Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob sich institutionalisierte Bildung auf das Einkommen auswirkt. Institutionalisierte Bildung setzt sich in Deutschland einerseits aus Schulbildung und andererseits aus beruflichen Abschlüssen wie Lehre oder Universität zusammen. Einkommen und Bildung stellen zwei zentrale Themenbereiche der Soziologie dar, die einen elementaren Einfluss auf das individuelle Leben in positiver wie negativer Weise ausüben.
Um eine holistische Sichtweise auf die Frage zu ermöglichen und eine angemessene Auswertung und Antwort geben zu können, werden zunächst die zentralen Begriffe "Einkommen" und "Bildung" definiert und für diese Arbeit eingegrenzt. In einem weiteren Schritt werden die theoretischen Grundlagen geschaffen, um anschließend die zu untersuchenden Hypothesen generieren zu können. Nachfolgend wird passend zu den Hypothesen der aktuelle Forschungsstand skizziert und anschließend der verwendete Datensatz des Mikrozensus 2002 beschrieben.
Als Vorbereitung zur Untersuchung wird das methodische Vorgehen erklärt und die nötigen Variablen operationalisiert. Im nächsten Schritt erfolgt die Auswertung zunächst in deskriptiver Weise und anschließend anhand multipler linearer Regressionsmodelle. Um die Aussagekraft der Ergebnisse einschätzen zu können, werden im Anschluss verschiedene Methoden der Modelldiagnostik eingesetzt. Abschließend werden die gewonnenen Ergebnisse interpretiert und mit der zu Grunde gelegten Theorie in Verbindung gebracht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung
3 Humankapitaltheorie
4 Forschungsstand
5 Datengrundlage
6 Methodisches Vorgehen
7 Operationalisierung
8 Auswertung
8.1 Deskriptive Analysen
8.2 Regressionsmodell
8.3 Diagnostik
8.4 Interpretation der Ergebnisse
9. Zusammenfassung
Literatur
Anhang: Do-File
Zielsetzung & Themen der Forschungsarbeit
Diese Forschungsarbeit untersucht den Einfluss von institutionalisierter Bildung – unterteilt in Schulbildung und berufliche Abschlüsse – auf das monatliche Nettoeinkommen von vollzeiterwerbstätigen Personen in Deutschland. Dabei wird die Humankapitaltheorie als theoretische Basis genutzt, um zu prüfen, ob höhere Bildungsabschlüsse zu einer signifikant höheren Entlohnung führen, wobei zusätzliche Faktoren wie das Geschlecht und die Herkunft als Kontrollvariablen einbezogen werden.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Bildungsjahren und Einkommen.
- Untersuchung der Auswirkung verschiedener Berufsabschlüsse auf das Gehaltsniveau.
- Überprüfung geschlechtsspezifischer Einkommensunterschiede (Gender Pay Gap) mittels Interaktionsmodellen.
- Einbeziehung der Herkunft als Faktor für Lohnunterschiede bei der statistischen Analyse.
- Durchführung multipler linearer Regressionen auf Basis des Mikrozensus 2002.
Auszug aus dem Buch
3 Humankapitaltheorie
Das auf Gary S. Becker zurückgehende „Humankapital“ beschreibt „die Summe aller Fähigkeiten und Wissensbestände einer Person […], welche diese im Zeitverlauf akkumuliert und welche sich positiv auf deren Produktivität auswirken“ (Bozoyan/ Wolbring 2012: 3). Dieses Wissen und die Fähigkeiten liegen jedoch nicht gegeben vor, sondern müssen von dem Individuum unter Kosten erworben werden, die nicht nur monetärer Art sind, sondern sich durch eingesetzte Zeit und intellektuelle Anstrengung auszeichnen. Da sich die Aneignung von Fähigkeiten in der Regel erst in der Zukunft auszahlt, kann hier von einer Investition in die eigene Zukunft gesprochen werden (vgl. Mincer 1989: 27).
Neben Bildungsinvestitionen steigern auch alle Aktivitäten, welche die Produktivität, Effizienz und Qualität einer Person erhöhen, das individuelle Humankapital. Eine Person kann durch Bildung, berufliche Qualifikationen und Erfahrungen in sein Humankapital investieren sowie dieses ausbauen, welches schließlich untrennbar mit ihm verbunden bleibt (vgl. Abraham/ Hinz 2005: 33).
