Formen und Funktion der Wissensvermittlung in "Der Schwarm" von Frank Schätzing


Bachelorarbeit, 2017

45 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Science Fiction
2.2 Faktualität und Fiktionalität
2.3 Strategien der Wissensvermittlung

3. Die Darstellung der Wissenschaft im Schwarm
3.1 Der Schwarm als Science-Fiction Literatur
3.2 Der Schwarm als wissensvermittelnder Text
3.2.1 Reduktion
3.2.2 Worterklärungen
3.2.3 Vermischung von Fiktion und Fakten
3.2.4 Personalisierung
3.3 Die Funktion des wissenschaftlichen Schreibens im Schwarm

4. Schlusswort

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Auf tausend Seiten vermittelt der Roman den letzten Stand der Wissenschaft in einer Reihe von Disziplinen, ohne dabei an Spannung oder Lesbarkeit einzubüssen.“[1]

Der Roman der Schwarm von Frank Schätzing vereint die Spannung eines Thrillers mit der Flut an Informationen, die normalerweise nur ein Sachbuch liefert. Das dystopische Szenario von lernfähigen Einzellerkollektiven aus der Tiefsee, die die gesamte Menschheit bedrohen, wird begleitet von ausführlichen Exkursen über Meeresbiologie, Methanvorkommen und Tsunamis. Die Untermauerung der Geschichte mit wissenschaftlich belegten Informationen sorgt dafür, dass der Thriller den Leser nicht nur unterhält, sondern zusätzlich belehrt. Literaturkritikern zufolge wächst dieser Anspruch des Lesers an die Belletristik, mit aufwendig recherchiertem Hintergrundwissen versorgt zu werden.[2]

In der vorliegenden Arbeit soll der Frage nachgegangen werden, auf welche Weise Schätzing die Wissenschaft in seinen Roman integriert. Es soll ermittelt werden, zu welchem Zweck die Fiktion mit faktualen Elementen vermischt wird.

Aus ebendiesem Zweck ergibt sich die Relevanz des in dieser Arbeit zu untersuchenden Themas der Funktion der Wissensvermittlung in Schätzings Roman. Es wird an dem Bespiel Der Schwarm betrachtet, wie sachliches Wissen, in diesem Fall wissenschaftliche Erkenntnisse und sogar ökologische Botschaften, mithilfe eines Romans vermittelt werden können. Die Erkenntnisse dieser Arbeit können somit sowohl für Wissenschaftler, die ihre Forschungsergebnisse kommunizieren und einer größeren Zielgruppe erreichbar machen möchten, als auch für Schriftsteller, die ihre Werke mit wissenschaftlichen Fakten ausschmücken möchten, von Nutzen sein.

Da bisher keine ähnliche Untersuchung des Schwarms existiert, soll neben dem Primärwerk Sekundärliteratur bezüglich des Genres Science Fiction, der Unterscheidung von Fiktionalität und Faktualität und der Vermittlung von Wissen konsultiert werden.

Um die aufgeworfenen Fragen anhand des Romans der Schwarm untersuchen zu können, soll zunächst ein theoretischer Rahmen geschaffen werden. Im Anschluss an eine Definition des Genres Science-Fiction sollen die bereits auf Aristoteles Poetik zurückzuführenden Unterschiede von fiktionalen und faktualen Texten dargelegt werden. Nachdem die Textsorte des wissenschaftsvermittelnden Textes bestimmt und vom wissenschaftlichen Text abgegrenzt wurde, folgt eine genaue Definition der Strategien der Wissenschaftsvermittlung nach Jürg Niederhäuser.[3]

