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Mediale Berichterstattung und Krisenkommunikation. Die Steueraffäre um Uli Hoeneß

Titel: Mediale Berichterstattung und Krisenkommunikation. Die Steueraffäre um Uli Hoeneß

Masterarbeit , 2015 , 115 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anne Kautz (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ist die Gesellschaft zunehmend kritisch geworden und fordert folglich einen transparenteren Diskurs? Beim Blick auf einschlägige Medienskandalliteratur, die Antwort auf diese Fragen sucht, stellt sich heraus, dass der Fokus primär auf einschlägigen Fallbeispielen liegt. Ein solches soll auch in dieser Arbeit dazu beitragen, ein Verständnis für die aktuelle Skandalkultur zu entwickeln.

Der hier gewählte Fall bildet dabei nicht nur aufgrund seiner materiell vorher nie dagewesenen Größendimension optimale Voraussetzungen für einen Medienskandal, auch die Person Hoeneß, bis dato als Sinnbild moralischer Integrität galt, mutet im skandalösen Kontext besonders interessant an. Um den Fall entsprechend einzubetten, untergliedert sich die vorliegende Arbeit in einen theoretischen und einen empirischen Teil. Der theoretische Teil erarbeitet die Grundlagen für die sich daran anschließende Empirie. Im Rahmen der empirischen Untersuchung werden folgende forschungsleitenden Fragen untersucht:

Fallfrage 1: Gab es über die Zeit Veränderungen hinsichtlich der Berichterstattung? (Vermutung: Erst als bekannt wurde, welche Summe er tatsächlich am Fiskus vorbeisteuerte, schlug die Stimmung um.

Fallfrage 2: Warum, so die Vermutung, skandalisieren die Medien im vorliegenden Fall nicht nach den gängigen theoretischen Mustern?

Fallfrage 3: Hoeneß wird aufgrund seiner jahrelangen medialen Erfahrung eine professionelle Krisenkommunikation prophezeit. Trifft dies wirklich ein? Wenn ja, wie hat er dies geschafft? Welche Rolle spielte hierbei der Aufsichtsrat?

Im nachfolgenden zweiten Kapitel folgt eine Einführung in die theoretischen Grundlagen. Dazu werden zunächst wichtige Begriffe definiert und diesen zugrundeliegende Faktoren diskutiert, die die Skandalberichterstattung und insbesondere medial begleitete Skandale, sogenannte Medienskandale, ausmachen.

Der zweite elementare Theoriebaustein der vorliegenden Masterarbeit befasst sich mit der Krisenkommunikation. Auch hier bildet die Begriffsbetrachtung die Basis, auf welcher die Herleitung praktikabler Maßnahmen einer gelungenen Krisenkommunikation erfolgt.

Das dritte Kapitel setzt sich mit der Causa Hoeneß auseinander, geht dabei auf die unterschiedlichen, für den Fall relevanten, Akteure ein und dokumentiert den chronologischen Ablauf des Fallbeispiels.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen: Skandalberichterstattung und Krisenkommunikation

