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Juvenile Boot Camps. Wie sinnvoll und erfolgreich sind Juvenile Boot Camps als Erziehungsanstalten?

Title: Juvenile Boot Camps. Wie sinnvoll und erfolgreich sind Juvenile Boot Camps als Erziehungsanstalten?

Seminar Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: gut

Autor:in: lic. phil. Eliane Zürrer-Tobler (Author)

Social Work
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Das Thema Boot Camp interessiert mich, seit ich ein Schuljahr in den USA verbracht habe und dort durch das Fernsehen auf diese Erziehungsanstalten aufmerksam wurde. In Talkshow Sendungen stellten verzweifelte Eltern ihre verhaltensauffälligen Teenager vor, welche anschliessend zur ‚Besserung’ in ein Boot Camp geschickt wurden. Man konnte am TV miterleben, wie die eben noch so rebellischen Jugendlichen, im Boot Camp an ihre Grenzen gebracht wurden. In einer nächsten Sendung zeigten sich dieselben Teenager wieder im Studio, meist völlig verwandelt, zurückhaltend und folgsam. Ich war wahnsinnig fasziniert von dem Einfluss, den diese Boot Camps anscheinend hatten. Mich beschäftigte die Frage, ob dies tatsächlich funktionierte, oder ob die Shows etwa gestellt waren. Doch diese Talkshowsendungen waren wahnsinnig überzeugend, man konnte gar nicht anders als an die heilende Wirkung dieser Camps glauben. Die in der Sendung völlig respektlos und gestört wirkenden Jugendlichen machten einen wütend, da schien der harte militärische Drill eines Boot Camp genau das Richtige zu sein. Da ich zu dieser Zeit mit einer äusserst verhaltensauffälligen Gastschwester konfrontiert war und erlebte wie ihre Eltern an Grenzen kamen, hätte ich ihnen diese Methode nur zu gerne empfohlen.
Als ich mein Studium in der Schweiz aufnahm, freute ich mich, wieder von diesen Boot Camps zu hören. Jedoch vernahm ich nur negative Stimmen und Entsetzen. „Klar tönt es brutal“, dachte ich, „doch wenn ihr Theoretiker einmal einen verhaltensauffälligen, amerikanischen Teenie live erlebt, würdet ihr ihn eigenhändig in ein Boot Camp bringen!“ Die Frage „Wie sinnvoll und erfolgreich sind Boot Camps als Erziehungsanstalten?“ begann mich zu interessieren. So beschloss ich der Sache anhand folgender Proseminararbeit auf den Grund zu gehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Definition, Beschreibung und Abgrenzung

2.2 Historischer Hintergrund

2.3 Theoretische Ansätze

2.4 Forschungsergebnisse

2.5 Pädagogische Rechtfertigung der Juvenile Boot Camp Programme

2.6 Pro und Kontra

3. Schlussfolgerung

Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Sinnhaftigkeit und den Erfolg von sogenannten „Juvenile Boot Camps“ als private Erziehungsanstalten für verhaltensauffällige, jedoch nicht straffällige Jugendliche. Ziel ist es, die pädagogische Rechtfertigung dieser Programme kritisch zu hinterfragen und deren Nutzen im Vergleich zu den Risiken von Missbrauch und ineffizienten militärischen Erziehungsmethoden zu bewerten.

  • Definition und Abgrenzung von Juvenile Boot Camps
  • Historische Entwicklung und theoretische Grundlagen
  • Analyse von Forschungsergebnissen zur Wirksamkeit
  • Pädagogische Rechtfertigung durch private Anbieter
  • Kritische Gegenüberstellung von Pro- und Kontra-Argumenten

Auszug aus dem Buch

2.5 Pädagogische Rechtfertigung der Juvenile Boot Camp Programme

Wie bereits erwähnt, möchte ich mich vor allem mit der Begründung der Juvenile Boot Camps für verhaltensauffällige Teenager beschäftigen. Denn die Frage, ob Boot Camps als Erziehungsanstalten für schwierige Teenager eingesetzt werden können, differenziert sich stark von derjenigen, ob Boot Camps als Strafvollzugsersatz gerechtfertigt sind.

Bei der Suche nach Unterlagen bin ich im Internet auf mehrere Seiten, die Werbung für Juvenile Boot Camps machen, gestossen. Mit grossen, farbigen Buchstaben und lachenden Teenagergesichtern werden Eltern, etwas überspitzt gesagt, dazu aufgerufen, ihr ‚Problemkind’ doch einfach in ein Boot Camp zur ‚Heilung’ zu schicken.

