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Tabuisierte Körper. Homosexualität im Fußball

Titel: Tabuisierte Körper. Homosexualität im Fußball

Akademische Arbeit , 2016 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Manuel Barbieri (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Homosexualität und dem Umgang mit ihr im Profifußball.

„Ich sage das, was viele denken: Ich werde niemals einen Schwulen in meinem Team spielen lassen.“ Der kroatische Fußballtrainer Otto Baric war der Erste Funktionär im Profifußball, der wegen einer solchen Aussage verurteilt wurde. Generell ist es selbst in unserer liberalen und modernen Gesellschaft nicht einfach für Homosexuelle, sich zu outen. Meist ist das „Coming-Out“ ein konfliktreicher und langwieriger Prozess, der eine stabile Psyche der jeweiligen Person erfordert. Besonders für prominente Homosexuelle gilt es eine zusätzliche Hürde zu überwinden, denn sie stehen stets in der Öffentlichkeit und können die Reaktionen der Gesellschaft nicht vorhersehen. Im Bereich des Profifußballs wird die Homosexualität meist nicht akzeptiert. Vor allem die Fans sprechen sich weitgehend gegen Homosexualität aus und auch berühmte Fußballer raten von einem Outing ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Homophobie in der Männerdomäne Fußball

3. Der Fall des Thomas Hitzelsperger

3.1 Intention und Wirkung des Interviews

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die anhaltende Problematik der Homosexualität im professionellen Männerfußball und analysiert, warum das Coming-Out für Akteure in diesem Bereich trotz einer liberalisierten Gesellschaft weiterhin mit erheblichen Barrieren verbunden ist. Zentrale Fragestellung ist dabei, welche gesellschaftlichen, psychischen und strukturellen Faktoren zur Aufrechterhaltung des Tabuthemas beitragen und welchen Einfluss die öffentliche Debatte, exemplarisch am Fall Thomas Hitzelsperger, auf diesen Prozess nimmt.

  • Soziale Konstruktion von Männlichkeit im Fußball
  • Strukturelle Homophobie innerhalb der Profiverbände
  • Psychologische Barrieren des Coming-Out-Prozesses
  • Die Rolle von Gruppenzwang und heteronormativen Erwartungen
  • Wirkung und mediale Resonanz öffentlicher Outings

Auszug aus dem Buch

Der Fall des Thomas Hitzelsperger

Thomas Hitzelsperger bekennt sich als erster deutscher Profifußballer zu seiner Homosexualität. Zwar ist der Zeitpunkt seines Outings gut gewählt, da es kurz vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi stattfand und bereits im Vorfeld eine Menge über die Homophobie in Russland diskutiert wurde. Dennoch entschied sich Hitzelsperger erst nach seiner Karriere für ein Outing. Die Frage warum er sich nicht bereits in seiner Zeit als aktiver Fußballprofi dazu entschied, beantwortete er damit, dass ein Outing ein sehr langwieriger Prozess sei, der sich bis hin zum Karriereende zunächst entwickeln musste. Hier spielt auch der psychische Aspekt eine bedeutsame Rolle. Ein Coming Out wird in der Literatur als kritischer Zeitpunkt eines Übergangs in einen anderen Persönlichkeitsstatus beschrieben. Es wird zwischen einem inneren und einem äußeren Coming Out unterschieden, wobei beim äußeren Coming Out primär die gesellschaftlichen Bedingungen bzw. die sozialen Rahmenbedingungen im Zentrum des Interesses stehen und beim inneren Coming Out vielmehr psychischen Aspekte die während eines solchen Prozesses in der Person vor sich gehen. Demnach ist die Dauer eines solchen Prozesses durchaus nachvollziehbar. Zunächst muss ein Fußballer seine Homosexualität für sich selbst feststellen und erst dann kann er darüber nachdenken, inwieweit es als sinnvoll zu erachten ist, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es sind allerdings nicht nur die psychischen und gesellschaftlichen Bedingungen, die möglicherweise dazu führen, dass sich Profifußballer dazu entscheiden ihre sexuelle Orientierung zu verstecken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und verdeutlicht anhand von Aussagen prominenter Fußballer, dass Homosexualität im professionellen Männerfußball trotz gesellschaftlichem Wandel weiterhin als Tabuthema gilt.

