Im Rahmen dieser Seminararbeit: Bewegung und Training im Kindes- und Jugendalter sollen wesentliche, in der Literatur ausgewiesene Methoden und Befunde bezüglich des Einsatzes von Krafttraining im Schulsport aufgezeigt werden. In erster Linie beschäftigt sich die vorgelegte Seminararbeit mit der Frage, aus welchen Gründen ein Krafttraining in den Schulsport integriert werden sollte, welche Bedingungen für ein Krafttraining daraus resultieren und welche methodischen Formen der Umsetzung möglich sind.
In Deutschland aber auch in anderen Ländern lassen sich vielfältige Indizien für eine rückläufige, bzw. degenerative Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit und -befindlichkeit im Kindes- und Jugendalter feststellen. Darunter fallen z.B. die Abnahme der körperlichen Aktivität, eine zunehmende Verbreitung von Übergewicht und Adipositas sowie eine verschlechterte motorische Leistungsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund impliziert die rückläufige Entwicklung Risiken für die körperliche Gesundheit der Kinder- bzw. Jugendlichen. Daraus leitet sich u.a. die Relevanz des Themas ab.
Bei Berücksichtigung der genannten Risiken kann Krafttraining eine Form der Bewegungsförderung darstellen. Unter der richtigen Anleitung durch den Übungsleiter [resp. Lehrkraft] kann der Kraftsport eine sehr fördernde Wirkung auf z.B. sportartenspezifische Fertigkeiten oder auch auf gesundheitsrelevante Faktoren, wie u.a. Verletzungshäufigkeit oder Körperfettanteil haben. Um Kinder und Jugendliche für dieses Thema zu sensibilisieren wird Krafttraining auch deshalb in den Sportunterricht integriert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Terminologie und Abgrenzung
2.1 Kraft – Definition aus trainingswissenschaftlicher Sicht
2.2 Krafttraining – Definition und themenspezifische Abgrenzung
3 Gründe für den Einsatz von Krafttraining in der Schule
3.1 Voraussetzungen für das Erlernen von Bewegungsfertigkeiten
3.2 Festigung des passiven Bewegungsapparates
3.3 Körperbau, Selbstwirksamkeitserleben und Selbstkonzept
3.4 Verletzungshäufigkeit, Haltungsschäden und Krankheiten
4 Bedingungen für ein Krafttraining
4.1 Auf- und Entwärmen
4.2 Allgemeine Belastungsnormative
4.3 Belastungsumfang, -häufigkeit und –intensität
5 Umsetzungen des Krafttrainings
5.1 Maschinen
5.2 Freihanteln
5.3 Eigenes Körpergewicht
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, aus welchen Gründen Krafttraining in den Sportunterricht integriert werden sollte, welche trainingsmethodischen Voraussetzungen dabei zu beachten sind und welche spezifischen Umsetzungsformen sich für den Schulsport als sinnvoll erweisen.
- Prävention und gesundheitliche Vorteile von Krafttraining im Jugendalter
- Trainingswissenschaftliche Grundlagen und Belastungsnormative
- Einfluss von Krafttraining auf Selbstwirksamkeit und Körperkonzept
- Methodische Umsetzungsformen (Maschinen, Freihanteln, Körpergewicht)
- Anforderungen an Lehrkräfte bei der Anleitung im Schulsport
Auszug aus dem Buch
3.2 Festigung des passiven Bewegungsapparates
Aus medizinischer Sicht gilt die Wachstumsphase im Kindesalter als sehr bedeutsam für den Aufbau von Knochenmasse (vgl. Bass, 2000; Davies, Evans & Gregory, 2005). So senkt eine bereits im Kindesalter angelegte hohe Knochenmasse das Risiko, in einem mittleren und späteren Erwachsenenalter eine osteoporotische Erkrankung zu erleiden (vgl. Cummings, Black, Nevitt et al., 1993). Betrachtet man dazu den Aufbau von Knochenmasse nach dem Prinzip der funktionellen Histogenese, sind dazu ausreichend hohe mechanische Anpassungsreize erforderlich (vgl. Kibele, 2016). Nach herrschender Lehre ist davon auszugehen, dass derartige Beanspruchungen notwendig für die Förderung des Knochenwachstums sind (vgl. Malina, Bouchard & Bar-Or, 2003).
