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Thomas Mann und das geteilte Deutschland

Title:  Thomas Mann und das geteilte Deutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 28 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Alexander Schetter (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Prof. Manfred Görtemaker gilt spätestens seit seiner "Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" als einer der renommiertesten Historiker der Deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. In seinem Forschungsseminar zur politischen Wirkung und Überzeugung Thomas Manns bearbeitete Alexander Schetter sein Verhältnis zu Deutschland seit der Kapitulation 1945. Nach dem Studium der Tagebücher und unzähligen Briefen fand der Autor zu einem überraschenden Ergebnis. Es kam ein deutlich ambivalentes Verhältnis Manns zu Deutschland zum Vorschein, welches ihn bis zu seinem Tode hin und her riss. Es wird wohl wenige Künstler geben, die an Deutschland so gelitten haben wie Thomas Mann, der trotz aller politischen Äußerungen vor allem eines blieb, der große Humanist seiner Literatur.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellen und Literatur

3. Das besetzte Deutschland –Beginn des kalten Krieges

4. Die Teilung

5. SBZ und DDR

6. Die Adenauer-Republik

6.1. Wiederbewaffnung

6.2. Essener Vorschlag

7. Nachkriegsliteratur

8. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die politische Sichtweise von Thomas Mann auf das geteilte Deutschland nach 1945. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Mann als Exilant und Intellektueller auf die Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR reagierte, welche Motive seine Ansichten prägten und wie er versuchte, seine humanistische Gesinnung in einem zunehmend polarisierten globalen politischen Umfeld zu behaupten.

  • Thomas Manns Haltung zur deutschen Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Die Wahrnehmung der politischen Systeme in Ost und West
  • Der Einfluss von Exilerfahrungen auf die Einschätzung der deutschen Nachkriegspolitik
  • Thomas Manns Verhältnis zur jüngeren deutschen Schriftstellergeneration
  • Die Rolle der Tagebücher und Korrespondenzen als Spiegel seiner politischen Ansichten

Auszug aus dem Buch

3. Das besetzte Deutschland –Beginn des kalten Krieges

Der baldige Bruch der ungleichen Verbündeten folgte einem Naturgesetz, dazwischen geriet das besetzte Deutschland. Doch was nahm Thomas Mann aus dem fernen Amerika wahr, welchen Weg sah er Deutschland beschreiten? Anfang 1944 wurde in Emigrantenkreisen das Council for a Democratic Germany gegründet. Thomas Mann hielt sich bewusst fern von jeder politischen Aktivität, vor allem da er davon überzeugt war, dass eine demokratische deutsche Staatsführung nur aus dem Kreise jener Antifaschisten erwachsen könne, die das Grauen vor Ort überlebt hatten. Selbst eine Diskussion mit Kollegen wie Lionel Feininger und Berthold Viertel hielt er für überflüssig, da er selbst unter den Emigranten eine Neigung verspürte, sich und Deutschland als den Mittelpunkt der Welt zu betrachten. In seiner ersten Radiobotschaft (10. Mai 1945) nach dem Waffenstillstand, betonte er den Graben zwischen Deutschland und der übrigen Welt, die einen gerechten Frieden feierte und mit Recht mit Abscheu und Grauen auf die Verbrechen des deutschen Volkes sah. Es sei wichtig, die Leistung der Alliierten zu würdigen, auch da man sich nicht aus eigener Kraft vom Joch befreit hatte. Man hatte die Macht verloren, aber Macht sei nicht alles und schon gar nicht die ganze Würde des deutschen Volkes. Diese erste Meldung nach Deutschland war ein Plädoyer an die Vernunft, an das Gute. Politische Vision war nicht Manns Sache, zu undeutlich schienen auch die Verhältnisse im besiegten Deutschland, als das man sich eine Vorstellung von dem machen konnte, was werden sollte. „Ich habe keine Ahnung, keine Vorstellung“, für Mann war die Aufarbeitung der Vergangenheit und die Reinigung von den Verbrechen (von den Verbrechern) die dringlichste Sache, ohne die für ihn kein Neuanfang sein konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Thomas Manns isolierte Situation als „politischer Mensch“ nach 1945 und führt in sein Ringen um eine Haltung zum geteilten Deutschland ein.

2. Quellen und Literatur: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die für die Arbeit herangezogene Forschungsliteratur sowie die primären Quellengrundlagen, insbesondere Tagebücher und Briefwechsel.

