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Immaterielle Vermögensgegenstände im digitalen Zeitalter. Eine Analyse der handelsrechtlichen Behandlungsmöglichkeiten im Vergleich zu den IFRS

Title: Immaterielle Vermögensgegenstände im digitalen Zeitalter. Eine Analyse der handelsrechtlichen Behandlungsmöglichkeiten im Vergleich zu den IFRS

Bachelor Thesis , 2015 , 81 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Kathrin Niemczyk (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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In dieser Arbeit soll die Frage geklärt werden, in welchem Maß die unterschiedlichen Rechnungslegungssysteme in der Lage sind, immaterielle Vermögensgegenstände sachgerecht darzustellen und warum Abweichungen von diesem Ziel teilweise trotzdem sinnvoll sind bzw. wie diese von den Gesetzgebern begründet werden.

Das Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der bilanziellen Behandlung von immateriellen Vermögensgegenständen bzw. Vermögenswerten. Zum einen werden die Regelungen des HGB und den IFRS aufgezeigt und zum anderen werden die Regelungen dieser beiden Normen miteinander verglichen, um eine sachgerechte Einschätzung über die Vergleichbarkeit der Jahresabschlüsse zu treffen.

Durch die zunehmende Digitalisierung der Umwelt nimmt die Bedeutung immaterieller Vermögensgegenstände stetig zu. Auch wird der Anteil der materiellen Gegenstände bei Forschungs- und Entwicklungsgesellschaften durch die große Rolle des Technologie-, Forschungs- und Informationssektors immer kleiner. Deutschland wird mehr und mehr zu einer Wissensgesellschaft und Wissen ist abstrakt gesehen ein immaterielles Gut. Daher rührt unter anderem die zunehmende Relevanz der immateriellen Vermögensgegenstände.

Die Internationalisierung spielt auch zunehmend eine entscheidende Rolle für die nationale Rechnungslegung. Ziel der Rechnungslegung, egal ob im Hinblick auf die nationale oder internationale, ist, einen funktionierenden Kapitalmarkt durch Informationssymmetrie zu unterstützen. Die Stakeholder brauchen ausreichend Informationen um auf dem Kapitalmarkt entscheiden zu können in welches Unternehmen sie investieren sollen, um die gewünschte Rendite zu erzielen. Ziel der Gesetzgeber sollte sein, dass diese benötigte Informationssymmetrie entsteht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Vorgehensweise

