Grundlagen und Instrumente der österreichischen Arbeitsmarktpolitik. Chancen und Risiken der Integration von Flüchtlingen am österreichischen Arbeitsmarkt


Seminararbeit, 2017

10 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Arbeitsmarktpolitik in Österreich

3 Flüchtlinge am österreichischen Arbeitsmarkt
3.1 Wer darf überhaupt erwerbstätig sein?
3.2 Wer kommt mit welcher Ausbildung?

4 Instrumente der Arbeitsmarktpolitik für die Integration
4.1 Beratung und Betreuung
4.2 Sprachförderung
4.3 Kompetenzchecks

5 Chancen und Risiken der Integration von Flüchtlingen am österreichischen Arbeitsmarkt

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In folgender Arbeit soll die Frage geklärt werden, welche Chancen und Risiken in der Integration von Flüchtlingen am österreichischen Arbeitsmarkt bestehen oder auftreten können. Um die Relevanz der österreichischen Arbeitsmarktpolitik für die Integration von geflüchteten Menschen, die in Österreich Fuß fassen wollen, aufzeigen zu können, müssen zuerst grundlegende Informationen zur Arbeitsmarktpolitik geklärt werden. Dazu werden im ersten Teil der Arbeit die österreichische Arbeitsmarktpolitik definiert sowie ihre Ziele und Maßnahmen erläutert.

Im zweiten Teil der Arbeit geht es darum, diese Basisinformationen über die österreichische Arbeitsmarktpolitik und ihre Situation auf die Integration von geflüchteten Menschen zu übertragen. Es sollen die Fragen geklärt werden, wer nach der Definition und von Gesetzes wegen überhaupt das Recht hat, in Österreich erwerbstätig zu sein, welche Hauptgruppen von Menschen nach Österreich fliehen und wie sie ausgebildet sind.

Aufbauend auf dieses Fundament soll aufgezeigt werden, welche Maßnahmen und Instrumente die österreichische Arbeitsmarktpolitik vorsieht, um geflüchteten Menschen einen geeigneten Start im österreichischen Arbeitsmarkt zu bieten. Abschließend wird erläutert, welche Chancen und Risiken sich daraus für den österreichischen Arbeitsmarkt insgesamt ergeben.

2 Arbeitsmarktpolitik in Österreich

Vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz des österreichischen Staates wird die Arbeitsmarktpolitik wie folgt definiert:

„ Die Arbeitsmarktpolitik umfasst alle Maßnahmenöffentlicher Einrichtungen - wie Bund, Arbeitsmarktservice und zum Teil auch der Länder - zur Steuerung des Ar- beitsmarktes. Ein geregelter Arbeitsmarkt hat positive Auswirkungen auf das Sozi- alsystem und sichert einen fairen wirtschaftlichen Wettbewerb. “ (Bundesministe- rium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, Arbeitsmarktpolitik 2017)

Es geht in der Arbeitsmarktpolitik also um eine instrumentalisierte Steuerung des Arbeitsmarktes mit dem Hauptziel, den Arbeitsmarkt so zu regeln, dass es sich für das Sozialsystem und die Wettbe- werbsfähigkeit lohnt. Gemäß der offiziellen Homepage des zuständigen Ministeriums werden die Ziele der Arbeitsmarktpolitik jedoch noch konkretisiert. Einerseits geht es darum, Vollbeschäftigung zu erreichen und diese auch aufrecht zu erhalten. Es sollen auch ältere Arbeitnehmer/innen länger erwerbstätig bleiben und dies soll unter anderem durch aktive Maßnahmen zur Qualifizierung ge- schehen. Andererseits gehen die Ziele auch in Richtung Chancengleichheit, Transparenz des Arbeits- marktes und Aktivierung von Arbeitslosen und der Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit. Diese Ziele werden zu einem wesentlichen Teil vom Arbeitsmarktservice (AMS) umgesetzt, indem dort Ar- beitskräfte beraten und vermittelt werden (vgl. ebd.)

Des Weiteren unterscheidet man in der Arbeitsmarktpolitik zwischen einer aktiven und einer passiven Variante. Die passive Arbeitsmarktpolitik unterstützt bei Arbeitslosigkeit im konkreten Fall durch Ersatzleistungen (Arbeitslosengeld, Notstand, etc.). Unter aktiver Arbeitsmarktpolitik versteht man all jene Maßnahmen, die dazu beitragen, den Arbeitsmarkt in seiner Funktion zu unterstützen. Diese Maßnahmen finden zwischen AMS und Betroffenen selbst statt. Beispiele für solche Maßnahmen wären die Erhöhung der Transparenz des Marktes (Jobmatching, Berufsinformation, Beratung), die Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die Förderung der Mobilität (Stichwort Kinderbetreuung), Hilfe bei der Bewältigung von persönlichen Problemen oder die subventionierte Beschäftigung zur Erleichterung des Einstiegs ins Arbeitsleben (vgl. ebd.)

