Spätestens mit der Ratifizierung der Agenda 21 von Rio de Janeiro im Jahre 1992 und dem Kyoto-Protokoll 5 Jahre danach, in welchem sich fast alle Industriestaaten und die wichtigsten Schwellenländer zu einer Begrenzung und Reduzierung von CO2-Emissionen verpflichteten , gehören der Klimawandel und seine Folgen zu den beherrschenden Themen der Weltpolitik. Der Umgang mit den sich verändernden klimatischen Bedingungen und Gegebenheiten wird eine der großen Herausforderungen der Menschheit im 21. Jahrhundert und darüber hinaus darstellen.
Ein endgültiger, absoluter Beweis konnte bislang noch nicht erbracht werden, jedoch ist sich die Mehrheit der Klimaforscher einig, dass der Klimawandel durch den Ausstoß sogenannter Treibhausgase zumindest begünstigt, wenn nicht sogar hervorgerufen wird. Ein großer Teil an diesen schädlichen Treibhausgasen ist auf das Co2 (Kohlendioxid) zurückzuführen, welches hauptsächlich bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, wie beispielsweise Kohle, Erdöl oder Erdgas, ausgestoßen wird.
Betrachtet man die Co2- Emissionen in Deutschland, so lässt sich feststellen, dass der überwiegende Anteil der Emissionen durch die Verbrennung fossiler Energieträger bei der Umwandlung von Kohle, Erdöl und Erdgas in Elektrizität und Wärme verursacht wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Klimawandel und seine Auswirkungen
2.1 Definition des Klimawandels
2.2 Begriffsbestimmung „Co2-Emissionen“
2.3 Auswirkungen des Klimawandels
3. Internationale Abkommen zur Reduzierung von Co2-Emissionen
3.1 Weltgipfel Rio de Janeiro, 1992
3.2 Das Kyoto-Protokoll
3.3 Das Pariser Klimaabkommen
4. Maßnahmen zur Reduzierung von Co2-Emissionen an Flughäfen
4.1 Ursachen von Co2-Emissionen an Flughäfen
4.2 Möglichkeiten zur Reduzierung des Co2-Austoßes
4.3 Der LTO-Zyklus
4.3.1 Die Abflugphase
4.3.2 Das Rollen auf dem Flugfeld
4.3.3 Die Landung
4.4 Die Flugzeugabfertigung
4.4.1 Elektromobilität
4.4.2 Einsatz alternativer Kraftstoffe
4.4.3 Einsatz verbrauchsarmer Motoren/ Hybridantrieb
4.5 Alternative Antriebe in der Luftfahrt
5. Möglichkeiten der Reduzierung von Co2-Emissionen am Beispiel des Flughafen München
5.1 Umstellung der Beleuchtung
5.2 Eigene Energiewirtschaft
5.3 Bauliche Maßnahmen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, technische, rechtliche und bauliche Möglichkeiten zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Flughafensektor aufzuzeigen und deren Wirksamkeit unter Berücksichtigung ökonomischer und ökologischer Aspekte zu bewerten.
- Grundlagen des Klimawandels und dessen globale Auswirkungen.
- Analyse internationaler Klimaschutzabkommen und deren Einfluss auf die Luftfahrt.
- Identifikation der primären CO2-Emissionsquellen am Flughafen (LTO-Zyklus, Bodenabfertigung, Energieversorgung).
- Bewertung von Minderungsmaßnahmen wie Elektromobilität, Single-Engine-Taxiing und kontinuierliche Sinkflüge.
- Praxisbeispiel Flughafen München zur Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien.
Auszug aus dem Buch
4.3.2 Das Rollen auf dem Flugfeld
Das Rollen des Flugzeuges nach der Landung hin zu einem Gate bzw. vor dem Abflug vom Gate zur Startbahn erfolgt in den meisten Fällen unter Zuhilfenahme aller Triebwerke des jeweiligen Flugzeuges. Durch längere Wartezeiten kommt es zu einem zusätzlichen Kerosinverbrauch, welcher wiederum zu höheren Co2-Emissionen führt.
