Die vorliegende Arbeit geht der Fragestellung nach, welchen Risiken sich technologieorientierte Jungunternehmen (TJU) ausgesetzt sehen und in welchem Maß neu entstehende Märkte als Risiko eingestuft werden können. Das Ziel ist die Durchführung einer Risikoinventur. Dies erfolgt durch die Entwicklung einer theoretischen Risikoinventurliste, mittels welcher alle wesentlichen Risiken der technologieorientierten Jungunternehmen in neu entstehenden Märkten identifiziert, dokumentiert und bewertet werden. Zur Validierung der Ergebnisse findet eine empirische Untersuchung in Kooperation mit einem deutschen technologieorientierten Jungunternehmen aus einer gerade entstehenden Branche innerhalb der Photovoltaik statt.
In der heutigen dynamischen Wirtschaftswelt bedarf es keiner gesonderten Hervorhebung des Stellenwerts eines betriebswirtschaftlichen Risikomanagements. Seit jeher agieren Unternehmen unter Unsicherheit. Doch in Anbetracht der täglichen Informationen über Unternehmenskrisen, unzähliger Insolvenzen und der Paragraphenflut der Gesetzgeber ist die Bedeutung eines systematischen Risikoumgangs unumstritten. Nach diesem Verständnis scheint es nur logisch, dass besonders potentialträchtige Unternehmen bestehende und zukünftige Risiken systematisch managen.
Diese Betrachtung erhält eine noch existenziellere Bedeutung, wenn Jungunternehmen gänzlich neu entstehende Märkte (NEM) erschließen (wollen), denn das Phänomen dieser neuen Märkte ist nicht nur eine der populärsten Erscheinungen der globalen Wirtschaft, sondern auch eine der am kontroversest diskutierten. Obwohl diese Märkte oftmals attraktive unternehmerische Chancen bieten, sehen sich die Marktakteure einer hohen Komplexität und Unsicherheit bezüglich zukünftiger Entwicklungen und damit einem enormen Risiko ausgesetzt.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
0.1 Motivation und Zielstellung
0.2 Aufbau der Arbeit und Vorgehensweise
1 Grundlagen des Risikomanagements
1.1 Begriffsverständnis
1.1.1 Risikobegriff
1.1.2 Risikoarten
1.1.3 Risikomanagementbegriff
1.2 Anforderungen an das Risikomanagement
1.2.1 Rechtliche Anforderungen
1.2.2 Betriebswirtschaftliche Anforderungen
1.2.3 Organisatorische Anforderungen
1.3 Risikomanagementprozess
1.3.1 Bezugsrahmen
1.3.2 Risikoidentifikation
1.3.3 Risikobewertung
1.3.4 Risikoberichterstattung
1.3.5 Risikosteuerung
1.3.6 Risikoüberwachung
1.4 Risikomanagementsysteme
2 Risikomanagement technologieorientierter Jungunternehmen in neu entstehenden Märkten
2.1 Forschungsdesign
2.1.1 Aufbau und Vorgehensweise
2.1.2 Systematische Literaturrecherche
2.2 Schritt I: Risikoidentifikation TJU
2.2.1 Grundlagen
2.2.2 Stand der Literatur
2.3 Schritt II: Risikoidentifikation NEM
2.3.1 Grundlagen
2.3.2 Stand der Literatur
2.4 Schritt III: Erarbeitung Risikoinventurliste
2.5 Schritt IV: Theoretische Ergebnisauswertung
3 Ergebnisvalidierung am Fallbeispiel
3.1 Untersuchungsdesign
3.1.1 Aufbau und Vorgehensweise
3.1.2 Methodisch- und materiell-gestützte Expertenbefragung
3.2 Schritt I: Datenerhebung
3.3 Schritt II: Datenanalyse
3.3.1 Analyse offene Fragen
3.3.2 Analyse standardisierte Fragen
3.4 Schritt III: Theoretisch-empirische Ergebnisauswertung
4 Zusammenfassung und Ausblick
4.1 Zusammenfassung
4.2 Kritische Reflexion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert Risiken, denen technologieorientierte Jungunternehmen (TJU) beim Markteintritt in neu entstehende Märkte (NEM) ausgesetzt sind, und entwickelt eine theoretische Risikoinventurliste sowie ein validiertes empirisches Modell zur Risikobewertung.
