Eine Analyse einer Reform-Implementierung in der Binnenmodernisierung an sich möchte nun die vorliegende Arbeit bieten. Aufgrund des begrenzten Umfangs einer Hausarbeit liegt der Fokus auf dem Personalmanagement und hier auf der Leistungsorientierten Bezahlung (LOB) als zentrales Element. Bei der dazu erfolgten Recherche zeigte sich, dass eine interessante Varianz auf der Abschaffung des Beamtenstatus in der Schweiz und dem Verbleib beim Status Quo in Deutschland gibt, welche ebenfalls in der Analyse betrachtet werden soll.
New Public Management (NPM) befasst sich mit einer Vielzahl an verwaltungspolitischen Reformstrategien, die auf einer institutionellen Sichtweise basieren und dabei die Modernisierung öffentlicher Einrichtungen sowie der Verwaltungsführung im Fokus haben, wobei insbesondere privatwirtschaftliche Managementelemente in den öffentlichen Sektor transferiert werden sollen. Dabei versteht sich das Modell nicht als geschlossenes, kohärentes Theoriegebäude, dennoch lassen sich aber grundlegende Komponenten isolieren. Neben der Stärkung der Marktorientierung, Ziel- und Ergebnisorientierte Steuerung (Outcome- und Outputorientierung), dezentrale Führungs- und Organisationsstrukturen mit weitgehend selbstständigen Verwaltungseinheiten, Privatisierung und Deregulierung auch die Einführung von Leistungsvereinbarungen und Kontrakten. NPM bietet jedoch keinen Maßnahmenkatalog sondern Strategien zur Verbesserung der Funktionsweise aller Bereiche öffentlicher Verwaltung.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. Begriffsspezifikation
2.1 Öffentlicher Arbeitgeber
2.2 Leistungsorientierte Bezahlung (LOB)
2.3 Beamtenstatus
3 Theorie
3.1 Neo-Institutionalismus
3.2 Vetospielertheorie
3.3 Operationalisierung der abhängigen Variablen – Reformfähigkeit
3.4 Operationalisierung der unabhängigen Variablen – Vetospieler
3.4.1 Anzahl der Vetospieler
3.4.2 Ideologische Distanz
3.4.3 Interne Kohäsion
3.5 Aufstellung der Forschungshypothese
4 Forschungsdesign
4.1 Methodische Grundlagen
4.2 Fallauswahl
4.3 Datenerhebung
5 Leistungsorientierte Bezahlung und Beamtenstatus– Reformfähigkeit im Vergleich
5.1 Deutschland
5.2 Schweiz
6 Überprüfung der Forschungshypothese
6.1 Hypothese 1: Anzahl der Vetospieler
6.2 Hypothese 2: Distanz zum Status Quo
6.3 Hypothese 3: Kohäsion intern
7 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Reformpfade der leistungsorientierten Bezahlung (LOB) und des Beamtenstatus im öffentlichen Dienst in Deutschland und der Schweiz unter Anwendung der Vetospielertheorie von George Tsebelis, um Erklärungsmodelle für die Divergenz bei der Reformfähigkeit zu identifizieren.
- Verwaltungsreformen unter New Public Management (NPM)
- Leistungsorientierte Bezahlung (LOB) im öffentlichen Sektor
- Vergleich der Beamtentums-Traditionen in Deutschland und der Schweiz
- Anwendung der Vetospielertheorie zur Analyse politischer Reformfähigkeit
- Einfluss von institutionellen Rahmenbedingungen auf Reformprozesse
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Anzahl der Vetospieler
Wie bereits ausgeführt, sollen Vetospieler verstanden werden als Akteure, die eine Status Quo Veränderung verhindern können. Dabei unterscheidet Tsebelis unterschiedliche Vetospieler:
If veto players are generated by the constitution, they are called institutional veto players, (...). If veto players are generated by political game, they are called partisan veto players (Tsebelis 2002, S. 19).