3 Flüchtlinge am österreichischen Arbeitsmarkt

3.1 Wer darf überhaupt erwerbstätig sein?

Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen all jenen, die freiwillig nach Österreich immigrie- ren und jenen, die nach Österreich geflüchtet sind, denn für Menschen, die freiwillig nach Österreich kommen, um erwerbstätig zu sein, gelten andere Bestimmungen und Gesetze, da sie nach einer so- genannten kriteriengeleiteten Zuwanderung eine Rot-Weiß-Rot-Karte benötigen. Es handelt sich hierbei vor allem um Hochqualifizierte, Fachkräfte oder Studienabsolvent/innen. Diese rechtlichen Bestimmungen werden über das Ausländerbeschäftigungsgesetz (AuslBG) geregelt (vgl. Bundesministerium für Arbeit Soziales und Konsumentenschutz, Arbeit und Migration 2017).

Für die Thematik dieser Arbeit wesentlich sind jedoch Personen, die unfreiwillig nach Österreich gekommen sind und die vom Geltungsbereich des AuslBG ausgenommen sind, jedoch erwerbstätig sein dürfen (vgl. AMS, AusländerInnen 2017):

- Asylberechtigte (nicht jedoch Asylwerber/innen)
- Subsidiär Schutzberechtigte (= abgewiesene Asylwerber/innen, die aus bestimmten Gründen, z.B.: Krieg, nicht ausgewiesen werden können)

3.2 Wer kommt mit welcher Ausbildung?

Gemäß den Daten des AMS (vgl. 2016, S. 1f) waren mit Ende Juli 2016 25.168 Menschen, die entwe- der asylberechtigt oder subsidiär schutzberechtigt waren, in Österreich als arbeitslos vorgemerkt oder in Schulungen. Dies beträgt einen Anteil von 6,6 % an allen in Österreich arbeitslos vorgemerk- ten Personen. Zwei Drittel dieser Menschen waren in den Geschäftsstellen in Wien gemeldet. In Kärnten sind nach diesem Stand 555 Asyl- oder subsidiär Schutzberechtigte gemeldet. Bei den Be- rechtigten handelt es sich zum Großteil (41.7 %) um erwachsene (im Alter vn 25 - 44) Männer, wie aus Tabelle 1 ersichtlich. Die anerkannten Flüchtlinge stammen vor allem aus Syrien (44 %), Afghanistan (18 %) und Russland (12 %).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Bestand der beim AMS vorgemerkten anerkannten Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigten Ende Juli 2016 nach Geschlecht und Alter; Quelle: AMS (2016), S. 2

Wesentlich für die Eingliederung in die Erwerbstätigkeit und die damit zusammenhängende Integra- tion ist der Bildungsabschluss, den die anerkannten Flüchtlinge aufweisen. Gemäß einer Studie, in der die Autor/innen nicht nur die Bildungsabschlüsse von Flüchtlingen erhoben, sondern auch mit der Situation in Österreich verglichen haben, werden die Bildungsabschlüsse von Syrer/innen und Afghan/innen verglichen und in keine formale Bildung, nicht abgeschlossene Primarstufe, Primar- /Sekundarstufe I, Sekundarstufe II und Postsekundarstufe eingeteilt (siehe Tabelle 2).

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Grundlagen und Instrumente der österreichischen Arbeitsmarktpolitik. Chancen und Risiken der Integration von Flüchtlingen am österreichischen Arbeitsmarkt
Hochschule
Pädagogische Hochschule Kärnten Viktor Frankl Hochschule  (Institut für Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Pädagogik der Sekundarstufe)
Veranstaltung
Wirtschaftskunde und Wirtschaftspolitik
Note
2
Autor
Jahr
2017
Seiten
10
Katalognummer
V369131
ISBN (eBook)
9783668473034
Dateigröße
725 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arbeitsmarkt, Flüchtlinge, Arbeitsmarktpolitik, Integration, Österreich
Arbeit zitieren
Alexander Fankhauser (Autor), 2017, Grundlagen und Instrumente der österreichischen Arbeitsmarktpolitik. Chancen und Risiken der Integration von Flüchtlingen am österreichischen Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369131

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