Der Bau eines Backhauses für den eigenen Garten


Facharbeit (Schule), 2015

61 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort.. 5

Einleitung.. 6

1 Einblick in die Geschichte.. 7

2 Die Planung.. 8

2.1 Standort.. 8

2.2 Größe und Material.. 9

3 Das Fundament.. 11

3.1 Streifenfundament.. 11

3.2 Plattenfundament.. 12

4 Der Unterbau.. 13

5 Mauern.. 14

5.1 Türbögen.. 16

5.2 Grundplatte.. 18

6 Backraum.. 19

6.1 Backfläche.. 19

6.2 Gewölbe.. 20

6.2.1 Die Kuppelform.. 21

6.2.2 Das Tunnelgewölbe.. 22

7 Isolierung.. 23

8 Tür.. 24

9 Abzug und Schornstein... 25

10 Dach.. 26

11 Inbetriebnahme.. 27

12 Praktischer Teil.. 28

12.1 Planung.. 28

12.2 Fundament.. 29

12.3 Unterbau.. 30

12.4 Backraum.. 33

12.4.1 Isolierung Teil 1.. 34

12.4.2 Backfläche.. 34

12.4.3 Gewölbe.. 35

12.4.4 Abzug.. 37

12.4.5 Isolierung Teil 2.. 39

12.5 Außenwand .. 40

12.6 Dach.. 42

12.7 Schornstein.. 44

12.8 Backofentür.. 45

12.9 Inbetriebnahme.. 46

13 Schlussbemerkung.. 48

14 Literaturverzeichnis.. 49

14.1 Bücher.. 49

14.2 Internet.. 49

Vorwort

In der achten und elften Klasse ist es üblich sich im Rahmen der Acht- oder Elftklassarbeit intensiv mit einem Thema seiner Wahl zu beschäftigen. Dabei wird die Achtklassarbeit per Hand und die Elftklassarbeit am PC verfasst. Vorgeschrieben sind dafür Format, Mindestseitenzahl und Abgabetermin.

Neben dem schriftlichen Teil ist eine praktische Arbeit fester Bestandteil jeder Acht- oder Elftklassarbeit. Das Themenspektrum reicht von einem selbst verfasstem Buch über den Bau verschiedenster Gegenstände bis zu einem Interview. Jede praktische Arbeit wird anschließend ausführlich schriftlich beschrieben und der schriftlichen Arbeit hinzugefügt. Nach Abgabe der Arbeit folgt ein Kolloquium sowie die Präsentation des Themas an einem eigenen Stand. Im Gegensatz zur Achtklassarbeit wird jeder Schüler während der Elftklassarbeit von einem Lehrer betreut.

Das Thema meiner Arbeit wird der Bau eines Backhauses sein. Ich habe mich dafür entschieden weil es ein praktisch orientiertes Thema ist und ich die Möglichkeit habe handwerklich zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln, die ich mit recherchierten Informationen kombiniert in dieser Elftklassarbeit aufschreibe.

Einleitung

Es gibt viele verschiedene Backhäuser und viele Möglichkeiten eines zu bauen. Manche werden direkt auf der Erde gebaut, andere stehen auf einer natürlichen Erhebung oder einem Sockel, die meisten haben einen Schornstein, bei manchen zieht der Rauch aber auch durch die Tür ab. Beim Entwerfen der Form sind dem Bauherr also keine Grenzen gesetzt. Was den Zeitaufwand, die handwerklichen Fähigkeiten, die Materialbeschaffung und -qualität angeht kann hingegen in drei Gebiete geteilt werden.

Vorgefertigte Formteile sind extra für die Verarbeitungen in Backhäusern hergestellt und halten deshalb den Bedingungen, also dem Wechsel zwischen Hitze und Kälte im Backraum, am besten stand. Hinzu kommt, dass ein Aufbau mit geringen handwerklichen Fähigkeiten in wenigen Stunden möglich ist.