In der darauf folgenden Analyse soll die Darstellung der Wissenschaft im Schwarm herausgearbeitet werden. Hierfür sollen das Genre des Textes ausführlich definiert und Frank Schätzings Methode der Einbettung wissenschaftlicher Informationen in einen fiktiven Rahmen beschrieben werden. Die im Kapitel „Strategien der Wissensvermittlung“ genannten Merkmale populärwissenschaftlicher Texte werden auf den Schwarm angewandt, um das informationsvermittelnde Potential des Textes zu verdeutlichen. Zudem sollen die im Theorieteil ausgearbeiteten Techniken und Strategien wissensvermittelnder Texte an Schätzings Roman nachgewiesen werden. Mittels der Analyse von Formalia, Textpassagen und Figurenkonzeptionen sollen Strategien wie die Reduktion oder die Personalisierung von Wissen im Roman untersucht werden. Abschließend wird die Funktion dieses wissenschaftlichen Schreibens bei Schätzing diskutiert.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definition Science Fiction

Science Fiction leitet sich vom englischen „science“, was „Wissenschaft“ bedeutet, und „fiction“ ab und bezeichnet daher „eine Kombination aus naturwissenschaftlichen Fakten und phantastischer Spekulation“.[4] Das Genre „Science Fiction“ gehört zur „utopisch-phantastischen Literatur“[5]. Von der Phantastik wird es jedoch abgegrenzt, weil Science Fiction Literatur grundsätzlich wissenschaftlich beziehungsweise pseudowissenschaftlich erklärbare Handlungen abbildet.[6] Denn „alle Phänomene der jeweiligen fiktionalen Welten sollten auf ein letztlich naturwissenschaftlich begründetes Weltbild rückführbar sein.“[7] Dabei sei der Begriff „naturwissenschaftlich“ laut Friedrich nicht zu streng zu betrachten, denn vielmehr gehe es um „Verfahren zur wissenschaftlichen Absicherung, die formal an naturwissenschaftlichen Begründungsweisen orientiert, dennoch aber in ihrer Substanz als phantastisch aufzufassen sind.“[8]

Deshalb setze Science Fiction Literatur eine Leserschaft voraus, die beispielsweise den Fachjargon und die pseudowissenschaftlichen Textelemente verstehe. Die Gesellschaft, in der sich Science Fiction als literarisches Genre etabliere, müsse zum einen den Gedanken an die Rebellion des Individuums gegen die Gesellschaft zulassen und zum anderen über Wissen bezüglich Geschichte, Evolution und Philosophie verfügen.[9] Die Entstehungsbedingungen für die Gattung seien folglich die Verbreitung des rationalen Denkens und der Glaube an die beliebige Veränderbarkeit der Welt, welche durch naturwissenschaftliche Erfolge hervorgerufen werde.[10]

Im Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft wird Science Fiction definiert als „Naturwissenschaftlich-technisch akzentuierte Sonderform der utopischen bzw. zukunftsphantastischen Erzählprosa […]“[11].

Allerdings sei Friedrich zufolge eine klare Definition von Science Fiction problematisch, da sie einen uneinheitlichen Bereich der Unterhaltungsliteratur darstelle und es keine gattungstypischen Erzählstrukturen gebe.[12] Zudem sei sie schwer zu definieren, weil sie durch die stetige Erweiterung des wissenschaftlichen Weltbildes immer neue Möglichkeiten dazugewinne.[13]

Zwar beschreibt Friedrich die Gattung als „kanonlos“, nennt aber trotzdem einige zentrale Eigenschaften wie die Zeitgebundenheit, da die Science Fiction an den Stand der Wissenschaft gebunden sei sowie die Schnelllebigkeit, die ihrer jugendlichen Zielgruppe geschuldet sei.[14]

Naturwissenschaft und Technik seien wesentliche Komponenten der Gattung.[15] Science Fiction reflektiere „die Auswirkungen zukünftiger Technik auf das gesellschaftliche Zusammenleben“[16]. Sie sei in einfacher Sprache gehalten, damit die komplexen Themen verstanden werden.[17] Weiterhin thematisiere sie „Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste der Gegenwart im imaginären Freiraum der Phantastik“[18] und spezialisiere sich dabei auf die Unsicherheiten und wunden Punkte der Gesellschaft.[19] Typische Motive seien beispielsweise Außerirdische, Kampf- und Kriegshandlungen in kosmischen Dimensionen, Weltuntergangsszenarien, Zeitreisen sowie das aus der Science Fiction hervorgehende Roboter-Motiv.[20]

