Online-Nachrichtenangebote im Vergleich


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

38 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegendes zu Nachrichtenangeboten im Internet

3 Kategorisierung von Nachrichtenwebsites

4 Konstruktion des Kriterienkataloges
4.1 Kriterien der Untersuchung
4.2 Probleme bei der Anwendung der Kriterien

5 Websites der Printmedien im Vergleich
5.1 Formeller Rahmen
5.2 Anwendung des Kriterienkataloges
5.3 Zusammenfassung

6 Websites der Fernsehsender im Vergleich
6.1 Formeller Rahmen
6.2 Anwendung des Kriterienkataloges
6.3 Zusammenfassung

7 Abschließender Vergleich: Print vs TV

8 Fazit oder -Die perfekte Nachrichtenwebsite-

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Literatur

1 Einleitung

Spätestens nach den Ereignissen am 11. September 2001 haben Nachrichtenwebsites mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Damals fungierten die Nachrichtenwebsites hinter dem Medium Fernsehen als wichtiges Sekundärmedium, der Zugriff auf Online- Nachrichten war zu diesem Zeitpunkt der bisher Höchste aller Zeit. Aufgrund dieses Ereignisses hat die Bedeutung der Nachrichtenwebsites immens zugenommen. Auch der aktuelle Trend geht laut einer Studie der Agentur Multisearch[1] dahin, dass sich vor allem Online- Zeitungen immer mehr als Teil der täglichen Mediennutzung etablieren. Auf den vielen unterschiedlichen News- Seiten im Web kann der User sich also schnell einen Überblick über die aktuelle Nachrichtenlage verschaffen und zudem unterschiedlichste Servicedienste nutzen. Aktualität und Hintergrundinfos nach Bedarf sind nur zwei der Eigenschaften, welche bei solchen Online- News- Angeboten am meisten geschätzt werden. Aber es bleiben trotz der Euphorie auch Nachteile, die der User in Kauf nehmen muss. Mangelhaftes Design und eine problematische Abgrenzung zwischen Werbung und Content gehören ua dazu. Außerdem erfolgt, wie in der Studie bestätigt wurde, die Nutzung solcher Angebote bisher eher hektisch und ist nicht mit der geruhsamen Zeitungslektüre am Frühstückstisch vergleichbar. Auch fehlt bislang noch der ideale Weg, solche Angebote überhaupt zu finanzieren. Eine US- Studie zum Onlinejournalismus[2] ergab, dass die Re-Finanzierung dieser Webangebote bisher noch nicht ausreichend gesichert sei, sodass notwendige Investitionen in die Inhalte und somit eine Verbesserung derer nicht zu hundert Prozent gewährleistet werden können.

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen Nachrichtenangeboten im Internet. Zunächst wird ein kurzer Überblick über die verschiedenen Kategorien von Nachrichtenangeboten gegeben. Im zweiten Teil werden ausgewählte Websites aus den oben benannten Kategorien miteinander verglichen. Dazu wird ein Vergleichsinstrument konstruiert, welches unterschiedliche Kriterien umfasst. Im Laufe des Vergleichs werden einige der oben genannten Punkte beleuchtet, beispielsweise die Finanzierung der unterschiedlichen Typen von News- Sites. Ziel der Arbeit soll es sein, Stärken und Schwächen unterschiedlicher Websites aufzuzeigen und wenn möglich eine Rangfolge zu erstellen. Zum Schluss soll der Versuch unternommen werden, eine Einschätzung darüber zu geben, was die perfekte Nachrichtenwebsite auszeichnet.

2 Grundlegendes zu Nachrichtenangeboten im Internet

In der vorliegenden Arbeit sollen Websites kategorisiert und untersucht werden, welche allgemeine und aktuelle Nachrichten aus Deutschland und dem Ausland publizieren. Die Nachrichtenwebsites müssen zudem Nachrichten aus unterschiedlichen Themenbereichen wie zB Politik, Wirtschaft, Sport und tagesaktuelle Meldungen enthalten. Ausgeklammert aus folgender Arbeit wurden also solche Seiten, welche vor allem Nachrichten aus einer bestimmten Kategorie (zb Computer, Finanzen) beinhalten. Die hohe Bedeutung von Nachrichtenwebsites für den Internetuser kann anhand der ARD/ZDF-Online-Studien verdeutlicht werden. In allen Studien ist die Nutzung von Nachrichtenangeboten bzw. tagesaktuellen Informationen die häufigste Nutzung von Onlineinhalten überhaupt. Die ARD/ZDF-Online-Studie 2003 kam zu dem Ergebnis, dass 28 % der Online- Nutzer das Internet dazu gebrauchen, um „aktuelle Informationen über Deutschland und Ausland“ (ARD/ZDF-Online-Studie 2003) zu erhalten. Die Zielgruppe der News- Sites ist laut Kranz&Stiller eher unklar und relativ breit. Die User solcher Sites seien eher vertraut im Umgang mit dem Internet und durchschnittlich 10 Jahre jünger als beispielsweise die Leser von Tageszeitungen. Außerdem würden sie vor allem überregionale Informationen suchen, wo sie dann vor allem die Kurzberichte und Überschriften lesen.

