Musik begleitet die meisten Menschen in ihrem Alltag. Mit Tablets und Smartphones können wir Musik hören wann und wo wir wollen. Doch die reine Musikwiedergabe ist nicht das Einzige, was die mobilen Geräte können. Durch unzählige Apps kann das Smartphone oder Tablet auch zum Musikinstrument werden. So erzählte Damon Albarn, der Erschaffer der Band Gorillaz, beispielsweise, dass er ein ganzes Album nur mit Hilfe von Musik-Apps aufnahm: „I’ve made it on an iPad – I hope I’ll be making the first record on an iPad. I fell in love with my iPad as soon as I got it, so I’ve made a completely different kind of record.” Auch das DigiEnsemble Berlin nutzt Smartphones und Tablets als Musikinstrumente. Mit Musik-Apps, die eigentlich als Anwendungen zum Zeitvertreib programmiert wurden, entwickeln die jungen Musiker professionelle Musikprojekte.
In dieser Arbeit möchte ich mich deshalb der Frage widmen, ob Musik-Apps gleichzeitig auch als eigenständige Musikinstrumente zu definieren sind oder nur die digitale Version bereits bestehender Instrumente darstellen. Eine weitere Frage, die ich untersuchen möchte ist, ob Musik-Apps normale Instrumente in Zukunft ersetzen könnten. Hierzu werde ich im ersten Teil meiner Arbeit versuchen eine eigene Definition für ein Musikinstrument zu formulieren. Im Anschluss gehe ich dann genauer auf die Musik-Apps selbst ein, erläutere anhand einiger Apps ihre Funktionsweise und zeige weitere Beispiele für den professionellen Gebrauch von Musik-Apps. Alle Applikationen, deren Funktionsweise ich beschreiben werde, benutze ich auch selber, weshalb allein die Apps mir in diesem Teil als Quellen ausreichen werden. Im dritten Teil werde ich mögliche Klassifizierungen der Apps diskutieren und in einem abschließenden Fazit werde ich einen Vergleich zwischen den anfänglich zusammengetragenen Definitionen und den Musik-Apps ziehen, um meine Ausgangsfragen zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Musikinstrument
3. Musik-Apps
3.1. Funktionsweise ausgewählter Musik-Apps
3.2. Musikprojekte mit Apps
3.3. Klassifizierung von Musik-Apps
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Musik-Apps als eigenständige Musikinstrumente definiert werden können oder lediglich eine digitale Simulation bestehender Instrumente darstellen, und analysiert ihr Potenzial, traditionelle Instrumente in der Zukunft zu ersetzen.
- Definition des Begriffs Musikinstrument im Kontext digitaler Anwendungen
- Analyse der Funktionsweise populärer Musik-Apps wie Soundprism, Patterning und Improvox
- Untersuchung professioneller Musikprojekte, die auf mobile Applikationen zurückgreifen
- Diskussion und Entwicklung einer Klassifizierungssystematik für Musik-Apps
Auszug aus dem Buch
3.1. Funktionsweise ausgewählter Musik-Apps
Mit Apps Musik zu machen hat gegenüber normalen Instrumenten den Vorteil, dass sie meist auf Erfolg angelegt sind und besonders einsteigerfreundlich entwickelt wurden. Für die meisten Applikationen benötigt man weder Notenkenntnis noch Spieltechnik. Bei der App SoundPrism beispielsweise genügen schon zwei Finger, um Musik zu machen.
Wie die Abbildung zeigt besteht die Nutzeroberfläche aus vier Spalten. Die grüne Spalte auf der linken Seite ist der Bereich in dem die Bassnoten gespielt werden. Er zeigt also auch die jeweilige Tonart an, in der man sich befindet. Auf der Abbildung befinden wir uns in C-Dur. Der Grundton liegt in der Mitte und die Tonleitertöne sind in Terzabständen aufgelistet. Dur-Akkorde haben jeweils einen Groß- und Moll Akkorde einen Kleinbuchstaben. Die größere ebenfalls grüne Spalte auf der rechten Seite ist der Akkord-Bereich, der einem Keyboard ähnelt. Die tiefen Noten sind hier ganz links und die hohen Noten ganz rechts. Zusätzlich ist der Bereich in mehrere waagerechte Linien aufgeteilt, die abwechselnd heller und dunkler sind, um Moll und Dur voneinander zu unterscheiden. Wenn man über diesen Bereich fährt, merkt man schnell, dass nicht nur eine Note gespielt wird. Das hängt mit den Einstellungen in der zweiten Spalte von Links zusammen. Die drei oberen Schaltflächen dieser Spalte bestimmen, ob man eine, zwei oder drei Noten gleichzeitig spielt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Nutzung von Musik-Apps auf mobilen Endgeräten ein und formuliert die zentrale Fragestellung, ob diese als eigenständige Instrumente zu betrachten sind.
2. Das Musikinstrument: Hier wird eine theoretische Definition des Musikinstruments erarbeitet, die auf der Fähigkeit basiert, Schall als Klang-Geräusch-Organisation kreativ zu gestalten.
3. Musik-Apps: Dieser Hauptteil analysiert die technische Funktionsweise spezifischer Apps, betrachtet deren Einsatz in professionellen Musikprojekten und diskutiert verschiedene Ansätze zur Klassifizierung dieser Software.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Musik-Apps als Erweiterung des Instrumentenkatalogs und als bedeutender Teil einer digitalen Revolution der Musik verstanden werden sollten.
Schlüsselwörter
Musik-Apps, Musikinstrument, digitale Musik, Musikproduktion, Klang-Geräusch-Organisation, Soundprism, Patterning, Improvox, Audiobus, Musiktechnologie, App-Instrumente, Klassifizierung, mobile Geräte, digitale Revolution, Musiksoftware
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Musik-Apps auf Smartphones und Tablets als moderne Musikinstrumente und beleuchtet die Möglichkeiten, die diese digitalen Anwendungen für Musiker bieten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Definition von Musikinstrumenten, die Funktionsweise spezifischer Musik-Apps, der Einsatz solcher Apps in professionellen Projekten sowie deren systematische Einordnung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Kernfrage lautet, ob Musik-Apps als eigenständige Musikinstrumente definiert werden können oder nur digitale Imitationen bereits bestehender Instrumente darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Herleitung über Instrumentendefinitionen, gefolgt von einer anwendungsorientierten Analyse spezifischer Apps und der Diskussion bestehender Klassifizierungsmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Funktionsweisen von Apps wie Soundprism, Patterning, Improvox und Audiobus erläutert, praktische Beispiele der Musikproduktion aufgezeigt und Klassifikationsmodelle nach Mathias Krebs diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Schlüsselwörter sind Musik-Apps, Musikinstrument, Musikproduktion, Klangorganisation, mobile Endgeräte und digitale Musik.
Wie trägt die App Audiobus zur Musikproduktion bei?
Audiobus fungiert als eine Art zentrales Mischpult, das es ermöglicht, mehrere kompatible Musik-Apps gleichzeitig zu verbinden und ihre Signale aufeinander abzustimmen.
Warum hält der Autor die Klassifizierung nach Mathias Krebs für sinnvoll?
Die Klassifizierung von Krebs wird bevorzugt, da sie sowohl die musikalischen Anforderungen der Apps berücksichtigt als auch dem Verständnis musikalischer Laien entgegenkommt.
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- Jacqueline Gula (Author), 2016, Musik-Apps. Musikinstrumente der Zukunft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368921