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Rahmen und Figuration. Literarische Experimente im Œuvre Henri Michaux'

Titel: Rahmen und Figuration. Literarische Experimente im Œuvre Henri Michaux'

Masterarbeit , 2014 , 74 Seiten

Autor:in: Andrea Dexheimer (Autor:in)

Französische Philologie - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Henri Michaux begibt sich mit seinem Œuvre auf die Suche nach Formen von Ausdrucksmitteln, die Inhalte auf neue Weise transferieren. Die Fragestellung, auf die diese Arbeit eine Antwort zu geben sucht, lautet: Inwiefern gelingt es Henri Michaux, Prinzipien der zeichnerischen Praxis in seine Literatur zu übertragen? Die methodische Herangehensweise stützt sich auf die zwei Begriffe "Rahmen" und "Figuration", deren Definition und Verhältnis zueinander die Analyse nachvollziehen will.

Zur Veranschaulichung werden die beiden Termini auf der Basis von Paul Klees Aquarell "ad marginem" von 1930 hergeleitet. Dieser methodische Kunstgriff soll mithilfe der inspirierenden Rolle Paul Klees für Henri Michaux gerechtfertigt werden. Die Gemälde Paul Klees beeinflussten Michaux maßgeblich in seinen Auseinandersetzungen mit Bild‐ und Schriftkunst.

Die Bezüge zwischen den beiden Künstlern sind als einseitig zu bezeichnen insofern sich nur Henri Michaux in seinem künstlerischen Schaffen nachweislich auf den Bauhausmeister bezog. Diese Relation zwischen Michaux und Klee soll im Rahmen dieser Arbeit beibehalten werden, indem ein Motiv von Paul Klee zur Ausgangsbasis für die Diskussion einer Verhältnismäßigkeit in zwei Textzyklen Michaux‘ genommen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Theoretische Ansätze

1.1. Spielfeld: Rahmen und Figuration

1.2. Der Rahmen in Bild und Schrift

1.3. Linientheorien

1.4. Begriffshorizont des Portraits

2. Textauswahl

3. Rahmenfunktionen

3.1. Plume als Reflex seiner Rahmung

3.1.1. Die Dominanz der Umwelt

3.1.2. Von Damen gesäumt

3.1.3. Ausnahmezustand

3.2. Gestaltung der Gattung

3.2.1. Seile, Stricke, Fäden

3.2.2. Lanzen und Märtyrertum

3.2.3. Meidosemische Gefilde

3.2.4. Der Faktor Zeit

4. Dynamiken der Figuration

4.1. Freiheit in Unfreiheit als Meidosem

4.1.1. Individualität

4.1.2. Der Archetyp Vogel

4.2. Plume als handlungsaktives Element

4.2.1. Erster und zweiter Tod

4.2.2. Stärke in der Argumentation

4.2.3. Emanzipation im Reiseverhalten

5. Gegenentwürfe und Grenzgebiete

5.1. Plumes Wege aus dem Porträt

5.1.1. Maulwurf an der Zimmerdecke

5.1.2. Götter, Risse und Visionen

5.2. Schwellenpunkte der Meidosems

5.2.1. Erzählerstimme

5.2.2. Rahmenübertretung

5.3. Intertextuelle Bezüge als Grenzüberschreitungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wechselspiel von „Rahmen“ und „Figuration“ im Werk von Henri Michaux, insbesondere in den Zyklen „Un certain Plume“ und „Portrait des Meidosems“. Ziel ist es, die intermediale Produktionsästhetik des Autors zu analysieren und aufzuzeigen, wie Prinzipien der bildnerischen Praxis, inspiriert durch Paul Klee, in die literarische Verfahrensweise Michaux’ übertragen werden.

  • Intermediale Analyse zwischen Literatur und bildender Kunst (Malerei).
  • Untersuchung der Strukturierung von Raum und Zeit durch „Rahmen“ und „Figuration“.
  • Vergleich der Gattungs- und Identitätskonstruktion bei Plume und den Meidosems.
  • Analyse des Einflusses der Linientheorie Paul Klees auf Michaux’ literarisches Schaffen.
  • Interpretation literarischer Grenzüberwindungen als prozesshafte, mediale Phänomene.

