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Die Entwicklung, Ausformung und Diffusion nichtehelicher Lebensgemeinschaften

Title: Die Entwicklung, Ausformung und Diffusion nichtehelicher Lebensgemeinschaften

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Manuel Siegert (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Unter der Überschrift: “Demographen stellen das stabile Ehepaar vor”, konnte man am 01. Oktober 2004 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung lesen, welche Vorbedingungen zu besonders stabilen Ehen führen (F.A.Z., 1.10.04). So waren die Demographen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zu dem Schluss gekommen, dass fo lgende Voraussetzungen erfüllt sein sollten: Demnach sollte die Ehepartner eine starke Emotionalität und Sexualität miteinander verbinden. Sie sollten regelmäßig miteinander kommunizieren, über einen positiven Kommunikationsstil verfügen, treu sein, sich gegenseitig unterstützen, gemeinsame Kinder, Freunde und Wohnungseigentum sowie noch keine Scheidung miterlebt haben, ähnlich gebildet und ungefähr gleichaltrig sein, über gemeinsame Interessen und Lebensentwürfe verfügen, religiös gebunden oder traditionell orientiert sein, nicht in Großstädten leben, nicht zu früh geheiratet und vor der Eheschließung bereits eine längere Zeit zusammengelebt haben. Von besonderen Interesse ist an dieser Stelle der letztgenannte Punkt. Noch vor fünfzig Jahren war es in Deutschland gesetzlich verboten, dass unverheiratete Paare zusammenwohnten. Nach § 180 StGB, dem berühmten “Kuppelparagraphen”, machte sich sogar strafbar, wer Unverheiratete bei sich, z.B. in der Mietwohnung, gemeinsam wohnen lies. Dass eine Meldung wie die obige heute in einer eher konservativen Tageszeitung erscheint, bzw. von einem Bundesinstitut herausgegeben wird, zeigt, dass sich in der Zwischenzeit viel verändert hat. Das Zusammenleben ohne Trauschein, sogenannte nichteheliche Lebensgemeinschaften, ist heute gesellschaftlich Akzeptiert und auch der § 180 StGB wurde “entschärft”. Von den 38,1 Millionen Haushalten die es 2000 in Deutschland gab, bestanden insgesamt fünf Prozent aus nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Rund vier Prozent ohne Kinder und rund ein Prozent mit Kindern (BiB 2004, S.69). Das zeigt, dass sich diese Lebensform, wenn auch bezogen auf die Gesamtzahl aller Haushalte auf einem relativ niedrigen Niveau, in Deutschland etabliert hat. Im Verlauf dieser Arbeit werde ich nun der Frage nachgehen, was nichteheliche Lebensgemeinschaften so besonders macht, wer sie warum wählt, welche Vorteile sie bieten und ob sie als “Ehe auf Probe” gewertet werden können. Weiterhin werde ich exe mplarisch den Diffusionsprozess nichtehelicher Lebensgeme inschaften in Westdeutschland, Ostdeutschland und Italien anhand einer Studie von Tiziana Nazio und Hans-Peter Blossfeld darstellen.

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kurzer historischer Überblick über die Entwicklung nichtehelicher Lebensgemeinschaften

2. Nichteheliche Lebensgemeinschaften in Deutschland

2.1 Lebensformen der 30- bis 34-jährigen Frauen in Deutschland im Jahr 2000

2.2 Einstellungen zu Familie und Eheschließung in Deutschland

2.3 Familie und subjektives Wohlbefinden

3. Ausprägungsformen nichtehelicher Lebensgemeinschaften und mögliche Gründe diese einzugehen

3.1 Drei Typen nichtehelicher Lebensgemeinschaften

3.2 Sechs mögliche Gründe für das Eingehen nichtehelicher Lebens gemeinschaften

4. Ziehen Partner aus einem gemeinsamen Haushalt wirtschaftliche Vorteile?

4.1 Können Paare von einem gemeinsamen Haushalt finanziell profi tieren - einige theoretische Vorüberlegungen

4.2 Können Paare von einem gemeinsamen Haushalt finanziell profi- tieren - einige empirische Anhaltspunkte

4.3 Sind nichteheliche Lebensgemeinschaften ein Ersatz für Ehen oder eine Vorstufe davon?

5. Nichteheliche Lebensgemeinschaften und der Diffusionsprozess

5.1 Was bedeutet Diffusion?

5.2 Die Diffusion nichtehelicher Lebensgemeinschaften in Westdeutschland, Ostdeutschland und Italien

5.2.1 Die Besonderheiten des Diffusionsprozesses

5.2.2 Die zentralen Hypothesen

5.2.3 Die Ergebnisse

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Verbreitung nichtehelicher Lebensgemeinschaften in Deutschland im historischen und soziologischen Kontext. Ziel ist es zu analysieren, aus welchen Gründen sich Paare für diese Lebensform entscheiden, welche ökonomischen Vorteile sie bietet und wie sich der Diffusionsprozess dieser Lebensform im Vergleich zwischen Westdeutschland, Ostdeutschland und Italien darstellt.