Das individuelle Humankapital setzen Personen im Produktionsprozess ein, um monetäre und nicht-monetäre Erträge zu erwirtschaften. (Vgl. Rissiek, J. 1998: 2). Das Arbeitsvermögen beziehungsweise Humankapital als ,,Wert des Leistungspotentials von Wirtschaftssubjekten, das zur Einkommenserzielung eingesetzt werden kann (Wissen, Fertigkeiten)" (Baßeler, U. / Heinrich, J. 2001: 679), kann ,,theoretisch in Geld bewertet werden" (ebd.). Baßeler und Heinrich betonen die Schwierigkeit der Erfassung und Bewertung des Humankapitals: ,,Am einfachsten ist es, das Geldvermögen (Finanzvermögen) zu erfassen, recht schwierig ist die Erfassung und Bewertung des Realvermögens (Sachvermögen) und praktisch fast unmöglich ist die Ermittlung des Arbeitsvermögens" (ebd.). Dennoch wird die Berechnung des Humankapitals auf volkswirtschaftlicher Ebene schon seit Jahren praktiziert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Zusammenhangs von Bildung und Einkommen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit dar.
2 Begriffsbestimmung: Hier werden die zentralen Begriffe Bildung und Einkommen definiert und für die empirische Analyse in dieser Arbeit abgegrenzt.
3 Humankapitaltheorie: Dieses Kapitel erläutert die ökonomische Theorie hinter Bildungsinvestitionen und deren Einfluss auf die Produktivität und Entlohnung.
4 Forschungsstand: Hier werden aktuelle Studien zur Bildungsrendite in Deutschland zusammengefasst, um einen Kontext für die eigenen Analysen zu bieten.
5 Datengrundlage: Dieses Kapitel beschreibt den verwendeten CAMPUS-File des Mikrozensus 2002 sowie die methodischen Hintergründe der Datenerhebung.
6 Methodisches Vorgehen: Hier werden die statistischen Verfahren erläutert, insbesondere das multiple lineare Regressionsmodell zur Hypothesenprüfung.
7 Operationalisierung: In diesem Teil wird beschrieben, wie die Rohdaten aus dem Datensatz in metrische Variablen und Dummies für die Analyse umgewandelt wurden.
8 Auswertung: Dieses Kapitel enthält die deskriptiven Analysen, die Regressionsmodelle, die diagnostischen Tests zur Modellgüte sowie die Interpretation der Ergebnisse.
9. Zusammenfassung: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit reflektiert und die Hypothesen vor dem Hintergrund der theoretischen Ausgangslage bewertet.
Schlüsselwörter
Humankapitaltheorie, Bildungsrendite, Einkommen, Schulbildung, Berufsabschluss, Mikrozensus, multiple Regression, Geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede, Diskriminierung, Arbeitsmarkt, Modellgüte, Herkunft, statistische Analyse, Humankapital, Nettoeinkommen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen institutionalisierter Bildung und dem monatlichen Nettoeinkommen von vollzeiterwerbstätigen Personen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Einfluss von Schuljahren und beruflichen Qualifikationen auf den Lohn sowie die Rolle von Geschlecht und Herkunft bei der Entlohnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob höhere Bildung (Schul- und Berufsabschlüsse) gemäß der Humankapitaltheorie zu einer messbaren Erhöhung des Einkommens führt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden multiple lineare Regressionsmodelle sowie deskriptive statistische Auswertungen des Mikrozensus-Datensatzes verwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung des Datensatzes, die Operationalisierung der Variablen sowie die detaillierte statistische Auswertung und Diagnostik der Regressionsmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Typische Schlagworte sind Humankapitaltheorie, Bildungsrendite, Einkommensvarianz und Gender Pay Gap.
Warum wurde der Mikrozensus 2002 als Datengrundlage gewählt?
Der Mikrozensus 2002 bietet eine breite Datengrundlage mit einer hohen Fallzahl, die für eine fundierte statistische Analyse auf Bundesebene repräsentativ ist.
Welches Ergebnis zeigt sich bezüglich des Geschlechtereffekts?
Die Analysen bestätigen, dass trotz gleicher Bildungsniveaus signifikante Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen bestehen, wobei Frauen tendenziell geringere Einkommen erzielen.
- Citation du texte
- Veronika Waldenmaier (Auteur), 2014, Der Einfluss von institutionalisierter Bildung auf das Einkommen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369274