Aufgrund einer immer bewegungsärmeren Umwelt sollten derartige Belastungen durch ein schulisches Krafttraining induziert werden, um sicherzustellen, dass hohe Zug- sowie Druckkräfte auf die knöchernen Strukturen einwirken. Unter Verwendung eines gerätebasierten Trainingsprogramms konnten in ersten Studien jedoch keine bzw. nur vereinzelte Veränderungen nachgewiesen werden (vgl. Blimkie, Rice, Webber et al., 1996; Nichols, Sanborn & Love, 2001). Als Ursache dafür wird vor allem das Fehlen einer spezifischen Trainingsreizsetzung herausgestellt. Bezogen auf diese spezifische Trainingsreizsetzung werden in neueren Studien vermehrt plyometrische Übungsformen eingesetzt. Das Ergebnis zeigt, dass bei Kindern und Jugendlichen eine signifikante Zunahme der Knochendichte erzielt werden kann (vgl. Mühlbauer et al., 2013).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz von Krafttraining im Sportunterricht aufgrund der zunehmenden Verschlechterung der motorischen Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen.
2 Terminologie und Abgrenzung: Dieses Kapitel definiert den Kraftbegriff sowie das Krafttraining und grenzt Letzteres von anderen Disziplinen wie Bodybuilding oder Weightlifting ab.
3 Gründe für den Einsatz von Krafttraining in der Schule: Es werden vier zentrale Gründe aufgeführt, darunter der Aufbau des Bewegungsapparates, die Verletzungsprävention und psychologische Aspekte wie das Selbstkonzept.
4 Bedingungen für ein Krafttraining: Dieser Abschnitt erläutert die notwendigen methodischen Rahmenbedingungen, wie Aufwärmphasen und die korrekte Dosierung der Belastungsintensität.
5 Umsetzungen des Krafttrainings: Es werden verschiedene methodische Ansätze bewertet, wobei das Training mit dem eigenen Körpergewicht für den Schulsport besonders empfohlen wird.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Krafttraining präventiv wirksam ist und unter professioneller Anleitung eine sinnvolle Ergänzung im Schulsport darstellt.
Schlüsselwörter
Krafttraining, Schulsport, Gesundheitsförderung, Kinder und Jugendliche, Belastungsnormative, Bewegungsfertigkeiten, Knochendichte, Körperfettanteil, Selbstwirksamkeit, Trainingsmethodik, motorische Leistungsfähigkeit, Verletzungsprävention, Haltungsschäden, physiologische Entwicklung, Schulsportdidaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und praktische Umsetzung von Krafttraining als gesundheitsfördernde Maßnahme im Rahmen des Schulsports für Kinder und Jugendliche.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen der Kraftentwicklung, die gesundheitlichen Begründungen, die methodischen Belastungsparameter sowie die verschiedenen Übungsformen ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum Krafttraining im Sportunterricht sinnvoll ist und unter welchen spezifischen Bedingungen sowie Methoden dies in der Schule sicher und effektiv geschehen kann.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine umfassende Auswertung aktueller sportwissenschaftlicher Literatur, Meta-Analysen und empirischer Studien zu Krafttraining bei Heranwachsenden.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in Begründungszusammenhänge, trainingswissenschaftliche Bedingungen (Dauer, Intensität, Aufwärmen) und eine Evaluation verschiedener Umsetzungsformen wie Maschinen oder Eigengewichtsübungen.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Zu den Kernbegriffen gehören Krafttraining, Schulsport, Gesundheitsförderung, Belastungsnormative und motorische Entwicklung.
Warum wird Krafttraining an Maschinen für den Schulsport als schwierig erachtet?
Hauptgründe sind die hohen Anschaffungs- und Wartungskosten sowie der Platzbedarf, der an Schulen häufig nicht gegeben ist.
Warum wird für den Schulsport primär das Training mit dem eigenen Körpergewicht empfohlen?
Diese Methode ist kostengünstig, überall ohne teure Geräte durchführbar und bietet eine schonende, aber effektive Belastung für Schülerinnen und Schüler.
Welchen Einfluss hat das Training auf die psychische Gesundheit der Jugendlichen?
Durch die erreichten Kraftzuwächse und die mit dem Training verbundenen Erfolgserlebnisse wird die Selbstwirksamkeit und das Selbstkonzept der Heranwachsenden gestärkt.
Welche Rolle spielt die Fachkompetenz der Lehrkraft?
Da sich Kinder und Jugendliche im Wachstum befinden, ist eine fachkundige Anleitung zwingend erforderlich, um Fehlbelastungen zu vermeiden und eine altersgerechte Trainingssteuerung zu gewährleisten.
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- Malte Hagenow (Author), 2017, Krafttraining im Sportunterricht. Bewegung und Training im Kindes- und Jugendalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369251