In dieser Arbeit soll für die Grippeschutzimpfung eine Kosten-Effektivitätsanalyse auf Grundlage der Saison 2014/15 durchgeführt werden. Dabei sollen einerseits Kosten für die Impfung und entstehende Nebenwirkungen als auch andererseits Kosten für die ambulante und stationäre Behandlung sowie Influenza-assoziierte Arbeitsunfähigkeiten berücksichtigt werden.
Als Ergebnisgröße wurden die durch die Grippeschutzimpfung zusätzlich aufgewendeten oder eingesparten Kosten je verhinderter Influenza-Infektion gewählt. Dies wird zunächst für die tatsächlich verabreichten Impfungen in der Saison 2014/15 durchgeführt, bevor anschließend auf Grundlage dieser Daten das tatsächliche Effektivitätspotenzial der Grippeschutzimpfung in einer Muster-Kosten-Effektivitätsanalyse errechnet wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gesundheitsökonomische Grundlagen
3. Epidemiologie der Influenza in Deutschland
3.1 Influenza-assoziierte Arztbesuche (Erkrankungen, ambulante Behandlungen)
3.2 Influenza-assoziierte Krankenhauseinweisungen (stationäre Behandlungen)
3.3 Influenza-assoziierte Arbeitsunfähigkeiten und Pflegebedürftigkeiten
4. Berechnung der durch Influenza verursachten Kosten
4.1 Kosten für das Gesundheitswesen
4.1.1 Kosten für ambulante Behandlungen (unkomplizierter Verlauf)
4.1.2 Kosten für stationäre Behandlungen (komplizierter Verlauf)
4.2 Indirekte Kosten für die Volkswirtschaft
5. Berechnung der durch die Grippeschutzimpfung anfallenden Kosten
5.1 Grippeschutzimpfung in Deutschland
5.1.1 Impfstoffe
5.1.2 Impfempfehlungen
5.1.3 Impfquoten
5.2 Kosten für die Grippeschutzimpfung
5.3 Kosten für Nebenwirkungen von Grippeschutzimpfungen
6. Berechnung der durch die Grippeschutzimpfung eingesparten Kosten
6.1 Eingesparte Kosten durch verhinderte ambulante Behandlungen
6.2 Eingesparte Kosten durch verhinderte stationäre Behandlungen
6.3 Eingesparte Kosten durch verhinderte Arbeitsunfähigkeiten
7. Kosten-Effektivitäts-Analyse für Deutschland (real) in der Saison 2014/15 (Zwischenfazit)
8. Kosten-Effektivitäts-Analyse für Deutschland (Muster) auf Grundlage der Saison 2014/15
8.1 Altersgruppe der 0- bis 14-Jährigen
8.1.1 Kosten-Effektivitäts-Analyse
8.1.2 Kosten-Effektivität in Abhängigkeit von der Impfeffektivität
8.1.3 Kosten-Effektivität in Abhängigkeit von den Impfkosten bei durchschnittlicher Impfeffektivität
8.2 Altersgruppe der 15- bis 59-Jährigen
8.2.1 Kosten-Effektivitätsanalyse
8.2.2 Kosten-Effektivität in Abhängigkeit von der Impfeffektivität
8.3. Altersgruppe ab 60 Jahren
8.3.1 Kosten-Effektivitätsanalyse für die Saison 2014/15
8.3.2 Kosten-Effektivität in Abhängigkeit von der Impfeffektivität
8.3.3 Kosten-Effektivität in Abhängigkeit von den Impfkosten bei durchschnittlicher Impfeffektivität
9. Fazit
9.1 Schlussfolgerungen
9.2 Schwächen dieser Arbeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die gesundheitsökonomische Sinnhaftigkeit der jährlichen Grippeschutzimpfung in Deutschland für die Saison 2014/15. Ziel ist es, durch eine Kosten-Effektivitäts-Analyse zu prüfen, inwieweit die Impfung in verschiedenen Altersgruppen (0-14 Jahre, 15-59 Jahre, ab 60 Jahre) einen ökonomischen Nutzen generiert, wobei sowohl direkte Behandlungskosten als auch indirekte Kosten durch Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt werden.
