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"Art Attack". Das politische Potential der Street Art in revolutionären Momenten

Titel: "Art Attack". Das politische Potential der Street Art in revolutionären Momenten

Bachelorarbeit , 2017 , 46 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Merit Hagenkort (Autor:in)

Soziologie - Medien, Kunst, Musik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Abschlussarbeit beschäftigt sich mit Street Art als aufständischer Praxis in revolutionären Momenten. Gemeint sind damit Momente, in denen Massenproteste mit dem Potential und Ziel eines plötzlichen, radikalen und umfassenden Systemwandels geführt werden. Die Wirkungskraft der Street Art besteht insbesondere darin, dass sie gleichzeitig als Medium der Kommunikation und Ausdruck alternativer politischer Perspektiven, wie auch als performativer Akt der Raumaneignung dienen kann.

Theoretische Überlegungen werden durch die beispielhafte Analyse von Street Art Werken der revolutionären Bewegungen in Ägypten, Syrien, der Türkei, dem Iran, der Ukraine und Tunesien untermauert.

Street Art kann räumliche Ordnungen in Frage stellen, politische Teilhabe einfordern, Kritik oder Solidarität ausdrücken und der Informationsverbreitung und Kommunikation dienen. Trotzdem fand Street Art als revolutionäre Praxis bisher nur wenig wissenschaftliche Beachtung und wird „tendenziell als popkulturelles Phänomen der Jugend- und Hip-Hop-Szene abgetan“ (Bogerts, 2016: 505-509).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Street Art in revolutionären Momenten

3. Street Art im öffentlichen Raum

3.1. Der öffentliche Raum

3.1.1. Öffentlich versus privat

3.1.2. Eine theoretische Herleitung

3.2. Street Art als Eingriff ins Stadtbild

3.3. Rückeroberung und Besetzung des urbanen Raumes

4. Street Art als Kommunikationsmedium

4.1. Die Wandzeitung der Revolution

4.2. Ein Ruf nach Solidarität

4.2.1. Der Appell an eine gemeinsame Identität und Verantwortung

4.2.2. Street Art zum Gedenken von Märtyrern und Revolutionshelden

4.3. Der Dialog mit Opposition und Regierung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das politische Potenzial von Street Art als aufständische Praxis in revolutionären Momenten. Dabei wird analysiert, wie Street Art als Medium der Kommunikation, Ausdruck alternativer politischer Perspektiven sowie als performativer Akt der Raumaneignung und -besetzung genutzt wird, um autoritäre Strukturen zu hinterfragen und den Dialog in politisch restriktiven Kontexten zu ermöglichen.

  • Street Art als performativer Akt der Rückeroberung urbaner Räume
  • Die Funktion von Street Art als "Wandzeitung der Revolution"
  • Die Rolle von Street Art bei der Konstruktion kollektiver Identität
  • Visuelles Gedenken an Märtyrer und politische Revolutionshelden
  • Der Dialog zwischen Street Art Künstlern und staatlichen Akteuren

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„You, a regime that is scared of a brush and a pen | And you act unjustly, and step over those you have wronged | If you were doing things right, you wouldn’t have been afraid of drawings | This is the most you can do, fighting walls, pretending to be powerful in the face of lines and colors | But inside, you are a coward. You will never build up what has been destroyed” (Hamdy & Karl, 2014: 187).

