In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Konzept der „Shareconomy“ in Bezug auf nachhaltiges Konsumverhalten in Deutschland. Ziel der Arbeit ist es herauszufinden, ob dieses Konzept ein erfolgsversprechendes System ist, um den Konsumismus zu verringern und das Konsumverhalten der Deutschen nachhaltig positiv zu verändern. Dabei werde ich im Besonderen auf das Thema Car-Sharing eingehen, als eine der bekanntesten und populärsten Anwendungen der „Shareconomy“.
Das Thema ist von großer Bedeutung, da wir durch unser Konsumverhalten die Umwelt in hohem Maße belasten, um unser konsumbasiertes Wirtschaftssystem aufrecht zu erhalten. Daher ist die Suche nach alternativen Konsum-Methoden von hoher Priorität und „angesichts globaler Herausforderungen wie Ressourcenknappheit, Klimawandel und anderen sozial-ökologischen Problemlagen in Verbindung mit einer stetig wachsenden Weltbevölkerung ist die Notwendigkeit einer zukunftsfähigen Entwicklung unumstritten“. Diese zukunftsfähige Entwicklung wird von vielen im System der „Shareconomy“, auch „Collaborative Consumption“ genannt, gesehen. Der Gedanke eines nachhaltigen Konsums ist zwar nicht neu, aber durch die Auswirkungen der Wirtschafts-, Banken- und Finanzkrise sehr aktuell. Das generelle Vertrauen in das Wirtschaftssystem ist geringer geworden und zu großen Teilen setzt sich die Erkenntnis durch, dass sich das Konsumverhalten zwangsläufig ändern muss, wobei die Themen soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz eine primäre Rolle spielen.
Um herauszufinden, wie diese alternativen Konsum-Methoden, im Speziellen das Car-Sharing, angewandt werden und welche Auswirkungen sie haben, ist die Arbeit wie folgt strukturiert. Zunächst werden die zentralen Grundbegriffe erläutert, also Konsumismus, „Shareconomy“ und Car-Sharing, anschließend wird untersucht welche Auswirkungen diese neuen, alternativen Konsumstrategien auf die Wirtschaft, die Umwelt und die Gesellschaft haben und wie diese Auswirkungen dort sichtbar werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundbegriffe
2.1 Konsumismus
2.2 „Shareconomy“
2.3 Car-Sharing
3. Ökonomische Aspekte
3.1 Anbieter
3.2 Nutzer
4. Ökologische Aspekte
5. Soziologische Aspekte
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der „Shareconomy“ im Kontext eines nachhaltigen Konsumverhaltens in Deutschland, wobei der Fokus insbesondere auf dem Car-Sharing als praktischem Anwendungsbeispiel liegt. Das primäre Ziel besteht darin, zu analysieren, ob dieses System tatsächlich als erfolgsversprechender Ansatz dienen kann, um den vorherrschenden Konsumismus zu reduzieren und das Konsumverhalten nachhaltig positiv zu beeinflussen.
- Grundlagen des Konsumismus und dessen Ursprünge
- Definition und Funktionsweise der „Shareconomy“
- Differenzierung zwischen kommerziellem und privatem Car-Sharing
- Analyse der ökonomischen, ökologischen und soziologischen Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
2.1 Konsumismus
„Konsumieren heißt, Güter und Dienstleistungen zu erwerben und zu nutzen, um unsere Grundbedürfnisse zu befriedigen. Konsumismus dagegen bezeichnet eine ganz besondere Beziehung zum Konsum, bei der man versucht, seine seelischen und sozialen Bedürfnisse mit immer neuen Einkäufen zu befriedigen, und bei der man sein Selbstwertgefühl über seinen Besitz definiert“ (Leonard 2010: 236). Jeder Mensch konsumiert also, getreu dem Motto „wer existiert, konsumiert“ (Holdinghausen/Reller 2013: 7). Das ist völlig normal, lebensnotwendig und kein Problem bezüglich der Nachhaltigkeit. Was jedoch ein Problem darstellt, ist Konsumismus und übermäßiger Konsum, denn „in the past fifty years, we have consumed more goods and services than in all previous generations put together“ (Hawken et al. 2008, zitiert in Botsman/Rogers 2010: 22).
