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Leben verheiratete Menschen länger? Die Zusammenhänge zwischen Familienstand und Gesundheit

Eine quantitative Analyse zu Mortalität und Ehe mit den Daten des Sozio-oekonomischen Panels

Title: Leben verheiratete Menschen länger? Die Zusammenhänge zwischen Familienstand und Gesundheit

Master's Thesis , 2016 , 77 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Veronika Waldenmaier (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Summary Excerpt Details

Zahlreiche Forschungen in den letzten Jahrzehnten zeigen, dass sich der Familienstand "Ehe" positiv auf die Gesundheit und das Mortalitätsrisiko auswirkt. Unklar ist jedoch, ob es sich hierbei um protektive Effekte der Ehe oder um Selektionsmechanismen von gesunden Menschen in die Ehe handelt. Vor dem Hintergrund der sich pluralisierenden Lebensformen ergibt sich die Frage, inwiefern die bisherigen Befunde aus früheren Studien überhaupt noch vorzufinden sind. Die vorliegende Arbeit untersucht diese Zusammenhänge empirisch anhand der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und nutzt Fixed-Effects-Modelle zur Paneldatenanalyse.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung weisen darauf hin, dass kein Zusammenhang zwischen dem Familienstand und der Zufriedenheit mit der Gesundheit besteht. Die Unterschiede in den Befunden im Vergleich zu früheren Forschungen könnte unter anderem darauf zurückgeführt werden, dass die vorliegende Arbeit - anders als viele der bisherigen Studien - Längsschnittdaten betrachtet, Fixed-Effects-Regression zur Kontrolle personenspezifischer Heterogenität verwendet und sich auf die Gesundheit als abhängige Variable konzentriert.

Aus dem Inhalt:

- Familienstand;
- Mortalität;
- Ehe;
- Sozio-oekonomisches Panel;
- Gesundheit;
- Fixed-Effects-Modelle

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gesundheit

3 Familienbiographien

3.1 Institutionalisierung

3.2 Pluralisierung

4 Zusammenhang zwischen Familienstand und Gesundheit

4.1 Protektion

4.2 Selektion

5 Forschungsstand & Ableitung der Fragestellung

5.1 Empirische Forschungsergebnisse

5.2 Forschungsfrage & Hypothesen

6 Daten und Methode

6.1 Datengrundlage

6.2 Fixed-Effects-Regression

7 Analysen

7.1 Deskriptive Analyse

7.2 Regressionsanalyse

7.3 Ergebnisdiskussion

8 Schlussbetrachtung

9 Literatur

10 Anhang

Anhang 1: Eheschließungen und Ehescheidungen in Deutschland

Anhang 2: Sample Beschreibung

Anhang 3: Hausman-Tests

Anhang 4: Fixed Effects Individual Slopes

Anhang 5: Übergangswechsel Familienstände nach Kohorte

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Familienstand und der gesundheitlichen Zufriedenheit auch in der heutigen Zeit, geprägt durch pluralisierte Lebensformen, festzustellen ist, und prüft hierbei kritisch die Ansätze der Protektion und der Selektion anhand von Längsschnittdaten.

  • Empirische Analyse des Einflusses des Familienstandes auf die subjektive Gesundheit
  • Differenzierung nach Geschlecht, Region (Ost/West) und Alterskohorten
  • Überprüfung der Protektions- und Selektionstheorien mittels Fixed-Effects-Modellen
  • Analyse der Dynamik von Familienbiografien und deren gesundheitlichen Auswirkungen
  • Vergleich von Längsschnittdaten zur Kontrolle personenspezifischer Heterogenität

Auszug aus dem Buch

4.1 Protektion

Die Protektionsthese geht anknüpfend an den bisherigen Überlegungen der Netzwerktheorie davon aus, dass die Ehe den Ursprung einer besseren Gesundheit beziehungsweise niedrigeren Mortalität darstellt. Die Mechanismen der Protektion sind vielfältig und greifen teilweise ineinander. Sie lassen sich jedoch grob in die drei Bereiche ökonomische Vorteile, gesünderer Lebensstil sowie emotionale Unterstützung einteilen. Zahlreiche Autoren führen die bessere Gesundheit auf die finanzielle Besserstellung von Ehepartnern zurück (Lillard & Waite, 1995; Rogers, 1995). Demnach ermöglicht ein höheres Realeinkommen (in Folge von zwei Einkommen oder aber durch die Spezialisierung der Partner auf Haus- und Erwerbsarbeit) nicht nur eine bessere Gesundheitsversorgung, sondern es senkt auch nachweislich das Risiko von psychischen (und dementsprechend auch physischen) Belastungen, die mit geringem Einkommen korrelieren (Wilson & Oswald, 2005).

