Nero. Eine Analyse und kritische Quellenbetrachtung


Essay, 2017
20 Seiten, Note: 0,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Nero - eine Analyse

Einführung

1. Sueton, Tacitus und die Zeitgenossen

2. Die Quellen der mittleren und späten Kaiserzeit

3. Nero und Sporus

4. Das Bild Neros

Literatur

Einführung

Heute noch ziehen Viele die Skandale und Sexgeschichten von Promis magisch an. Die so genannte „Yellow-Press" besteht aus einer scheinbar unendlichen Menge an Exemplaren. Gala, Bunte, Neue Post und Schöne Woche kommen mit ihren Konkurrenten auf 9 Millionen Exemplare jede Woche.

Auch im Fernsehen laufen seit Jahrzehnten Promi-Magazine, die uns über die Fehltritte von Prominenten informieren, wie Exclusiv! Oder Prominent! Fast jeder Sender leistet sich eine derartige Sendung. Es scheint immer noch ein Bedürfnis vieler Menschen zu sein, über das private Leben von Persönlichkeiten mehr zu erfahren. Wenn man sich die Biografien der Antike dabei ansieht, scheint dieses Interesse schon immer dagewesen zu sein, zumindest seit der Antike. Immer noch sind die Persönlichkeiten der Antike am Bekanntesten, wenn sie entweder Außergewöhnliches vollbracht haben oder aber ihnen ein ganz besonderes Sexleben nachgesagt wird.

Kaum ein römischer Kaiser hat es zu so einer Berühmtheit gebracht, wie Nero. Während in Historikerkreisen auch Marc Aurel oder Vespasian Namen sind, die nicht nur die Erforscher des Altertums kennen, so sind diese durchaus einflussreichen Kaiser außerhalb dieser Wissenschaftssphären kaum bekannt. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade Nero zu den bekanntesten Kaisern zählt.

Militärisch hat er sich nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert. Weder hat er große Feldzüge geführt noch geniale Taktiken auf dem Reißbrett entworfen. Militärisch erreichte er brüchige Frieden in Armenien und bekam den Aufstand in Judäa, der erst durch seine Nachfolger gelöst wurde. Ein Trajan oder ein Cäsar können da mehr aufweisen.

Auch brachte er keine großen politischen Reformen auf dem Weg oder revolutionierte das Glaubenssystem. Diokletian revolutionierte das Kaisersystem und Konstantin ebnete den Christen den Weg. Die Adoptivkaiser sorgten für eine neue Nachfolgerregelung und Nero? Er soll in seinen ersten Jahren im normalen Ausmaß gerecht und fair gewesen sein. Nichts, was an sich eine große Erinnerung wert ist.

Was die meisten über ihn Wissen, lässt sich auf 2 Punkte beschränken: Er zündete Rom an und feierte ausschweifende Orgien. Das Bild Neros ist in der Populärkultur das eines Verbrechers mit Hang zu Theater und Sex. Das hat zum einen damit zu tun, das seit dem Film „Quo Vadis" Nero kaum noch anders dargestellt wurde. Doch zum anderen hat es auch damit zu tun, dass fast alle Quellen uns genau dieses Bild vermitteln. Doch wenn dieses Bild praktisch in allen Quellen über Nero vermittelt wird, warum nicht dann genau hier Schluss machen und einen Tee trinken? Es muss doch sinnlos sein, wenn alle das Bild des bösen Nero verbreiten, der sich scheinbar vorgenommen hatte, die Schandtaten seiner Vorgänger zu steigern.

Denn selbst in den meisten Sachbüchern, Aufsätzen und ähnlichem zu Nero wird Sueton und Tacitus immer wieder als Hauptquelle zu Nero hervorgekramt und maximal dann noch mit Cassius Dio verglichen. Manchmal gibt es noch ein paar christliche Quellen, die Nero zum Antichristen machen. Dabei ist jedoch eine Frage, die diese Arbeit klären will, gerade in der Popkultur unausgesprochen: Wie zuverlässig sind die Quellen? Welche Quellen haben wir überhaupt und wie unabhängig sind diese voneinander?

