weitere Eckpunkte beschlossen. Die Energiewende wird an zwei wesentlichen Säulen festgemacht: zum einen der Ausbau von erneuerbaren Energien und zum anderen der sorgsame Umgang mit der Energie, die sogenannte Energieeffizienz. Im Jahr 2050 soll der Stromverbrauch im Vergleich zum Jahr 2008 zu 80 Prozent durch erneuerbare Energien gedeckt sowie gleichzeitig der Primärenergieverbrauch um die Hälfte reduziert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau und Vorgehensweise der Arbeit
2. Rahmenbedingungen des Energieaudits
2.1 Informationen zum Unternehmen
2.2 Ziele des Energieaudits/ getroffene Vereinbarungen
2.3 Detaillierungsgrad und Anwendungsbereich des Energieaudits
2.4 Datenverfügbarkeit
3. Verbrauchsdaten
3.1 Energieverbrauchswerte
3.2 Anpassungsfaktoren
3.3 Informationen zu den wesentlichen Änderungen der letzten drei Jahren
3.4 Zu verwendende Werte für Leistungskennzahlen
4. Beschreibung der energetischen Situation
4.1 Ermittlung der Energiequellen
4.2 Ermittlung der Bereiche mit wesentlichem Energieverbrauch
4.3 Beurteilung der bisherigen energetischen Situation des Unternehmens im Bezug auf den Energieeinsatz und -verbrauch
5. Analyse der Verbrauchsdaten
5.1 Einleitende Analyse der Energiebilanz
5.2 Aufschlüsselung der gelieferten Energie nach Energieträger hinsichtlich Verbrauch, Kosten und Emissionen
5.3 Energieleistungskennzahlen
5.4 Analyse der Gebäudehülle
5.4.1 U-Wert
5.4.2 Wärmeträgheit des Gebäudes
5.4.3 Sonnenschutz
5.4.4 Luftdichtheit
5.4.5 Verbindungsstellen
5.5 Analyse des Nutzerverhaltens der Mitarbeiter
5.6 Bewertungen der Leistungskennzahlen, des Nutzerverhaltens und der Gebäudehülle
6. Aufstellung und Bewertung von Maßnahmen
6.1 Erstellung von Energieeinsparmaßnahmen
6.2 Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Maßnahmen
6.3 Handlungsempfehlung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dient als Leitfaden für die Erstellung eines Energieauditberichts nach DIN EN 16247, mit einem spezifischen Fokus auf die Untersuchung von Gebäuden anhand des Objekts der Hertener Stadtwerke GmbH. Ziel ist es, durch die Erfassung von Energieflüssen und die Anwendung von Leistungskennzahlen energetische Einsparpotenziale zu identifizieren, diese wirtschaftlich zu bewerten und konkrete Handlungsempfehlungen zur Verbrauchsreduzierung abzuleiten.
- Durchführung eines Energieaudits gemäß DIN EN 16247 an einem Nichtwohngebäude
- Methodik der Datenerfassung und energetischen Bilanzierung
- Analyse der Gebäudehülle (U-Wert, Wärmeträgheit, Luftdichtheit)
- Erstellung und wirtschaftliche Bewertung von Energieeffizienzmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Deutschland befindet sich im Wandel. Die Energiewende wurde 2010 eingeleitet, um eine der energieeffizientesten und umweltschonendsten Volkswirtschaften der Welt zu werden. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, wurden 2011 weitere Eckpunkte beschlossen. Die Energiewende wird an zwei wesentlichen Säulen festgemacht: zum einen der Ausbau von erneuerbaren Energien und zum anderen der sorgsame Umgang mit der Energie, die sogenannte Energieeffizienz. Im Jahr 2050 soll der Stromverbrauch im Vergleich zum Jahr 2008 zu 80 Prozent durch erneuerbare Energien gedeckt sowie gleichzeitig der Primärenergieverbrauch um die Hälfte reduziert werden.
In der Abbildung ist der Verlauf des Primärenergieverbrauches in Petajoule für die Jahre 1990 bis 2014 aufgetragen. Dieser war 2014 in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Einen großen Einfluss darauf hatte die milde Witterung. Nach der Wiedervereinigung wurde der deutsche Energieverbrauch stark durch den wirtschaftlichen Umbruch in den neuen Bundesländern geprägt. Ab 1995 verlief die Verbrauchsentwicklung dann relativ konstant. Seit dem Jahr 2006 ist ein deutlich rückläufiger Trend zu beobachten.