Für Eltern, die sich nicht sicher sind, welches der angebotenen Programme (das Shortterm Programm, das Behaviour Modification Programm oder das Wilderness Programm, vgl. S. 6ff) für ihr Kind das richtige ist, gibt es sogar Fragebogen, die online ausgefüllt werden können. Innert kürzester Zeit weiss man dann, ob der Sprössling eher ein Shortterm Programm oder eine längerfristigere Lösung benötigt. Falls immer noch Unklarheiten bestehen, bieten praktisch alle Seiten eine gebührenfreie Telefonnummer an.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Die Autorin erläutert ihre persönliche Motivation für die Themenwahl, die durch eigene Erfahrungen mit amerikanischen Talkshows und verhaltensauffälligen Jugendlichen sowie ihr Studium in der Schweiz geprägt ist.

1. Einleitung: Es erfolgt die Eingrenzung des Themas auf private „Juvenile Boot Camps“ für nicht straffällige Jugendliche und die Formulierung der zentralen Forschungsfrage.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt umfasst die Definition, den historischen Kontext, theoretische kriminalistische Ansätze, die Auswertung vorhandener Studien sowie die Untersuchung der pädagogischen Argumentation und eine kritische Pro-Kontra-Analyse.

3. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst zusammen, dass die Grundgedanken der Programme zwar logisch erscheinen, jedoch aufgrund der hohen Missbrauchsgefahr und mangelnder Belege für die Effektivität militärischer Methoden nicht zu empfehlen sind.

Nachwort: Die Autorin reflektiert die Schwierigkeiten bei der Literatursuche und plädiert abschließend für eine stärkere staatliche Kontrolle sowie die Entwicklung alternativer Erziehungskonzepte.

Schlüsselwörter

Juvenile Boot Camps, Erziehungsanstalten, verhaltensauffällige Jugendliche, Militärischer Drill, Behavior Modification, Pädagogische Rechtfertigung, Missbrauch, Jugendhilfe, Prävention, Resozialisierung, USA, Kritik, Strafvollzug, Disziplin, Erziehungsmethoden

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Sinnhaftigkeit und den Erfolg von privaten „Juvenile Boot Camps“ als Erziehungsanstalten für verhaltensauffällige, aber nicht straffällige Jugendliche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit deckt die Definition von Boot Camps, ihre historischen Vorläufer, die zugrunde liegenden kriminologischen Theorien und eine ethische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit und den Risiken dieser Programme ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, ob das militärische Modell der Boot Camps eine sinnvolle pädagogische Erziehungsmaßnahme für schwierige Teenager darstellt oder ob die Risiken überwiegen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Aufgrund der dünnen Quellenlage in der Fachliteratur basiert die Arbeit primär auf einer Literaturanalyse sowie einer systematischen Auswertung verschiedener Internetquellen und Webseiten von Anbietern und Kritikern.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Betrachtung von Forschungsergebnissen zur Rückfallquote, eine Analyse der Verkaufsargumente privater Anbieter sowie eine kritische Gegenüberstellung von Pro- und Kontra-Stimmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Juvenile Boot Camps, pädagogische Rechtfertigung, militärischer Drill, Verhaltensänderung, Missbrauchsgefahr und Resozialisierung.

Wie rechtfertigen private Anbieter ihre Boot-Camp-Programme?

Die Anbieter nutzen oft aggressive Werbestrategien, die Eltern Schuldgefühle einreden und den Eltern vermitteln, dass militärischer Drill und Disziplin die einzige Lösung für ihr „Problemkind“ seien.

Welche Rolle spielt die Missbrauchsgefahr in der Arbeit?

Die Autorin stellt fest, dass durch das Fehlen staatlicher Regulierungen und die Autonomie der Einrichtungen ein enormes Risiko für Misshandlungen besteht, was die positiven pädagogischen Absichten häufig zunichtemacht.

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Details

Title
Juvenile Boot Camps. Wie sinnvoll und erfolgreich sind Juvenile Boot Camps als Erziehungsanstalten?
College
University of Zurich
Grade
gut
Author
lic. phil. Eliane Zürrer-Tobler (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V36860
ISBN (eBook)
9783638363761
Language
German
Tags
Juvenile Boot Camps Juvenile Boot Camps Erziehungsanstalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
lic. phil. Eliane Zürrer-Tobler (Author), 2004, Juvenile Boot Camps. Wie sinnvoll und erfolgreich sind Juvenile Boot Camps als Erziehungsanstalten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36860
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