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Qualitätsmanagement in ambulanten Pflegeeinrichtungen

Title: Qualitätsmanagement in ambulanten Pflegeeinrichtungen

Term Paper , 2004 , 34 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Gisela Schier (Author)

Nursing Science - Nursing Management
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Summary Excerpt Details

November 2002, mein erster Einsatz bei einer Pflegeeinrichtung in Mecklenburg-Vorpommern: Routinemäßig begann ich in diesem ambulanten Pflegedienst mit einem Vorabcheck zur Vorbereitung einer MDK Prüfung nach dem § 80 SGB XI. Sehr schnell stellten sich große Defizite in der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität heraus. Abgesehen davon, dass u.a. kein Pflegeleitbild, Pflegekonzept, Stellenbeschreibungen für die Mitarbeiter, Fortbildungsplan usw. vorhanden waren, verfügte diese Einrichtung über Dokumentationsmappen, in denen ich gerade mal Leistungsnachweise, sehr spärliche Stammdaten, ein Medikamentenblatt und ein kariertes Blatt, das so genannte Berichteblatt, auf denen täglich die Verrichtungen der Grundpflege eingetragen wurden, vorfand. Zur Durchführung der Ergebnisqualität konnten keine Angaben gemacht werden. Die Pflegedienstleiterin nahm diese Defizite mehr mit einem Lächeln, als dem nötigen Erns t zur bestehenden Sachlage auf……….. Als „Beraterin für interne Fortbildungen und Qualitätssicherung in pflegerischen Einrichtungen“ betreue ich private ambulante Pflegeeinrichtungen. Alle Pflegeeinrichtungen sind nach den „Gemeinsamen Grundsätzen und Maßstäben zur Qualität und Qualitätssicherung“, lt. § 80 SGB XI, sowie den Änderungen des SGB XI im Rahmen des Pflegequalitätssicherungsgesetzes (PQsG) aus der Gesetzgebung von Januar 2002 zu einem internen Qualitätsmanagement verpflichtet. Qualität, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement sind Be griffe, mit denen im Gesundheitswesen in der heutigen Zeit nur so „jongliert“ wird. Die Mitarbeiter sind durch die Qualitätsanforderungen und deren Umsetzung in die Praxis größtenteils überfordert und verunsichert, da ihre tägliche Arbeit hauptsächlich in der Betreuung kranker oder pflegebedürftiger Menschen besteht. Der enorme Druck, in Bezug auf Aufgaben, Zeit und Kosten, der durch diese gesetzlichen Anforderungen entsteht, stellt die Pflegeeinrichtungen vor gewaltige Probleme. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Zusammengehörigkeit der Begriffe Qualität, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement im Sozial- und Gesundheitswesen

2.1 Was ist Qualität?

2.2 Warum kann Qualität nur durch Qualitätssicherung verbessert werden?

2.3 Warum muss ein Qualitätsmanagement in den Einrichtungen eingeführt werden?

3 An welche gesetzlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen sind Pflegeeinrichtungen gebunden?

3.1 Warum entstand das Pflegeversicherungsgesetz?

3.2 Was beinhaltet der § 80 SGB XI?

3.3 Welche wichtigen Veränderungen ergaben sich aus dem PQsG für die ambulanten Pflegeeinrichtungen?

3.4 Welche Gemeinsamkeiten bestehen zwischen dem § 80 SGB XI und dem PQsG?

3.5 Warum entstand der Entwurf einer Pflege- Prüfverordnung und Prüfhilfe nach § 118 SGB XI

3.6 Weshalb ergab sich die Notwendigkeit der Entstehung eines Entwurfes des Fünften Gesetzes zur Änderung des SGB XI (Fünftes SGB XI- Änderungsgesetz)?

4. Was beinhalten die gemeinsamen Grundsätze und Maßstäbe zur Qualität und Qualitätssicherung nach § 80 SGB XI in der ambulanten Pflege?