- Gesundheitsökonomische Bewertung von Präventionsmaßnahmen
- Epidemiologische Datenlage zur Influenza in Deutschland
- Berechnung direkter und indirekter Krankheitskosten
- Kosten-Nutzen-Vergleich der Impfung in spezifischen Altersgruppen
- Sensitivitätsanalyse zur Impfeffektivität und Kostenstruktur
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Influenza, auch Grippe genannt, ist eine durch Influenza-Viren übertragene Infektionserkrankung. Die Übertragung der Krankheitserreger erfolgt meist über Tröpfcheninfektion, kann jedoch auch indirekt über den Kontakt der Hände mit kontaminierten Oberflächen und anschließender Berührung der Schleimhäute im Nasen-Rachen-Raum erfolgen. Die Inkubationszeit beträgt 1-4 Tage. Erkrankte scheiden die Erreger über einen Zeitraum von 3-5 Tagen aus. Eine Influenza-Infektion zeigt sich durch Symptome wie Fieber, Husten, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl und kann tödlich verlaufen. Eine Infektion mit Influenza-Viren ist nach labortechnischem Nachweis laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
Das Influenza-Virus besteht aus den Virustypen A und B, weiteren Subtypen (z.B. H1N1 oder H3N2) und deren Variationen. Jede Saison ist das Influenza-Virus durch eine andere Zusammensetzung der Virustypen, Subtypen und deren Variationen charakterisiert. Eine Saison dauert meistens von der 40. KW des Vorjahres bis zur 20. KW des aktuellen Jahres. Der Zeitraum tatsächlich erhöhter Influenzaaktivität wird als Influenzawelle bezeichnet.
Zur Prävention einer Influenza-Infektion gibt es die jährlich neu zusammengesetzte Grippeschutzimpfung, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für bestimmte Personengruppen empfohlen ist. Dabei ist es jedoch umstritten, ob die Impfung tatsächlich wirkungs- und sinnvoll ist.
In der vorliegenden Arbeit soll für die Grippeschutzimpfung eine Kosten-Effektivitäts-Analyse auf Grundlage der Saison 2014/15 durchgeführt werden. Dabei sollen einerseits Kosten für die Impfung und entstehende Nebenwirkungen als auch andererseits Kosten für die ambulante und stationäre Behandlung sowie Influenza-assoziierte Arbeitsunfähigkeiten berücksichtigt werden. Als Ergebnisgröße wurden die durch die Grippeschutzimpfung zusätzlich aufgewendeten oder eingesparten Kosten je verhinderter Influenza-Infektion gewählt. Dies wird zunächst für die tatsächlich verabreichten Impfungen in der Saison 2014/15 durchgeführt, bevor anschließend auf Grundlage dieser Daten das tatsächliche Effektivitätspotenzial der Grippeschutzimpfung in einer Muster-Kosten-Effektivitäts-Analyse errechnet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert die Influenza und die methodische Herangehensweise der Arbeit, die mittels einer Kosten-Effektivitäts-Analyse die Sinnhaftigkeit der Impfung evaluiert.
2. Gesundheitsökonomische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Konzepte der gesundheitsökonomischen Evaluation und begründet die Wahl der Kosten-Effektivitäts-Analyse.
3. Epidemiologie der Influenza in Deutschland: Es werden die epidemiologischen Kennzahlen zur Influenza-Aktivität und deren Verteilung auf verschiedene Altersgruppen für die Saison 2014/15 dargestellt.
4. Berechnung der durch Influenza verursachten Kosten: Hier erfolgt die monetäre Quantifizierung der direkten Kosten für das Gesundheitswesen sowie der indirekten volkswirtschaftlichen Kosten.
5. Berechnung der durch die Grippeschutzimpfung anfallenden Kosten: Dieses Kapitel analysiert die Ausgaben für Impfstoffe, die ärztliche Vergütung und die Kosten für die Behandlung von Impfnebenwirkungen.
