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Lebensmittelsicherheit und internationale Handelsregulierung durch die WTO

Title: Lebensmittelsicherheit und internationale Handelsregulierung durch die WTO

Term Paper , 2004 , 33 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Markus Kühbauch (Author)

Politics - Environmental Policy
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Die Lebensmittelsicherheit hat in Zeiten von Genetically Modified Organisms (GMOs) in unseren Lebensmitteln einen besonderen Stellenwert. Nicht nur bei Umweltverbände und Verbraucher, sondern auch Gesellschaftswissenschaftler und die Vertreter der EU bei der WTO beschäftigt die Frage des Risikos bei solchen „pervasive risk“1 Technologien. GMOs bergen als neue Hochtechnologien Risiken und Gefahren. In dieser Hausarbeit bleibt leider nicht genügend Raum, um die Chancen von GMOs eingehend zu analysieren, es wird sich hauptsächlich auf die Risiken beschränkt. Festzuhalten ist, dass es Chancen gibt, die von verschiedenen Akteuren unterschiedlich bewertet werden. Von Umwelt- und Verbraucherverbänden wird oft das globale Risikomanagement der WTO kritisiert, die die wirtschaftlichen Chancen eines freien Handels mit GMOs hervorhebt. Eben weil das Thema GMOs so auf die internationale Bühne gehoben wird kann man sagen, dass “ (…) trade in GM seeds and crops has become one of the most contentious international risk issues (…)”.2 Das Sanitary and Phytosanitary Agreement (Gesundheitspolizeiliches und Pflanzenschutzrechtliches Abkommen, im folgenden SPS) im Rahmen der WTO ist dabei das risikotechnisch relevanteste. Das Technical Bariers to Trade (TBT) Abkommen in der WTO spielt bei Handelskonflikten im Bereich Agrarhandel auch eine Rolle, ist aber unter risikosoziologischen Gesichtpunkten nicht so entscheidend wie das SPS. Aus diesem Grunde soll das TBT in diese Arbeit nicht einbezogen werden. Die WTO spielt über das Regelwerk des SPS-Abkommens eine entscheidende Rolle im globalen Risikomanagement von GMOs. Hier wird die Funktionsweise der WTO und des SPS-Abkommens beschrieben und diskutiert. Im Vordergrund soll dabei eine systemtheoretische Analyse unter den Gesichtspunkten des Risikos in der Wissensgesellschaft stehen und darüber hinaus das Risikomanagement der WTO analysiert werden. [...] 1 Durchdringendes Risiko 2 Tait, Joyce / Bruce, Ann (2000): 5

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. DIE WTO

2. DAS SPS-ABKOMMEN

3. KONFLIKTE ZWISCHEN DER EU UND DER WTO – DAS MORATORIUM ÜBER DIE ZULASSUNG VON GMOS, DIE KENNZEICHNUNGSREGELUNG FÜR GMOS UND DAS IMPORTVERBOT FÜR HORMONFLEISCH

4. ZWEI GLOBALE RISIKOMANAGEMENTSTANDARDS - DAS VERHÄLTNIS DER WTO ZUM CARTAGENA PROTOKOLL (CP)

5. TEILSYSTEMÜBERGREIFENDES UND KOGNITIVES RISIKOMANAGEMENT DER WTO – EINE SCHLUSSBETRACHTUNG UNDER DEM ASPEKT DES RISIKOS DER GMOS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das globale Risikomanagement der Welthandelsorganisation (WTO) im Kontext gentechnisch veränderter Organismen (GMOs). Dabei wird insbesondere analysiert, wie die systemtheoretische Logik der WTO mit anderen regulatorischen Ansätzen wie dem Vorsorgeprinzip der Europäischen Union und dem Cartagena Protokoll kollidiert und welche Implikationen sich daraus für die Risikogesellschaft ergeben.

  • Die Funktionsweise der WTO und des SPS-Abkommens im globalen Agrarhandel.
  • Konfliktlinien zwischen Handelsliberalisierung und dem Vorsorgeprinzip.
  • Systemtheoretische Analyse des Risikomanagements und der Rolle von Protestbewegungen.
  • Das Verhältnis zwischen WTO-Recht und dem Cartagena Protokoll (CP).
  • Die Bedeutung von Nichtwissen und technologischem Risiko in der modernen Industriegesellschaft.

Auszug aus dem Buch

Implikationen des Wissens – mehr Wissen gleich mehr Risiko!

Risiken, die durch eine Entscheidung entstehen nennt Beck Modernisierungsrisiken, die sich durch technologische Entwicklung wie der von GMOs ergeben. Sie sind „universell, unspezifisch, (…) unvorhersehbar und unberechenbar“, sie haben eine potentielle „Allbetroffenheit“ und „Irreversibilität“ weswegen Beck die moderne Industriegesellschaft auch unter dem Aspekt der Allgegenwart der von ihr produzierten Risiken sieht. Darum wird die moderne Industriegesellschaft auch als Risikogesellschaft bezeichnet. Ahlemeyer spricht von „Modernen Risiken“, die eine „negative Folgehaftigkeit in der Sozial- und Zeitdimension“ haben. Helmut Willke argumentiert in seinem Buch Dystopia, dass das Risiko in der heutigen Wissensgesellschaft durch Nichtwissen entsteht, dass in den vorhandenen komplexen System existiert. Neues Wissen, wie im Bereich der GMOs produziert kumulativ Nichtwissen und kann folglich in einer komplexen Welt durch die Emergenz eines Systems des Nichtwissens auch destabilisierend wirken.