Im Hinblick auf die Entwicklung des Online- Journalismus und von Nachrichtenwebsites allgemein geht eine Untersuchung[3] davon aus, dass die Ereignisse des 11. Septembers als eine Art Schlüsselereignis gewirkt hat. Im Jahr 2001 waren 38,8% der Deutschen ab 14 Jahren online[4]. Als Nachrichtenmedium befand sich das Internet allerdings laut Steven Geyer noch in seiner Institutionalisierungsphase. Nach den Ereignissen des 11. Septembers allerdings begann –so Geyer- ein massiver Ansturm auf die Nachrichtenwebsites. Tagesschau.de, Spiegel Online, n-tv.de usw steigerten Ihre Zugriffszahlen um ein Vielfaches – die Zugriffszahlen fielen nach dem 11. September nie wieder auf das niedrigere Niveau von vorher. Laut Geyer wird seitdem das Internet als Nachrichtenmedium viel ernster genommen. Auch bei anderen wichtigen sowie überraschenden Ereignissen wie der Beginn des Irak- Krieges oder Möllemanns Tod wurde verstärkt auf Nachrichtenwebsites zugegriffen. Der Onlinejournalismus erreichte laut Geyer aufgrund des oben erwähnten Schlüsselereignisses eine neue qualitative Ebene. Es wurden einschlägige Erfahrungen gesammelt, wie die Online- Redaktionen auf überraschende Ereignisse reagieren und welche zusätzlichen Dienste sie dann Ihren Nutzern anbieten sollen.

Die Besonderheiten der Publikation von Nachrichten im Internet liegen – so zb Matthias Zürn – zunächst in Ihrer Verfügbarkeit. An jedem Ort und zu jeder Zeit kann der Internetnutzer auf sie zugreifen. Des Weiteren gibt es laut Zürn eine Vielzahl von Möglichkeiten, die online publizierten Texte mit anderen, multimedialen Elementen wie Fotos, Videos oder Audiodateien zu verknüpfen. Durch Hyperlinks könnten zudem die Nachrichten der eigenen Websites mit anderen internen oder externen Quellen im Internet verknüpft werden. Ein weitere Vorteil des Internets sind die Vielzahl an Kommunikationsmöglichkeiten, Zürn nennt hier exemplarisch Chat- Rooms und Diskussionsforen, aber auch virtuelle Communitys, Newsletter usw zählen dazu. Weiterhin vorteilhaft ist laut Zürn die Möglichkeit, dass Informationen im Netz immer auf den aktuellen Stand gehalten werden können und das der Nutzer auch archivierte Informationen jederzeit abrufen kann.

Das nächste Kapitel stellt einen Versuch dar, die verschiedenen Nachrichtenwebsites zu kategorisieren, um im Anschluss den Vergleich zu erleichtern.

3 Kategorisierung von Nachrichtenwebsites

Im Folgenden zeige ich verschiedene Kategorien auf, in welche Nachrichtenwebsites eingeordnet werden können. Die Aufzählung der jeweiligen Websites der einzelnen Kategorien beruhen nicht auf Vollständigkeit, dass würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Es sind lediglich Beispiele für die einzelnen Kategorien. Außerdem beziehe ich mich, bis auf einige Ausnahmen, auf deutsche Websites.

In eine erste Kategorie fallen alle Onlineaktivitäten von Printmedien. Dazu zählen zunächst die Onlineaktivitäten von regionalen und überregionalen Zeitungen.