Wie sich schon in meiner vorangehenden Arbeit auch zu Nero zeigte[1], sind die Geschichten und Skandale über ihn fast unendlich groß. Er wurde nur 31 Jahre alt und es lassen sich Geschichten zu so vielen Ehen finden, dass er schon mehrere Parallel gehabt haben muss, damit jede Geschichte stimmen kann. Es gilt also zu untersuchen, inwiefern diese ganzen Geschichten wirklich unabhängig voneinander sind und wie viele verschiedene Quellen wirklich vorliegen. Denn es bringt nichts die Glaubwürdigkeit einer These mit verschiedenen Quellen zu untermauern, wenn diese alle irgendwie voneinander abgeschrieben haben und es doch nur eine Meldung gab. Oder einfacher gesagt: Wenn ich mich für eine Meldung aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung interessiere und dann als Hinweis für deren Richtigkeit Meldungen aus der Süddeutschen, der taz und der Welt nehme, ist das nur dann hilfreich, wenn eben nicht alle doch nur eine DPA Meldung geteilt haben und es am Ende nur eine Quelle ist, die nur jeder, leicht abgewandelt, veröffentlicht hat.

Dieser Prozess der Quellenuntersuchung muss langfristig in einem größeren Maßstab stattfinden, damit irgendwann eine klare Übersicht herrscht, wer wirklich originär ist und wo wir es nur mit einer Zusammenstellung längst bekannter Quellen zu tun haben. Hier kann dies nur für Nero geschehen, doch eine generelle Untersuchung und auch auf Hinsicht der Überlieferungsqualität nach 2000 Jahren Überlieferungsgeschichte ist unerlässlich.

1. Sueton, Tacitus und die Zeitgenossen.

Zunächst soll ein Blick auf die Quellen geworfen werden, die einen direkten Zugang zu Informationen und Personen hatten, die Zeitgenossen Neros waren und bei denen so theoretisch eine besondere Authentizität angenommen werden kann.

Also Nero 68 starb, war Tacitus gerade 10 Jahre alt und Sueton wurde erst 2 Jahre später geboren. Sie selbst sind also nur sehr bedingt Zeitzeugen. Doch beide haben noch Zugriff auf Personen gehabt, die Nero persönlich gekannt haben konnten. Neben den schriftlichen Quellen können also beide für ihre Werke, wenigstens theoretisch, auch auf lebende Zeitzeugen zurückgegriffen haben. Es klingt wie die ideale Ausgangssituation für ein geschichtliches Werk über den Kaiser. Beide Autoren haben ebenso Zugriff auf eine Vielzahl literarischer Quellen. Dank ihnen gilt eine günstige Quellenlage für die Zeit der ersten Kaiser.[2]

Sehen wir uns zunächst Sueton an, der bei Hadrian ein Sekretär war und Zugang zum Archiv bekam.[3] Wenn man sein Werk auch nur überfliegt, erkennt man schnell, dass es kein wirklich historisches Werk ist. Es ist unwahrscheinlich, dass hier die Absicht dahinterstand, das Leben Neros oder der anderen Kaiser getreu darzustellen. Es sind Geschichten, wie sie heute eben in der Boulevardpresse stehen.

So ist es wohl nur wahrscheinlich, dass Sueton einfach Geschichten und Gerüchte aufschrieb, die ihm zu Ohren kamen. Dabei prüfte er sicher nur geringfügig den Wahrheitsgehalt.[4] Dazu soll die Brandstiftung für eine Überprüfung herhalten.

Für Sueton ist der Brandstifter nach seinem Text klar Nero. Doch seine Zeitgenossen wie Cluvius Rufus oder Flavius Josephus halten Nero für unschuldig.[5] Eine Tatsache, die nicht verwunderlich ist. Immerhin wird berichtet, dass der Brand unter anderem am Palatin ausbrach, was nicht unbedingt für eine Täterschaft Neros spricht.[6] Auch wenn hier nicht alle Theorien zur Täterschaft des Brandverursachers angesprochen werden können, so kann man zumindest sagen, dass man dabei gewöhnlich nicht an seinem eigenen Haus anfängt.

