Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Handel afrikanischer Sklaven nach Arabien und Amerika vom 17. bis ins 19. Jahrhundert. Ziel der Arbeit ist es, die verschiedenen Arten juristischer Aufarbeitung und Wiedergutmachung zu erfassen.
Die Problematik des Themas ergibt sich aus den großen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Unterschieden zwischen der westlichen und der arabischen Sklaverei und deren jeweilige Abschaffung. Hierfür wird im Folgenden vorerst ein Versuch unternommen, den Begriff „Sklaverei“ zu definieren. Anschließend werden die historischen Grundlagen herausgearbeitet. Dabei kommt es zu der Trennung zwischen Arabien und Amerika. Außerdem werden neben der Entstehung des Sklavenhandels auch die abolitionistischen Strömungen und Erfolge beschrieben.
Auf dieser Grundlage wird im dritten Teil auf die heutige Betrachtungsweise der Sklaverei und die verschiedenen Formen der Wiedergutmachung eingegangen. Hierbei soll das sehr umfangreiche Thema der Sklaverei durch die historischen Grundlagen verständlich gemacht werden, damit die Problematik der Wiedergutmachung und Reparationen erkannt und verstanden werden kann.
Durch den Zeitraum von ungefähr 300 Jahren der in dieser Seminararbeit behandelt wird kann vor allem der Beginn des arabischen Sklavenhandels nur in Grundzügen aufgezeigt werden. Bei der Auswahl und der Anzahl der Quellen kann eine große Disproportionalität zwischen der Literatur, die sich mit der arabischen Sklaverei beschäftigt und den Werken, die auf eine Aufarbeitung der amerikanischen Sklaverei abzielen, erkannt werden. Aus diesem Grund sollen in dieser Abhandlung zwar die gegebenen Quellen genutzt werden, jedoch soll auch auf die Problematik einer unvollständigen Aufarbeitung der Sklaverei aufmerksam gemacht werden.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. DEFINITION
III. HISTORISCHE GRUNDLAGEN
1. SKLAVEREI IN DEN VEREINIGTEN STAATEN
1.1. Der Beginn des Sklavenhandels auf dem nordamerikanischen Festland
1.2. Die rechtliche Behandlung der schwarzen Bevölkerung im Wandel
1.3. Die englische Rechtsstruktur in Hinsicht auf die Sklaverei
1.4. Veränderung der schwarzen Population mit dem schwindenden Sklavenhandel
1.5. Abolitionismus in Nordamerika
1.5.1. Die Quäker im Kampf gegen die Sklaverei
1.5.2. William Lloyd Garrison und „The Liberator“
1.5.3. Der Sezessionskrieg als Ende der Sklaverei in Nordamerika
2. SKLAVEREI IN ARABIEN
2.1. Die Einstellung des Islams zur Sklaverei
2.2. Der Sklavenhandel im Arabischen Meer
2.3. Über den Abolitionismus im arabischen Sklavenhandel
2.4. Die abolitionistischen Bewegungen in Europa als Anstoß für die Abschaffung der Sklaverei in Arabien
IV. DIE AUFARBEITUNG UND JURISTISCHE WIEDERGUTMACHUNG DER SKLAVEREI
1. DIE WIEDERGUTMACHUNG DES TRANSATLANTISCHEN SKLAVENHANDELS
2. ARTEN VON REPARATIONEN UND DEREN EFFIZIENZ
3. WIEDERGUTMACHUNG UND HEUTIGE BETRACHTUNGSWEISE DER SKLAVEREI IM ARABISCHEN RAUM
3.1. Die heutige Sklaverei am Beispiel von Mauretanien
3.2. Islamische Tabuisierung des Themas Sklaverei
V. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Sklavenhandel nach Arabien und Amerika vom 17. bis ins 19. Jahrhundert, mit einem besonderen Schwerpunkt auf den juristischen Aufarbeitungs- und Wiedergutmachungsprozessen. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die kulturellen, sozialen und ökonomischen Unterschiede der beiden Sklavenhandelssysteme sowie deren jeweilige abolitionistische Entwicklung und die damit verbundenen heutigen Herausforderungen der Reparation zu analysieren.
