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Von freien Bauern und unfreiem Hofgesinde. Die Grundherrschaft der Abtei St. Gallen im frühen Mittelalter

Título: Von freien Bauern und unfreiem Hofgesinde. Die Grundherrschaft der Abtei St. Gallen im frühen Mittelalter

Trabajo de Seminario , 2005 , 26 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Christian Krepold (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Wenn Otto von Freising in seiner Chronik davon schreibt, daß sich das Kloster des hl. Gallus durch multis honoribus ac diviciis auszeichnet, dann hat er im 12. Jahrhundert die wirtschaftliche Blüte einer Abtei vor Augen, die ihren Besitz und Einfluß dem „Interesse und [...] Wohlwollen der alemannischen Bevölkerung“ verdankte, die sie „in gleichmäßiger Fortdauer“ vom 8. bis ins 10. Jahrhundert mit Schenkungen bedachte. Auch wenn für diese Zeit kein Urbar existiert, wenn die Mönche von St. Gallen überhaupt eines angelegt hatten, so sind dennoch für den Zeitraum bis 920 über 800 Urkunden – zumeist Traditionsurkunden – erhalten, welche ein „äußerst reichhaltiges, repräsentatives Material“ zur Dokumentation der Gütererwerbungen im Frühmittelalter darstellen. Schon der Blick auf die Traditionsformel in einer der ältesten Urkunden, die Wartmann auf ca. 700 datiert, zeigt, daß St. Gallen nicht nur „Grund und Boden“, sondern auch Hörige (mancipia) übertragen wurden, die „auf Grund und Boden sitzen und diesen Boden bebauen“, was den Kern der Definition von „Grundherrschaft“ im Sinne Otto Brunners bildet. Der Terminus „Grundherrschaft“ selbst als wissenschaftlicher Ordnungsbegriff für – wie es Kuchenbuch bezeichnet – die „ländlichen Herrschafts- und Appropriationsverhältnisse“ ist allerdings nicht den Quellen entnommen, sondern eine „zeitgebundene Begriffsschöpfung des 19. Jahrhunderts“, die schon bald eine Forschungskontroverse auslöste So sah sowohl Alfons Dopsch bereits unzureichend berücksichtigt, daß nicht der Grundbesitz allein die Herrschaftsrechte verlieh, sondern erst die adlige Standesqualität den Grundbesitzer zum Grundherrn werden ließ, als auch Walter Schlesinger zweifelte daran, Herrschaftsrechte aus der Verfügungsgewalt über Grund und Boden abzuleiten. Plädierten in der jüngeren Forschung Klaus Schreiner und Werner Rösener zwar für eine Beibehaltung des Fachterminus „Grundherrschaft“, um „ein vielschichtiges Sozialgebilde“ zu beschreiben, das wirtschaftliche, soziale und rechtliche Momente miteinander vernüpft, so schlug Peter Blickle jüngst wiederum vor, den historischen Ordnungsbegriff ganz durch den Quellenbegriff „Eigenschaft“ zu ersetzen. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Fragestellung

II. St. Gallen und die Verleihung der Immunität

III. Grundherrschaftliche Strukturen

IV. Freie Zinsbauern und hörige Hufenbauern

V. Ergebnisse

VI. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die grundherrschaftlichen Strukturen der Abtei St. Gallen im Frühmittelalter, wobei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen klösterlicher Verwaltung, Immunitätsrechten und der sozialen Stellung der abhängigen Bauern beleuchtet werden.

  • Analyse der grundherrschaftlichen Verwaltung des Klosters St. Gallen unter Berücksichtigung von Traditionsurkunden.
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen der Abtei und dem Bistum Konstanz im Kontext kirchenpolitischer Interessen.
  • Differenzierung der sozialen Schichtung innerhalb der bäuerlichen Bevölkerung, insbesondere zwischen freien Zinsbauern und hörigen Hufenbauern.
  • Diskussion über die Relevanz der Villikationsverfassung und des Fronhofsystems für die sanktgallische Besitzgeschichte.