Gleichzeitig wird angenommen, dass Ehepaare ein gesünderes und geregelteres Leben führen als Personen anderer Lebensformen (Umberson, 1992; Wyke & Ford, 1992). Dies wird insbesondere auf die soziale Kontrolle zurückgeführt, wonach Ehepartner ihr Gesundheitsverhalten sowohl direkt als auch indirekt kontrollieren. Die direkte Kontrolle erfolgt in Form von Hinweisen oder Erinnerungen (beispielsweise an Vorsorgeuntersuchungen, Arzttermine oder daran, sich zu schonen), aber auch in Form von Warnungen vor riskanten Anzeichen und Verhaltensweisen. Die indirekte Kontrolle drückt sich im eigenen Gesundheitsverhalten aus. Dabei wird Verantwortung gegenüber dem ehelichen Umfeld signalisiert, indem etwa bedrohliche Aktionen und Unternehmungen vermieden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesundheitliche Relevanz des Familienstandes ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der heutigen Kausalität zwischen Ehe und Gesundheit vor dem Hintergrund veränderter Lebensformen.

2 Gesundheit: In diesem Kapitel wird der Begriff Gesundheit interdisziplinär definiert und dessen Abhängigkeit von personalen, sozialen und Verhaltensfaktoren erläutert.

3 Familienbiographien: Dieses Kapitel thematisiert den Wandel der Familienformen von der Institutionalisierung hin zur Pluralisierung sowie die abnehmende Bedeutung der Ehe.

4 Zusammenhang zwischen Familienstand und Gesundheit: Hier werden die theoretischen Erklärungsansätze der Protektion und Selektion im Kontext sozialer Netzwerke und Unterstützungsmechanismen vorgestellt.

5 Forschungsstand & Ableitung der Fragestellung: Das Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand und leitet basierend darauf die spezifischen Hypothesen dieser Untersuchung ab.

6 Daten und Methode: Dieses methodische Kapitel beschreibt die Datenbasis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) sowie das gewählte statistische Verfahren der Fixed-Effects-Regression.

7 Analysen: Hier erfolgt die empirische Auswertung des Datensatzes in deskriptiver Form sowie durch verschiedene Regressionsmodelle, gefolgt von einer Diskussion der Ergebnisse.

8 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass die untersuchten Hypothesen abgelehnt werden müssen, da kein signifikanter kausaler Zusammenhang nachweisbar ist.

Schlüsselwörter

Familienstand, Gesundheit, Ehe, Protektionsthese, Selektionsthese, Sozio-oekonomisches Panel, Fixed-Effects-Regression, Längsschnittdaten, Gesundheitszufriedenheit, Institutionalisierung, Pluralisierung, Lebensverlauf, Mortalität, Sozialisation, Geschlechterunterschiede.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob verheiratete Menschen tatsächlich gesünder sind als ledige Personen und ob dieser Zusammenhang kausal auf die Ehe zurückzuführen ist oder durch Selektionseffekte erklärt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Einfluss des Familienstandes auf die gesundheitliche Zufriedenheit, der Wandel von Lebensformen (Pluralisierung), sowie die theoretische Debatte zwischen der Protektions- und Selektionshypothese.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Familienstand und dem Gesundheitszustand auch heute noch in Deutschland empirisch festzustellen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt Längsschnittdaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und wendet Fixed-Effects-Regressionsmodelle an, um personenspezifische Heterogenität zu kontrollieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Protektions- und Selektionsmechanismen, die deskriptive Auswertung der SOEP-Daten sowie die detaillierte Berechnung und Diskussion verschiedener Regressionsmodelle nach Geschlecht, Region und Alterskohorten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Familienstand, Gesundheitszufriedenheit, Fixed-Effects-Modelle, Längsschnittanalyse und der sozioökonomische Wandel von Familienformen.

Welches Ergebnis liefern die Analysen in Bezug auf die Protektionsthese?

Die Analysen führen zur Ablehnung der Protektionsthese, da in den untersuchten Modellen kein signifikanter positiver Effekt des Familienstandes auf die Gesundheit festgestellt werden konnte.

Wie unterscheidet sich die Arbeit von älteren Studien?

Im Gegensatz zu vielen älteren Studien, die periodenbezogene Querschnittdaten nutzten, verwendet diese Arbeit Längsschnittdaten und Fixed-Effects-Regressionen, wodurch kausale Aussagen präziser geprüft werden können.

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Details

Title
Leben verheiratete Menschen länger? Die Zusammenhänge zwischen Familienstand und Gesundheit
Subtitle
Eine quantitative Analyse zu Mortalität und Ehe mit den Daten des Sozio-oekonomischen Panels
College
University of Tubingen  (Institut für Soziologie)
Grade
1,7
Author
Veronika Waldenmaier (Author)
Publication Year
2016
Pages
77
Catalog Number
V369254
ISBN (eBook)
9783668488786
ISBN (Book)
9783960950943
Language
German
Tags
Mortalität Paneldatenanalyse Pluralisierung Gesundheit Familienstand Statistik quantitative Sozialforschung Ehe Selektionsmechanismus Fixed-Effects-Modelle Sozio-oekonomisches Panel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Veronika Waldenmaier (Author), 2016, Leben verheiratete Menschen länger? Die Zusammenhänge zwischen Familienstand und Gesundheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369254
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