Science Fiction müsse nicht zwingend in der Zukunft spielen, obwohl sie grundsätzlich zur zukunftsorientierten Literatur zählt.[21] Die Texte seien „entweder in der Zukunft oder aber in einer verfremdeten Gegenwart“[22] situiert. In der Science Fiction werden mögliche Zukunftsvisionen veranschaulicht.[23] Die Auseinandersetzung mit dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt könne als Warnung für die aktuelle Generation dienen und weise daher einen Bezug zur Realität auf.[24]

Science Fiction sei ein „Versuch, die Identität des Menschen nicht in seiner Geschichte, sondern in seinen angenommenen Möglichkeiten zu finden“[25]. Die Gattung befasse sich somit mit den Möglichkeiten zukünftiger Verhaltensweisen und präsentiere diese für den „ungeschulten Verstand“ zugänglich.[26] Science Fiction kann als Mittel der „Popularisierung technisch wissenschaftlicher Innovationen“ genutzt werden. Auch Herbert Franke weist auf den didaktischen Aspekt der Science Fiction Literatur hin, da sie wissenschaftliche und technische Themen einer breiten Leserschaft vermittle.[27]

Herbert Hörz ist der Ansicht, es sei die Funktion der Science-Fiction, „dem Menschen Freude und Entspannung zu bescheren, Wißbegierde zu wecken, Ungewöhnliches zu zeigen und ihm so nahezulegen, sein eigenes Leben gedanklich anders zu gestalten.“[28] Seiner Meinung nach könne der Autor eines Science Fiction Romans ebenso viel zur Erweiterung des Erkenntnishorizonts der Menschen beitragen wie ein Wissenschaftler. Der Wissenschaftler erweitere den Erkenntnishorizont mittels wissenschaftlicher Methoden auf experimentelle oder mathematische Weise. Der Autor wissenschaftlich-phantastischer Literatur hingegen erweitere den Erkenntnishorizont „prognostisch“ phantasierend und spekulierend[29]: „Wo wissenschaftliche Prognosen versagen, kann wissenschaftliche Phantastik Lücken füllen.“[30] Er schreibt der Science-Fiction sogar das „Vorausdenken für die Wissenschaft“ zu, indem die utopischen Vorstellungen eines Autors zu wirklichen wissenschaftlichen Problemen ausgearbeitet werden.[31] Die Phantasie könne helfen, „historisch bedingte Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnishorizonte zu überschreiten.“[32]

2.2 Faktualität und Fiktionalität

Bereits Aristoteles unterscheidet in seiner Poetik zwischen fiktionaler und faktualer Prosa. Er hält fest, dass sich der Geschichtsschreiber und der Dichter dadurch voneinander unterscheiden, „[…] daß es nicht die Aufgabe des Dichters ist mitzuteilen, was wirklich geschehen ist, sondern vielmehr, was geschehen könnte, d.h. das nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit oder Notwendigkeit Mögliche.“[33] Im Folgenden soll auf diese Unterschiede zwischen fiktionalen und faktualen Erzählungen eingegangen werden. Hierfür werden zunächst der Begriff der Fiktion definiert und die Fiktionalitätssignale dargelegt, bevor anschließend die fiktionale Erzählung von der faktualen abgegrenzt wird. Wie bei Ruth Klüger sollen die neutralen Begriffe „Fakten“ und „Fiktionen“ verwendet werden, da die Worte „Dichtung“ und „Wahrheit“ nicht neutral und wertfrei sind.[34]