Auszug aus dem Buch

III. Grundherrschaftliche Strukturen

Ecclesia, que est in Hunichinwilare et ipsa terra salica, et Theotilo majore cum hopa sua, et illa hopa que Vulvincus habet, et Pazmar cum hopa sua et filius ejus et filia ejus cum filiis suis, [...].71

Ist diese Urkunde auch ein Beweis dafür, daß St. Gallen in der Mitte des 8. Jahrhunderts Besitzungen mit den Strukturen des Villikationssystems grundherrschaftlich erfaßt hatte, so ist dies – wie Goetz feststellte – die einzige derartige Güteraufzählung.72 Dieser können wir nicht nur den Hinweis auf die Zweiteilung in Salland und Hufenland entnehmen, sondern auch, daß eine Eigenkirche zum Fronhof hinzutreten oder wie hier sogar die Funktion des Fronhofs übernehmen kann.73 Desweiteren werden im folgenden casa und casale genannt, welche von den Hufenbauern mit ihren Familien bewohnt wurden, die wiederum von den mancipia unterschieden werden, was auch auf einen sozialen Unterschied zwischen beiden Gruppen schließen läßt. Ob diese Strukturen vom Kloster eingeführt oder lediglich von den Tradenten übernommen wurden, ist nicht bekannt.74 Fest steht jedoch, daß es bereits einen Gutsverwalter gibt, der hier – auch wenn er selbst noch Hufenbauer ist – unter dem Titel maior seine früheste urkundliche Erwähnung findet.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Fragestellung: Einleitung in die Thematik der frühmittelalterlichen Grundherrschaft und Erläuterung der Bedeutung der St. Galler Traditionsurkunden als Quellengrundlage.

II. St. Gallen und die Verleihung der Immunität: Untersuchung der kirchenrechtlichen und politischen Auseinandersetzungen zwischen der Abtei St. Gallen und dem Bistum Konstanz sowie die Bedeutung der Immunitätsverleihung.

III. Grundherrschaftliche Strukturen: Analyse der internen Organisation des klösterlichen Besitzes, insbesondere der Rolle des Villikationssystems und der Verwaltung durch Ämter.

IV. Freie Zinsbauern und hörige Hufenbauern: Differenzierung der verschiedenen sozialen Gruppen in der bäuerlichen Gesellschaft und deren Abhängigkeitsverhältnisse zum Kloster.

V. Ergebnisse: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Einordnung in den Diskurs über "unfreie Freiheit" im frühmittelalterlichen Kontext.

VI. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der herangezogenen Primärquellen und der einschlägigen Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Grundherrschaft, St. Gallen, Frühmittelalter, Villikationssystem, Fronhof, Immunität, Traditionsurkunden, Hufenbauern, Zinsbauern, Leibeigenschaft, Grundbesitz, Sozialgeschichte, Abtei, Rechtsverhältnis, Landleihe

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung und Struktur der Grundherrschaft des Klosters St. Gallen im Frühmittelalter und hinterfragt, wie diese Herrschaftsform in der Praxis organisiert war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Verwaltung der Güterkomplexe, der Einfluss von Immunitätsrechten, das Verhältnis zwischen klösterlicher Führung und bäuerlicher Bevölkerung sowie die soziale Mobilität innerhalb des Herrschaftsgebiets.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, ein differenziertes Bild der sanktgallischen Grundherrschaft zu zeichnen und zu prüfen, inwieweit das klassische Modell der Villikationsverfassung auf das Kloster zutrifft.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Auswertung der St. Galler Traditionsurkunden sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der bisherigen historischen Forschung zum Thema.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Beziehungen zwischen Kloster und Bistum, die administrativen Strukturen der Verwaltung durch Ämter sowie eine soziologische Differenzierung der abhängigen Bauernschichten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Grundherrschaft, Villikationssystem, Immunität, soziale Schichtung und Traditionsurkunden definiert.

Welche Bedeutung hatte die Verleihung der Immunität für St. Gallen?

Die Immunitätsverleihung stellte eine entscheidende Zäsur dar, da sie die Verbindung zwischen dem Kloster und dem Königtum festigte und die administrative Eigenständigkeit gegenüber bischöflichen Zugriffen stärkte.

Wie bewertet der Autor den Quellenwert der St. Galler Urkunden?

Der Autor betont, dass die Urkunden oft nur "Momentaufnahmen" von Besitzübertragungen sind, wodurch allgemeingültige Aussagen über die Gesamtheit der klösterlichen Besitzstrukturen erschwert werden.

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Detalles

Título
Von freien Bauern und unfreiem Hofgesinde. Die Grundherrschaft der Abtei St. Gallen im frühen Mittelalter
Calificación
1,0
Autor
Christian Krepold (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
26
No. de catálogo
V36790
ISBN (Ebook)
9783638363174
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bauern Hofgesinde Grundherrschaft Abtei Gallen Mittelalter
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Krepold (Autor), 2005, Von freien Bauern und unfreiem Hofgesinde. Die Grundherrschaft der Abtei St. Gallen im frühen Mittelalter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36790
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