Macht man sich aber selbst ans Werk, beschafft sich die Materialien und versucht dabei noch umweltfreundlich vorzugehen, so kann es ein Jahr dauern bis zum ersten Mal etwas im eigenen Ofen zubereitet werden kann. Hinzu kommt, dass kein Bauplan vorliegt und sich über die verschiedenen Eigenschaften der Materialien gut informiert werden muss.

Die Möglichkeit zwischen diesen Extremen gibt es natürlich auch. Hierfür wird mit Produkten gearbeitet, die in jedem Baumarkt zur Verfügung stehen. Sie sind also auf einfachem Wege erhältlich, müssen aber noch kombiniert und bearbeitet werden.

In dieser Elftklassarbeit werden die Möglichkeiten mit einem Schwerpunkt auf letzterem Gebiet ausführlich beschrieben und als praktischen Teil ein Backhaus geplant, gebaut und beschrieben.

1 Einblick in die Geschichte

Brot ist das älteste zubereitete Nahrungsmittel. Die ersten Brote wurden auf heißen Steinen oder in der Asche gebacken. Später entstanden Backöfen. Vor ca. 400 Jahren gab es bereits in fast jedem Hof einen Backofen, der mit Holz beheizt wurde. So eine Feuerstelle war gleichzeitig auch ein Brandrisiko, das immer wieder zu Hausbränden führte. Um das Problem in den Griff zu bekommen wurde in Württemberg eine Generalverordnung erlassen, die besagte, dass nur noch in einem Gemeindebackofen gebacken werden durfte.

Um eine reibungslose Nutzung dieses Gemeindebackofens zu erreichen, wurde ausgelost wer wann backen durfte. Am unbeliebtesten war dabei als erster oder letzter zu backen, denn der Erste steht zunächst vor einem kalten Ofen und der letzte hat die Aufgabe den Ofen zu reinigen. Beaufsichtigt wurde alles von einem von der Gemeinde eigens dafür beauftragten Bäckerrufer oder einer Backmeisterin.

Später wurde das Gemeindebackhaus von gelernten Bäckern übernommen. Heutzutage ist der Holzbackofen in industriellen Bäckereien fast vollständig durch elektrische Öfen ersetzt.

Vor allem in Schulen und Kindergärten, aber auch in privaten Haushalten ist der Holzbackofen aber wieder im Kommen. Vielleicht um unabhängig von der Industrie und ohne Gas oder Strom sein eigenes Brot backen zu können.

2 Die Planung

2.1 Standort

Zunächst ist es wichtig zu wissen wo gebacken werden soll, denn jeder Standort hat seine Vor- und Nachteile. Beim Bau eines Backofens im Haus ist kein separates Dach erforderlich und die Abwärme kann noch zum Heizen genutzt werden. Allerdings ist ein Backofen eine offene Feuerstelle und dadurch besteht ein Brandrisiko. Es gilt die Brandschutzverordnung und vorgeschriebene Mindestabstände zu brennbaren Gegenständen müssen eingehalten werden. Damit die Rauchgase abziehen können, muss ein Schornstein im Haus vorhanden sein, der für Holzfeuer ausgelegt ist. Schornsteine an denen eine Gas- oder Ölheizung angeschlossen ist, dürfen nicht mit einem Holzfeuer verbunden werden. Ein weiterer Punkt ist das Gewicht des Backofens. Dieses kann leicht eine Tonne oder mehr betragen. Wer sich also nicht sicher ist, ob der Boden, auf dem der Ofen stehen soll, die Last aushält, sollte sich an einen Statiker wenden.

Wird ein Backhaus im Freien gebaut, so gibt es weitere Richtlinien zu beachten. Die Belästigung der Nachbarn durch den Rauch, sowie die Wind- und Wetterfestigkeit spielen eine größere Rolle. Auch muss man, je nachdem wie hoch das Backhaus werden soll, einen Mindestabstand vom Grundstück des Nachbarn einhalten und auf die Hauptwindrichtung achten, denn so kann verhindert werden, dass der Rauch beim Backen direkt auf die eigene Terrasse oder auf die des Nachbarn zieht.

