Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung eines 12-wöchigen myofaszialen funktionellen Trainings, hinsichtlich der Auswirkung in den Bereichen funktionale Mobilität, Wohlbefinden und kognitive Fähigkeiten bei selbstständig lebenden älteren Menschen.
Das myofasziale funktionelle Training besteht aus langgliedrigen Dehn- und Kraftübungen und dem faszialen Ausrollen. Beides wurde einmal pro Woche, mit der Dauer von 60 Minuten pro Trainingseinheit, durchgeführt. Vor dem aktuellen Hintergrund der Forschung sollte so die Effektivität eines Faszientrainings im Gruppentraining für ältere Teilnehmer untersucht werden.
Die Grundlagen für die quantitative Untersuchung wurden anhand der Prä- und Posttests vor und nach der 12-wöchigen Intervention gewonnen. Die Gesamtstichprobe setzt sich aus zwei Interventionsgruppen mit je 15 Teilnehmern zusammen.
Zur Erhebung des Wohlbefindens wurde der SF-36 genutzt, für die Überprüfung der kognitiven Fähigkeiten wurde Trail Making A und B herangezogen. Um eine Aussage über die funktionale Mobilität treffen zu können, wurde mit den Teilnehmern die Handkraftmessung und der „Timed Up and Go“ Test durchgeführt.
Die Untersuchungen ergaben eine signifikante Verbesserung des Timed Up and Go und somit der Mobilität nach dem 12-wöchigen Faszientraining. Im Bereich der Handkraft und des Trail Making A & B wurden keine signifikanten Ergebnisse erzielt, die Bereiche Kraft und kognitive Fähigkeiten wurden also durch die Intervention nicht beeinflusst. Bei der Auswertung des SF-36 ergaben sich unterschiedliche Ergebnisse für die 8 Subskalen. Die Vitalität konnte durch die Intervention signifikant verbessert werden. Die Subskalen soziale Funktionsfähigkeit und psychisches Wohlbefinden verschlechterten sich signifikant im Laufe der Studie. Alle anderen 5 Subskalen blieben unbeeinflusst durch die Intervention.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Theorie
1. Körperliche Aktivität im Alter
1.1 Unterschiedliche Arten der körperlichen Aktivität
1.2 Richtlinien zu körperlicher Aktivität im Alter
1.3 Neue Trainingsmethoden: Das Faszientraining
2. Effekte der körperlichen Aktivität
2.1 Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit
2.2 Effekte auf die motorischen Fähigkeiten
2.3 Körperliche Aktivität und Wohlbefinden
3. Forschungsstand
4. Fragestellung und Hypothesen
II. Studie
5. Methodik
5.1 Probandengewinnung
5.2 Erhebungsinstrumente
5.3 Analyseverfahren zur Datenauswertung
5.4 Beschreibung der Stichprobe
5.5 Studiendesign und Ablauf der Intervention
III Ergebnisse
6. Darstellung der Untersuchungsergebnisse
6.1 Ergebnisse des Trail Making A & B Tests
6.2 Ergebnisse der Handkraftmessung
6.3 Ergebnisse von Timed Up & Go
6.4 Ergebnisse des SF-36
IV Diskussion
7. Diskussion
7.1 Ergebnisdiskussion
7.2 Bezugnahme auf die Hypothesen
7.3 Kritik
8. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Effekte eines zwölfwöchigen myofaszialen funktionellen Trainings auf die funktionale Mobilität, das Wohlbefinden und die kognitiven Fähigkeiten bei selbstständig lebenden Menschen über 65 Jahren. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, festzustellen, ob durch das spezifische Interventionsprogramm signifikante Verbesserungen in den genannten Bereichen erzielt werden können, um so Möglichkeiten zur Optimierung der Gesundheitsvorsorge im Alter aufzuzeigen.
- Wissenschaftliche Grundlagen der Faszienforschung
- Analyse von Bewegungsinterventionen für Senioren
- Methodik des myofaszialen funktionellen Trainings
- Quantitative Untersuchung mittels Prä- und Posttests
- Bewertung der Leistungssteigerung in kognitiven und motorischen Bereichen
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Das myofasziale System
Die Bezeichnung „myofaszial“ setzt sich zusammen aus dem Wort „myo“ für Muskel und dem Wort „faszial“ für Faszie. Myers (2015) bezeichnet die den Körper umspannende Verbindung des Fasziennetzes als eine Art Schienennetz, welches den kompletten Körper durchzieht und verbindet. Man muss also verstehen, dass Faszien zusammen mit Muskeln, Knochen und Gelenken ein umfassendes Spannungssystem bilden. Knochen beispielsweise berühren sich nicht gegenseitig, sondern werden durch Muskeln und Faszien verbunden.
