Orts- und Flurnamen der größeren Städte in der Schweiz. Historische und sprachgeschichtliche Einblicke zu Basel, Biel, Chur, Luzern und Brig-Gils


Seminararbeit, 2016

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Ziel der Arbeit
1.2. Aufbau der Arbeit
1.3. Methode der Arbeit

2. Allgemeine Informationen und Erklärung der Schlüsselwörter
2.1. Zur Entstehungsgeschichte und Siedlungsgeschichte der Schweiz
2.2. Keltische Namen

3. Die größten Städte der Schweiz
3.1. Basel
3.1.1. Zur historischen Geschichte
3.1.2. Sprachliche Geschichte
3.2. Biel
3.2.1. Zur historischen Geschichte
3.2.2. Sprachliche Geschichte
3.3.Chur
3.3.1. Zur historischen Geschichte
3.3.2. Sprachliche Geschichte
3.4. Luzern
3.4.1. Zur historischen Geschichte
3.4.3. Sprachliche Geschichte
3.5. Brig-Gils
3.5.1. Zur historischen Geschichte
3.5.2. Sprachliche Geschichte

4. Zusammenfassung

5. Literaturverzeichnis
5.1. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die hier vorliegende Arbeit befasst sich besonders mit dem Thema der größten Städte der Schweiz. Da das ein sehr interessantes und komplexes Thema ist, werden in der Arbeit nur fünf Städte (Basel, Biel, Chur, Luzern, Brig-Gils) dargestellt. Niemeyer[1] schrieb: Die Beschäftigung mit der Sprachgeschichte der Namenlandschaften ist es sehr interessant, da es immer noch offene Diskussionen für die Überlieferungen und die Herkunft der schweizerischen Städte zur Verfügung stehen.

1.1. Ziel der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, die Informationen über den größten schweizerischen Städten darzustellen. Kern der Arbeit ist es zu untersuchen, wie verschiedene Autoren die größeren Städte der Deutschschweiz historisch und sprachgeschichtlich dargestellt haben. Anhand der Literatur von Niemeyer (2012), Paul Zinsli (1971), Hubschmied (1943), Erika Wasser (1996), Lexikon der Schweizerischen Gemeindenamen (LSG) und durch die Forschung von Stadtarchive oder des Projekts Ortsnamen.ch wird die sprachliche und historische Chronologie dieser Städte analysiert und dargestellt.

1.2. Aufbau der Arbeit

Diese Arbeit ist in zwei wichtige Kapitel geteilt. In dem ersten Teil werden einige mit dem Thema verbundende Informationen dargestellt. Es wird die Siedlungsgeschichte der Schweiz erklärt und auch einige Informationen über die Schweiz werden dargeboten. In einem zweiten Schritt erfolgt die historische und sprachliche Darstellung von die fünf Städte (Basel, Biel, Chur, Luzern, Brig-Gils). Zuletzt werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengetragen und daraus wird eine Schlussfolgerung über die fünf Städte nachvollgezogen.

1.3. Methode der Arbeit

Das Thema dieser Arbeit ist sehr interessant und komplex. Man soll die größten Städte der Schweiz benennen und historisch und sprachlich erklären. Aus diesen Gründen, wurden drei Methoden bevorzugt: die historische Methode, Methode der Abstraktion und Methode der Analyse eingesetzt. Durch die historische Methode werden alle Fakten, die auf die Entwicklung der schweizerischen Siedlungsgeschichte einen Einfluss hatten, gesammelt und passend analysiert. Durch die Methode der Abstraktion werden die gesammelten Theorien und Fakten erklärt und definiert, so dass man einen klaren Überblick über das Thema schaffen kann. Die Methode der Analyse wird uns helfen alles zu detaillieren und besser zu verstehen.

2. Allgemeine Informationen und Erklärung der Schlüsselwörter

2.1. Zur Entstehungsgeschichte und Siedlungsgeschichte der Schweiz

Einer Sage nach trafen sich am 1. August 1291 drei mutige Männer aus den Innerschweizer Kantonen Uri, Schwyz und Unterwalden auf der Rütliwiese am Ufer des Vierwaldstättersees und schworen sich, für die Freiheit zu kämpfen und sich nicht länger von fremden Vögten unterdrücken zu lassen.