Kategorie 1 News- Seiten der Printmedien

Websites von überregionalen Zeitungen sind folgende:

- faz.net (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
- fr-aktuell.de (Frankfurter Rundschau)
- sueddeutsche.de (Süddeutsche Zeitung)
- taz.de (taz- tageszeitung)
- waz.de (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)
- welt.de (Die Welt)
- bild.t-online.de (Bildzeitung)

Websites von regionalen Zeitungen:

- berlinonline.de/berliner-zeitung (Berliner Zeitung)
- lvz-online.de (Leipziger Volkszeitung)
- ostsee-zeitung.de (Ostseezeitung)
- otz.de (Ostthüringer Zeitung)
- tagesspiegel.de (Tagesspiegel)

In diese Kategorie können die Websites von Nachrichten- Magazinen eingeordnet werden.

Websites von Nachrichten- Magazinen

- spiegel.de (Spiegel)
- stern.de (Stern)
- focus.de (Focus)

Eine zweite Kategorie von Nachrichtenwebsites sind Seiten von Nachrichtensendungen der Fernsehanbieter. Diese Kategorie muss zudem nochmals unterteilt werden in öffentlich-rechtliche und private Nachrichtensendungen sowie das Online- Angebot von klassischen Nachrichtensendern.

Kategorie 2 News- Seiten der Fernseh- Nachrichtensendungen oder von Nachrichtensendern

Websites öffentlich-rechtlicher Nachrichtensendungen bzw. Websites mit Nachrichten:

- heute.t-online.de (heute Journal ZDF)
- tagesschau.de (Tagesschau ARD)
- mdr.de/mdr-aktuell (MDR Aktuell)
- dw-world.de (Deutsche Welle)

Websites privater Nachrichtensendungen:

- rtl.de/news (RTL Aktuell)
- sat1.de/nachrichten (Sat1 18.30)

Websites klassischer Nachrichtensender

- n24.de
- n-tv.de

In einer dritten Kategorie werden Websites von Radiosendern eingeordnet, welche Nachrichten beinhalten:

Kategorie 3 Websites von Radiosendern

- deutschlandradio.de

Die vierte Kategorie umfasst das Online- Nachrichtenangebot von News- Seiten, die gleichzeitig als Provider fungieren:

Kategorie 4 News- Seiten der Provider

- t-online.de
- yahoo.de
- aol.de
- msn.de
- web.de

In der fünften Kategorie werden nun alle weiteren Nachrichtenseiten zusammengefasst, die keinem Fernsehsender, Radiosender oder Printmedium angehören.

Kategorie 5 Weitere Nachrichtenwebsites

- netzzeitung.de
- news.google.de
- netzeitung.de
- reuters.de

Eine Kategorisierung ist natürlich auch nach anderen Kriterien möglich. Denkbar ist beispielsweise eine Aufteilung in einerseits Boulevardangebote und andererseits in die seriösen Nachrichtenwebsites.

4 Konstruktion des Kriterienkataloges

In den folgenden Kapiteln werden exemplarisch ausgewählte Nachrichtenwebsites aus den einzelnen Kategorien nach bestimmten Kriterien untersucht und miteinander verglichen. Aus der Kategorie der Zeitungen bzw. Zeitschriften wurden die besucherstarken Websites faz.net, sueddeutsche.de und spiegel.de miteinander verglichen. Sueddeutsche.de wurde 2003, spiegel-online 2003 und 2004 mit dem Lead Award in der Kategorie News- Onlinemagazine des Jahres ausgezeichnet. Aus der Kategorie der TV-Anbieter werden nachfolgend zunächst die Seite heute.t-online.de als das Online- Angebot eines öffentlich-rechtlichen Senders untersucht. Im Gegenzug dazu werden die Seiten rtl-news.de und n-tv.de als Angebote privater Fernsehsender untersucht, wobei mit n-tv auch die Unterkategorie der klassischen Nachrichtensender abgedeckt wird. Die Seiten heute.t-online.de und n-tv.de wurden im Rahmen einer Studie von Horizont, dem Website Trend, neben vier anderen Nachrichtenwebsites von Usern bewertet. Dabei liegt heute.t-online.de auf Platz 2, gefolgt von n-tv.de auf Platz 3. Spitzenreiter ist allerdings auch hier spiegel.de auf Platz 1. Boulevardangebote werden nicht in die Untersuchung mit einbezogen, diese müssten in einem gesonderten Vergleich mit anderen Boulevardangeboten gestellt werden, um aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen.

