Mikrokredite wurden vor etwa 25 Jahren ins Leben gerufen und boomen regelrecht seit 10-15 Jahren. Sie gelten als beliebtes Instrument der Entwicklungshilfe. Ziel ist es arme Menschen finanziell dahingehend zu unterstützen, durch ein Kleingeschäft wirtschaftlich aktiv zu werden und somit ihren Lebensstandard zu verbessern. Tatsächlich birgt das System auch zahlreiche Gefahren, die in der öffentlichen Diskussion oft ausgeblendet werden.
Hier schließt die Frage an, ob es ausreicht Finanzdienstleistungen zu verteilen, oder ob auch zusätzlich eine Unterstützung der geförderten Menschen durch Beratung und Fachwissen im Umgang mit Geld und Investitionen notwendig ist
Inhaltsverzeichnis
1. Historische Entwicklung und Relevanz
2. Effektivität
3. Risiken
4. Marktpotenzial
5. Kritische Betrachtungen
6. Verzeichnisse
6.1. Abkürzungsverzeichnis
6.2. Grafikverzeichnis
6.3. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle, Effektivität und Risiken von Mikrokrediten in der Entwicklungszusammenarbeit, wobei insbesondere die Diskrepanz zwischen den hohen Erwartungen an die Armutsbekämpfung und den teils negativen realwirtschaftlichen Auswirkungen kritisch hinterfragt wird.
- Historische Herleitung der Mikrofinanzierung
- Analyse der ökonomischen Wirksamkeit und "Double-Bottom-Line"-Strategien
- Identifikation endogener und exogener Risikofaktoren für Kreditnehmer
- Marktpotenzial und Wachstumsdynamik des Mikrofinanzsektors
- Kritische Reflexion über neoliberale Entwicklungsansätze
Auszug aus dem Buch
3. Risiken
In der Diskussion um Vor- Nachteile und Risiken in der Mikrofinanzierung geht es um die Frage, ob marginalisierte Personen und Gruppen ohne Zugang zum Kapitalmarkt durch MF unterstützt werden können und diese dadurch eine bessere Chance zur ökonomischen Partizipation an der Gesellschaft erzielen. Oder werden nur jene unterstützt, die bereits wirtschaftlich aktiv sind? Wie können MFIs an Umweltbedingungen, Klimawandel und Naturkatastrophen angepasst werden? Inwieweit müssen MFIs aus ökonomischer Sicht rentabel sein und wie ethisch einwandfrei können Mikrokredite betrachtet werden, wenn die MF dem Kapitalmarkt zugänglich ist?
Zahlreiche Forschungen und Untersuchungen kommen mittlerweile zu dem Schluss, dass eine Anzahl an Punkten genannt werden können, die als wesentliche Fehleinschätzungen bei Mikrokrediten zählen. Durch die neoliberalen Ansätze der Entwicklungszusammenarbeit, also durch die Ansicht, Armut lasse sich auch ohne Umverteilung sondern nur durch geförderten Arbeitseinsatz der Armen beseitigen, kam es zu Verschuldungen und einem finanziellen Abhängigkeitsverhältnis der Armen. Zudem kam die entwicklungspolitische Fehleinschätzung, dass Reiche Länder und Institutionen mit sogenannten „sozial motivierten Investitionen“ gleichzeitig Geld verdienen und Gutes tun könnten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Historische Entwicklung und Relevanz: Das Kapitel beleuchtet den Aufstieg der Mikrofinanzierung als wichtiges Instrument der Entwicklungszusammenarbeit, maßgeblich geprägt durch den Erfolg der Grameen Bank und Mohammed Yunus.
2. Effektivität: Hier wird untersucht, ob Mikrokredite tatsächlich zur Armutsbekämpfung beitragen oder ob die Erwartungen an den „Double-Bottom-Line“-Effekt oft hinter der Realität der Verschuldung zurückbleiben.
3. Risiken: Dieses Kapitel analysiert die Gefahren neoliberaler Ansätze, die zu Abhängigkeitsverhältnissen und einer Überforderung der Kreditnehmer führen können, anstatt strukturelle Armut nachhaltig zu beseitigen.
4. Marktpotenzial: Der Text beschreibt die Wachstumsdynamik und Prognosen für den Mikrofinanzmarkt, setzt diese jedoch in Kontrast zu den hohen Zinsbelastungen für die Kreditnehmer.
5. Kritische Betrachtungen: Eine vertiefende Analyse der ökonomischen und entwicklungspolitischen Argumente gegen Mikrokredite, die unter anderem Verdrängungseffekte und mangelnde Innovationskraft beleuchtet.
6. Verzeichnisse: Dieser Abschnitt enthält die notwendigen ergänzenden Verzeichnisse zur Abkürzung, Grafikdarstellung und die vollständige Auflistung der verwendeten Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Mikrokredite, Mikrofinanzierung, Entwicklungszusammenarbeit, Armutsbekämpfung, Kapitalmarkt, Verschuldung, Neoliberalismus, Marktwirtschaft, Double-Bottom-Line, soziale Investitionen, Wirtschaftsrisiken, soziale Partizipation, Grameen Bank.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse von Mikrokrediten als Instrument der internationalen Entwicklungszusammenarbeit und deren tatsächlicher Wirksamkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Untersuchung deckt die historische Einordnung, die ökonomische Effektivität, Marktdynamiken sowie sozioökonomische und entwicklungspolitische Risiken ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob Mikrokredite als Werkzeug zur Armutsbefreiung dienen oder ob sie primär zu Verschuldung und neoliberaler Instrumentalisierung führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine deskriptive Analyse sowie eine kritische Literaturrecherche, um den Stand der aktuellen Forschung zur Mikrofinanzierung zusammenzufassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Chancen und Risiken diskutiert, wobei insbesondere die "Double-Bottom-Line"-Logik und die negativen Effekte auf verschuldete Kreditnehmer im Fokus stehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mikrofinanzierung, Armutsbekämpfung, Marktwirtschaft, Verschuldung und soziale Gerechtigkeit.
Wie bewertet der Autor die Rolle der NGOs?
NGOs werden als essenzielle Akteure beschrieben, da sie durch lokale Kenntnisse auch in abgelegenen Gebieten Zugang zu Kreditnehmern ermöglichen, die von klassischen Banken nicht erreicht werden.
Welches Fazit zieht die Arbeit zur Wirksamkeit von Mikrokrediten?
Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass bisher weder eine eindeutig positive noch eine rein negative Wirkung wissenschaftlich zweifelsfrei bewiesen werden kann, jedoch die Zweifel an der versprochenen Effektivität wachsen.
- Arbeit zitieren
- Bernhard Pichler (Autor:in), 2013, Mikrokredite. Die Vorteile, Nachteile und Risiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367629