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Goethes Werther und Jesus von Nazareth. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zweier Leidensgeschichten

Titel: Goethes Werther und Jesus von Nazareth. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zweier Leidensgeschichten

Hausarbeit , 2016 , 13 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nora Tschepe-Wiesinger (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit geht der Frage nach, welche Bedeutung die Parallelen zwischen Werther- und Bibeltext haben, indem die Leiden Werthers und die Leiden Jesu systematisch gegenübergestellt werden. Dabei wird auch analysiert, an welchen Stellen die Leidensgeschichten voneinander abweichen und was die Unterschiede bedeuten.

Dazu wird zunächst kurz auf den historischen Kontext eingegangen und die Epoche des Sturm und Dranges, in der der Werther entstanden ist, hinsichtlich der zeitgeschichtlichen Phänomene Säkularisierung und Glaubenskrise untersucht. Es folgt die Nennung einiger spezifischer Textstellen, an denen die Parallelen zur biblischen Passionsgeschichte deutlich werden. Anschließend wird geklärt, welche Bedeutung die Parallelen und Abweichungen sowohl für die Titelfigur als auch für das Werk an sich haben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der historische Kontext

2.1 Säkularisierung

2.2 Persönliche Glaubenskrise

3. Auswahl einiger exemplarischer Leidensparallelen

4. Bedeutung der Leidensparallelen

4.1 Die Erhöhung des irdischen Leidens

4.2 Die ‚Religionisierung‘ der Liebe

4.3 Blasphemie und Kritik an der Kirche

5. Abweichungen in der Leidensgeschichte

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die systematische Gegenüberstellung der Leiden Werthers aus Goethes Briefroman mit der biblischen Leidensgeschichte Jesu Christi, um die Bedeutung dieser Parallelen im Kontext des 18. Jahrhunderts zu ergründen.

  • Historischer Kontext von Säkularisierung und Glaubenskrise
  • Analyse biblischer Analogien in Werthers Leidensweg
  • Die Transformation der Liebe als Religionsersatz
  • Blasphemische Elemente und Kritik an der Kirche
  • Unterscheidung zwischen weltlichem Leiden und christlicher Erlösungslehre

Auszug aus dem Buch

Die ‚Religionisierung‘ der Liebe

In der Projektion Jesu Leiden auf ein weltliches Szenarium findet sich auch die veränderte Gottesauffassung des 18. Jahrhunderts wieder (vgl. Kapitel 2.1). Die Liebe wird im Werther zur Religion für die Titelfigur und Lotte zur gottgleichen anbetungswürdigen Kreatur. So gibt die Liebe Werther den Halt und die Lebenskraft, die er in der Religion nicht findet:

„Ich ehre die Religion, das weist Du, ich fühle, daß sie manchem Ermatteten Stab, manchem Verschmachtenden Erquikkung ist. Nur – […] muß sie mir’s denn seyn?“ (W 108)

Hier wird deutlich, dass Werther keine persönliche Beziehung zur Religion hat und sich nicht offen zu ihr bekennt. Vielmehr distanziert er sich bewusst von ihr. „Diese persönliche Distanzierung von der christlichen Religion ist als ein Bekenntnis zu werten.“ Eine Religion, hinter der die Kirche als Institution steht und die dogmatisch Verhaltensregeln und Verbote predigt, lehnt Werther bewusst ab – was jedoch nicht heißt, dass er damit die Existenz Gottes infrage stellt.

Mit der Verklärung der Liebe zum Religionsersatz geht die Gefahr einher, „daß dem Verlust der Liebe der totale Zusammenbruch folgt“ – ähnlich dem Glaubensverlust eines ehemals Gläubigen. So bricht auch für Werther die Welt zusammen, als Lotte sich für Albert entscheidet und sich ihm entzieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, welche Bedeutung die Parallelen zwischen Werther- und Bibeltext haben, indem sie die Leidensgeschichten gegenüberstellt.

2. Der historische Kontext: Dieses Kapitel beleuchtet die Epoche des Sturm und Dranges, insbesondere die Phänomene der Säkularisierung und der persönlichen Glaubenskrise.

3. Auswahl einiger exemplarischer Leidensparallelen: Hier werden Textstellen aus dem Roman analysiert, die direkte Anklänge an die biblische Passionsgeschichte aufweisen.

4. Bedeutung der Leidensparallelen: Das Kapitel untersucht, warum die Leidensparallelen existieren, insbesondere hinsichtlich der Erhöhung irdischen Leidens und der Kritik an kirchlichen Dogmen.

5. Abweichungen in der Leidensgeschichte: Der Autor zeigt auf, an welchen entscheidenden Punkten sich Werthers Leidensweg und sein Selbstverständnis von der Figur Jesu unterscheiden.

6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Werther kein weltlicher Christus ist, sondern eine Figur, deren Leiden im Kontext des 18. Jahrhunderts als Säkularisierungsprozess zu verstehen sind.

Schlüsselwörter

Johann Wolfgang Goethe, Die Leiden des jungen Werthers, Sturm und Drang, Passionsgeschichte, Säkularisierung, Glaubenskrise, Leidensparallelen, 18. Jahrhundert, Literaturanalyse, Christentum, Religionisierung der Liebe, Suizid, Gottesbild, Erlösung, Blasphemie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die inhaltliche und symbolische Verknüpfung zwischen Goethes Werther und der biblischen Passionsgeschichte Jesu Christi.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der geistesgeschichtlichen Einbettung in das 18. Jahrhundert, der Rolle der Säkularisierung und der literarischen Umdeutung christlicher Leidensmotive.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, die Bedeutung der Parallelen und bewussten Abweichungen von der biblischen Vorlage für die Interpretation der Werther-Figur und des Romans herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Autorin nutzt eine systematische Textanalyse und vergleichende Gegenüberstellung von primärliterarischen Passagen mit biblischen Textstellen sowie fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Hintergrunds, die Analyse spezifischer Leidensparallelen sowie die kritische Reflexion über deren Bedeutung, wie etwa die Überhöhung der Liebe zum Religionsersatz.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Säkularisierung, Sturm und Drang, Leidensgeschichte, Kontrafaktur, christliche Dogmatik und individuelle Subjektivität.

Warum wird Werthers Tod als blasphemisch eingestuft?

Die Gleichsetzung des selbstgewählten Freitods mit dem Erlösertod Jesu stellt einen Akt der Rebellion gegen das damalige kirchliche Dogmensystem dar, was der Autor als blasphemisch interpretiert.

Inwiefern ist Werther kein "weltlicher Christus"?

Trotz der Parallelen im Leiden fehlt Werther die erlösende Dimension für die Menschheit; er agiert eher aus einer egozentrischen Perspektive zur Bewältigung des eigenen Leids.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Goethes Werther und Jesus von Nazareth. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zweier Leidensgeschichten
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für deutsche und niederländische Philologie)
Veranstaltung
Seminar: Einführung in die Textanalyse
Note
1,3
Autor
Nora Tschepe-Wiesinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V367641
ISBN (eBook)
9783668460775
ISBN (Buch)
9783668460782
Sprache
Deutsch
Schlagworte
goehtes werther jesus nazareth gemeinsamkeiten unterschiede leidensgeschichten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nora Tschepe-Wiesinger (Autor:in), 2016, Goethes Werther und Jesus von Nazareth. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zweier Leidensgeschichten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367641
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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