4.1 Ziele der gemeinsamen Grundsätze und Maßstäbe

4.2 Warum kann man die drei Qualitätsebenen der Pflegequalität nicht trennen?

4.3 Anforderungen an die Strukturqualität in privaten ambulanten Pflegeeinrichtungen anhand der gemeinsamen Grundsätze und Maßstäbe

4.4 Sächliche Voraussetzungen der Strukturqualität

4.5 Personelle und organisatorische Vorraussetzungen der Strukturqualität

4.6 Leistungsdarstellung der Pflegeeinrichtung für den Kunden

4.7 Die Umsetzung der Prozessqualität in der Pflegeeinrichtung

4.8 Ergebnisqualität als Überprüfung der geleisteten Arbeit

5. Schlussgedanken

6 Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das Hauptziel dieser Facharbeit besteht darin, ambulanten Pflegeeinrichtungen die komplexen gesetzlichen Anforderungen an die Qualitätssicherung und das Qualitätsmanagement verständlich zu vermitteln. Die Arbeit geht der Frage nach, wie Pflegeeinrichtungen die Anforderungen an Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität in der Praxis umsetzen können, um sowohl den gesetzlichen Vorgaben als auch dem Anspruch auf eine hohe Pflegequalität und Kundenzufriedenheit gerecht zu werden.

  • Grundlagen der Begriffe Qualität, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement.
  • Darstellung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere SGB XI und PQsG.
  • Analyse der drei Qualitätsebenen: Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität.
  • Praktische Umsetzung von Pflegeleitbild und Pflegekonzept.
  • Herausforderungen und Lösungsansätze für die Einführung eines Qualitätsmanagements in der ambulanten Pflege.

Auszug aus dem Buch

Die Zusammengehörigkeit der Begriffe Qualität, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement im Sozial- und Gesundheitswesen

Unter dem Begriff Qualität versteht jeder etwas anderes. „Qualität lässt sich nicht in einem Wort oder einer Kenngröße definieren, sie setzt sich vielmehr aus einer Vielzahl von materiellen und immateriellen Eigenschaften zusammen, so dass objektive und subjektive Komponenten das Qualitätsurteil beeinflussen.“ 1)

Die wohl häufigste Definition für den Begriff Qualität übernehme ich aus der DIN ISO 8402: „Qualität ist die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes oder einer Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen.“ Festgelegte oder vorausgesetzte Erfordernisse sind u.a.: das Pflegeversicherungsgesetz (SGB XI), die Gemeinsamen Grundsätze und Maßstäbe zur Qualität und Qualitätssicherung, das PQsG, das Krankenversicherungsgesetz (SGB V), Pflegeverträge, das BGB, das Strafgesetzbuch, das BSG, das Infektionsschutzgesetz, wissenschaftlich fundierte Pflegestandards.

Bezogen auf die Pflege definierte Schiemann 1990: „Pflegequalität ist der Grad an Übereinstimmung zwischen den anerkannten Zielen der Berufsgruppe und dem erreichten Erfolg in der Pflege.“ 2)

In den Pflegeeinrichtungen spiegelt sich Qualität so wider, wenn die tatsächlich täglich ausgeführte Pflege mit der vorher gestellten Zielsetzung übereinstimmt. Ziel der Qualität in der Pflege sind Kundenzufriedenheit und Beseitigung von aufgetretenen Fehlern und Mängeln. Der Kunde äußert heutzutage genau seine Vorstellungen und Wünsche, die bindend für die Pflegeeinrichtung im Pflegevertrag festgelegt werden. Das Erreichen von Qualität erfolgt durch die gemeinsame Ermittlung der Kundenanforderungen und die Einhaltung und Erfüllung dieser durch die Pflegeeinrichtung. Wenn der Kunde aus seinem Blickwinkel zufrieden ist, so leistet die Einrichtung Qualität.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung schildert den persönlichen beruflichen Hintergrund der Autorin als Beraterin für Qualitätssicherung und benennt die Problematik der Überforderung von Pflegeeinrichtungen durch neue gesetzliche Qualitätsanforderungen.