Das Substantiv „Fiktion“ leitet sich von dem Lateinischen „fingere“ ab und vereint Bedeutungen wie „fälschlich vorgeben“, „simulieren“ oder „imitieren“.[35] Dieser negative Sinn ist allerdings beim französischen Adjektiv „fictif“, was mit „erdichtet“, „erfunden“ übersetzt werden kann, nicht mehr vorhanden.[36] In der Alltagssprache sind für das Wortfeld die Bedeutungen „irreal“ oder „eingebildet“ verankert.[37]

Der literaturwissenschaftliche Fiktionsbegriff bedeutet, dass der „Schein von Wirklichkeit“ erzeugt werde, selbst wenn die erzählte Welt noch so unwahrscheinlich sei wie zum Beispiel im Märchen.[38]

Merkmale, die einen Text als fiktiv ausweisen, finden sich bereits in den Gattungsbezeichnungen wie „Roman“ oder „Novelle“ sowie Eingangsformeln wie „Es war einmal“ und Schlüssen wie „Und wenn sie nicht gestorben sind“.[39] Der Leser, der weiß, dass er einen Roman liest, bezieht den Inhalt nicht auf den Autor, sondern auf die fiktiven Romangestalten. Demnach sind die fiktiven Figuren für die Fiktionalität eines Textes verantwortlich.[40] Auch die Existenz eines Erzählers ist ein Anzeichen für epische Fiktion: „Die Erschaffung einer Erzählerfigur durch den namensverschiedenen Autor kennzeichnet eine Erzählung als fiktional.“[41]

In Bezug auf die sprachlichen Merkmale von Fiktion spricht Käte Hamburger vom „epischen Präteritum“, welches beispielsweise im Roman nicht mehr seiner eigentlichen grammatischen Funktion, das Vergangene zu bezeichnen, nachkomme, sondern in einem Geschichtswerk Vergangenes und in einem Roman Gegenwärtiges darstelle.[42] Matias Martinez erklärt in seinem Einführungswerk, die erzählte Geschichte gehe in der Fiktion dem Erzählen voran, denn selbst Geschichten, die in der Zukunft spielen, seien im Präteritum verfasst.[43]

Zudem zählen Verben der inneren Vorgänge wie „denken“ und „fühlen“ und die erlebte Rede zu den Fiktionalitätssignalen.[44] Monika Fludernik vertritt die Meinung, dass die „ausführliche Bewusstseinsdarstellung dem Roman, also der Fiktion, vorbehalten bleibt.“[45]

Weitere „Fiktionalitätsindices“ nach Gérard Genette sind detaillierte Szenen, Beschreibungen und wörtlich wiedergegebene Dialoge, da sie einen faktualen Text unwahrscheinlich erscheinen lassen würden.[46] Ebenso zählt er die „metadiegetische Erzählung“, also die Wiedergabe eines größeren Teils der Erzählung durch eine der Figuren, zu den Anzeichen für Fiktionalität.[47]

Zur Differenzierung zwischen fiktionalem und faktualem Erzählen ist zunächst eine Definition von „Erzählen“ sinnvoll: „Als ‚Erzählen‘ bezeichnet man eine Art von mündlicher oder schriftlicher Rede, in der jemand jemandem etwas Besonderes mitteilt […]“[48] Das Erzählen wird weiter untergliedert in reales und fiktives, dichterisches und nichtdichterisches Erzählen, wobei das reale, nichtdichterische, authentische Erzählen wie zum Beispiel in einem Bericht als faktuales Erzählen bezeichnet wird. Ein Märchen wäre demnach eine erfundene Erzählung in dichterischer Sprache.[49] Monika Fludernik betont in ihren Ausführungen, dass sie bei ihrer Unterscheidung zwischen fiktional und faktual nur auf den Erzählakt verweise, die Diegese hingegen könne real oder fiktiv sein.[50] Das Adjektiv „fiktional“ bezeichne nämlich beispielsweise einen Roman, der eine fiktive Geschichte enthält. Während die Figuren in der Geschichte fiktiv sind, ist der Roman fiktional, da er in der Realität existiert.[51]