Konsumismus ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet und findet seinen Ursprung im Fordismus. Dieser „befasste sich neben der Steigerung der Massenproduktion ebenso mit der Ermöglichung des Massenkonsums. Ford wusste genau, die Hersteller konnten nicht dauerhaft riesige Mengen von Waren produzieren, wenn niemand sie kaufte“ (Leonard 2010: 256). Dies führte zur Entstehung der Werbung, wie wir sie heute kennen. Als eine wesentliche Stütze des Konsumismus versucht sie uns zu überzeugen, dass wir die beworbenen Dinge brauchen, um unseren Status und unser Selbstwertgefühl zu verbessern. „When you consider that the average person sees more than three thousand advertising messages per day, it is not surprising that we have become so seduced by the pull of the new and the desire for more” (Rushkoff 2009, zitiert in Botsman/Rogers 2010: 37).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des nachhaltigen Konsums ein und definiert die Zielsetzung, die Wirksamkeit der „Shareconomy“ am Beispiel des Car-Sharings zu prüfen.
2. Grundbegriffe: In diesem Kapitel werden die theoretischen Konzepte des Konsumismus, der „Shareconomy“ und des Car-Sharings definiert und in den gesellschaftlichen Kontext eingeordnet.
3. Ökonomische Aspekte: Der Abschnitt beleuchtet die wirtschaftlichen Beweggründe für private und kommerzielle Akteure, an der „Shareconomy“ teilzunehmen.
4. Ökologische Aspekte: Hier wird untersucht, wie die gemeinsame Nutzung von Ressourcen durch Car-Sharing zur Nutzungsintensivierung und Ressourcenschonung beiträgt.
5. Soziologische Aspekte: Dieses Kapitel analysiert die Auswirkungen auf die Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf sich wandelnde Statussymbole und den entstehenden Gemeinschaftseffekt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die „Shareconomy“ das Konsumverhalten zwar positiv verändert, den Konsumismus jedoch eher erweitert als vollständig ersetzt.
Schlüsselwörter
Shareconomy, Konsumismus, Car-Sharing, Nachhaltigkeit, Collaborative Consumption, Konsumverhalten, Ressourcenschonung, Nutzungsintensivierung, Gemeinschaftseffekt, Ökonomie, Ökologie, Soziologie, Statussymbole, Wirtschaftskrise, Teilen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der „Shareconomy“ und untersucht deren Potenzial, das aktuelle Konsumverhalten in Deutschland in Richtung mehr Nachhaltigkeit zu lenken.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Konsumismus und „Shareconomy“ sowie die Analyse der ökonomischen, ökologischen und soziologischen Auswirkungen des Car-Sharings.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist herauszufinden, ob die „Shareconomy“ ein erfolgsversprechendes System darstellt, um den Konsumismus zu verringern und das Konsumverhalten nachhaltig positiv zu verändern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender Konzepte und Studien zu den Themen Konsumismus, kollaborativer Konsum und Car-Sharing.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Grundbegriffe sowie die detaillierte Betrachtung der ökonomischen Vorteile für Anbieter und Nutzer, der ökologischen Effekte durch Ressourcenschonung und der soziologischen Veränderungen in der Gesellschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Shareconomy, Konsumismus, Car-Sharing, Nachhaltigkeit und Collaborative Consumption.
Inwiefern beeinflusst das Internet die Entwicklung der „Shareconomy“?
Laut der Arbeit spielt das Internet eine zentrale Rolle, da es Anbieter und Nutzer weltweit vernetzt und den Tausch- sowie Teilprozess durch digitale Plattformen wesentlich vereinfacht und beschleunigt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin in Bezug auf den Konsumismus?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die „Shareconomy“ den Konsumismus nicht zwingend verringert, sondern die Optionen des Konsums ergänzt und erweitert, während sich das Konsumverhalten hin zu nachhaltigeren Modellen verschiebt.
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- Sabrina Schleimer (Author), 2014, "Shareconomy". Ein erfolgreicher Weg aus dem Konsumismus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369479