Prof. Manfred Görtemaker gilt spätestens seit seiner "Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" als einer der renommiertesten Historiker der Deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. In seinem Forschungsseminar zur politischen Wirkung und Überzeugung Thomas Manns bearbeitete Alexander Schetter sein Verhältnis zu Deutschland seit der Kapitulation 1945. Nach dem Studium der Tagebücher und unzähligen Briefen fand der Autor zu einem überraschenden Ergebnis. Es kam ein deutlich ambivalentes Verhältnis Manns zu Deutschland zum Vorschein, welches ihn bis zu seinem Tode hin und her riss. Es wird wohl wenige Künstler geben, die an Deutschland so gelitten haben wie Thomas Mann, der trotz aller politischen Äußerungen vor allem eines blieb, der große Humanist seiner Literatur.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Quellen und Literatur
- Das besetzte Deutschland -Beginn des kalten Krieges
- Die Teilung
- SBZ und DDR
- Die Adenauer-Republik
- Wiederbewaffnung
- Essener Vorschlag
- Nachkriegsliteratur
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Untersuchung analysiert Thomas Manns politische Sicht auf die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) im Kontext der deutschen Teilung. Sie beleuchtet die Motive und Umstände, die seine Ansichten prägten, und untersucht, wie er sich zu den politischen Entwicklungen im geteilten Deutschland positionierte.
- Thomas Manns politische Haltung im Kontext der deutschen Teilung
- Die Rolle des Kalten Krieges in Manns Sicht auf die beiden deutschen Staaten
- Die Bedeutung der Nachkriegsliteratur für Manns politische Gedanken
- Die Auswirkungen der McCarthy-Ära auf Manns Entscheidung zur Rückkehr nach Europa
- Manns Ambivalenz gegenüber der DDR und die Kritik an den Verhältnissen in der SBZ
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den historischen Kontext und die Situation Thomas Manns im Nachkriegsdeutschland dar. Die Analyse konzentriert sich auf die Zeit nach dem Krieg und den Einfluss der deutschen Teilung auf Manns politische Ansichten. Die Quellen und Literatur, die für die Untersuchung herangezogen werden, werden in Kapitel 2 vorgestellt. Kapitel 3 beleuchtet den Beginn des Kalten Krieges und die frühen Reaktionen Thomas Manns auf die Situation im besetzten Deutschland.
Schlüsselwörter
Thomas Mann, Deutschland, Teilung, Kalter Krieg, BRD, DDR, Nachkriegsliteratur, McCarthy-Ära, politische Haltung, Humanismus, Kulturnation, Weimarer Republik, SBZ, Wiederbewaffnung, Essener Vorschlag, Nobelpreis, Fragile Republik, Tagebücher, Briefe, Essays
Häufig gestellte Fragen
Wie stand Thomas Mann zur deutschen Teilung?
Thomas Mann hatte ein ambivalentes Verhältnis zur Teilung; er litt unter dem Zerfall der deutschen Kulturnation, lehnte aber eine einseitige Parteinahme im Kalten Krieg oft ab.
Welches Verhältnis hatte Thomas Mann zur DDR?
Er wurde in der DDR als Repräsentant des "humanistischen Erbes" gefeiert, stand den politischen Verhältnissen in der SBZ/DDR jedoch auch kritisch gegenüber.
Warum kehrte Thomas Mann nicht dauerhaft in die Bundesrepublik zurück?
Neben seiner Skepsis gegenüber der Adenauer-Republik und der dortigen Restauration alter Eliten spielte auch die McCarthy-Ära in den USA eine Rolle bei seinem Umzug in die Schweiz.
Was war der "Essener Vorschlag"?
Es handelte sich um eine politische Initiative im Kontext der Wiederbewaffnungsdiskussion, zu der Thomas Mann Stellung bezog.
Wie beeinflusste der Kalte Krieg sein Spätwerk?
Der globale Konflikt verstärkte seine Rolle als "Weltbürger" und Humanist, der versuchte, über den ideologischen Gräben zwischen Ost und West zu stehen.
Welche Bedeutung haben seine Tagebücher für die Forschung?
Die Tagebücher offenbaren seine tiefen inneren Zerrissenheiten und seine privaten, oft scharfen Kommentare zum politischen Zeitgeschehen in Deutschland.
- Quote paper
- Alexander Schetter (Author), 2005, Thomas Mann und das geteilte Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36936