Auch Tacitus schreibt nicht von einer klaren Schuld Neros, sondern redet von Gerüchten und den Sündenböcken „Christen".[7] Er gibt zwar zu, dass der Brand Roms sowohl ein Unglück als auch Heimtücke sein können, doch genaueres weiß er nicht.[8] Dass sie als Sündenböcke herhalten können, zeigt immerhin, dass sie eine klar erkennbare Gruppierung sein müssen, wenn sie wohl auch sicher nicht als eigene Religionsgemeinschaft gesehen wurden.[9] Später schildert Tacitus dann, dass Nero nicht nur gar nicht in Rom war, er gibt auch eigene Gelände und das Marsfeld frei für die Obdachlosen.[10] Selbst Sueton gibt dann wiederum zu, dass Nero nach dem Brand an einen neuen Haustyp dachte, der für den Brandfall besser geeignet war und diese auf eigene Kosten baute.[11] Hier haben wir schon die ersten Widersprüche über den Brand in den 2 Quellen, die oft für diese Zeit eine Art Hauptquelle bilden. Wie wir noch sehen werden, sind Tacitus und Sueton sich nur sehr selten wirklich einig, was private Details angeht.

Wie kann es sein, dass Autoren, die Sueton sicher zur Verfügung standen dazu etwas völlig Anderes schreiben? Die Antwort liegt sicher im Ziel Suetons. Josephus wollte berichten und möglichst sachlich das schreiben, was passiert war. Sueton wollte seine Leser mit Anekdoten unterhalten und amüsieren. Dabei kann er natürlich nicht Geschichten frei von jedem Kontext erfinden. So stimmt der Rahmen und die groben Fakten, die noch allen sehr vertraut waren. Doch wer der Leser konnte schon wissen, was genau hinter den Mauern des Palastes passierte? Nero wird seine sexuellen Eskapaden, wenn es sie denn gab, sicher nicht öffentlich auf dem Forum oder im Senat vollzogen haben. Daher kann man wohl getrost davon ausgehen, dass diese nicht für alle bekannt waren. Für die Leser, die in den Provinzen Roms lebten, kann man wohl eine sehr große Unkenntnis dieser Vorgänge annehmen.

Der Ruf von Tacitus ist dabei ein wesentlich besserer. Er hat keine konkrete Biografie zu ihm geschrieben, sondern ein Werk, dass schon mal ein historisches Werk sein will und daher schon mit weniger Gerüchten und Skandalen auskommt, als Sueton. Doch auch hier kommt Nero nicht gut weg, was im ersten Moment erstaunen mag. Denn die Zahlen sprechen für Nero. Caesar und sein oft gerühmter Nachfolger Augustus haben beide einen Bürgerkrieg gestartet, der nicht nur den „Barbaren", sondern auch Römern das Leben kostete. Augustus hat dazu die Aristokratie ausgedünnt und den republikanischen Staat ausgehöhlt.[12] Dennoch ist Augustus ein Idealbild eines Kaisers, dem es nachzueifern gilt. Dieses Problem löst sich auf, wenn man die Umstände und Vorstellungen miteinbezieht, die herrschten. Warum Nero schlechter wegkommt, als andere Herrscher, ist hier unerheblich und wäre Gegenstand einer eigenen Untersuchung. Dennoch ist es wichtig, dieses im Hinterkopf zu haben, wenn man die Quellen liest und diese bewertet. Die Autoren hatten gar kein Interesse daran, die Kaiser aufgrund unserer Maßstäbe zu bewerten oder gar eine neutrale, rein faktische Bewertung abzuliefern.

Tacitus beschreibt dabei die Entwicklung vom Principat zur Tyrannei.[13] Diese muss schon aus dramatischen Grünen bergab verlaufen, also kann Nero am Ende gar nicht positiv beurteilt werden. Rubies sieht in dem Nero von Tacitus schon eher eine literarische Figur, als eine wahre Gestalt.[14] Genau das ist allerdings eben das, was man von einem Autor erwarten darf, der unseren Begriff von Geschichtswissenschaft gar nicht kennt. Diese Werke werden nicht geschrieben, damit darüber dann geforscht wird. Alleine in der Rezeption durch die Nobilität kann so ein Werk überleben und dafür muss es weniger wissenschaftlichen Standards entsprechen, als einen Unterhaltungswert haben, der die Leser anzieht. Nate Miller vergleicht Tacitus und Sueton mit Autoverkäufern, die eben sagen, was sie sagen wollen und das muss nicht immer der Realität entsprechen.[15]