Um den Primärenergieverbrauch weiter zu senken, wurde am 4. Dezember 2012 die EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) beschlossen. Der Artikel 8 Absatz 4 der EED verpflichtet alle Mitgliedstaaten dazu, die Durchführung von Energieaudits in ihren nationalen Rechtsformen zu verankern. Daraufhin wurde das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) vom 4. November 2010 geändert. Die Transformation von EU-Recht erfolgte durch die Neufassung, die am 22. April 2015 in Kraft getreten ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Energiewende ein und erläutert die gesetzlichen Anforderungen an Energieaudits nach der EED und dem EDL-G, sowie die Zielsetzung der Arbeit als Leitfaden.
2. Rahmenbedingungen des Energieaudits: Hier werden die organisatorischen Aspekte, Ziele und die notwendigen Basisinformationen für ein Energieaudit gemäß DIN EN 16247 definiert.
3. Verbrauchsdaten: Dieses Kapitel behandelt die Bereitstellung, Plausibilisierung und Bereinigung von Verbrauchsdaten sowie die Identifikation relevanter Bezugsgrößen.
4. Beschreibung der energetischen Situation: Es wird die Methode zur Ermittlung von Energiequellen und die Zonierung des Gebäudes zur Systemabgrenzung für die Energieanalyse beschrieben.
5. Analyse der Verbrauchsdaten: Dieser Hauptteil analysiert die Energiebilanz, Energiekennzahlen, die energetischen Eigenschaften der Gebäudehülle sowie das Nutzerverhalten der Mitarbeiter.
6. Aufstellung und Bewertung von Maßnahmen: Hier werden konkrete Energieeffizienzmaßnahmen entwickelt und deren Wirtschaftlichkeit mittels Investitionsrechnungen wie der Kapitalwertmethode bewertet.
7. Fazit: Das Fazit reflektiert den Energieauditprozess und resümiert die Notwendigkeit von unterstützender Software für eine effiziente Auditdurchführung.
Schlüsselwörter
Energieaudit, DIN EN 16247, Energieeffizienz, Energiewende, Gebäudeanalyse, Energiebilanz, Leistungskennzahlen, Gebäudehülle, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, Investitionsrechnung, Energieverbrauch, CO2-Emissionen, Wärmedämmung, Zonierung, Energiedienstleistungsgesetz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dient als praktischer Leitfaden für die Durchführung und Berichterstattung eines Energieaudits nach DIN EN 16247 für ein Nichtwohngebäude, am Beispiel einer Liegenschaft der Hertener Stadtwerke.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die energetische Bilanzierung, die Analyse der Gebäudehülle hinsichtlich thermischer Eigenschaften sowie die ökonomische Bewertung von Energieeffizienzmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein systematisches Vorgehen für ein gesetzeskonformes Energieaudit aufzuzeigen und durch konkrete Kennzahlen Einsparpotenziale bei Betrieb und Instandhaltung zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es werden methodische Vorgaben der DIN EN 16247 sowie der DIN V 18599 (Gesamtenergiebilanz) angewendet, ergänzt durch Investitionsrechnungsverfahren zur wirtschaftlichen Beurteilung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Datenerfassung, die energetische Zonierung, die Bestimmung von Leistungskennzahlen, die bauphysikalische Untersuchung der Gebäudehülle und die Berechnung von Einsparmaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Energieaudit, Energieeffizienz, DIN EN 16247, Gebäudeanalyse, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Investitionsrechnung.
Warum wird für das Gebäude eine Zonierung durchgeführt?
Die Zonierung nach DIN V 18599 dient der idealisierten Abbildung des Gebäudes, um Räume mit gleicher Nutzung und ähnlichem Energiebedarf präziser bilanzieren zu können.
Wie bewertet der Autor die Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme?
Der Autor verwendet dynamische Investitionsrechnungsverfahren, insbesondere die Kapitalwertmethode und die dynamische Amortisationszeit, um die Profitabilität langfristiger Effizienzmaßnahmen zu beurteilen.
Warum spielt die Gebäudehülle eine so wichtige Rolle?
Die Gebäudehülle ist für einen Großteil der Transmissionswärmeverluste verantwortlich; eine Analyse von U-Werten, Wärmebrücken und Sonnenschutz bildet die Grundlage für gezielte energetische Optimierungen.
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- Marius Müller (Author), 2015, Erstellung eines Energieauditberichtes nach DIN EN 16247 unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen und umweltlichen Aspekten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367472