Die Geschichte und die Entwicklung der Schweiz als Nation wurden stark von der geografischen Lage des Landes geprägt. Die Schweiz in der heutigen Form entstand erst 1848 mit der Bundesverfassung – davor ist die Geschichte des Gebietes eine Geschichte verschiedener Territorien, um die im Laufe der Epochen benachbarte Völker kämpften: Römer, Burgunder, Alemannen, Franken, Habsburger, Österreich-Ungarn oder Frankreich unter Napoleon.

Menschen aus anderen Ländern, zum Teil ganze Völker, haben mit ihrem Hintergrund schweizerische Kultur geprägt, das bezeugen Grabungsfunde (Ur- und Frühgeschichte, Kelten, Römer, germanische Stämme). Objekte erinnern an Migranten und Migrantinnen der Neuzeit, die aus religiösen, wirtschaftlichen oder politischen Gründen ihre Heimat verlassen haben. Die Schweiz war noch im 19. Jahrhundert ein armer Agrarstaat und in dieser Zeit vor allem ein Auswanderungsland.

2.2. Keltische Namen

Der größte Teil des Territoriums der heutigen Schweiz war während der Eisenzeit von den Kelten besiedelt. Am Ende dieser Epoche sind die Namen der Bewohner dieses Gebiets bekannt; Helvetier, Allobroger, Rauriker, Lepontier, Uberer, Seduner, Veragrer und Nantuaten gehörten alle zu den in den gemäßigten Breiten Europas lebenden Keltischen Völkern und waren durch Sprache, Geschichte und Kultur miteinander verwandt. Eine Ausnahme stellten diesbezüglich die Räter dar, die in bestimmten Tälern Graubündens siedelten.

Dank griechischen und römischen Quellen sind die Namen der im Gebiet der heutigen Schweiz lebenden keltischen Völker bekannt. Die verschiedenen keltischen Stämme hatten ähnliche Sprachen; man spricht von der keltischen Sprachfamilie. Wie diese Sprachfamilie entstanden ist, wieweit Wanderungen dabei eine Rolle spielten, ist unsicher. Der wichtigste keltische Stamm im Gebiet der Schweiz war jener der Helvetier. In der Ostschweiz und in Graubünden lebten damals Stämme aus dem Volk der Raeter. Diese Stämme hatten einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Namen in der Schweiz. Das stellte auch der bekannte bündnerische Romanist R. v. Planta. Zinsli[2] schreibt über Plantas Feststellungen folgendes:

„Dass auch die keltische Sprache zur selben Zeit nicht nur im Rhonetal und im westlichen Mittelland, sondern zudem im Osten unseres Landes, ja sogar in den rätischen Alpen erklang, hat ebenfalls schon der bekannte bündnerische Romanist R. v. Planta festgestellt: den Talnamen Lugnez, rätorom. Lumnezia, hat er mit dem offenbar aus dem Tessin ein­gewanderten Volk der Lepontii erklärt, und auch der Vorstoß dieses keltischen Stammes ist wieder durch archäologische Zeugnisse erwiesen worden. Dazu gesellen sich weitere Namenbelege im vorderen Rheintal wie Brigels/Breil zu gall. briga ‚Berg‘/‚Burg‘, ferner der Stadtname Chur, der von J. U. Hubschmied zu gall. *korja ‚Stamm, Sippe‘ gestellt wurde, oder weiter rheinabwärts Maienfeld, auf der Peutingerkarte Magia, wahrschein­lich eine Kollektivbildung zu gall. magos ‚Feld‘.“

Die Wichtigkeit und den Einfluss dieser Stämme kann man besonders gut an den bekannten Namen auf -d ūnum und -durum sehen. Paul erklärt es so:

