Die Hartz-Reformen waren Anfang des Jahrtausends entwickelt worden, um die hohe Arbeitslosenquote in Deutschland zu bekämpfen und einen neuen Ansatz der Arbeitsmarktpolitik zu schaffen. Seit der Einführung der Reformen hat sich die Arbeitslosigkeit in Deutschland trotz der weltweit schweren Rezession 2008 und 2009 positiv entwickelt und Deutschlands Wirtschaft gilt als die stärkste Europas.
Nichtsdestotrotz steht insbesondere die Hartz-IV-Reform, die am 1. Januar 2005 als letzte der Reformen in Kraft trat, in der öffentlichen Kritik. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Reform insbesondere finanzielle Einbußen für Arbeitslose bedeutet. Ob diese zu einer Senkung der Arbeitslosenquote und allgemein zu einer positiven Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Lage geführt hat, steht zur Debatte.
Der Einfluss der Hartz IV Reform auf die deutsche Volkswirtschaft soll der Gegenstand dieser Arbeit sein. Dafür werde ich zunächst die Hintergründe und Inhalte von Hartz IV darlegen. Anschließend folgt die makroökonomische Analyse anhand dreier Modelle, um die Effekte der Reform zu identifizieren und zu quantifizieren. Als Grundlage werde ich dafür das Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell (1994) verwenden, das die allgemeinen Effekte auf den Arbeitsmarkt erklärt, jedoch keine Betrachtung der Anreizeffekte oder Zahlen liefern kann. Darauf aufbauend wird das Modell von Launov und Wälde (2013) miteinbezogen, die eine Erweiterung des DMP-Modells vornehmen und dabei zu Ergebnissen kommen, die gegen die Hartz-IV-Reform sprechen. Diese Resultate werde ich im Anschluss mit den von Krebs und Scheffel (2013) in einem abweichendem Modell gefundenen Ergebnissen vergleichen, die eine deutlich positivere Bilanz aus der Reform ziehen. Zuletzt werde ich meine Schlussüberlegungen darlegen und einen Ausblick auf die Zukunft der Hartz-Reformen und der Arbeitslosigkeit in Deutschland geben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Hartz-IV-Reform
- Hintergründe
- Inhalte der Reform
- Modellanalyse
- Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell
- Beschreibung des Modells
- Absenkung der Arbeitslosenunterstützung
- Anwendbarkeit des DMP-Modells auf Hartz IV
- Erweiterung des DMP-Modells durch Launov und Wälde
- Beschreibung des Modells
- Ergebnisse des Modells
- Das Modell von Krebs und Scheffel
- Beschreibung des Modells
- Resultate des Modells
- Vergleich der Modelle von Launov/Wälde und Krebs/Scheffel
- Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell
- Ergebnis
- Probleme der Analyse von Hartz IV
- Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die makroökonomischen Effekte der Hartz-IV-Reform auf die deutsche Volkswirtschaft. Sie legt die Hintergründe und Inhalte der Reform dar und analysiert sie anhand von drei Modellen, um die Auswirkungen der Reform zu identifizieren und zu quantifizieren.
- Analyse der Hartz-IV-Reform und ihrer Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
- Anwendung des Diamond-Mortensen-Pissarides-Modells (DMP-Modell)
- Bewertung der Reform anhand von Modellerweiterungen durch Launov und Wälde sowie Krebs und Scheffel
- Vergleich der Ergebnisse der verschiedenen Modelle und deren Schlussfolgerungen
- Diskussion der Herausforderungen und des Ausblicks für die Zukunft der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung
Die Einleitung stellt die Hartz-Reformen als Reaktion auf die hohe Arbeitslosenquote in Deutschland vor und skizziert die Zielsetzung der Arbeit. - Kapitel 2: Die Hartz-IV-Reform
Dieses Kapitel beleuchtet die Hintergründe der Hartz-IV-Reform, die auf die schlechte gesamtwirtschaftliche Lage der 1990er und frühen 2000er Jahre zurückzuführen ist. Es werden die wichtigsten Inhalte der Reform, insbesondere die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II, erläutert. - Kapitel 3: Modellanalyse
Das dritte Kapitel analysiert die Hartz-IV-Reform anhand von drei verschiedenen Modellen. Zunächst wird das Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell (DMP-Modell) vorgestellt, das die allgemeinen Effekte auf den Arbeitsmarkt erklärt. Anschließend werden die Modelle von Launov und Wälde sowie Krebs und Scheffel vorgestellt, die spezifische Aspekte der Reform genauer betrachten.
Schlüsselwörter
Hartz-IV-Reform, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktpolitik, Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell (DMP-Modell), Launov und Wälde, Krebs und Scheffel, Makroökonomische Analyse, Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Arbeitslosenversicherung, Aktivierung, Eigenverantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Hauptziel der Hartz-IV-Reform?
Das Ziel war die Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland durch einen neuen Ansatz der Aktivierung und Eigenverantwortung, insbesondere durch die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe.
Was erklärt das Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell (DMP)?
Das DMP-Modell analysiert allgemeine Effekte auf den Arbeitsmarkt, wie Such- und Matchingprozesse, bietet jedoch wenig Einblick in spezifische individuelle Anreizeffekte.
Welche unterschiedlichen Ergebnisse liefern die Modelle von Launov/Wälde und Krebs/Scheffel?
Während Launov und Wälde eher negative Schlüsse aus der Reform ziehen, kommen Krebs und Scheffel zu einer deutlich positiveren Bilanz hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Effekte.
Was sind die zentralen Kritikpunkte an Hartz IV in dieser Analyse?
Kritisiert werden vor allem die finanziellen Einbußen für Arbeitslose und die Debatte darüber, ob die Reform tatsächlich kausal für die Senkung der Arbeitslosenquote verantwortlich war.
Wie sieht der Ausblick für die deutsche Arbeitsmarktpolitik aus?
Die Arbeit schließt mit Überlegungen zur Zukunft der Hartz-Reformen und der weiteren Entwicklung der Arbeitslosigkeit in der stärksten Wirtschaft Europas.
- Quote paper
- Leonie Fliess (Author), 2015, Makroökonomische Analyse der Hartz-IV-Reform. Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell, Modelle von Launov/Wälde und Krebs/Scheffel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368466