2 Die Zusammengehörigkeit der Begriffe Qualität, Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement im Sozial- und Gesundheitswesen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe, erläutert die Notwendigkeit von Qualitätssicherung durch externe und interne Maßnahmen und begründet die Einführung eines umfassenden Qualitätsmanagements.

3 An welche gesetzlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen sind Pflegeeinrichtungen gebunden?: Hier werden die rechtlichen Hintergründe wie das Pflegeversicherungsgesetz, der § 80 SGB XI und das PQsG detailliert analysiert sowie der politische Entstehungsprozess der Prüfverordnungen dargestellt.

4. Was beinhalten die gemeinsamen Grundsätze und Maßstäbe zur Qualität und Qualitätssicherung nach § 80 SGB XI in der ambulanten Pflege?: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und befasst sich mit den Zielen der gesetzlichen Maßstäbe, den drei untrennbaren Qualitätsebenen (Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität) sowie deren konkreter Umsetzung in der Pflegepraxis.

5. Schlussgedanken: Der Schlussteil resümiert, dass die Einführung eines Qualitätsmanagements trotz gesetzlicher Unsicherheiten eine unumgängliche Herausforderung darstellt, um im Konkurrenzkampf zu bestehen und gute Pflege zu leisten.

6 Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und Fachliteratur zur wissenschaftlichen Untermauerung der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung, ambulante Pflege, SGB XI, PQsG, Strukturqualität, Prozessqualität, Ergebnisqualität, Pflegeleitbild, Pflegekonzept, MDK, Pflegequalität, Kundenzufriedenheit, Pflegedienst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung und Bedeutung von Qualitätsmanagement in privaten ambulanten Pflegediensten vor dem Hintergrund gesetzlicher Anforderungen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Definition von Qualitätsbegriffen, die rechtlichen Grundlagen (SGB XI, PQsG), die verschiedenen Qualitätsebenen und die praktische Gestaltung von internen Strukturen wie Pflegeleitbildern und -konzepten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Pflegeeinrichtungen dabei zu unterstützen, die Notwendigkeit gesetzlicher Qualitätsanforderungen zu verstehen und ein praxisnahes Qualitätsmanagement schrittweise in ihren Betrieb zu integrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus der Analyse geltender Gesetzestexte (SGB XI, PQsG), der Auswertung relevanter Fachliteratur und der praktischen Erfahrung der Autorin in der Beratung von Pflegediensten.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil widmet sich detailliert der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität und erläutert anhand der gemeinsamen Grundsätze und Maßstäbe, wie diese Ebenen operativ in die Arbeit eines Pflegedienstes überführt werden.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten über die Begriffe Qualitätsmanagement, ambulante Pflege, gesetzliche Rahmenbedingungen, Struktur-/Prozess-/Ergebnisqualität sowie Kundenzufriedenheit charakterisieren.

Wie bewertet die Autorin den Einfluss der Gesetzeslage auf die Einrichtungen?

Die Autorin stellt fest, dass die Fülle der Anforderungen und die teils unklare Entwicklung bei Prüfverordnungen bei vielen Pflegediensten Verunsicherung und Existenzängste auslöst, was die Notwendigkeit für eine behutsame Beratung unterstreicht.

Warum ist die Trennung der drei Qualitätsebenen laut Autorin nicht sinnvoll?

Die Autorin argumentiert, dass Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität voneinander abhängige Größen bilden und daher nur in einer gemeinsamen Gesamtbetrachtung eine zutreffende Bewertung der Pflegequalität ermöglichen.

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Details

Title
Qualitätsmanagement in ambulanten Pflegeeinrichtungen
College
Deutsches Erwachsenen-Bildungswerk gemeinnützige GmbH  (Gera)
Grade
sehr gut
Author
Gisela Schier (Author)
Publication Year
2004
Pages
34
Catalog Number
V36807
ISBN (eBook)
9783638363327
ISBN (Book)
9783656251064
Language
German
Tags
Qualitätsmanagement Pflegeeinrichtungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gisela Schier (Author), 2004, Qualitätsmanagement in ambulanten Pflegeeinrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36807
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