2.1 Medienskandal

2.1.1 Definition: Skandal

2.1.2 Entstehung eines Skandals: Der Dreischritt

2.1.3 Skandal vs. Medienskandal

2.1.4 Verlauf eines Medienskandals: Die Skandaluhr

2.1.5 Akteure eines Medienskandals: Die Skandaltriade

2.1.5.1 Held vs. Antiheld

2.1.5.2 Helfer

2.1.5.3 Erzähler

2.1.6 Mechanismen eines Medienskandals

2.1.6.1 Episodisierungsstrategien

2.1.6.2 Implementierung von Moral

2.1.6.3 Politisierungsmechanismen

2.1.6.4 Systematisierungsstrategien

2.1.7 Zwischenfazit: Medienskandal

2.2 Krisenkommunikation

2.2.1 Definition: Krise

2.2.1.1 Status quo der Krisenkommunikation

2.2.1.2 Ziele der Krisenkommunikation

2.2.1.3 Phasen und Maßnahmen der Krisenkommunikation

2.2.1.3.1 Ist ein Phasenmodell der Krisenkommunikation praktikabel?

2.2.1.4 Anspruchsgruppen

2.2.2 Reputation - Eine fragile Ressource

2.2.3 Vertrauen als Steuerungsgröße

2.2.4 Zwischenfazit: Krisenkommunikation

3 Die Causa Hoeneß

3.1 Chronologie der Ereignisse

3.1.1 Vor dem Skandal

3.1.2 Beginn der Recherchen und Hoeneß’ Selbstanzeige

3.1.3 Die Berichterstattung zum Fall setzt ein

3.1.4 Hoeneß’ Reaktion und seine Rolle beim FC Bayern München

3.1.5 Neue Erkenntnisse im Fall

3.1.6 Anklage gegen Hoeneß

3.1.7 Tag 1 des Prozesses

3.1.8 Tag 2 des Prozesses

3.1.9 Tag 3 des Prozesses

3.1.10 Tag 4 des Prozesses

3.2 Akteure

3.2.1 Uli Hoeneß

3.2.2 Der Aufsichtsrat des FC Bayern München

3.2.3 FC Bayern München

3.2.4 Staatsanwalt Achim von Engel

3.2.5 Richter Rupert Heindl

3.2.6 Verteidigung

3.2.7 Familie

4 Methodisches Vorgehen

4.1 Quantitative Analyse

4.2 Auswahl der Medien

4.3 Gibt es im Fall Hoeneß Skandalpotential?

4.3.1 Der Skandalisierte

4.3.2 Skandalisierer

4.3.3 Publikum/ Sprecher

4.3.4 Dramaturgischer Aufbau des Falls

4.4 Inwieweit greifen die Mechanismen eines gelungenen Skandals?/ Wie sieht die entsprechende Krisenkommunikation aus?

4.4.1 Zeitabschnitt 1- Medien bekommen Wind vom Fall/ Hoeneß bestätigt Selbstanzeige

4.4.1.1 Quantitative Analyse

4.4.1.2 DIE ZEIT

4.4.1.3 stern

4.4.1.4 Focus

4.4.1.5 DER SPIEGEL

4.4.1.6 Zwischenfazit

4.4.1.7 Krisenkommunikation Hoeneß

4.4.2 Zeitabschnitt 2- DIE ZEIT Interview

4.4.2.1 Quantitative Analyse

4.4.2.2 DIE ZEIT

4.4.2.3 stern

4.4.2.4 Focus

4.4.2.5 DER SPIEGEL

4.4.2.6 Zwischenfazit

4.4.2.7 Krisenkommunikation Hoeneß

4.4.3 Zeitabschnitt 3- Prozess

4.4.3.1 Quantitative Erhebung

4.4.3.2 DIE ZEIT

4.4.3.3 stern

4.4.3.4 Focus

4.4.3.5 DER SPIEGEL

4.4.3.6 Zwischenfazit

4.4.3.7 Krisenkommunikation

4.5 Gesamtfazit

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht das Phänomen des Medienskandals anhand des Fallbeispiels der Steueraffäre um Uli Hoeneß. Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die aktuelle Skandalkultur zu entwickeln und zu analysieren, wie sich die mediale Berichterstattung über den Fall Hoeneß entwickelte, inwieweit dabei die klassischen theoretischen Skandalmechanismen greifen und wie professionell die Krisenkommunikation des Protagonisten gestaltet war.

  • Grundlagen der Skandalberichterstattung und Skandalentstehung
  • Methodik der Krisenkommunikation und Reputation als fragile Ressource
  • Chronologische Aufarbeitung des Falls Uli Hoeneß
  • Empirische Analyse der Berichterstattung in führenden deutschen Printmedien
  • Evaluation der Skandalisierungsmechanismen und des Krisenmanagements

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Definition: Skandal

Um den Skandal als soziales Phänomen greifbar zu machen, ist es zunächst notwendig, damit einhergehende und teilweise jahrhundertealte profane, moralische bis religiöse Konnotationen zu betrachten. Der Terminus „Skandal“ leitet sich vom altgriechischen Wort „Skandalon“ ab, welches das Stellholz einer zuschnellenden Tierfalle bezeichnet (vgl. LINDBLOM 1921:6). Im Mittelalter und der frühen Neuzeit verweist der religiös geprägte Skandalbegriff auf kirchliche Sünden (vgl. BURKHARDT 2006:66). Martin Luthers Übersetzung als „Anstoß“ zeigt erstmals eine weltlichere Bedeutungsdimension und nimmt die heutige Verwendung des Skandalbegriffes vorweg (vgl. IMHOF et al. 2014:344). Die säkularisierte Begriffserläuterung, die nun generell auf moralische Verfehlungen oder auch den Reiz dazu hinweist, lässt sich insbesondere ab dem 18. Jahrhundert beobachten (vgl. BURKHARDT 2006:72). Burkhardt stellt fest, dass im Laufe zahlreicher gesellschaftlicher Transformationsprozesse aus der konkreten Grundbedeutung des Stellholzes einer Tierfalle eine abstrakt-metaphorische Begriffsverwendung wurde und der Skandal somit zum öffentlichen Ärgernis schlechthin (vgl. BURKHARDT 2006:60, 63, 70).