Die ersten Jahre Neros finden einen sehr positiven Widerhall in den verschiedenen Quellen. Hier ist der Einfluss von Burrus und Seneca noch stark.[16] Seneca hat mit seinem Werk „Über die Milde" eine Art Programm geschaffen, mit dem er Nero erziehen will, der noch jung und unerfahren ist, als er den Thron betritt. Mehrfach wird berichtet, dass er sich sehr streng an das große Vorbild Augustus orientiert und Senat vom Principat trennt.[17] Tacitus erwähnt dies zu Beginn des 13. Kapitels seiner Annalen, nur um dann erst Nero mit Agrippina zusammenzubringen und dann ihn seinen Bruder töten zu lassen.[18] Aber auch Sueton bescheinigt Nero einen positiven Start, wobei er gleichzeitig Agrippina zur eigentlichen Kaiserin macht.[19] Immer wieder erscheinen gerade die Episoden privater Natur wie ein Drama. Zuerst ist alles noch gut, doch dann geht es nur noch bergab zu immer neuen Höhepunkten entgegen.

Da die Herrschaft seiner Vorgänger sicher nicht der Himmel auf Erden war, egal wie viel man von den Quellenberichten glaubt, so musste er sich distanzieren und wieder dem Beispiel folgen, dass zu dieser Zeit schon längst ein Exemplum war. Hinzukommen 2 weitere Faktoren: Der bereits oben erwähnte Einfluss von Burrus und Seneca dürfte Nero gerade am Anfang noch sehr gelenkt haben. Schließlich war Nero selbst auch noch sehr jung. Zum anderen ist es kein Geheimnis, dass Nero eher geringes politisches Interesse hatte. Theater, Wettkämpfe - das waren eher die Dinge, für die er sich interessierte. Doch auch in anderen Dingen zeigte er sich zunächst von einer positiveren Seite. Es gibt Tendenzen, dass er beim Volk sehr beliebt war und durch Spenden, sowie architektonische Maßnahmen dies untermauerte, auch wenn es eher eine dünne Quellenlage gibt.[20] Immerhin sind in

Pompeji kaum negative Kommentare zu Nero gefunden worden, wobei jedoch unklar ist, wer diese überhaupt schrieb und was die genaue Intention war.[21] Diese wenigen Graffiti haben deswegen eine nur sehr geringe Aussagekraft, solange noch nicht feststeht, wer sie überhaupt angebracht hat.

Dieses Bild des desinteressierten Künstlerkaisers wandelt sich in den Quellen, als er Britannicus tötet und etwas später seine Mutter.[22] Dabei ist für alle klar, es war in jedem Fall Nero. Juristisch würde man ihn heute freisprechen müssen, da man nur die Aussage einiger Autoren hat, die weder Augenzeugen waren, noch andere eindeutige Beweise vorbringen können. Da es nicht klar ist, gerade was Britannicus angeht, woran er starb, sollte es auch ausschließlich so behandelt werden, auch wenn es perfekt in das Bild des wahnsinnigen Kaisers passt, das gerne in Medien gezeigt wird. Britannicus wird immer wieder als krank geschildert und könnte ebenso auch genau daran gestorben sein. Möglich ist es, wenn auch die Wahrscheinlichkeit als nicht sehr groß angesehen wird.[23] Wobei sich die Frage stellt, anhand welcher Fakten man den genauen Gesundheitszustand des 1900 Jahre toten Britannicus so gut analysieren konnte, dass man sich so sicher sein kann. Hier sind wir wieder auf den Beschreibungen Suetons und Tacitus angewiesen, die einen Kranken Jahrzehnte nach seinem Tod beschreiben.

Wohin der Glaube an die vermeintlichen Fakten der Quellen führt, ist zum Beispiel bei Griffin zu lesen. Ohne es eingehend zu hinterfragen wird behauptet, dass Nero tatsächliche 5000 Leute hatte, die ihm folgten und ihn bejubelten.[24] Wie das ganze praktisch aussehen soll, verschweigen die Quellen. Welcher Ort bietet Platz, dass einem auch nur 100 Menschen konstant folgen? In einem Theater mag dies funktionieren, doch Nero wird sich nicht jeden Tag von 8 bis 18 Uhr in einem solchen aufgehalten haben. Auch wird es nicht so schwer gewesen sein, diese auch ohne gekaufte Zuseher vollzubekommen. Doch selbst wenn er im Theater alle kaufte, werden ihm wohl kaum konstant 5000 Leute durch Rom und seine Gemächer gefolgt sein, da Nero sonst ausschließlich auf freien Plätzen wie dem Marsfeld hätte sich bewegen können, da die Mehrzweckhallen von heute nun einmal noch nicht gebaut waren. Ebenso wird gerne unreflektiert übernommen, dass Nero mit Banden durch die Straßen Roms zog.[25] Allzu oft werden solche Informationen aus den Quellen übernommen und gar nicht mehr darauf überprüft, ob dies überhaupt machbar ist.