die nachstehend beschrieben werden. Zunächst wäre also der institutionelle Vetospieler zu nennen, der in der Verfassung verankert ist und dadurch Vetomacht innehält. So setzt das deutsche Grundgesetz z.B. in der Zustimmungsgesetzgebung Bundestag und Bundesrat als institutionelle Vetospieler fest. Ob jedoch die zweite Kammer als tatsächlicher Vetospieler gewertet werden kann, hängt von den Mehrheitsverhältnissen in dieser ab. Sofern die Regierung in beiden Kammern über die Mehrheit verfügt, entfällt der Status des Vetospielers für die zweite Kammer. Dieser Annahme folgt Tsebelis „Absorptionsregel“, die Lauth (2010, S. 133) folgendermaßen formuliert:
Zum einen besagt sie, dass Vetospieler mit identischen Politikpositionen nur als ein Vetospieler gezählt werden. Zum anderen werden Einspruchsberechtigte, deren Präferenzen durch andere Vetospieler abgedeckt werden, deren Politikposition also zwischen den Positionen zweier anderer Vetospieler liegen, „absorbiert“, also nicht gezählt“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Verwaltungsreformen unter New Public Management und Begründung der Fragestellung zur Reformfähigkeit in Deutschland und der Schweiz.
2. Begriffsspezifikation: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe wie öffentlicher Arbeitgeber, leistungsorientierte Bezahlung und Beamtenstatus.
3 Theorie: Darstellung des theoretischen Rahmens mittels Neo-Institutionalismus und Vetospielertheorie zur Operationalisierung der Reformfähigkeit.
4 Forschungsdesign: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise einer qualitativen, vergleichenden Länderanalyse (Most Similar Systems Design).
5 Leistungsorientierte Bezahlung und Beamtenstatus– Reformfähigkeit im Vergleich: Detaillierte Betrachtung der Reformpfade in Deutschland und der Schweiz hinsichtlich der Umsetzung von LOB und des Beamtenstatus.
6 Überprüfung der Forschungshypothese: Analyse und Abgleich der empirischen Befunde mit den theoretischen Hypothesen zu Vetospielern, Distanz und Kohäsion.
7 FAZIT: Zusammenfassung der Ergebnisse und kritische Reflexion der Anwendung der Vetospielertheorie auf die untersuchten Reformprozesse.
Schlüsselwörter
New Public Management, NPM, Verwaltungsreform, leistungsorientierte Bezahlung, LOB, Beamtenstatus, Vetospielertheorie, Deutschland, Schweiz, Neo-Institutionalismus, Reformfähigkeit, Reformprozesse, öffentlicher Dienst, Personalmanagement, institutioneller Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht Reformen im öffentlichen Dienst, speziell die Einführung leistungsorientierter Bezahlung und Veränderungen des Beamtenstatus in Deutschland und der Schweiz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem New Public Management, der Modernisierung öffentlicher Verwaltungen und der politologischen Analyse von Reformwiderständen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu erklären, warum Deutschland trotz eines ähnlichen Reformbedarfs wie in der Schweiz am traditionellen Beamtenstatus festhält, während die Schweiz diesen abschaffte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein qualitativer, ländervergleichender Ansatz nach dem "Most Similar Systems Design" gewählt, ergänzt durch die theoretische Analyse von Vetospielern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung, dem Forschungsdesign sowie der detaillierten Anwendung der Hypothesen auf die politische Realität in Deutschland und der Schweiz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind New Public Management, leistungsorientierte Bezahlung, Vetospielertheorie und Reformfähigkeit.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Volkes als Vetospieler zwischen beiden Ländern?
In der Schweiz fungiert das Volk durch die Möglichkeit von Referenden als aktiver Vetospieler, während in Deutschland auf Bundesebene keine direktdemokratischen Vetomechanismen implementiert sind.
Welche Herausforderung stellte sich bei der Analyse der ideologischen Distanz?
Die Distanz zwischen Akteuren ist schwer zu manifestieren, weshalb die Analyse primär auf der Auswertung von Reformdokumenten und politischen Programmen basierte.
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- Nathalie Konias (Author), 2017, New Public Management. Die Binnenmodernisierung von Verwaltungen im internationalen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369460