4.1 Kriterien der Untersuchung

Da es bisher kaum theoretisch fundierte Arbeiten zum Vergleich von Nachrichtenwebsites gibt und eine klassische Inhaltsanalyse der Websites in dieser Arbeit zu weit führen würde, beschränke ich mich lediglich darauf, zunächst bestimmte Kriterien zu benennen, auf welche ich die einzelnen Websites untersuchen werde und die es mir dann ermöglichen, die Websites miteinander zu vergleichen. Bevor der eigentliche Vergleich der Websites vollzogen wird, muss zunächst der formelle Rahmen untersucht werden, welcher beleuchten soll, warum das Onlineangebot überhaupt existiert bzw welche Faktoren seine Existenz notwendig machen. Des Weiteren soll die Finanzierung des Onlineangebotes betrachtet werden. An dieser Stelle werden die Websites auch, je nach Möglichkeit, anhand ihrer Zugriffszahlen in eine Rangfolge gebracht bzw eingeordnet. Die Untersuchung des formellen Rahmens soll helfen, die Ergebnisse des direkten Vergleichs besser einordnen zu können, um im Anschluss dementsprechende Schlussfolgerungen zu ziehen. Erst im nächsten Schritt beginnt der eigentliche direkte Vergleich.

Im ersten Schritt des Vergleichs soll in Ansätzen die Benutzerfreundlichkeit der Websites untersucht werden. Denn die Benutzerfreundlichkeit einer News- Seite, so sehen es auch Kranz&Stiller, entscheidet maßgeblich über deren Erfolg. Wenn Farben und Formen allerdings unklar sind und dies sich auch in der Benutzerführung niederschlägt, wäre es laut der Autoren möglich, dass der Besucher der Website auch gegenüber dem Inhalt misstrauisch wird. Er könne die Website im schlimmsten Fall für unseriös halten und sich die Inhalte somit gar nicht anschauen. Im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit und Usability einer News- Seite müssen demnach folgende Faktoren untersucht werden:

1. Aufbau der Homepage

Die Homepage ist laut Nielsen&Tahir die wichtigste Seite einer Website, da Sie der Startpunkt ist, von welchem aus der User die Inhalte der Website erschließen kann. Somit wird sie auch häufiger betrachtet als die anderen Seiten. Gerade bei News- Seiten trifft dies umso mehr zu: Der Nutzer möchte sich auf der Homepage einen ersten Nachrichtenüberblick schaffen und dann, ohne Umwege und mit leichtem Zugang, einzelne Nachrichten aufrufen, um sie vertiefend zu lesen oder um sich Zusatzinformationen zu besorgen. „Grundlage jeder funktional wirksamen News- Homepage ist daher die klare und übersichtliche Gestaltung“(Kranz&Stiller 2003: 90). Im ersten Schritt soll also die Übersichtlichkeit der Homepage untersucht werden, um zu erfahren, wie gut und schnell sich der Nutzer einen Überblick über die aktuellen Meldungen schaffen bzw vertiefende Infos erhalten kann. Gefragt werden muss hier ua, ob eine sachliche Organisation der Inhalte vorliegt bzw ob eine Gewichtung der Inhalte vorgenommen wurde, die laut Kranz&Stiller nur auf der Homepage möglich ist. Die Sortierung sollte auf der Homepage gemäß den Autoren von oben nach unten erfolgen, und zwar in erster Linie nach Aktualität und Wichtigkeit und erst dann nach den einzelnen Ressorts.

[...]


[1] Studie des Münchener Marktforschungsinstitutes Marketagent.com/Multisearch 2004, zusammengefasst von Lorenz, Mirko. „Studie: Online-Medien legen an Bedeutung zu“

[2] Ergebnisse der Studie The State of the News Media 2004 im Rahmen des Project for Excellence in Journalism (PEJ), zusammengefasst von Hitz, Martin. „Epochaler Wandel in der Medienwelt - Eine Studie zur Befindlichkeit des Journalismus“

[3] Entwicklung des „Schlüsselereignis“-Konzepts durch Christoph Neuberger und Holger Hespelein

[4] ARD/ZDF Online Studie 2001

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Online-Nachrichtenangebote im Vergleich
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
38
Katalognummer
V36758
ISBN (eBook)
9783638362900
ISBN (Buch)
9783638647793
Dateigröße
896 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Online-Nachrichtenangebote, Vergleich
Arbeit zitieren
Magister Artium Heike Barth (Autor), 2004, Online-Nachrichtenangebote im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36758

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