  • Historische Entwicklung nichtehelicher Lebensformen im 20. Jahrhundert.
  • Typologie und Motivationsfaktoren für das Zusammenleben ohne Trauschein.
  • Ökonomische Analysen der Haushaltsführung und finanzielle Effekte.
  • Soziologische Diffusionstheorie angewandt auf Partnerschaftsmodelle.

Auszug aus dem Buch

3.1 Drei Typen nichtehelicher Lebensgemeinschaften

Die “Accelerated Cohabitors” zeichneten sich besonders dadurch aus, dass sie innerhalb von nur sechs Monaten, in denen sie eine Beziehung zueinander aufgebaut hatten, zusammenzogen. Dieser Gruppe gehörten mit dreizehn der fünfundzwanzig Befragten die meisten an und mehr als die Hälfte befanden sich altersmäßig in ihren frühen Zwanzigern. Sie gaben nahezu einhellig an, dass besonders die große Anziehungskraft zwischen ihnen, die daraus resultierende viele Zeit die sie miteinander verbrachten und die Intensität ihrer Verbindung für ihre Beziehung charakteristisch seien. Das schnelle Zusammenziehen werteten einige als ein Zeichen, dass sie zusammengehörten und daher ihr Leben miteinander verbringen sollten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kurzer historischer Überblick über die Entwicklung nichtehelicher Lebensgemeinschaften: Das Kapitel zeichnet den Wandel der Ehe als Institution seit den 1960er Jahren nach und beleuchtet die Zunahme nichtehelicher Lebensformen.

2. Nichteheliche Lebensgemeinschaften in Deutschland: Hier wird der Status quo der Haushaltsformen in Deutschland analysiert, wobei besonders die Altersgruppen und Einstellungen zur Ehe betrachtet werden.

3. Ausprägungsformen nichtehelicher Lebensgemeinschaften und mögliche Gründe diese einzugehen: Dieses Kapitel stellt eine Typologie basierend auf empirischen Interviews vor und nennt spezifische Beweggründe für die Aufnahme einer Lebensgemeinschaft.

4. Ziehen Partner aus einem gemeinsamen Haushalt wirtschaftliche Vorteile?: Der Fokus liegt hier auf ökonomischen Theorien und empirischen Daten zu den finanziellen Auswirkungen gemeinsamer Haushalte für Männer und Frauen.

5. Nichteheliche Lebensgemeinschaften und der Diffusionsprozess: Dieses Kapitel erläutert den soziologischen Diffusionsprozess am Beispiel von Deutschland und Italien, basierend auf den Modellen von Rogers.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einer Einordnung der nichtehelichen Lebensgemeinschaft als eigenständige Lebensform.

Schlüsselwörter

Nichteheliche Lebensgemeinschaften, Diffusion, Familiensoziologie, Ehe, Partnerschaft, Kohortenanalyse, Haushaltsökonomie, Demographie, soziale Akzeptanz, Lebensformen, Innovationsentscheidung, Westdeutschland, Ostdeutschland, Italien, Arbeitsteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziologische Entwicklung und die Hintergründe von nichtehelichen Lebensgemeinschaften als etablierte Lebensform in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der historische Wandel von Partnerschaftsmodellen, ökonomische Motivationsfaktoren für das Zusammenleben, sowie der Prozess der gesellschaftlichen Diffusion dieser neuen Lebensformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, wer warum nichteheliche Lebensgemeinschaften wählt, welche ökonomischen Vorteile diese bieten und warum sich diese Lebensform regional unterschiedlich schnell verbreitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse soziologischer Theorien (insb. Diffusionstheorie nach Rogers) sowie auf die Auswertung existierender Studien und Daten, unter anderem des Fertility and Family Surveys (FFS).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Typologisierung von Lebensgemeinschaften, eine ökonomische Betrachtung der Haushaltsführung sowie eine detaillierte Analyse der Diffusion dieser Lebensform in West- und Ostdeutschland sowie Italien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören nichteheliche Lebensgemeinschaften, Diffusion, Familiensoziologie, Haushaltsökonomie und gesellschaftlicher Wertewandel.

Welche Rolle spielt die ökonomische Unabhängigkeit für die Lebensform?

Die ökonomische Unabhängigkeit, insbesondere von Frauen, sowie die Verfügbarkeit von Wohnraum sind zentrale Faktoren, die den Übergang in verschiedene Lebensformen beeinflussen können.

Warum ist der Diffusionsprozess in Italien laut der Arbeit blockiert?

Der Diffusionsprozess in Italien scheint durch ein konservatives, familienorientiertes Wohlfahrtsmodell und einen schwierigen Wohnungsmarkt gehemmt, was dazu führt, dass nichteheliche Lebensgemeinschaften dort eine seltene Ausnahme bleiben.

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Details

Title
Die Entwicklung, Ausformung und Diffusion nichtehelicher Lebensgemeinschaften
College
University of Bamberg
Grade
1,0
Author
Manuel Siegert (Author)
Publication Year
2004
Pages
31
Catalog Number
V36816
ISBN (eBook)
9783638363402
Language
German
Tags
Entwicklung Ausformung Diffusion Lebensgemeinschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Siegert (Author), 2004, Die Entwicklung, Ausformung und Diffusion nichtehelicher Lebensgemeinschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36816
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