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Welche Konsequenzen hat funktionale Differenzierung für die Politik?

Title: Welche Konsequenzen hat funktionale Differenzierung für die Politik?

Term Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1,9

Autor:in: Markus Kühbauch (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Eine Gesellschaft wie wir sie heute kennen, wäre ohne Politik nicht vorstellbar. Sicher gab es auch schon in vorangegangenen Gesellschaftsformen Politik. Die Frage ist nur, welche Funktionen hatte sie inne und wie gestaltet sich Politik in der heutigen Gesellschaft? Der gesamte Fragekatalog, der sich daran anschließt und die Politik in der modernen Gesellschaft durchleuchtet, wird in dieser Hausarbeit aus der Perspektive der Theorie sozialer Systeme (soziale Systeme beruhen nur auf Kommunikation) von Niklas Luhmann erforscht (Systemtheorie). Der modernen Gesellschaft, in der wir leben ist ein langer Ausdifferenzierungsprozess vorangegangen, der hier kurz beschrieben werden soll. Im Zuge dieser Ausdifferenzierung wurden die Funktionen, Signifikanzen und wie man sich denken könnte auch die Bedeutsamkeiten von Politik in der Gesellschaft neu gerichtet. In dieser Hausarbeit wird näher beleuchtet, was die zentralen Aspekte, Strukturen und Funktionsweisen der heutigen Politik sind, die ihre Ursache in der Differenzierung und Weiterentwicklung der Gesellschaft haben. Damit werden auch Voraussetzungen der politischen Kommunikation bzw. der Prozesse im politischen System und die Prozesse selbst Gegenstand dieser Hausarbeit. Daran schließt sich die Frage an, was etwa die Werkzeuge der Politik sind, mit denen sie politische Entscheidungen produziert. Da allgemein bekannt ist, dass das produzieren von Entscheidungen eher wenige Momente beansprucht, ist weiterhin zu untersuchen, was anderweitig oder vorbereitend in der Politik geschieht bzw. geschehen muss, um zu Entscheidungen zu kommen bzw. um als Politik überhaupt zu bestehen. Damit ist der Leser bei dem zentralen Element des politischen Systems angekommen, das einerseits die Ausdifferenzierung der Politik bedingt und zugleich fördert. Es ist die Denkweise der Politik oder die Logik des politischen, das wir in jedem politischen Akteur (bei Politikern) erkennen - die Macht. Ist macht dann gleich Gewalt? Sicherlich nicht, sonst könnten wir nicht so friedlich leben wie wir es tun. Was gezeigt werden soll, ist dass Macht in erste Linie als Mittel zur Politik gilt und zwar ohne Gewalt. Inwieweit andere nicht politische Einflüsse als politische Berücksichtigt werden

wird nachfolgend analysiert. Dabei soll nicht vergessen werden, auf welche Weise formelle und informelle Mächte sich in der Politik wieder finden. Auch mag es jeden interessierten herumtreiben, [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. DIE ENTSTEHUNG DER MODERNEN FUNKTIONAL DIFFERENZIERTEN GESELLSCHAFT UND DAS POLITISCHE SYSTEM

2. DIE FUNKTIONSWEISE DES POLITISCHEN SYSTEMS

3. DIE AUSDIFFERENZIERUNG VON SUBSYSTEMEN IM POLITISCHEN SYSTEM.

4. SELBSTREFERENZ DES POLITISCHEN SYSTEMS

SCHLUSSFOLGERUNG

LITERATUR

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Theorie sozialer Systeme von Niklas Luhmann die Funktionsweise und Strukturen des modernen politischen Systems. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie sich das politische System im Kontext einer funktional differenzierten Gesellschaft autopoietisch organisiert und welche Rolle das Medium Macht sowie die Ausdifferenzierung von Subsystemen für dessen Aufrechterhaltung und Komplexitätsreduktion spielen.

  • Die Entstehung der funktional differenzierten Gesellschaft und die Rolle des politischen Systems.
  • Die Bedeutung des Mediums Macht als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium.
  • Die Binnendifferenzierung des politischen Systems in Politik, Verwaltung und Publikum.
  • Die Rolle des Staates als zentraler Bezugspunkt und dessen systemtheoretische Verortung.
  • Die Funktionsweise der Selbstreferenz innerhalb des politischen Systems.

Auszug aus dem Buch

2. Die Funktionsweise des politischen Systems

Da jeder sein (wie auch immer politische geartetes) Interesse mit der ihm zur Verfügung stehenden Macht vertreten kann und das geäußerte Interesse jeweils exklusiv als politische Kommunikation existiert, „wird die Zuwendung von Aufmerksamkeit, die politische Selektion und Thematisierung von Interessen zu einer Angelegenheit, die nur noch im politischen System selbst geregelt werden kann.“ So kommt der Fluss an politischer Kommunikation zu Stande. Auch wird deutlich, dass durch die Absorption von Interessen aus der Umwelt fremdreferenzielle Elemente in das politische System gelangen. Das politische System ist ein soziales System und ein Teilsystem der funktional differenzierten Gesellschaft. Systeme sind Verkettungen von Operationen und Operationen sind in der Systemtheorie Kommunikationen. Wie jedoch kann sich Kommunikation als politische Kommunikation produzieren, wenn es zugleich in der Gesellschaft auch zahllose nichtpolitische Kommunikationen gibt? Politische Kommunikation gelingt durch die operative Schließung des Systems über die spezifische Funktion des politischen Systems und die Codierung über das Medium Macht.