- Historische Entstehung der Sklaverei in Amerika und Arabien
- Vergleich abolitionistischer Bewegungen und deren Einfluss auf die Abschaffung
- Juristische und moralische Aspekte der Wiedergutmachung
- Analyse des institutionellen Rassismus in der heutigen Gesellschaft
- Fallbeispiel der Sklaverei in Mauretanien
Auszug aus dem Buch
William Lloyd Garrison und „The Liberator“
Im Gegensatz zu der vorwiegend graduellen Abschaffung der Sklaverei, die unter anderem von den Quäkern des frühen 19. Jahrhunderts vorangetrieben wurde, strebte William Lloyd Garrison eine unmittelbare Abolition an. Garrison wurde 1805 in armen Verhältnissen in Massachusetts geboren, und stieg im Alter von 21 Jahren in das Verlagswesen ein. Im Jahre 1826 arbeitete er als Mitherausgeber zusammen mit Benjamin Lundy und wurde so zunehmend mit der Antisklaverei-Bewegung assoziiert. In diesem Jahr verfasste Garrison zudem eine der wichtigsten abolitionistischen Reden seiner Karriere. In seiner Rede „Address to the American Colonization Society“ kritisierte er vor allem die Einstellung der Nordstaaten-Bevölkerung, dass die Sklaverei größtenteils ein Problem der Südstaaten sei. Durch die Unabhängigkeitserklärung seien die freien Staaten, genauso wie die Südstaaten zu gleichen Teilen für die Sklaverei und deren Abschaffung verantwortlich. Die Pläne von Afroamerikanern wie Paul Cuffe und Martin Delany, die eine Auswanderung aus dem Land als Weg zum Abolitionismus sahen, unterstütze Garrison nicht. Nach seiner Überzeugung war das Problem nicht die Gegenwart der Afroamerikaner, sondern der vorherrschende Rassismus. Nach seiner Ansicht nach wäre nicht die Kolonialisierung der Schwarzen aus Amerika heraus, sondern die der Rassisten ein hilfreiches Mittel. Ein Auszug aus seinem ersten Artikel, den er für seine Zeitung „The Liberator“ verfasste, gibt die Ansatzpunkte und zentralen Themen der abolitionistischen Bewegung von 1830 bis 1865 wieder:
[...]
I swear, while life-blood warms my throbbing veins,
Still to oppose and thwart, with heart and hand,
Thy brutalising sway - till Afric's chains
Are burst, and Freedom rules the rescued land, -
Trampling Oppression and his iron rod:
Such is the vow I take - SO HELP ME GOD!
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Einführung in das Thema des Sklavenhandels nach Amerika und Arabien sowie Darlegung der Zielsetzung, die verschiedenen Arten der juristischen Aufarbeitung und Wiedergutmachung zu erforschen.
II. DEFINITION: Erläuterung der Schwierigkeit, den Begriff Sklaverei allumfassend zu definieren, und Darstellung verschiedener historischer und soziologischer Interpretationen des Sklavenstatus.
III. HISTORISCHE GRUNDLAGEN: Detaillierte Analyse des Sklavenhandels in den USA und in Arabien unter Berücksichtigung rechtlicher Strukturen, der Entwicklung des Abolitionismus und der sozioökonomischen Auswirkungen.
IV. DIE AUFARBEITUNG UND JURISTISCHE WIEDERGUTMACHUNG DER SKLAVEREI: Untersuchung der Forderungen nach Reparationen, der Problematik von Sammelklagen und der heutigen Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung der Sklaverei, insbesondere unter dem Aspekt des strukturellen Rassismus.
V. FAZIT: Zusammenfassende Gegenüberstellung der historischen Aufarbeitungsprozesse und Ausblick auf die Notwendigkeit, heutige sklavische Bedingungen durch gezielte, an die jeweilige Problematik angepasste Strategien zu bekämpfen.
Schlüsselwörter
Sklaverei, Sklavenhandel, Abolitionismus, Reparationen, Wiedergutmachung, Menschenrechte, Amerika, Arabien, Institutioneller Rassismus, Mauretanien, Atlantischer Sklavenhandel, Transatlantischer Handel, Kolonialismus, Menschenwürde, Soziale Gerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Sklavenhandel nach Amerika und Arabien zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert sowie die damit verbundenen juristischen und historischen Aufarbeitungsprozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die rechtliche Struktur der Sklaverei, die Entwicklung der abolitionistischen Bewegungen in Europa und Amerika sowie die moderne Debatte über Reparationszahlungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die verschiedenen Methoden der juristischen Wiedergutmachung zu erfassen und die kulturellen sowie sozialen Diskrepanzen in der historischen Wahrnehmung der Sklaverei aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische und rechtsgeschichtliche Analyse vorhandener Quellen und Literatur, um die Entwicklung der Sklaverei-Institutionen zu vergleichen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Grundlagen des Sklavenhandels, die Rolle von Abolitionisten, die juristische Aufarbeitung der vergangenen Verbrechen und die heutige Relevanz durch den strukturellen Rassismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die zentralen Schlagworte umfassen Sklavenhandel, Abolitionismus, institutionellen Rassismus, Reparationen und die spezifische Problematik der Sklaverei in Regionen wie Mauretanien.
Warum wird im Besonderen auf Mauretanien eingegangen?
Mauretanien dient als kritisches Fallbeispiel, da dort trotz formaler Abschaffung sklavische Strukturen weiterhin tief in der gesellschaftlichen Ordnung verwurzelt sind.
Wie bewertet der Autor die internationale Debatte um Reparationen?
Der Autor beleuchtet die Schwierigkeit, eine direkte rechtliche Haftung für historische Ereignisse festzulegen, und betont stattdessen die Notwendigkeit, strukturellen Rassismus und Chancenungleichheit aktiv zu bekämpfen.
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- Nikolas Hamacher (Author), 2017, Der Handel mit afrikanischen Sklaven nach Arabien und Amerika vom 17. bis 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369428