Weder über das vorhandene Wissen bzgl. GMOs noch über die Macht der Entscheider in der WTO kann gesteuert bzw. Risikomanagement betrieben werden. Folglich weiß weder die Politik noch die Wissenschaft, noch die Wirtschaft welches Risiko man im Falle von GMOs eingeht. Betrachtet man die Regelstrukturen des SPS, so zeigt sich eine kognitiv rationale Logik, die als „objektives Risikomaß“ die Bestimmung von wissenschaftlich begründeter Risikoanalyse durchsetzt. Im Prinzip ist dies nur eine Sicherheit symbolisierende Verbindlichkeit. Die WTO bzw. das SPS zeigt indes durch die Einforderung von klaren wissenschaftlichen Beweisen, die Ignoranz des Nichtwissens, d. h. die Ignoranz von theoretischen oder hypothetischen Gefahren und setzt dem eine symbolisierte Sicherheit vor, die durch „sound science“ eine symbolische Verbindlichkeit bekommt und Risiko symbolisch ausschließt.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Darstellung der Relevanz von GMOs als "pervasive risk" sowie Einführung in die systemtheoretische Fragestellung zur Risikobewertung durch die WTO.

1. DIE WTO: Erläuterung der historischen Entwicklung, Grundprinzipien und Organe der Welthandelsorganisation.

2. DAS SPS-ABKOMMEN: Beschreibung der Funktionsweise und der sechs Grundprinzipien des gesundheitspolizeilichen Abkommens der WTO.

3. KONFLIKTE ZWISCHEN DER EU UND DER WTO – DAS MORATORIUM ÜBER DIE ZULASSUNG VON GMOS, DIE KENNZEICHNUNGSREGELUNG FÜR GMOS UND DAS IMPORTVERBOT FÜR HORMONFLEISCH: Analyse konkreter Handelskonflikte, in denen das EU-Vorsorgeprinzip auf das SPS-Abkommen trifft.

4. ZWEI GLOBALE RISIKOMANAGEMENTSTANDARDS - DAS VERHÄLTNIS DER WTO ZUM CARTAGENA PROTOKOLL (CP): Untersuchung der rechtlichen und inhaltlichen Differenzen zwischen dem CP und den WTO-Regelungen im Umgang mit lebenden modifizierten Organismen.

5. TEILSYSTEMÜBERGREIFENDES UND KOGNITIVES RISIKOMANAGEMENT DER WTO – EINE SCHLUSSBETRACHTUNG UNDER DEM ASPEKT DES RISIKOS DER GMOS: Systemtheoretische Reflexion über die Grenzen des WTO-Risikokalküls und die Konsequenzen der Ausdifferenzierung moderner Funktionssysteme.

Schlüsselwörter

WTO, SPS-Abkommen, Gentechnisch veränderte Organismen, GMOs, Risikomanagement, Vorsorgeprinzip, Cartagena Protokoll, Systemtheorie, Handelshemmnisse, Risikogesellschaft, Agrarhandel, Nichtwissen, Welthandel, Biotechnologie, Verbraucherschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das globale Risikomanagement der WTO im Bereich gentechnisch veränderter Organismen (GMOs) aus einer systemtheoretischen Perspektive.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Fokus stehen die WTO-Handelsregeln (SPS-Abkommen), der regulatorische Konflikt mit der EU sowie das Cartagena Protokoll.

Was ist das zentrale Ziel der Untersuchung?

Es wird erforscht, wie die WTO mit Unsicherheiten umgeht und inwiefern ihr ökonomisch geprägtes Risikomanagement mit anderen gesellschaftlichen Sicherheitsansprüchen kollidiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine systemtheoretische Analyse, insbesondere unter Rückgriff auf Ansätze der Risikosoziologie.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil befasst sich mit den konkreten Handelskonflikten (z.B. Hormonfleisch, GMO-Moratorium) und dem Verhältnis der WTO zu anderen internationalen Abkommen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind WTO, Risikogesellschaft, Vorsorgeprinzip und GMOs.

Wie bewertet der Autor das SPS-Abkommen in Bezug auf das Vorsorgeprinzip?

Der Autor argumentiert, dass das SPS-Abkommen das Vorsorgeprinzip eher schwach auslegt und den Fokus einseitig auf wissenschaftlich belegbare "sound science" legt, was die Handlungsspielräume der Politik einschränkt.

Warum ist das "Nichtwissen" für die Analyse so bedeutsam?

Das Nichtwissen ist zentral, da die WTO durch ihr Modell der Risikoanalyse das Nichtwissen ausblendet und somit Risiken symbolisch ausschließt, die in der Risikogesellschaft jedoch real existieren.

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Details

Title
Lebensmittelsicherheit und internationale Handelsregulierung durch die WTO
College
Bielefeld University
Course
Risikoregime
Grade
2,3
Author
Markus Kühbauch (Author)
Publication Year
2004
Pages
33
Catalog Number
V36976
ISBN (eBook)
9783638364584
Language
German
Tags
Lebensmittelsicherheit Handelsregulierung Risikoregime
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Kühbauch (Author), 2004, Lebensmittelsicherheit und internationale Handelsregulierung durch die WTO, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/36976
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