Der Code ist als Grundpfeiler einer konstruktivistischen Theorie immer zweiwertig (Machtüberlegenheit / Machtunterlegenheit) und ein Kriterium der Selektion, durch den operierende Systeme sich schließen, da jede Wertung immer nur auf den jeweilig entgegengesetzten Wert desselben Codes und nie auf andere, externe oder dritte Werte verweist. Die Funktion dient dabei als Leitmotiv der Ausdifferenzierung. Die spezifischen Funktionen sollen nur in einem System und in keinem anderen erfüllt werden. Im politischen System geht es dabei um das Bereithalten der Kapazitäten zu kollektiv bindenden Entscheidungen. Das besagt, dass Kommunikationen, sich als Entscheidungen darstellen. Im weiteren verlautet Luhmann, dass die „Bindungen (..) sagen, dass eine Entscheidungen als nicht mehr in Frage gestellte Prämisse für weitere Entscheidungen fungiert; aber nicht gesagt ist, (…) dass künftige Systemzustände festgelegt sind.“ Politisch kommt es also letztlich auf die Durchsetzung von Entscheidungen an, wobei damit ferner auch die kollektive und nicht widerrufbare Bindung an Entscheidungen gemeint ist, worauf dann wieder andere Entscheidungen getroffen werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DIE ENTSTEHUNG DER MODERNEN FUNKTIONAL DIFFERENZIERTEN GESELLSCHAFT UND DAS POLITISCHE SYSTEM: Dieses Kapitel beschreibt die evolutionäre Entwicklung von stratifikatorischen Gesellschaftsformen hin zur modernen funktional differenzierten Gesellschaft, in der das politische System als eines von vielen unabhängigen Teilsystemen existiert.

2. DIE FUNKTIONSWEISE DES POLITISCHEN SYSTEMS: Hier wird erläutert, wie das politische System durch operative Schließung, das Medium Macht und die Codierung Machtüberlegenheit/Machtunterlegenheit politische Kommunikation generiert und Entscheidungen produziert.

3. DIE AUSDIFFERENZIERUNG VON SUBSYSTEMEN IM POLITISCHEN SYSTEM.: Das Kapitel analysiert die Binnendifferenzierung in die drei Subsysteme Politik, Verwaltung und Publikum, die zur Bewältigung der hohen Komplexität und zur Aufrechterhaltung des Systems beitragen.

4. SELBSTREFERENZ DES POLITISCHEN SYSTEMS: Dieser Abschnitt behandelt die Autopoiesis des politischen Systems, bei der politische Entscheidungen sich ausschließlich auf andere Entscheidungen desselben Systems beziehen, um Komplexität zu reduzieren und das System zu erhalten.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, funktionale Differenzierung, politisches System, Macht, Kommunikation, kollektiv bindende Entscheidungen, Autopoiesis, Selbstreferenz, Komplexitätsreduktion, Binnendifferenzierung, Regierung, Opposition, Staat, operative Schließung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische System aus der Perspektive der systemtheoretischen Theorie sozialer Systeme nach Niklas Luhmann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der funktionalen Differenzierung der Gesellschaft, der Funktionsweise des politischen Systems, der Rolle der Macht als Kommunikationsmedium sowie der internen Ausdifferenzierung und Selbstreferenz des politischen Systems.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Welche Konsequenzen hat funktionale Differenzierung für die Politik?“ Ziel ist es, die Strukturen und Funktionsweisen der heutigen Politik unter systemtheoretischen Gesichtspunkten zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse auf Basis der Systemtheorie sozialer Systeme von Niklas Luhmann durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung des modernen politischen Systems, seiner Codierung, der Aufspaltung in Subsysteme wie Politik, Verwaltung und Publikum sowie dem Mechanismus der Selbstreferenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Systemtheorie, funktionale Differenzierung, Macht, autopoietische Systeme und kollektiv bindende Entscheidungen.

Wie löst das politische System laut dieser Arbeit das Bifokurationsproblem?

Das Problem, dass einer Kommunikation zugestimmt oder sie abgelehnt werden kann, wird durch das Medium Macht gelöst, welches negative Sanktionen impliziert und die Annahme von Entscheidungen als Prämissen für weitere Kommunikation wahrscheinlicher macht.

Warum ist der Staat für das politische System so wichtig?

Der Staat dient als Zentralorganisation und Bezugspunkt für die selbstreferenzielle Verarbeitung von Informationen und ermöglicht durch Territorialgrenzen die kollektive Bindung von Entscheidungen.

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Details

Title
Welche Konsequenzen hat funktionale Differenzierung für die Politik?
College
Bielefeld University
Course
Einführung in die Systemtheorie
Grade
1,9
Author
Markus Kühbauch (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V36975
ISBN (eBook)
9783638364577
Language
German
Tags
Welche Konsequenzen Differenzierung Politik Einführung Systemtheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Kühbauch (Author), 2004, Welche Konsequenzen hat funktionale Differenzierung für die Politik?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36975
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