[Abb. in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Abbildung 1: Rechts kann der Rauch ungestört wegwehen.

2.2 Größe und Material

Als erstes muss entschieden werden, welche Größe und Form der Backraum haben soll und aus welchem Material er bestehen soll, denn der Backraum ist schließlich das Zentrum eines jeden Backofens. Dann wird festgelegt was gebacken werden soll. Ein Brot braucht lange Zeit die gleiche Wärme, während eine Pizza nur kurze Zeit benötigt. Diese Überlegungen sind bei der Planung des Wärmespeichers zu berücksichtigen. Ein großer Wärmesprecher braucht viel Zeit zum Anheizen, hält dafür aber lange die Wärme. Besteht also der Wunsch einer kurzen Anheizphase, so ist die bessere Lösung vielleicht, dass ein Platz im Backraum einberechnet wird an dem ein Feuer während des Backens als zusätzliche Wärmequelle am Brennen gehalten wird und so einen Teil des Wärmespeichers ersetzt.

Da verschiedene Materialien unterschiedlich gut Wärme speichern können, sollte man sich vor dem Bau gut über das zu verwendende Material informieren, denn sonst wird gegebenenfalls ein eher ungeeignetes Material verarbeitet.

Ein extra für Öfen hergestellter Baustoff ist Schamottstein. Schamott hat ein sehr gutes Wärmespeichervermögen. Er ist ein künstlicher Stein und besteht aus gebranntem Ton und Kaolin, das auch als Porzellanerde bekannt ist. Es ist eine feine, eisenfreie, weiße Masse. Der Schmelzpunkt des Kaolins liegt bei 1450°C. Die beiden Materialien werden gemischt und gebrannt. Da Ton einen noch höheren Schmelzpunkt hat, schmilzt das Kaolin vor dem Ton und füllt dabei die Lücken zwischen den Tonmineralien. Wieder kalt ist es eine feste Masse geworden. Zermahlen und mit weiterem rohem Ton (Bilderton) erneut gebrannt, ergibt es das Material eines Schamottsteins. Auf Grund der so erreichten hohen Dichte ist das gelb-weißliche Material so schwer wie Beton. Die hohe Dichte sorgt dafür, dass er die Wärme besser aufnehmen, speichern und nach dem Befeuern wieder in den Raum und somit ans Backgut abgeben kann, als beispielsweise ein Ziegelstein. Hinzu kommt, dass der Schmelzpunkt eines Schamottsteins bei 1400-1700°C liegt, weshalb er ebenso wie Feuerbeton hitzebeständiger ist als Ziegel. Für einen langlebigen Backofen sollte also auf Schamottstein zurückgegriffen werden.

Nach all den Vorteilen hat der Schamottstein aber auch einen großen Nachteil, der Preis. Ein NF (Normal Format) Schamottstein kostet je nach Qualität und Hersteller zwischen 2,40 Euro und 3,80 Euro. Billiger und leichter zu handhaben ist Lehm. Lehm ist ebenfalls hitzebeständig und damit feuerfest, versetzt mit Wasser leichter zu verarbeiten und gleichzeitig noch hautverträglich. Die Nachteile des Lehms liegen in der geringeren Festigkeit, verglichen mit Schamott- oder Ziegelsteinen. Außerdem verändert Lehm bei Feuchtigkeit sein Volumen sehr stark, was wichtige Gründe dafür sind, warum er im Häuserbau kaum mehr eingesetzt wird. Wenn Lehm dem Regen schutzlos ausgesetzt ist, weicht er auf und verliert seine Festigkeit. Verarbeitet man Lehm muss dieser also mit wetterfesten Materialien geschützt werden.

Bei der Planung meines Backhauses habe ich mich für den Bau im Freien entschieden und beschlossen den Backraum aus Schamottsteinen zu bauen. Damit kein Unwetter dem Bau schaden kann, sollte dieser zusätzlich noch ummauert und mit einem Ziegeldach versehen werden.