Die Quellen, die nach Neros Tod geschrieben wurden, verurteilen Nero sofort zum Menschenfeind und der Blick wird fortan auf die Quellen gerichtet.[26] Warum dieser rasante Bruch? Mit Nero endet nicht nur eine Herrschaft, sondern eine ganze Dynastie und es folgt nicht nur das 4-Kaiser-Jahr, sondern auch eine neue Dynastie, die Flavier. Ohne große Analyse kann man nun festhalten, dass es nur zwei Wege gibt, wie man als neue Dynastie sich etablieren kann: Anschluss oder Abgrenzung. Für was man sich entschieden hat, ist offensichtlich. So wird auch klarer, warum selbst bei einem eher nüchternen Tacitus das Umfeld Neros genauso bunt beschrieben wird, wie bei Sueton.[27] Dass bei diesen Beschreibungen Dinge erzählt werden, die nicht immer ein einheitliches Bild ergeben, ist für einige ein Beweis, dass gerade deswegen die Quellen besonders zuverlässig sind.[28] Doch die Begründung, dass die Teile passen, weil sich eben kein perfektes Gesamtbild zusammenstellen lässt, ist ein Zirkelschluss und ohne jede Beweiskraft.

Nicht unbedingt für diese Quellen spricht, dass sich die Hinweise auf eine dominante Urquelle sowohl für Tacitus als auch Sueton und Cassius Dio verdichten.[29] Natürlich lässt sich über eine Quelle, die nicht mehr bekannt ist, viel spekulieren und damit auch über Qualität. Doch eines lässt sich sicher sagen: Wenn es wirklich diese dominante Quelle gibt, haben wir zu Nero längst nicht mehr eine so breite Basis, wie es scheint, sondern eine Quellenlage, die sich zum Ursprung hin immer weiter verdünnt und damit sehr abhängig ist. Hinzukommt, dass Gerüchte aufgegriffen werden, die nicht immer als solche gekennzeichnet sind.

Auch muss man sich fragen, woher viele Autoren wie Tacitus eigentlich die ganzen Reden und Zitate haben, die sie überall einflechten. Es ist mehr als nur wahrscheinlich, dass dies zwischen frei erfunden und grob zitiert schwankt.[30]

[...]


[1] Wagner: Sexualität im Kaiserhaus, 2014.

[2] Demandt, S. 13.

[3] Demandt, S. 17. Er selbst sollte dann durch Hadrian entlassen werden wegen einer Intrige. Dies wird durch die Historia Augusta berichtet, die oft genug dieselbe Zuverlässigkeit hat, wie Kaffeesatzleserei. (Historia Augusta, Hadrian 11, 3.)

[4] Vandenberg, S. 230.

[5] Vandenberg, S. 151

[6] Fini, S. 161f.

[7] Sasse, S. 13.

[8] Tacitus, Ann. 15, 38, 7.

[9] Sasse, 14ff.

[10] Tacitus, Ann, 39.

[11] Sueton, Nero, 16, 2.

[12] Gotter, S. 27ff.

[13] Rubies, S. 37.

[14] Rubies, S. 40.

[15] Miller, S. 1ff.

[16] Griffin, S. 27.

[17] Schneider, S. 79.

[18] Tacitus, Ann. 13.

[19] Sueton, Nero, 9f.

[20] Scholz, S. 2ff.

[21] Scholz, S. 7.

[22] Schneider, S. 80f.

[23] Elbern, S. 42f.

[24] Griffin, S. 112.

[25] Elbern, S. 45f.

[26] Schneider, S. 77.

[27] Elbern, S. 38ff.

[28] Demandt, S. 19.

[29] Rubies, S. 29.

[30] Miller, S. 7f.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Nero. Eine Analyse und kritische Quellenbetrachtung
Note
0,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V368976
ISBN (eBook)
9783668481602
ISBN (Buch)
9783668481619
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nero, eine, analyse, quellenbetrachtung
Arbeit zitieren
Sven Wagner (Autor), 2017, Nero. Eine Analyse und kritische Quellenbetrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/368976

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