Privatsphäre in Zeiten moderner Technologie


Hausarbeit, 2017

26 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Was ist Privatsphäre?
1.1 Definition von personal data.
1.2. Privatsphäre als öffentliches Gut?
1.3. Wert der Privatsphäre

2. Gefährdung der Privatsphäre
2.1 Top 10 Datenschutzrisiken
2.2 Konsequenzen für das Individuum

3. Können wir unsere Privatsphäre noch retten?

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Einleitung

‘Eigentlich läuft alles ganz prima, aber trotzdem brauchen wir mehr Überwachung/ (Zeh 2009: 98)

Ein Satz, den unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel bekundete, welche besonders die Paradoxie für die Speicherung von persönlichen Daten in den Vordergrund steht. Sie beschreibt wie unsere heutige innere Sicherheit aussieht und steht grundsätzliches fest. Das es bei der Datenspeicherung nicht nur um die Bekämpfung von beispielsweise terroristischen Akten geht, sondern um die Überwachung für das eigene Selbstinteresse. Basis hierfür ist die Wissenschaft und Technologie. Der deutsche Soziologe Ulrich Beck steht in seinem Werk Weltrisikogesellschaft von 2007 den Vergleich zwischen der ersten und zweiten Moderne her und spricht bei der letzteren von einer offenen, riskanten und reflexiven Modeme. Aber was unterscheidet die erste von der zweiten Modeme und was macht sie so riskant?

In der ersten Moderne geht es um die einfache industriegesellschaftliche Moderne, welche nationalstaatlich geschlossen war. Mit dem Übergang in die zweite Moderne und der fortschreitenden Modemiemng begann ein Epochenwandel. Die fortschrittliche Industriegehschaft konfrontrierte sich mit sich selber und somit auch Wissenschaft und Technologie. Es entstanden Risiken für die Menschen und eine Welt geprägt mit ständig wachsendem technologischen Fortschritt und damit einhergender Unsicherheit für die Weltbevölkemng.

Hinsichtlich dieses Wissens wird meine Arbeit den Fokus auf den Aspekt der Privatsphäre in Zeiten moderner Technologie legen und auch das Feld des Datenschutzes sowie der Datenspeichemg näher beleuchten. Hierbei werde ich mich an zwei herausgearbeiteten Gmndsätzen Ulrich Becks orientieren, wobei der Fokus eher auf der ersten These liegen wird. Seine erste Aussage betont die Gefährdung unserer Privatsphäre durch eigenentwickelten technologischen Fortschritt, welcher zur Gefährdung des Individuums führt. In der zweiten These geht es um die Rolle des Staates und inwieweit der Staat Einfluss auf unsere Privatsphäre hat. Nach Beck sind die höheren Institutionen des Staates wie die Regiemng den Risiken nicht gewachsen. Sie benötigen unsere persönlichen Daten und legitimieren auf diese Weise die Sicherheit des Volkes. Basierend auf diese beiden Thesen werde ich meine Hausarbeit mit einer Definition vom weit gefassten Begriff der Privatsphäre beginnen und im Hauptteil meiner Arbeit den derzeitigen Wert der Privatsphäre anhand von zwei Umfragen und im Folgenden tiefer in den Bereich der Risiken hineingehen. Zum Abschluss meiner Arbeit werden mögliche Ansätze zur Minderung der Risiken angeführt. Außerdem stellt sich die Frage, ob in einer durch Informationstechnik geprägten Welt alles gemacht und getan werden darf, was Profit erbringt oder der inneren Sicherheit des Landes dient? Müssen doch Grenzen gezogen, welche die einzelnen Individuen vor Datenmissbrauch schützen?

1. Was ist Privatsphäre?

Privatsphäre ist im heutigen Zeitalter der Modernisierung ein immer wichtiger werdendes Anliegen auf der Welt geworden. Mit der uneingeschränkten weltweiten Nutzungsmöglichkeit des Internets und ihren unbegrenzten Möglichkeiten Informationen zu sammeln und zu teilen entstehen viele Vorteile für den Konsumenten, aber auch Sorgen über ihre persönlichen Daten.

Unternehmen und die Regierungsbehörden entwickeln durch hochentwickelte Technologien immer neue Wege die Privatsphäre des Volkes einzugrenzen. Aber wie definieren wir Privatsphäre eigentlich und kann man das Wort so einfach definieren?

Die große Herausforderung beim Schutz der Privatsphäre stanmit aus der Tatsache, dass Privatsphäre als Konzept so komplex ist, dass es schwierig ist diese zu definieren. Die meisten Menschen sind überzeugt davon, dass Privatsphäre ein wesentliches Recht ist, das nicht berührt werden sollte. Aber nur sehr wenige können eine genaue Definition der Privatsphäre geben. Privatsphäre kann nur durch eine Einschränkung des Anderen in meine privaten und persönlichen Angelegenheiten wie unser Haus, unser Privatleben und unsere Familie, die nicht gestört werden sollen, geschaffen werden. Privatsphäre wurde als Schutz, Raum und Recht jedes Individuums beschrieben, allein gelassen zu werden (Schaar 2009: 23), es wurde definiert als Kontrolle und Sicherung persönlicher Informationen (Westin 1967: 104). Es wurde auch beschrieben als ein Aspekt der Würde, Autonomie und letztlich der menschlichen Freiheit (Alessandro 2016: 2). Alle genannten Definitionen sind verwandt, weil sie sich auf die Grenzen zwischen einem selbst und einem oder die anderen beziehen, zwischen privatem und geteiltem.