[Abb. in dieser Leseprobe nicht enthalten]

Abbildung 2: Ein Normalformat-Schamottstein.

3 Das Fundament

Damit das Backhaus sicher steht braucht es ein Fundament. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für so ein kleines Gebäude ist ein Streifenfundament oder ein Plattenfundament am besten geeignet.

Den für das Fundament benötigten Beton kann man als Fertigmischung kaufen oder nach der Faustformel, „Vier Schaufeln Sand, eine Schaufel Zement und nur so viel Wasser, bis sich das Gemisch erdfeucht anfühlt“ [1] selbst anrühren. Dafür ist ein Betonmischer sehr hilfreich. Für eine höhere Festigkeit sollten beide Fundamentarten mit Moniereisen verstärkt und vor dem Abbinden verdichtet werden. Zum Verdichten kann man den Beton gleichmäßig in Bewegung bringen oder eine Rüttelflasche verwenden. Durch die Bewegung des Betons verbinden sich darin eingeschlossene kleinere Luftblasen und steigen aus dem Beton auf. Bevor der Beton abbindet ist es ratsam die Betonoberfläche waagerecht abzuziehen.

Während das Fundament aushärtet, muss es vor Zugluft und Sonneneinstrahlung geschützt werden, denn sonst trocknen die verschieden beeinflussten Bereiche unterschiedlich schnell, was Risse und eine ungleichmäßige Festigkeit hervorrufen kann.

3.1 Streifenfundament

Die Vorteile eines Streifenfundaments sind, dass es auf Grund seiner Tiefe unbeeinflusst von den Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter ist und dass überall ein relativ gleichmäßiges Gewicht von oben auf das Fundament einwirkt, was die Wahrscheinlichkeit von Rissbildungen verkleinert. Allerdings ist es aufwendiger herzustellen als eine Bodenplatte, denn es muss zunächst an allen Stellen wo gemauert werden soll, ein Graben ausgehoben und verschalt werden. Die Maße sollten in der Breite bei einer 24 cm dick geplanten Mauer 40 cm betragen und in der Tiefe unter die Frostgrenze reichen, was ungefähr 80 cm entspricht.

3.2 Plattenfundament

Im Gegensatz zum Streifenfundament ist ein Plattenfundament nur 10 - 20 cm tief. Der Breite und Länge sollten jeweils 10 cm zum Grundriss zugerechnet werden. Bei so kleinen Bauten braucht diese Bauweise, obwohl sie die gesamte Grundfläche abdeckt, weniger Beton. Für den Bau kann ein entsprechendes Loch ausgehoben werden, in das dann die Bodenplatte gegossen wird. Wer will kann sich aber auch den Erdaushub sparen, indem nur die Grasnabe abgetragen wird und auf die fest gestampfte, geglättete Fläche die Verschalung setzt und mit Beton füllt.

[...]


[1] Spitzer, Jana & Dittrich, Reiner, 2013. Backöfen in Haus und Garten selbst gebaut, ökobuch Verlag, S.51

Ende der Leseprobe aus 61 Seiten

Details

Titel
Der Bau eines Backhauses für den eigenen Garten
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
61
Katalognummer
V367479
ISBN (eBook)
9783668465794
ISBN (Buch)
9783668465800
Dateigröße
3608 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Backhaus, Backofen, Holzofen, Bauen, Selber, Selbst, Selber bauen, der-bau-eines-backhauses, Der Bau eines Backhause, Backhaus selber bauen, Backhaus bauen, Bauanleitung, Anleitung, Backhausanleitung, Haus, Ofen, Garten, Draußen, Schamott, Schamotte, Stein, selbstgebaut, Mauern, planen, Backhaus Planen, bakhaus, Backofen selber bauen, backofen bauen, holzofen bauen, Holzbackofen
Arbeit zitieren
Jan Kahle (Autor), 2015, Der Bau eines Backhauses für den eigenen Garten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367479

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