„[…] das als zweites Glied einer Zusammensetzung wie als Einzelwort weit über das kel­tische Siedlungsgebiet auf dem Festland – über Frankreich und Spanien – und nach Bri­tannien hinüber verbreitete, in der latinisierten Form -dūnum überlieferte Namenwort muss einst eine pallisadenbestandene Burg, verwandt mit dt. ‚Zaun‘, das etwas weniger weit in Ortsnamen verstreute -durum offenbar eine mit einem Tor verschließbare Berg­festung bezeichnet haben, und damit bilden diese ursprünglich gallischen –dūnon-duron-Namenfügungen das sinngleiche Gegenstück zu den «rätischen» Patnal-Burgnamen. Von den keltischen Helvetiern berichtet Caesar, dass sie gegen 12Städte – oppida – und ungefähr 400 Dörfer – vici – bewohnt hätten, und es ist anzunehmen, dass wir in der Kette der Vitodurum/Winterthur, Salodurum/Solothurn, der erschlossenen *Ollodunum/Olten und *Mori-dunum/Murten, Eburodunum/Yverdon, Minnodunum/Moudon (dt. «Mil­den») usw. mit den über die Juralandschaft verstreuten und hierher gestellten Magden, Titterten, Sornetan einen Teil dieser befestigten Orte der Helvetier noch fassen können.“[3]

Weiter erklärt er, dass man heute, durch neuste Funde, weiß, dass das Zentrum des keltischen Refugiums die Kuppe des Mont Vully (dt. Wistenlacher-Berg) war.

Doch auch in Rätien, durch die zentralalpine Rheinfurche hinauf bis Dardin, zu einem Dorf, das nur 1 km neben dem ebenfalls keltischen Brigels/Breil liegt, führt uns diese Na­menspur: der Ort heißt 765 Arduna und wird vom Rät. Namenbuch überzeugend aus gallisch *are dūnon ‚bei der Burg‘, gleich wie Ardon im Wallis erklärt. Mehr oder weniger gesicherte Zwischenglieder auf diesem östlichen alpinen Einbruch wären Zizers im Churer Rheintal, das Rob. v. Planta vermutungsweise als *Titio-durum deutete, Razén, dt. Rä­züns, urkdl. ab 960 Ruzunnes, nach demselben Forscher altes *Raetiodūnum und – etwa s abgelegen oben am Hinterrhein – vielleicht noch Fardén, dt. Fardün, das nach den Spätbe­legen 1407 Verdunn, Fradünn auch ein -dūnum-Name gewesen sein könnte.“[4]

Später mischten sich diese Suffixe mit den romanischen. Durch die Mischung mit der französischen Westschweiz, erhielten sich die Suffixe noch. Das gleiche Resultat hatten wir aber nicht in der östlichen Schweiz, in der durch den Alemanneneinbruch die Suffixe teilweise erloscht sind.

3. Die größten Städte der Schweiz

Laut der Statistik[5] von 31. Dezember im Jahr 2014 die zehn größten Städte in der Schweiz sind:

Zürich, Genf, Basel, Lausanne, Bern, Winterthur, Luzern, St. Gallen, Lugano, Biel. In folgendem Kapitel werden fünf Städte historisch und sprachlich analysiert.

[...]


[1] Niemeyer: Deutsches Ortsnamenbuch, De Gruyter 2012, S. 9

[2] Zinsli, Paul: Ortsnamen. Strukturen und Schichten in den Siedlungs- und Flurnamen der deutschen Schweiz ,, S. 9. In: https://www.ortsnamen.ch/.../Zinsli_Ortsnamen.pdf [07.05.2016]

[3] Zinsli, Paul: Ortsnamen. Strukturen und Schichten in den Siedlungs- und Flurnamen der deutschen Schweiz , S. 9. In: https://www.ortsnamen.ch/.../Zinsli_Ortsnamen.pdf [07.05.2016]

[4] Ebd. S. 10

[5] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/216783/umfrage/groesste-staedte-in-der-schweiz/ [08.05.2016.]

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Details

Titel
Orts- und Flurnamen der größeren Städte in der Schweiz. Historische und sprachgeschichtliche Einblicke zu Basel, Biel, Chur, Luzern und Brig-Gils
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V368208
ISBN (eBook)
9783668467941
ISBN (Buch)
9783668467958
Dateigröße
781 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ortsnamen, Flurnamen, Schweiz, Sprachgeschichte, Toponym
Arbeit zitieren
Diplomierter Professor der deutschen Sprache Hadis Djeladini (Autor), 2016, Orts- und Flurnamen der größeren Städte in der Schweiz. Historische und sprachgeschichtliche Einblicke zu Basel, Biel, Chur, Luzern und Brig-Gils, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368208

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