6. Berechnung der durch die Grippeschutzimpfung eingesparten Kosten: Basierend auf verhinderten Krankheitsfällen werden die Einsparungen bei ambulanten und stationären Behandlungen sowie Arbeitsunfähigkeiten ermittelt.
7. Kosten-Effektivitäts-Analyse für Deutschland (real) in der Saison 2014/15 (Zwischenfazit): Die Gesamtkosten der Impfkampagne werden den real erzielten Einsparungen gegenübergestellt, um ein erstes Fazit für die Saison 2014/15 zu ziehen.
8. Kosten-Effektivitäts-Analyse für Deutschland (Muster) auf Grundlage der Saison 2014/15: Durch Modellrechnungen mit standardisierten Populationsgrößen wird die Kosten-Effektivität für die drei gewählten Altersgruppen detailliert und sensitivitätsanalytisch untersucht.
9. Fazit: Die Ergebnisse werden synthetisiert, die Diskrepanz zu offiziellen Impfempfehlungen diskutiert und die methodischen Schwächen der Analyse reflektiert.
Schlüsselwörter
Grippeschutzimpfung, Kosten-Effektivitäts-Analyse, Gesundheitsökonomie, Influenza, Prävention, Impfeffektivität, Gesundheitswesen, Volkswirtschaft, Impfkosten, Arbeitsunfähigkeit, Krankheitskosten, Altersgruppen, Saison 2014/15, RKI, STIKO.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die ökonomische Effizienz der Grippeschutzimpfung in Deutschland, indem sie Kosten und Nutzen für verschiedene Altersgruppen in der Grippesaison 2014/15 vergleicht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die gesundheitsökonomische Evaluation, die Epidemiologie der Influenza sowie die detaillierte Berechnung von direkten und indirekten Krankheits- bzw. Präventionskosten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie sinnvoll die Grippeschutzimpfung als Präventionsmaßnahme aus einer ökonomischen Perspektive für verschiedene Altersgruppen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse angewandt?
Es wird eine Kosten-Effektivitäts-Analyse durchgeführt, die reale Daten der Saison 2014/15 mit einer modellhaften Muster-Berechnung für standardisierte Populationen kombiniert.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Quantifizierung der Krankheitslast, der Kosten der Impfprävention sowie der Berechnung des Kosten-Effektivitäts-Verhältnisses in den Altersgruppen 0-14, 15-59 und ab 60 Jahren.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Kosten-Effektivitäts-Analyse, Grippeschutzimpfung, ökonomische Evaluation, Präventionsmaßnahme und Krankheitslast.
Warum wird für die Altersgruppe der 15- bis 59-Jährigen ein anderes Ergebnis erzielt als für die Senioren?
Der Hauptgrund ist die hohe Anzahl der verhinderten Arbeitsunfähigkeitstage in der erwerbstätigen Bevölkerung, die in der ökonomischen Bilanz dieser Altersgruppe zu einer Einsparung führt, im Gegensatz zu den höheren direkten Behandlungskosten bei Senioren.
Welche Rolle spielt die Impfeffektivität bei den Ergebnissen der Analyse?
Die Impfeffektivität ist ein kritischer Parameter; die Analyse zeigt mittels Sensitivitätsrechnungen auf, ab welcher Effektivitätsschwelle die Impfung in den jeweiligen Altersgruppen ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis erreichen könnte.
Stehen die Ergebnisse im Einklang mit den offiziellen Empfehlungen der STIKO?
Die Ergebnisse zeigen aus rein ökonomischer Sicht, dass die Empfehlungen der STIKO für bestimmte Altersgruppen – insbesondere für Senioren – auf Basis der Daten der Saison 2014/15 nicht in jedem Fall eine Kosteneffizienz belegen können.
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- Jannik Müller (Author), 2016, Wie sinnvoll ist die Grippeschutzimpfung als Präventionsmaßnahme in Deutschland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369675