Im Unterschied zu faktualen Erzählungen handeln fiktionale Erzählungen von Geschichten und Handlungsträgern, die nicht existieren.[52] „Fiktiv“ steht also im Gegensatz zu „real“ und der Schreiber eines fiktiven Textes habe Martinez zufolge „keinen Anspruch auf […] Referenzialisierbarkeit, d.h. Verwurzelung in einem empirisch-wirklichen Geschehen“.[53] Martinez bestimmt faktuale Texte als „real“: „Faktuale Texte sind Teil einer realen Kommunikation, in der das reale Schreiben eines realen Autors einen Text produziert, der aus Sätzen besteht, die von einem realen Leser gelesen und als tatsächliche Behauptungen des Autors verstanden werden.“[54] Während die faktuale Erzählung an eine reale Kommunikationssituation geknüpft sei, sei die fiktionale Erzählung nicht unmittelbar „in einen realen raum-zeitlichen Zusammenhang“ eingebunden, wodurch der Freiraum entstehe, den der Autor mit seiner Phantasie fülle.[55]

Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist der Erzähler als von dem Autor verschiedene Instanz, der in faktualen Texten nicht vorhanden ist. Der Autor einer faktualen Erzählung benötigt keine zusätzliche Erzählerfigur, um sich von den dargestellten Inhalten zu distanzieren, da er selbst die Verantwortung für seine Behauptungen übernimmt.[56]

Außerdem erhält der Leser zu fiktionalen Welten nur über das jeweilige Werk Zugang, bei faktualen Texten hingegen gibt es meist weitere Informationsquellen, die denselben Gegenstand behandeln.[57]

Gérard Genette nimmt die Abgrenzung der beiden Erzählweisen vor, indem er die fiktionale Erzählung, ähnlich wie Aristoteles, der von der „Nachahmung einer […] Handlung“[58] spricht, als „Vortäuschung oder Simulation der faktualen Erzählung“[59] definiert. Der Autor gebe vor, eine wahre Geschichte zu erzählen, ohne dass er jedoch vor dem Leser einen Anspruch auf Glaubhaftigkeit erhebe.[60]

Diese Unterschiede manifestieren sich auch in der Erwartung, die der Leser an einen Text hat. Während er von einem faktualen Text die sachliche Wiedergabe von Tatsachen erwartet, erhofft er sich von einem fiktionalen Text, unterhalten zu werden.[61] Auch die Wirkung auf den Leser unterscheidet sich dementsprechend: „[…] fiktionale Texte rufen eher Gefühle des Sich-Hineinversenkens hervor, während bei faktualen Texten die kritische Analyse und das anwendungsbezogene Verständnis der Erzählung emotiv wirken.“[62]

Beide Wirkungsabsichten können in einem Text vereint werden, wenn fiktionale und faktuale Elemente vermischt werden. Da sich sowohl formelle Aspekte wie die Sprache als auch innerhalb der Geschichte liegende Merkmale wie die erzählte Welt und die Figuren frei gestalten lassen, kann die Fiktion auch auf die Weise gestaltet werden, dass die „Illusion einer faktualen Erzählung“[63] geschaffen wird und faktuale Elemente können in fiktionale Texte eingebettet sein. Allerdings schränkt die Beschäftigung mit Fakten den Autor ein: „Wer über Wirkliches schreibt, kann sich nicht über Wirkliches hinwegsetzen.“[64], denn „Fakten […] sind die Pfeiler, die unserer Phantasie ihre Grenzen setzen […]“[65]. Diese Vermischung von Fiktionalem und Faktualem soll im zweiten Teil dieser Arbeit am Beispiel des Romans Der Schwarm veranschaulicht werden.