Auszug aus dem Buch

1.1. Spielfeld: Rahmen und Figuration

Anschließend an die Klärung der Bedeutung von Malerei und Schriftstellerei für Henri Michaux soll eine theoretische Grundlage für die Begriffe „Rahmung“ und „Figuration“ geschaffen werden. Um dabei wiederum bei Paul Klee zu beginnen, wird an dieser Stelle auf ein wiederkehrendes Motiv in seinem Werk rekurriert. Seine Gemälde, wie beispielsweise „Vor den Toren von Kairouan“ (1914), „Landschaft in Rot, mit dem weißen Gestirn“ (1917) und „Das Aquarium“ (1927), sind mit einem inneren Rahmen versehen, so dass dieser, als Grenze des Bildes selbst, in Form der Linie in sein Inneres versetzt und durch diese Verdoppelung eine Betonung erfährt.

Mittels dieser Nuancierung wird diese innere Rahmung einerseits deutlich von der Figuration im Zentrum abgrenzt, andererseits aber auch selbst zum Sujet des Bildes. Dieser spielerische Umgang betont das Spannungsfeld zwischen beiden Bildkomponenten und ermöglicht die Überleitung zu theoretischen Grundlagen aus angrenzenden Wissenschaften.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Theoretische Ansätze: Einführung in die Begrifflichkeiten von „Rahmen“ und „Figuration“ sowie deren theoretische Herleitung aus der Kunst Paul Klees und soziologischer Forschung.

2. Textauswahl: Begründung der Auswahl der analysierten Texte Michaux' und theoretische Einordnung der Figuren „Plume“ und der „Meidosems“.

3. Rahmenfunktionen: Untersuchung der Interaktion zwischen den Figuren und ihrer umgebenden Rahmenstruktur, wobei insbesondere die Spiegelung und Abgrenzung analysiert werden.

4. Dynamiken der Figuration: Analyse der Handlungsspielräume und individuellen Emanzipationsversuche von Plume und den Meidosems innerhalb ihrer jeweiligen Welten.

5. Gegenentwürfe und Grenzgebiete: Untersuchung von Grenzüberschreitungen und intertextuellen Bezügen, die die starren Rahmenstrukturen der literarischen Darstellung aufbrechen.

Schlüsselwörter

Henri Michaux, Rahmen, Figuration, Paul Klee, Intermedialität, Plume, Meidosems, Linientheorie, Portrait, Literatur, Malerei, Ekphrasis, Bild, Grenze, Struktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterthesis grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen dem literarischen Text und bildnerischen Prinzipien im Werk von Henri Michaux, basierend auf den Konzepten von Rahmen und Figuration.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Hauptthemen sind die Intermedialität, die Funktion von Grenzen in Text und Bild sowie die Art und Weise, wie Michaux durch seine Figuren (Plume und Meidosems) Identität und Gattungskonstruktionen verhandelt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Michaux zeichnerische Prinzipien in seine Literatur überträgt, um eine „bildhafte Schriftstellerei“ zu etablieren, die traditionelle Mediengrenzen überschreitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt einen strukturanalytischen Ansatz unter Einbeziehung kunsttheoretischer (Paul Klee) und erzähltheoretischer (Gérard Genette) sowie soziologischer Modelle (Erving Goffman, Giorgio Agamben).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rahmenfunktionen in den Textzyklen „Un certain Plume“ und „Portrait des Meidosems“, die Dynamiken der Figuration und spezifische Grenzgebiete, in denen Text und Bild miteinander verschmelzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Rahmen, Figuration, Intermedialität, Linientheorie, Portrait, prozesshafte Linie und Grenzüberschreitung.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Plume von der der Meidosems?

Während Plume als Individuum in einer durch soziale und politische Rahmenbedingungen geprägten Umwelt agiert, werden die Meidosems eher als Gattung oder Spezies behandelt, deren Physiologie direkt mit ihrem Lebensraum verwoben ist.

Welche Bedeutung hat das Aquarell „ad marginem“ von Paul Klee für die Arbeit?

Das Aquarell dient als methodisches Sinnbild, um die Paradoxie zwischen Rahmen und Zentrum sowie die Dynamik der Randbildungen visuell zu veranschaulichen und für die literarische Analyse fruchtbar zu machen.

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Details

Titel
Rahmen und Figuration. Literarische Experimente im Œuvre Henri Michaux'
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Autor
Andrea Dexheimer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
74
Katalognummer
V368420
ISBN (eBook)
9783668458246
ISBN (Buch)
9783668458253
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rahmen figuration literarische experimente œuvre henri michaux
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andrea Dexheimer (Autor:in), 2014, Rahmen und Figuration. Literarische Experimente im Œuvre Henri Michaux', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368420
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  74  Seiten
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