2. Definition und Einordnung

2.1 Immaterielle Vermögensgegenstände bzw. Vermögenswerte

2.2 E-Books

2.3 Bitcoins

2.4 Geschäfts- oder Firmenwert

3. Bilanzierung immaterieller Vermögensgenstände nach Handelsrecht

3.1 Ansatz, Aktivierung

3.1.1 Abstrakte Aktivierungsfähigkeit

3.1.2 Konkrete Aktivierungsfähigkeit

3.1.2.1 Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände

3.1.2.2 Entgeltlich erworbene Vermögensgegenstände

3.2 Folgebewertung

3.2.1 Planmäßige Abschreibung

3.2.2 Außerplanmäßige Abschreibung

3.3 Ausweis und Anhangangaben

4. Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IAS/IFRS

4.1 Ansatz, Aktivierung

4.1.1 Abstrakte Aktivierungsfähigkeit

4.1.2 Konkrete Aktivierungsfähigkeit

4.1.2.1 Allgemeine Ansatzkriterien für Vermögenswerte

4.1.2.2 Erweiterte Ansatzkriterien für selbsterstellte Vermögenswerte

4.1.3 Bewertungsmöglichkeiten des Zugangswertes

4.1.3.1 Einzeln erworbene immaterielle Vermögensgegenstände

4.1.3.2 Erwerb immaterieller Vermögenswerte im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses

4.1.3.3 Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte

4.2 Folgebewertung

4.2.1 Anschaffungskostenmodell

4.2.2 Neubewertungsmodell

4.2.3 Planmäßige Abschreibung

4.2.4 Wertberichtigungen

4.3 Ausweis und Anhangangaben

5. Besonderheiten des Geschäfts- oder Firmenwertes

5.1 Nach Handelsrecht

5.1.1 Originärer Geschäfts- oder Firmenwert

5.1.2 Derivativer Geschäfts- oder Firmenwert

5.2 Änderungen nach BilRUG

5.3 Nach IAS/IFRS

5.3.1 Derivativer Geschäfts- oder Firmenwert

5.3.1 Originärer Geschäfts- oder Firmenwert

6. Schlussbetrachtung

6.1 Zusammenfassung

6.2 Prognose

6.3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung immaterieller Vermögensgegenstände, insbesondere im Kontext digitaler Güter (wie E-Books und Bitcoins) sowie des Geschäfts- oder Firmenwertes, und vergleicht dabei die Regelungen des deutschen Handelsrechts mit den International Financial Reporting Standards (IFRS).

  • Vergleich der Bilanzierungsstandards (HGB vs. IFRS) für immaterielle Werte.
  • Analyse der Ansatz- und Bewertungsvorschriften für selbst geschaffene und entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände.
  • Untersuchung der spezifischen Problematiken bei der Bilanzierung digitaler Güter wie Bitcoins und E-Books.
  • Darstellung der Bilanzierung des Geschäfts- oder Firmenwertes (Goodwill) nach nationalen und internationalen Normen.
  • Berücksichtigung aktueller gesetzlicher Änderungen, wie etwa durch das BilRUG.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Abstrakte Aktivierungsfähigkeit

Die abstrakte Aktivierungsfähigkeit beruht auf dem Gedanken des Schuldendeckungspotenzials. Dies lässt sich aus § 242 Abs. 1 S. 1 HGB ableiten. Hier wird nämlich festgelegt, dass ein Kaufmann verpflichtet ist jedes Jahr sein Vermögen und seine Schulden gegenüberzustellen. Die abstrakte Aktivierungsfähigkeit ist gegeben, soweit der Vermögensgegenstand fähig ist, Schulden zu decken. Das HGB definiert den Begriff des Vermögensgegenstandes im Gegensatz zu den IFRS nicht, daher muss dieser im Rahmen der GoB interpretiert werden. Häufig werden dazu folgende Interpretationskriterien verwendet: zukünftiges Nutzenpotenzial, selbstständige Bewertungsfähigkeit und Verkehrsfähigkeit.

Das zukünftige Nutzenpotenzial beschreibt die Entstehung eines Vorteils, dessen Bestehen über ein Geschäftsjahr hinausreicht. Das Bestehen wird durch die betriebliche Nutzungsmöglichkeit begründet. Diese ist aber bereits gegeben, wenn der Vermögensgegenstand vermögensmehrend im Unternehmen eingesetzt werden kann. Daher sind auch Spezialanfertigungen, die nur in einem Unternehmen eingesetzt werden können, Vermögensgegenstände, da sie dort vermögensmehrend eingesetzt werden.

Auch die selbstständige Bewertbarkeit wird im Rahmen der abstrakten Aktivierungsfähigkeit vorausgesetzt. Diese wird aus dem Grundsatz der Einzelbewertung gem. § 252 Abs. 1 Nr. 3 HGB abgeleitet. Die Bestimmung der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten wird durch die Voraussetzung der Abgrenzbarkeit von anderen Vermögensgegenständen zum Abschlussstichtag sichergestellt.

Die selbstständige Verkehrsfähigkeit ist das wichtigste Definitionskriterium. Sie ist gegeben, wenn ein Vermögensgegenstand für sich alleine im Rechtsverkehr übertragen werden kann. Aber auch solche Gegenstände, die von Natur aus einzeln veräußerbar sind, sind Vermögensgegenstände. Diese zusätzliche Definition ist notwendig, da sonst Gegenstände für die gesetzliche oder vertragliche Veräußerungsverbote bestehen, nicht als Vermögensgegenstände einzuordnen wären.

Die abstrakte Aktivierungsfähigkeit immaterieller Vermögensgegenstände ist gegeben, sobald die Eigenschaften eines Vermögensgegenstandes erfüllt und diese auch einzeln verwertbar sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die zunehmende Bedeutung immaterieller Vermögensgegenstände durch die Digitalisierung und definiert das Ziel, die Bilanzierung nach HGB und IFRS zu vergleichen.