Das sogenannte „single engine taxing“ empfiehlt dieses Rollen auf dem Flugfeld mit nur einem an Stelle von zwei Triebwerken bzw. nur zwei an Stelle von vier Triebwerken. Mit Hilfe dieser Methode lässt sich ohne größeren Aufwand eine vergleichsweise hohe Menge an Treibstoff einsparen. So gibt die spanische Fluggesellschaft Iberia an, welche die vorgestellte Methode am Chicagoer Flughafen O’Hare anwendet, dass man den Kerosinverbrauch und die Co2-Emissionen auf ground level um 20-40% senken könne. Ein Airbus A340-300 würde demnach jedes Mal 160kg Kerosin einsparen. Die Lufthansatochter SWISS geht hier noch einen Schritt weiter. „Beispielsweise werden die Piloten dazu ermutigt, wann immer die Situation es erlaubt, nach der Landung mit nur einem laufenden Triebwerk von der Landebahn zu rollen.“ Nach Angaben der Lufthansa lassen sich durch diese Maßnahme jährlich bis zu 1500 Tonnen Kerosin einsparen.
Eine weitere Möglichkeit, eine Reduzierung des Co2-Ausstoßes zu bewirken, ist ein verbessertes „ Queue Management“, das heißt eine Verbesserung der Warteschlangenverwaltung. Durch die Vermeidung von längeren Warteschlangen vor dem Abflug lassen sich größere Mengen von Co2 einsparen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung thematisiert den Klimawandel als globale Herausforderung und leitet zur Untersuchung des Luftfrachtsektors als Emittent von Treibhausgasen über.
2. Der Klimawandel und seine Auswirkungen: Das Kapitel definiert den Klimawandel sowie CO2-Emissionen und beleuchtet sowohl die negativen Folgen für das Ökosystem als auch die begrenzten ökonomischen Vorteile durch schmelzende Eisflächen.
3. Internationale Abkommen zur Reduzierung von Co2-Emissionen: Hier werden die Klimaschutzkonferenzen von Rio de Janeiro, das Kyoto-Protokoll und das Pariser Klimaabkommen als internationale Rahmenbedingungen für die CO2-Reduzierung vorgestellt.
4. Maßnahmen zur Reduzierung von Co2-Emissionen an Flughäfen: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert Emissionsursachen wie den LTO-Zyklus und bewertet technische sowie betriebliche Lösungsansätze wie Elektromobilität und optimierte Landeverfahren.
5. Möglichkeiten der Reduzierung von Co2-Emissionen am Beispiel des Flughafen München: Am konkreten Beispiel werden praktische Umsetzungsstrategien wie die LED-Umstellung, Blockheizkraftwerke und solare Anlagen evaluiert.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass ökologische Maßnahmen zunehmend durch ökonomische Vorteile wie Kosteneinsparungen gestützt werden und die Luftfahrt vor einer notwendigen technologischen Transformation steht.
Schlüsselwörter
Klimawandel, CO2-Emissionen, Luftfahrt, Flughafen München, LTO-Zyklus, Treibhausgase, Elektromobilität, Kerosinverbrauch, Kyoto-Protokoll, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Single-Engine-Taxiing, Landeverfahren, Klimaschutz, Luftverkehr.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen von CO2-Emissionen im Luftverkehr und untersucht konkrete Möglichkeiten, wie Flughäfen durch technische und operative Maßnahmen ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Klimawandel, den internationalen politischen Rahmenbedingungen zur Emissionsminderung, dem operativen Flugbetrieb und den Bodenprozessen an Flughäfen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, welche technischen, rechtlichen und baulichen Maßnahmen an Flughäfen ergriffen werden können, um den CO2-Ausstoß effizient zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Konzepte und Studien zusammenführt und diese am Praxisbeispiel des Flughafen München veranschaulicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Emissionsquellen (insbesondere den LTO-Zyklus), die Darstellung allgemeiner Minderungsstrategien und die Untersuchung konkreter Umsetzungen wie Elektromobilität und alternative Energiewirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Klimawandel, CO2-Reduzierung, Luftfahrt, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz bestimmt.
Welche Rolle spielt das "Single-Engine-Taxiing" bei der Emissionsreduzierung?
Das Rollen mit nur einem oder zwei Triebwerken statt mit allen vier Motoren ermöglicht eine signifikante Senkung des Kerosinverbrauchs und der Emissionen während der Rollphasen am Boden.
Warum wird der Flughafen München als Beispiel gewählt?
Der Flughafen München dient als Praxisbeispiel, da er bereits erfolgreich in Maßnahmen wie Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke und LED-Technik investiert hat und durch internationale Programme zertifiziert wurde.
- Arbeit zitieren
- Michael Silvanus (Autor:in), 2017, Reduzierung von CO2-Emissionen an Flughäfen. Abkommen, Maßnahmen und die Situation am Flughafen München, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368077