- Theoretische Grundlagen des Risikomanagements und relevanter Systemstandards
- Charakterisierung von TJU und neu entstehenden Märkten
- Systematische Risikoidentifikation durch Literaturrecherche
- Empirische Ergebnisvalidierung mittels Expertenbefragung an einem Praxisbeispiel
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Risikobegriff
Die Generalisierung des Risikobegriffs ist ironischerweise mit Risiko behaftet. Bis heute konnte sich kein einheitlicher Begriff in der Literatur durchsetzen (vgl. Mikus (2001), S. 5; Wolke (2008), S. 1; Henschel (2009), S. 5; Vanini (2012), S. 7). Abgeleitet vom italienischen risicare, bedeutet das Wort Risiko so viel wie „etwas wagen“. Mit der Zeit entwickelte sich aber ein weitaus umfassenderes Begriffsverständnis, welches eine differenzierte Betrachtung erfordert.
Dem Großteil der definitorischen Ansätze ist gemeinsam, dass ein Risiko eine zukünftige Zielabweichung geplanter Unternehmensziele impliziert (vgl. Hopkin (2012), S. 14; Vanini (2012), S. 7). Dagegen variiert das gängige Meinungsbild insbesondere bei der Fragestellung, inwiefern auch positive Zielabweichungen als Chancen und ungewisse Abweichungen einbezogen werden sollten und ob jeglicher erwarteter Schadensfall als Risiko gewertet wird (vgl. Hopkin (2012), S. 13; Henschel (2009), S. 5; Vanini (2012), S. 7). Die notwendige Abgrenzung wird in Abbildung 2 schematisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Stellt die Problematik der hohen Risikobelastung von TJU und neu entstehenden Märkten vor und definiert das Ziel der Arbeit, eine Risikoinventurliste zu erstellen.
1 Grundlagen des Risikomanagements: Erarbeitet das theoretische Fundament, definiert den Risikobegriff sowie den Risikomanagementprozess und beleuchtet Anforderungen und Systeme.
2 Risikomanagement technologieorientierter Jungunternehmen in neu entstehenden Märkten: Analysiert spezifische Risiken für TJU und NEM basierend auf einer systematischen Literaturrecherche und entwickelt eine Risikoinventurliste.
3 Ergebnisvalidierung am Fallbeispiel: Validiert die entwickelten theoretischen Risikofaktoren durch eine qualitative Expertenbefragung bei einem TJU aus der Photovoltaikbranche.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert die Forschungsergebnisse und reflektiert kritisch die Vorgehensweise sowie die Übertragbarkeit der Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, TJU, neu entstehende Märkte, NEM, Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikoinventur, Risikomanagementprozess, Unternehmensrisiko, Literaturrecherche, Expertenbefragung, Risikostreuung, Risikoprophylaxe, Unternehmensgründung, Risikomanagementsysteme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse betriebswirtschaftlicher Risiken von technologieorientierten Jungunternehmen, insbesondere wenn diese in neu entstehende Märkte eintreten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Risikomanagements, die Charakteristika junger Technologieunternehmen sowie die spezifischen Risikofaktoren neuer Marktsegmente.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel besteht in der Entwicklung einer Risikoinventurliste, um wesentliche Risiken für TJU in NEM identifizierbar, dokumentierbar und bewertbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine systematische Literaturrecherche zur theoretischen Risikoidentifikation mit einer empirischen Validierung durch eine methodisch gestützte Expertenbefragung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des Risikomanagements vermittelt, anschließend folgt die risikoanalytische Untersuchung von TJU und NEM sowie die praktische Validierung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Risikomanagement, TJU, neu entstehende Märkte (NEM), Risikoidentifikation sowie die empirische Validierung durch Experteninterviews.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Risiko und Ungewissheit eine Rolle?
Sie ist entscheidend für die Anwendbarkeit von Risikomanagement-Methoden; während Risiken bewertbar sind, macht Ungewissheit eine rationale Entscheidungsfindung oft unmöglich.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Risikomanagements in TJU?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass ein systematisches Risikomanagement, das bereits frühzeitig auf die spezifischen Bedürfnisse und Wachstumsphasen eines TJU angepasst wird, essenziell für die langfristige Existenzsicherung ist.
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- Sandro Egert (Author), 2015, Risiken von technologieorientierten Jungunternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369327