Die vorherigen Definitionen sind sich einig über die Tatsache, dass Privatsphäre auf Festlegung von Grenzen über die eigene Person basiert, die von anderen nicht angegriffen werden sollen. Diese Grenzen variieren je nach Faktoren. Diese können das Alter, das Geschlecht und der kulturelle Hintergrund sein. Beispiele für diese Grenzen sind zum eine die territoriale Privatsphäre und beschreibt den Schutz der Privatsphäre eines bestimmten Raumes oder Territoriums wie unser Haus oder unser Arbeitsplatz. Es gibt die körperliche Privatsphäre, wo es um den Schutz unserer körperbezogenen Informationen wie bespielsweise bei medizinischen Tests oder sonstigen Experimenten geht. Als letzten Faktor die Entscheidungssicherheit als Schutz der Freiheit unserer Entscheidungen.

Diese unterschiedlichen Variationen machen es schwer, eine einheitliche Definition der Privatsphäre zu finden. Bevor wir die Perspektive der Menschen auf ihre Daten in Kapitel 1.2 analysieren, ist es ebenfalls notwenig den Begriff des „personal data“, den personenbezogenen Daten, zu definieren.

1.1. Definition von personal data

In der modernen Wirtschaft, in der personenbezogene Daten berücksichtigt werden und von vielen als die neue Währung gesehen werden, ist es notwendig, ein gutes Verständnis der genauen Definition von persönlichen

Daten zu haben. Persönliche Daten, ähnlich wie die Privatsphäre, können je nachdem, welche Perspektive wir betrachten, verschiedene Definitionen haben. Artikel 2a des Vertrages der Europäischen Union definiert personenbezogene Daten als ”any information relating to an identified or identifiable individual. An identifiable person is someone who can be identified directly or indirectly” (Official Journal of the European Law 1995: 1). Persönliche Daten werden bei der Nutzung von verschiedenen Dienstleistungen im Internet preisgegeben. So fordern die meisten Web-Services eine erstige Registrierung bevor der Zugang zur Nutzung erlaubt wird. Diese Registrierung beinhaltet die Aufdeckung persönlicher Informationen über den Benutzer. Beispiel hierfür sind soziale Medien wie Facebook und Online-Shopping-Webseiten wie Amazon, Zalando und viele andere. Die verschiedenen Webseiten variieren in ihrem Grad der Preisgabe der persönlichen Daten. Wo manche auf Name und Email-Adresse setzen, erfordern andere Seiten sensiblere Information wie die Angabe der Kreditnummer und die Adresse. Der Professor für Informationstechnologe an der Carnegie Mellon University, Alessandro Acquisti, schrieb in seinem Werk The Economics of Privacy, dass die moderne Entwicklung der Technologie die (Intemet)nutzer von einfachen Konsumenten der Daten hin zu Produzenten der Daten gemacht haben. Diese produzierten bzw. erstellten Daten haben eine sehr hohen Grad an Sensibilität und der reale Wert dieser Daten wird von vielen Nutzem nicht verstanden. Dieser Mangel an Verständnis stellt den Nutzer unter viele Risiken, dessen er/sie sich nicht bewusst zu sein scheint (Beck 2007: 19,20).

1.2. Privatsphäre als öffentliches Gut?

Wir leben in einer Zeit, wo die Verändemngen der Massenmedien und der technologische Fortschritt die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Verhalten undeutlicher werden lassen hat. Medien berichten über persönliche Angelegenheiten von Politikern, berühmten Stars aus aller Welt und sonstige Prominenz, aber auch für Nichtprominente gilt dies beispielsweise in Talkshows, wenn die Person für die Öffentlichkeit zur Schau gestellt wird. Ganz allgemein kann man erkennen, dass Privatangelegenheiten viel freizügiger offenbart werden als in früheren Zeiten.

Ein wichtiger Aspekt, wo ich im Hauptteil näher eingehen werden, ist die Benutzung von technologischen Geräten wie beispielsweise das Handy oder der Laptop, wo ebenfalls private Angelegenheiten leicht an die Öffentlichkeit gelangen, welche mit zahlreichen Risiken verbunden sind. Das Internet ist heute ein Ort des öffentlichen Bereiches geworden. Benutzer offenbaren freizügig über ihr privates Leben und stellen ihre Persönlichkeitsprofile einer weltweiten Masse zur Verfügung.