2.3 Strategien der Wissensvermittlung

Wolf-Andreas Liebert definiert einen Vermittlungstext als „Text, mit dem Wissenschaft hinsichtlich eines bestimmten Ziels vermittelt wird.“[66] Diese populärwissenschaftlichen Texte gehören nicht der wissenschaftlichen, sondern der öffentlichen Welt an, wobei mit der wissenschaftlichen Welt „die Auseinandersetzung mit Themen und Gegenständen eines Faches“[67] gemeint ist.[68]

[...]


[1] Cornils, Ingo: Reisen in Zeit und Raum: die Renaissance der deutschen Science Fiction. In: literatur für leser 29 (2006), S. 280.

[2] Vgl. http://www.sueddeutsche.de/panorama/autoren-die-unterwasserschreibmaschine-1.922831, (Zugriff: 11.02.2017).

[3] Vgl. Niederhäuser, Jürg: Wissenschaftssprache und populärwissenschaftliche Vermittlung. Tübingen 1999.

[4] Lorenz, Christoph F.: Science-Fiction. In: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Hg. von Jan-Dirk Müller. Bd. 3. Berlin/New York 2003, S. 412.

[5] Friedrich, Hans-Edwin: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur. Ein Referat zur Forschung bis 1993. Tübingen 1995, S. 9.

[6] Vgl. Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 105.

[7] Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 4.

[8] Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 4.

[9] Vgl. Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 2.

[10] Vgl. Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 22.

[11] Lorenz: Science-Fiction, S. 412.

[12] Vgl. Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 27.

[13] Vgl. Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 50.

[14] Vgl. Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 35.

[15] Vgl. Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 22.

[16] Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 52.

[17] Vgl. Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S.52.

[18] Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 52.

[19] Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 53.

[20] Vgl. Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 120-125.

[21] Vgl. Franke, Herbert: Science-Fiction, Wissenschaft und Technik. In: Science-Fiction Essays. Leipzig 1987, S. 64.

[22] Lorenz: Science-Fiction, S. 412.

[23] Vgl. Hörz, Herbert: Über die Beziehung von SF und wissenschaftlicher Erkenntnis. In: Science-Fiction Essays. Leipzig 1987, S. 72.

[24] Vgl. Hörz: Über die Beziehung von SF und wissenschaftlicher Erkenntnis, S. 72.

[25] Friedrich: Science-Fiction in der deutschsprachigen Literatur, S. 50.

[26] Vgl. Hörz: Über die Beziehung von SF und wissenschaftlicher Erkenntnis, S. 73.

[27] Vgl. Franke: Science-Fiction, Wissenschaft und Technik, S. 63.

[28] Hörz: Über die Beziehung von SF und wissenschaftlicher Erkenntnis, S. 77.

[29] Vgl. Hörz: Über die Beziehung von SF und wissenschaftlicher Erkenntnis, S. 74.

[30] Hörz: Über die Beziehung von SF und wissenschaftlicher Erkenntnis, S. 77.

[31] Hörz: Über die Beziehung von SF und wissenschaftlicher Erkenntnis, S. 71.

[32] Vgl. Hörz: Über die Beziehung von SF und wissenschaftlicher Erkenntnis, S. 72.

[33] Aristoteles: Poetik. Übersetzt und herausgegeben von Manfred Fuhrmann. Stuttgart 1982, S.29.

[34] Vgl. Klüger, Ruth: Gelesene Wirklichkeit. Fakten und Fiktionen in der Literatur. Göttingen 2006, S.72.

[35] Vgl. Hamburger, Käte: Die Logik der Dichtung. Stuttgart 1957, S. 53.

[36] Vgl. http://dict.leo.org/franz%C3%B6sisch-deutsch/fictif, (Zugriff : 24.02.17).

[37] Vgl. Hamburger, Käte: Die Logik der Dichtung. Stuttgart 1957, S. 54.

[38] Vgl. Hamburger, Käte: Die Logik der Dichtung. Stuttgart 1957, S. 55.

[39] Vgl. Martinez, Matias / Scheffel, Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München 1999, S. 16.

[40] Vgl. Hamburger, Käte: Die Logik der Dichtung. Stuttgart 1957, S. 58.