Es scheint, als wäre das, was als skandalträchtig gilt, historisch bedingt, denn das Prinzip des Skandals, hat sich in den letzten zwei Jahrhunderten im Kern nicht verändert (vgl. BULKOW/PETERSEN 2011:10). So bezeichnet der Skandal Gesetzesüberschreitungen aller Art und die Ursache allen Unheils per se (vgl. BURKHARDT 2006:67ff.). Als leeres Signifikant wird er zu einem vereinheitlichenden Zeichen für alles, was das System gefährdet. Er macht Normverletzungen sichtbar und produziert öffentliche Empörung über ein vermeintliches Fehlverhalten (vgl. ebd. 2006:67f.). Als soziales Phänomen konturiert der Skandal den idealen Verhaltenskodex sowie die gegenwärtig geltende soziale Norm und schafft somit einen „etablierten Deutungsrahmen“ (ebd. 2006:76) für menschliche Verfehlungen. Somit ist der Skandal immer in seinem jeweiligen sozialen Kontext abzubilden, da er ohne die Definitionsmacht menschlicher Sinnerzeugnisse nicht denkbar ist (vgl. ebd. 2006:74).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Skandalberichterstattung ein und formuliert die forschungsleitenden Fragen in Bezug auf den Fall Uli Hoeneß.

2 Theoretische Grundlagen: Skandalberichterstattung und Krisenkommunikation: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Medienskandal und Krise und erläutert theoretische Modelle zu deren Entstehung, Verlauf und Bewältigung.

3 Die Causa Hoeneß: Dieses Kapitel dokumentiert den chronologischen Ablauf der Steueraffäre um Uli Hoeneß und beleuchtet die für den Fall relevanten Akteure.

4 Methodisches Vorgehen: Hier wird das methodische Vorgehen der empirischen Analyse dargelegt, welches auf quantitativen und qualitativen Auswertungen von Medienberichten basiert.

Schlüsselwörter

Medienskandal, Krisenkommunikation, Uli Hoeneß, Steuerhinterziehung, Journalismus, Berichterstattung, Reputation, Vertrauen, Skandalmechanismen, Fallanalyse, Medienöffentlichkeit, Skandalisierung, Krisenmanagement, Stakeholder, Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit analysiert die mediale Berichterstattung über die Steueraffäre von Uli Hoeneß und untersucht, wie dieses Ereignis als Medienskandal konstruiert wurde und wie die Krisenkommunikation des Betroffenen verlief.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft medienwissenschaftliche Theorien zur Skandalentstehung und Krisenkommunikation mit einer detaillierten chronologischen Aufarbeitung des Falls Hoeneß und einer empirischen Analyse von Printmedien-Beiträgen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es, ein Verständnis für die aktuelle Skandalkultur zu schaffen und zu prüfen, inwiefern der Fall Hoeneß theoretischen Mustern der Medienskandal-Forschung folgt oder von diesen abweicht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit kombiniert eine quantitative und qualitative Analyse der Medienberichterstattung in führenden deutschen Printmedien (DER SPIEGEL, DIE ZEIT, stern, Focus) innerhalb spezifischer Zeitabschnitte.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erarbeitet theoretische Grundlagen, dokumentiert chronologisch die Ereignisse rund um Uli Hoeneß, stellt die Akteure vor und analysiert in der empirischen Untersuchung die mediale Skandalisierung sowie die Krisenkommunikation des Protagonisten.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Wesentliche Begriffe sind Medienskandal, Krisenkommunikation, Uli Hoeneß, Steuerhinterziehung, Skandalisierung und mediale Berichterstattung.

Inwieweit spielte die Rolle des Aufsichtsrats eine Rolle für die Reputation?

Die Arbeit zeigt, dass der Aufsichtsrat als wichtige Konstante fungierte, indem er Hoeneß unterstützte und durch offizielle Statements zur Beruhigung der Lage beitrug, was als vertrauensfördernd im Sinne der Krisenkommunikation gewertet wird.

Warum verlief die Skandalisierung im Fall Hoeneß untypisch?

Der Fall wies aufgrund der anfangs zögerlichen Berichterstattung und der starken Diskrepanz zwischen den Informationen zur Steuerhinterziehung und dem etablierten Image von Hoeneß als moralische Instanz keinen idealtypischen, kontinuierlichen Phasenverlauf auf, sondern entwickelte sich zeitweise wie ein Skandal im zweiten Anlauf.

Ende der Leseprobe aus 115 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mediale Berichterstattung und Krisenkommunikation. Die Steueraffäre um Uli Hoeneß
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Sprache und Kommunikation)
Note
1,7
Autor
Anne Kautz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
115
Katalognummer
V367974
ISBN (eBook)
9783668487482
ISBN (Buch)
9783668487499
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Uli Hoeneß Hoeneß Skandal Skandalisierung Skandalkultur Krisenkommunikation Litigation PR Medienskandal
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anne Kautz (Autor:in), 2015, Mediale Berichterstattung und Krisenkommunikation. Die Steueraffäre um Uli Hoeneß, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367974
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Leseprobe aus  115  Seiten
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