Dieses Gedicht, weiße Schrift auf rotem Grund, ergänzte auf Arabisch ein Wandbild des Künstlers Omar Fathy aka Picasso in Kairo, Ägypten (Abb. 1). Es entstand 2012 auf den Mauern der Amerikanischen Universität in der Mohamed Mahmoud Straße, wurde inzwischen aber übermalt (Bihr, 2015: 2). Zu sehen ist ein Portrait, zusammengesetzt aus den Gesichtshälften des ehemaligen Staatspräsidenten Muhammad Husni Mubarak und des Feldmarschalls Mohamed Hussein Tantawi, der als Verteidigungsminister und Vorsitzender des Obersten Militärrates während der Übergangsperiode nach Mubaraks Amtsaufgabe gemeinsam mit dem Verfassungsgericht die Amtsgeschäfte der Arabischen Republik Ägypten führte. Links hinter diesem Doppelgesicht lugt leicht verdeckt das selbstbewusst lächelnde Portrait Mohamed Badies hervor, dem Vorsitzenden der Muslimischen Bruderschaft. Als das Wandgemälde entstand, hatte Mohammed Mursi in Nachfolge Mubaraks gerade das Amt des Staatspräsidenten übernommen. Wie Omar Fathy in seiner Arbeit jedoch andeutet, behaupteten einige Regierungskritiker, er stünde in Wahrheit unter der Kontrolle Badies, der somit der eigentliche Souverän des Landes sei (Hamdy & Karl, 2014: 187).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Street Art als politisches Medium in revolutionären Kontexten ein und beleuchtet anhand eines Fallbeispiels aus Kairo die symbolische Kraft der Kunst als Widerstand.

2. Street Art in revolutionären Momenten: Dieses Kapitel definiert den Begriff Street Art im Kontext von Revolutionen und grenzt ihn von anderen Formen öffentlicher Kunst ab.

3. Street Art im öffentlichen Raum: Das Kapitel analysiert die theoretischen Grundlagen des öffentlichen Raumes und wie Street Art als Eingriff in diesen Raum sowie als Akt der Besetzung funktioniert.

4. Street Art als Kommunikationsmedium: Hier wird untersucht, wie Street Art als Informationskanal, Mittel zur Solidaritätsbekundung und Instrument für den Dialog mit dem Regime dient.

5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über Street Art als aufständische Praxis zusammen und gibt einen Ausblick auf weitere mögliche Forschungsperspektiven.

Schlüsselwörter

Street Art, Revolution, Ägypten, öffentlicher Raum, Widerstand, politische Partizipation, Kommunikation, Wandzeitung, Kollektive Identität, Gedenken, Performativität, Machtringen, Urbaner Raum, Regimekritik, Aktivismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Street Art als Form des politischen Widerstands in revolutionären Situationen eingesetzt wird, um Machtstrukturen herauszufordern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit thematisiert die Nutzung des öffentlichen Raums, die performative Kraft von Street Art, ihre Funktion als alternative Kommunikationsform und ihre Rolle bei der Identitätsstiftung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, das politische Potenzial von Street Art zu verstehen und einen Beitrag zur Diskussion über sie als ernstzunehmende politische Protestform zu leisten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt raumsoziologische Ansätze, Stadtsemiotik und Performativitätstheorien, um Street Art Werke in verschiedenen revolutionären Bewegungen beispielhaft zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Einbettung von Street Art im öffentlichen Raum, deren Wirkung als Kommunikationsmedium sowie die Praxis der Raumbesetzung durch Künstler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Street Art, Revolution, politischer Widerstand, urbaner Raum und Identität geprägt.

Warum wird die Mohamed Mahmoud Straße in Kairo häufig als Beispiel genannt?

Sie gilt als eines der eindrücklichsten Beispiele, da Street Art dort gezielt zur Gedenkstätte umfunktioniert wurde und die Kunstwerke dort eng mit der politischen Entwicklung Ägyptens verwoben sind.

Welche Rolle spielt die Anonymität der Künstler?

Die Anonymität verleiht der Street Art eine zusätzliche Wirkungsdimension und bietet Schutz vor staatlicher Verfolgung, während sie gleichzeitig Mythenbildung fördern kann.

Inwiefern kann Street Art als "Wandzeitung" bezeichnet werden?

Da in autoritären Systemen die Pressefreiheit oft eingeschränkt ist, fungieren die Wände als informelle Kanäle, um Nachrichten und Kommentare direkt an die Öffentlichkeit zu tragen.

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Art Attack". Das politische Potential der Street Art in revolutionären Momenten
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,0
Autor
Merit Hagenkort (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
46
Katalognummer
V369854
ISBN (eBook)
9783668477315
ISBN (Buch)
9783668477322
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Street Art Revolution Protest Kommunikation Raum
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Merit Hagenkort (Autor:in), 2017, "Art Attack". Das politische Potential der Street Art in revolutionären Momenten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369854
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Leseprobe aus  46  Seiten
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