2. Definition und Einordnung: Vermittelt ein Grundverständnis für den Begriff der immateriellen Vermögensgegenstände, E-Books, Bitcoins und den Geschäfts- oder Firmenwert.

3. Bilanzierung immaterieller Vermögensgenstände nach Handelsrecht: Erläutert Ansatz, Aktivierung, Folgebewertung sowie Ausweis und Anhangangaben gemäß den Vorschriften des HGB.

4. Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte nach IAS/IFRS: Detailliert die internationalen Bilanzierungsregeln nach IAS 38, inklusive Ansatzkriterien, Bewertungsmethoden und Anhangangaben.

5. Besonderheiten des Geschäfts- oder Firmenwertes: Behandelt die spezifische Bilanzierung des Goodwill nach nationalen Regeln und IFRS sowie Auswirkungen geplanter Gesetzesänderungen.

6. Schlussbetrachtung: Fasst die wesentlichen Unterschiede und Problemfelder zusammen, gibt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und schließt mit einer kritischen Würdigung ab.

Schlüsselwörter

Immaterielle Vermögensgegenstände, HGB, IFRS, Bilanzierung, Aktivierung, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, Geschäfts- oder Firmenwert, E-Books, Bitcoins, Folgebewertung, Abschreibung, BilRUG, IAS 38, Finanzberichterstattung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der bilanziellen Behandlung immaterieller Vermögensgegenstände unter besonderer Berücksichtigung digitaler Güter und dem Vergleich zwischen deutschem Handelsrecht und internationalen Rechnungslegungsstandards.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition immaterieller Werte, den Ansatz- und Bewertungsvorschriften für diese sowie der spezifischen Behandlung von Geschäfts- oder Firmenwerten und digitalen Wirtschaftsgütern wie Bitcoins und E-Books.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Vergleich der handelsrechtlichen (HGB) und internationalen (IFRS) Rechnungslegungssysteme hinsichtlich der sachgerechten Darstellung immaterieller Vermögensgegenstände sowie die kritische Analyse der bestehenden Regeln.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller Rechnungslegungsvorschriften, um die bilanzielle Behandlung der behandelten Gegenstände theoretisch zu durchdringen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Bilanzierungsvorschriften nach HGB und IFRS, wobei jeweils der Ansatz, die Zugangsbewertung, die Folgebewertung und die Anhangangaben für immaterielle Werte analysiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind hierbei Aktivierungsfähigkeit, Anschaffungs- und Herstellungskosten, planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, das Neubewertungsmodell sowie die regulatorischen Änderungen durch das BilRUG.

Warum stellt die Bilanzierung von Bitcoins nach HGB eine Herausforderung dar?

Die Einordnung als immaterieller Vermögensgegenstand erfordert die Definition des Herstellungsprozesses ("Mining") und die Klärung, ob Anschaffungs- oder Herstellungskosten vorliegen, bei gleichzeitig hoher Volatilität und fehlender eindeutiger Definition in manchen Aspekten.

Was unterscheidet die IFRS-Regeln beim Geschäfts- oder Firmenwert von denen des HGB?

Ein wesentlicher Unterschied ist das Verbot der planmäßigen Abschreibung unter IFRS (hier findet nur ein Wertminderungstest statt), während das HGB eine zwingende planmäßige Abschreibung vorschreibt.

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Details

Title
Immaterielle Vermögensgegenstände im digitalen Zeitalter. Eine Analyse der handelsrechtlichen Behandlungsmöglichkeiten im Vergleich zu den IFRS
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)
Grade
1,2
Author
Kathrin Niemczyk (Author)
Publication Year
2015
Pages
81
Catalog Number
V368905
ISBN (eBook)
9783668493377
ISBN (Book)
9783668493384
Language
German
Tags
immaterielle vermögensgegenstände zeitalter eine analyse behandlungsmöglichkeiten vergleich ifrs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Niemczyk (Author), 2015, Immaterielle Vermögensgegenstände im digitalen Zeitalter. Eine Analyse der handelsrechtlichen Behandlungsmöglichkeiten im Vergleich zu den IFRS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368905
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