Das Fasziensystem arbeitet dabei bei Bewegungen und Belastungen mit allen anderen Teilen des Körpers funktionell zusammen. Muskeln, Faszien, Knochen und Gelenke bilden dabei zusammen ein anatomisches Gerüst mit Spannungen, Kraftumlenkungen, Stützen und Stoßdämpfern.
Verändert sich an einem Punkt dieses Gerüst etwas, beispielsweise durch Überlastung, so wirkt sich das auf das gesamte Spannungsnetz aus. Einseitige oder starke Belastungen führen zu Spannungsveränderungen an bestimmten Stellen, welche wiederum Spannungsveränderungen an anderen Stellen nach sich ziehen (Hoffmann, 2013).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Körperliche Aktivität im Alter: Dieses Kapitel definiert den Begriff der körperlichen Aktivität, erläutert die Bedeutung für Senioren und führt in die Grundlagen des Faszientrainings ein.
2. Effekte der körperlichen Aktivität: Hier wird der wissenschaftliche Kenntnisstand zu den Auswirkungen von Bewegung auf die kognitive Leistungsfähigkeit, motorische Fähigkeiten und das psychische Wohlbefinden zusammengefasst.
3. Forschungsstand: Dieser Abschnitt bietet einen historischen Überblick über die Faszienforschung und ordnet die Bedeutung der Faszienmanipulation in den aktuellen wissenschaftlichen Kontext ein.
4. Fragestellung und Hypothesen: Hier wird die zentrale Forschungsfrage der Studie formuliert und die daraus abgeleiteten Null- und Alternativhypothesen für die verschiedenen Testbereiche definiert.
5. Methodik: Dieses Kapitel beschreibt detailliert die Probandengewinnung, die eingesetzten Erhebungsinstrumente (TMT, Handkraftmessung, Timed Up & Go, SF-36), das Studiendesign und den Ablauf der zwölfwöchigen Intervention.
6. Darstellung der Untersuchungsergebnisse: Dieser Teil präsentiert die statistische Auswertung der erhobenen Daten, unterteilt in die verschiedenen Testinstrumente und Interventionsgruppen.
7. Diskussion: Hier findet die Interpretation der Ergebnisse statt, inklusive eines Abgleichs mit den Hypothesen sowie einer kritischen Reflexion des Studiendesigns und möglicher Fehlerquellen.
8. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die wesentlichen Erkenntnisse der Studie und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsarbeiten.
Schlüsselwörter
Myofasziales Training, Faszientraining, Senioren, Mobilität, Kognitive Leistung, Wohlbefinden, SF-36, Trail Making Test, Handkraftmessung, Selbstständigkeit, Prävention, Altersforschung, Bewegungsintervention, Elastizität, Katapulteffekt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Masterarbeit befasst sich mit der Untersuchung der Effekte eines myofaszialen funktionellen Trainingsprogramms bei Menschen über 65 Jahren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von gezieltem Faszientraining auf die funktionale Mobilität, kognitive Fähigkeiten und das allgemeine Wohlbefinden von Senioren.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es zu prüfen, ob durch ein 12-wöchiges Faszientraining signifikante Verbesserungen in den motorischen und kognitiven Leistungsdaten sowie dem Wohlbefinden erreicht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Längsschnittstudie mit Prä- und Posttests bei zwei Interventionsgruppen durchgeführt, wobei statistische Verfahren wie der t-Test und Wilcoxon-Test zur Anwendung kamen.
Was wird im Hauptteil analysiert?
Der Hauptteil analysiert theoretische Hintergründe, die methodische Durchführung der Intervention und die detaillierte Auswertung der erhobenen Testwerte im Zeitverlauf.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Myofasziales Training, Faszienelastizität, Altersgerechte Sportintervention und Mobilitätserhalt im Alter definieren.
Warum war der Timed Up & Go Test so aufschlussreich?
Dieser Test zeigte als einziger der motorischen Tests eine höchst signifikante Verbesserung, was auf eine gesteigerte Gehgeschwindigkeit und Mobilität nach dem Training hinweist.
Was lässt sich aus den SF-36 Ergebnissen ableiten?
Die Ergebnisse sind ambivalent; während die Vitalität der Teilnehmer signifikant stieg, zeigten andere Subskalen wie die soziale Funktionsfähigkeit eine unerwartete Verschlechterung, die weiterführende Forschung erfordert.
- Quote paper
- B.A Politikwissenschaft Vanessa König (Author), 2016, Myofasziales funktionelles Training für Senioren. Langgliedrige Dehn- und Kraftübungen sowie fasziales Ausrollen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368403