Als Einzelne/r und als Gesellschaft müssen wir lemen mit den technologischen Verändemngen, welche uns Vorteile, aber auch Nachteile geben, umzugehen. Dazu gehört ein Bewusstsein dafür, was es heißt seine persönlichen Daten einer breiten Öffentlichkeit preiszugeben und was mit diesen Informationen geschehen kann. Außerdem muss auf Seiten des Staates ein angemessener Schutz gegen Manipulation und Verfälschung von Daten geschaffen werden (Schaar 2009: 21 - 23).

Im Folgenden werde ich mit einer selbsterarbeiteten Umfrage mit dem Thema Wert der Privatsphäre auf den ersten Punkt des Bewusstseins der Folgen bei Preisgabe von eigenen Informationen eingehen und diese näher analysieren. Was für einen Wert hat Privasphäre bei den Menschen und sind sich diese den Risiken bewusst? Welche Faktoren spielen bei der Auswertung eine Rolle? Auf diese Fragen werde ich im nächsten Kapitel näher eingehen.

1.3. Wert der Privatsphäre

Zunächst muss man erwähnen, dass diese Umfrage keinen allgemeinen Wahrheitsgehalt messen kann, da unter den 200 Befragten viele Stadenten waren und somit vorallem eine ganz bestimmte Gruppe angesprochen wurde. Andererseits ist es nicht überprüfbar, ob die Befragten diese Umfrage mit Richtigkeit bewertet haben und so angekreuzt haben wie sie es sich vorgestellt haben wie es richtig sein könnte, aber nicht direkt auf sich selbst bezogen haben um sich eventuell nicht schlecht(er) darstellen zu lassen. Nichtsdestotrotz kann die erstellte Umfrage für die befragten Personengruppen allgemeine Prognosen zum Wert der Privatsphäre aufstellen.

Durchgeführt wurde diese Umfrage, welche im Anhang vermerkt ist, Anfang Februar und befragt wurden 200 Menschen. Darunter befanden sich viele Studenten im Alter von 21 Jahren, aber auch Schüler und Berufstätige bis 60. Die meisten Teilnehmer kamen aus Spanien, Marokko, Deutschland und aus den USA.

Da eine detaillierte Analyse den Rahmen meiner Arbeit sprengen würde, werde ich auf ein paar Aspekte eingehen, die ich für meine Arbeit am signifikantesten fand. Außerdem werde ich aus einer Studie von der Europäischen Komission 2010 durchgeführt, welche weitaus detaillierter und ausführlicher ist mit einbringen. Diese Studie umfasst die Länder Europas und gibt zu verstehen wie die Menschen in Europa Privatsphäre sehen und welchen Wert diese für sie in ihrem alltäglichen Leben hat.

Privatsphäre ist wie bereits oben erwähnt ein Menschenrecht, welches schwierig zu beschützen ist, da jeder anders mit seinen persönlichen Daten umgeht. Wo ein Handelsvertreter eines Unternehmens seine Mobi 1 funknumm er an unbekannte Menschen weitergeben würde, wäre der durchschnittliche Mensch völlig anderer Meinung. So beeinflussen eine Reihe von Faktoren die Art und Weise wie die Menschen ihre eigenen Daten wertschätzen.

Beginnend mit meiner Umfrage habe ich 17-jährige und 33-jährige mit den Faktoren Gesundheit und Transport verglichen inwieweit diese beiden Altersgruppe bereit sind ihren gesundheitlichen Zustand bzw ihren öffentlichen Raum an Fremde weiterzugeben. Dabei bin ich zu dem Ergebnis gekonmien, dass 17-jährige bei der Frage „In order to analyze the impact of water in a specific region, a research center is analyzing the blood composition of participants. The participants are asked to provide blood samples and are paid 20 euros for their contribution to the research “mit 66,7 % weniger Wert darauf legen, ob ihr gesundheitlicher Zustand an andere preisgegeben wird oder nicht. Im Gegensatz dazu schätzten jedoch die 33-jährigen den Wert dessen mit 33% viel höher ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 ะ Gesundheitliche Aspekt von 17-järigen, Abbilung 2: Gesundheitliche Aspekt von 33-jährigen (eigene Erhebung)

Zur Frage „A research center is making a study about how much people spend a day in transportation. For that purpose, this center is offering 100 euros for recording a GPS that tracks all your personal movement for a week“ legen 17-jährige größeren Wert Informationen über ihren öffentlich benutzen Räume nicht weiterzugeben als 33-jährige, was man eventuell damit begründen kann, dass 33-jährige öfters mit Autos unterwegs sind und 17-jährige Schüler meistens Bus und Bahn fahren.

Der nächste Vergleich bezieht sich auf 21-jährige und 53-jährige im Bezug auf die Einstellung ihrer Privatsphäre bei der Nutzung von sämtlichen sozialen Medien wie Facebook und Twitter.

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Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Privatsphäre in Zeiten moderner Technologie
Autor
Jahr
2017
Seiten
26
Katalognummer
V369094
ISBN (eBook)
9783668496774
Dateigröße
866 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
privatsphäre, zeiten, technologie
Arbeit zitieren
Victoria Park (Autor), 2017, Privatsphäre in Zeiten moderner Technologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369094

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