2. Homophobie in der Männerdomäne Fußball: Der Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung des Fußballs als Männersport, in dem Stereotypen von Aggressivität und Härte ein Klima schufen, das Homosexualität ausgrenzt und als "schwächlich" stigmatisiert.

3. Der Fall des Thomas Hitzelsperger: Hier wird das Coming-Out des ehemaligen Nationalspielers analysiert, wobei insbesondere die psychologischen Hürden und der Druck innerhalb von Mannschaftsgefügen thematisiert werden.

3.1 Intention und Wirkung des Interviews: Dieser Teil untersucht die bewusste Zielsetzung Hitzelspergers, durch sein öffentliches Bekenntnis eine Debatte über Homosexualität im Sport anzustoßen, sowie die begrenzte nachhaltige Wirkung dieser Impulse.

4. Fazit: Die Schlussbetrachtung kritisiert das zögerliche Vorgehen großer Fußballverbände wie der FIFA oder dem DFB und fordert ein proaktiveres Engagement gegen Homophobie nach dem Vorbild der Anti-Rassismus-Kampagnen.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Männerfußball, Coming-Out, Homophobie, Profisport, Männlichkeitsbild, Tabuthema, Fußballverbände, Heteronormativität, Thomas Hitzelsperger, Diskriminierung, Gruppenzwang, Sportsoziologie, Identität, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation homosexueller Fußballer im professionellen Männerfußball und untersucht die Gründe, warum ein öffentliches Coming-Out in diesem Sportbereich auch heute noch äußerst selten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die soziologische Konstruktion von Männlichkeit im Fußball, die psychologischen Belastungen für homosexuelle Athleten sowie die Rolle der Sportverbände und Medien im Umgang mit sexueller Vielfalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die strukturellen und gesellschaftlichen Barrieren aufzuzeigen, die ein offenes Leben als schwuler Fußballer verhindern, und die Wirksamkeit öffentlicher Debatten am Beispiel prominenter Fälle zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Interviews und medialen Berichten, um die Mechanismen der Homophobie und die Bedingungen des Coming-Out-Prozesses theoretisch fundiert zu erörtern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das historische Männlichkeitsbild im Fußball, die psychologische Dissoziationsphase bei homosexuellen Sportlern und den konkreten Fall Thomas Hitzelsperger inklusive der Resonanz auf sein Outing.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Homosexualität, Männerfußball, Coming-Out, Homophobie, Tabuisierung und sportliche Männlichkeitsideale.

Wie bewertet der Autor die Reaktion der Sportverbände auf Homophobie?

Der Autor übt scharfe Kritik an Institutionen wie der FIFA oder dem DFB, denen er ein zu zögerliches Handeln und teils bewusstes Verschleiern der Problematik vorwirft.

Warum ist laut Text der "Gruppenzwang" ein wesentliches Hindernis?

Gruppenzwang wird als entscheidender Faktor genannt, da die Angst vor Ausgrenzung innerhalb des Mannschaftsgefüges und der Wunsch, den bestehenden Männlichkeits-Archetyp nicht zu gefährden, zu einer dauerhaften Verleugnung der eigenen Identität führen.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Tabuisierte Körper. Homosexualität im Fußball
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,0
Autor
Manuel Barbieri (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V367994
ISBN (eBook)
9783668464650
ISBN (Buch)
9783668464667
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tabuisierung Körper Homosexualität Profifußball Fußball DFB Otto Baric Philipp Lahm Coming Out Outing Thomas Hitzlsperger
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Manuel Barbieri (Autor:in), 2016, Tabuisierte Körper. Homosexualität im Fußball, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367994
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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