3. Das besetzte Deutschland –Beginn des kalten Krieges: Hier wird Manns ambivalentes Verhältnis zu den Alliierten und seine Wahrnehmung der frühen Nachkriegsentwicklung in Deutschland thematisiert.

4. Die Teilung: Der Fokus liegt auf Manns Beobachtung der Währungsreform und der zunehmenden Verfestigung der deutschen Teilung, die er kritisch bewertete.

5. SBZ und DDR: Dieses Kapitel untersucht Manns Haltung zur sowjetischen Besatzungszone und der späteren DDR sowie sein oft naives Verständnis gegenüber dortigen Entwicklungen.

6. Die Adenauer-Republik: Der Autor analysiert Thomas Manns deutliche Vorbehalte gegen die Politik Konrad Adenauers und die Westintegration.

6.1. Wiederbewaffnung: Dieses Kapitel befasst sich mit Manns Ängsten hinsichtlich der Remilitarisierung und der damit verbundenen Gefahr eines neuen Krieges.

6.2. Essener Vorschlag: Hier wird Thomas Manns Unterstützung für die Haltung der SPD und deren Konzepte für ein neutrales Deutschland beleuchtet.

7. Nachkriegsliteratur: Dieses Kapitel betrachtet Manns pessimistische Sicht auf die junge Schriftstellergeneration und sein kritisches Verhältnis zur deutschen Nachkriegsliteratur.

8. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert Manns politische Position, die zwischen seinem Anspruch als Humanist und einer oft subjektiven, bisweilen in kulturellen Kategorien verhafteten Sichtweise auf die politische Realität schwankte.

Schlüsselwörter

Thomas Mann, Deutschland, Nachkriegszeit, Teilung, DDR, Bundesrepublik, Politik, Humanismus, Exil, Sowjetunion, Westintegration, Wiederbewaffnung, Literatur, Kultur, Antifaschismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Thomas Manns politisches Denken und seine Haltung zum geteilten Deutschland in der Zeit zwischen 1945 und seinem Tod.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die deutsche Teilung, die Außenpolitik der Blöcke, die Rolle der Intellektuellen im Exil und die spezifische Wahrnehmung der deutschen Nachkriegsgesellschaft durch Thomas Mann.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Ziel ist es, die Motive und Umstände zu ergründen, die Thomas Manns kritische und oft zwiespältige Sicht auf die BRD und die DDR prägten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Untersuchung basiert auf einer fundierten Auswertung von Primärquellen wie Thomas Manns Tagebüchern, Briefwechseln und Essays sowie einer Analyse aktueller Sekundärliteratur zur Biographie und zum politischen Wirken des Autors.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische und thematische Kapitel, die Manns Reaktionen auf die Besatzung, die Teilung, die Adenauer-Politik, die Remilitarisierung und die literarische Landschaft der Nachkriegszeit umfassen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Thomas Mann, deutsche Teilung, Nachkriegsgeschichte, Humanismus, politische Identität und kulturelles Exil charakterisiert.

Warum stand Thomas Mann der westdeutschen Adenauer-Repolitik so kritisch gegenüber?

Mann sah in der Politik Adenauers eine gefährliche Fortführung alter, reaktionärer Traditionen und befürchtete eine erneute Bedrohung durch Remilitarisierung und Westintegration.

Wie verhielt sich Thomas Mann zum sozialistischen Experiment im Osten?

Sein Verhältnis zur DDR war von einer bemerkenswerten, teils naiven Zurückhaltung und einem gewissen moralischen Wohlwollen gegenüber dem Sozialismus geprägt, wobei er Kritik an Stalinismus und Repressionen öffentlich oft vermied.

Welche Rolle spielte seine Tochter Erika in seinem politischen Image?

Erika Mann übte einen erheblichen Einfluss auf die Korrespondenz und die politische Positionierung ihres Vaters aus und war maßgeblich an der Ausarbeitung seiner öffentlichen Bekenntnisse beteiligt.

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Details

Title
Thomas Mann und das geteilte Deutschland
College
University of Potsdam  (Institut für Geschichte)
Course
Der politische Mensch Thomas Mann
Grade
sehr gut
Author
Alexander Schetter (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V36936
ISBN (eBook)
9783638364331
ISBN (Book)
9783638653794
Language
German
Tags
Thomas Mann Deutschland Mensch Thomas Mann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Schetter (Author), 2005, Thomas Mann und das geteilte Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36936
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