[41] Fludernik, Monika: Narratologische Probleme des faktualen Erzählens. In: Faktuales und fiktionales Erzählen. Interdisziplinäre Perspektiven. Hg. von Monika Fludernik, Nicole Falkenhayner und Julia Steiner. Würzburg 2015, S. 116.

[42] Vgl. Hamburger, Käte: Die Logik der Dichtung. Stuttgart 1957, S. 64.

[43] Vgl. Martinez, Matias / Scheffel, Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München 1999, S. 18-19.

[44] Vgl. Hamburger, Käte: Die Logik der Dichtung. Stuttgart 1957, S. 72-78.

[45] Fludernik: Narratologische Probleme des faktualen Erzählens, S. 117.

[46] Vgl. Genette, Gérard: Fiktion und Diktion. München 1992, S. 74.

[47] Vgl. Genette, Gérard: Fiktion und Diktion. München 1992, S. 79.

[48] Martinez, Matias / Scheffel, Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München 1999, S. 9.

[49] Vgl. Martinez, Matias / Scheffel, Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München 1999, S. 10.

[50] Vgl. Fludernik, Monika: Narratologische Probleme des faktualen Erzählens, S. 116.

[51] Vgl. Gabriel, Gottfried: Fiktion und Wahrheit. Eine semantische Theorie der Literatur. Stuttgart 1975, S.14.

[52] Vgl. Zipfel, Frank: Fiktion, Fiktivität, Fiktionalität. Analysen zur Fiktion in der Literatur und zum Fiktionsbegriff in der Literaturwissenschaft. Berlin 2001, S. 116.

[53] Martinez, Matias / Scheffel, Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München 1999, S. 13.

[54] Martinez, Matias / Scheffel, Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München 1999, S. 17.

[55] Vgl. Martinez, Matias / Scheffel, Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München 1999, S. 19.

[56] Vgl. Genette, Gérard: Fiktion und Diktion. München 1992, S. 80.

[57] Vgl. Martinez, Matias / Scheffel, Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München 1999, S. 20.

[58] Aristoteles: Poetik. Übersetzt und herausgegeben von Manfred Fuhrmann. Stuttgart 1982, S. 19.

[59] Genette, Gérard: Fiktion und Diktion. München 1992, S. 68.

[60] Vgl. Genette, Gérard: Fiktion und Diktion. München 1992, S. 68.

[61] Vgl. https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch/artikel/die-leseerwartung-faktuale-und-fiktionale-texte, (Zugriff: 24.02.17).

[62] Fludernik, Monika: Narratologische Probleme des faktualen Erzählens, S. 118.

[63] Martinez, Matias / Scheffel, Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München 1999, S. 19.

[64] Klüger, Ruth: Gelesene Wirklichkeit. Fakten und Fiktionen in der Literatur. Göttingen 2006, S. 75.

[65] Klüger, Ruth: Gelesene Wirklichkeit. Fakten und Fiktionen in der Literatur. Göttingen 2006, S. 92-93.

[66] Liebert, Wolf-Andreas: Wissenstransformation. Handlungssemantische Analysen von Wissenschafts- und Vermittlungstexten. Berlin 2002, S. 106.

[67] Niederhäuser: Wissenschaftssprache und populärwissenschaftliche Vermittlung, S. 38.

[68] Vgl. Niederhäuser: Wissenschaftssprache und populärwissenschaftliche Vermittlung, S. 37.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Formen und Funktion der Wissensvermittlung in "Der Schwarm" von Frank Schätzing
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
45
Katalognummer
V368545
ISBN (eBook)
9783668481152
ISBN (Buch)
9783668481169
Dateigröße
847 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frank Schätzing, Der Schwarm, Wissen, Wissensvermittlung, Wissenschaft
Arbeit zitieren
Valerie Till (Autor), 2017, Formen und Funktion der Wissensvermittlung in "Der Schwarm" von Frank Schätzing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368545

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