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Die Selbstinszenierung des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Eine ikonographische Untersuchung des Staatsportraits von Hyacinthe Rigaud von 1701

Title: Die Selbstinszenierung des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Eine ikonographische Untersuchung des Staatsportraits von Hyacinthe Rigaud von 1701

Term Paper , 2015 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Benedikt Eibl (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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König Ludwig XIV. zählt wohl zu einem der berühmtesten sowie herausragendsten Monarchen in der französischen Geschichte. In der heutigen Geschichtswissenschaft ist er besser als "Sonnenkönig" bekannt. Seine Regentschaft gilt als Höhepunkt der absolutistischen Monarchie in Europa und der Welt.

Bereits im Alter von vier Jahren folgte er 1643 seinem Vater auf den Thron von Frankreich und herrschte 72 Jahre lang bis zu seinem Tod 1715. Während seiner Herrschaft erfuhr Frankreich bedeutsame und folgenreiche Veränderungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur. In nie zuvor dagewesener Manier verlieh er sogar der Kunst ein neues Gesicht. Als erster Regent im absolutistisch geprägten Frankreich, nutzte er die Macht der Künste und zentralisierte sie an seinem Hof in Versailles, um seine eigene Person zu verherrlichen, zu glorifizieren bzw. sie in allegorischer Form gottgleich darzustellen.

Zum einen soll in dieser Arbeit der Frage nachgegangen werden, wie sich Ludwig XIV. während seiner langen Regierungszeit mit den Mitteln der bildenden Kunst hat darstellen lassen und für sich eine, in besonders hohem Maße, auf seine eigene Person zugeschnittene Ikonographie entwickeln ließ. Das Sinnbild seiner Herrschaft war das Zeichen der Sonne, die auf einer Vielzahl von Werken in propagandistischer Weise dargestellt wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ikonographie und Ikonologie - Kunstwissenschaftliche Hilfsmittel

3. Die ludovizianische Sonnenikonographie

4. Strategien der Selbstdarstellung Ludwigs XIV.

4.1 Die Holländer als Frösche

4.2 Ludwig XIV. als Apoll im Sonnenwagen

5. Kunst als Propaganda? – Die Herrschaftsinszenierung Ludwigs XIV.

6. Ikonologische Untersuchung des Staatsporträts von Hyacinthe Rigaud

6.1 Der Königsmantel

6.2 Die Lilienikonographie

6.3 Die Bügelkrone

6.4 Das Schwert

6.5 Das Zepter und die Main de Justice

7. Schlussbetrachtung

8. Bibliographie

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Ludwig XIV. während seiner langjährigen Regierungszeit die bildende Kunst nutzte, um seine Herrschaft zu legitimieren, sich als „Sonnenkönig“ gottgleich zu inszenieren und seine politische Vormachtstellung durch gezielte Propaganda zu untermauern.

  • Die kunstwissenschaftliche Methode der Ikonographie und Ikonologie als Analyseinstrument.
  • Die Entwicklung und Anwendung der ludovizianischen Sonnenikonographie.
  • Strategien der Selbstdarstellung und der Einsatz von Kunst als politisches Propagandamittel.
  • Eine detaillierte ikonologische Interpretation des Staatsporträts von Hyacinthe Rigaud.
  • Die symbolische Bedeutung der Insignien von Macht und Herrschaft.

Auszug aus dem Buch

6.1 Der Königsmantel

Ludwig XIV. präsentiert sich auf dem Staatsporträt von Rigaud in seinem Krönungsmantel, dessen schweren, hermelingefütterten Samtstoff er an der vorderen Kante greift und im Hüftbereich hochgerafft hat. Er enthüllt dabei seine gezierte Beinstellung und sein Schwert. In gebieterischer Armhaltung lehnt sich der König auf sein Zepter. In manchen Interpretationen wird der Königsmantel als ein Abbild des Himmels verglichen. Die goldenen Lilienstickereien unterstützen hierbei diese metaphorische Beschreibung und werden mit Sternen am Firmament verglichen. Der Mantel repräsentiert das einzig wahrhafte Königtum auf Erden, die „Royauté Françoise“.

Darüber hinaus wird das weiße Hermelinfell als Zeichen der Milde und Gutherzigkeit der französischen Könige angesehen, die schwarzen Hermelinschwänze hingegen sollen indirekt auf die glücklich überwundenen Schicksalsschläge der Monarchie Frankreichs verweisen. Interpretationswürdig erscheint ebenso die überdurchschnittliche Länge und Weite des Mantels, die als Schutz für das französische Volk angesehen wird. Die gezielte Betonung der Weite und der einem Himmelsfirmament gleichende Darstellung, soll auf das Gottesgnadentum der französischen Könige sowie die persönliche Göttlichkeit des Herrschers verweisen. Die auffällige Beinstellung Ludwigs XIV. ist ebenso besonders, da er zum Zeitpunkt des Porträts 63 Jahre alt war und solch eine grazile Haltung wohl kaum mehr einnehmen konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung Ludwigs XIV. als absolutistischen Herrscher ein und stellt die Forschungsfrage nach seiner gezielten Inszenierung durch bildende Kunst.

2. Ikonographie und Ikonologie - Kunstwissenschaftliche Hilfsmittel: Es werden die theoretischen Grundlagen der kunstwissenschaftlichen Analyse nach Erwin Panofsky dargelegt, die als methodisches Werkzeug für die Untersuchung dienen.

3. Die ludovizianische Sonnenikonographie: Dieses Kapitel erläutert die Wiederbelebung des Sonnenkultes durch den König, um sein Königtum direkt von Gott abzuleiten.

4. Strategien der Selbstdarstellung Ludwigs XIV.: Es wird analysiert, wie der König Kunst einsetzte, um Gegner zu diffamieren (z.B. als Frösche) und sich selbst göttlich (z.B. als Apoll) darzustellen.

5. Kunst als Propaganda? – Die Herrschaftsinszenierung Ludwigs XIV.: Die Rolle der Kunst als gezieltes politisches Machtmittel zur Verbreitung des Ruhms und zur Einschüchterung der Feinde wird thematisiert.

6. Ikonologische Untersuchung des Staatsporträts von Hyacinthe Rigaud: Eine detaillierte Analyse der Embleme des berühmten Staatsporträts, von der Kleidung bis zu den Herrschaftsinsignien.

7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie Ludwig XIV. durch die Symbiose aus Politik, Kunst und Persönlichkeit ein bis heute nachwirkendes Bild seiner Herrschaft schuf.

8. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur kunsthistorischen Analyse.

Schlüsselwörter

Ludwig XIV., Sonnenkönig, Absolutismus, Ikonographie, Ikonologie, Hyacinthe Rigaud, Staatsporträt, Herrschaftsinszenierung, Sonnenikonographie, Propaganda, Machtsymbolik, Versailles, Lilienikonographie, Gottesgnadentum, Bildpropaganda.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die systematische Herrschaftsinszenierung Ludwigs XIV. und wie er die bildende Kunst nutzte, um seinen absolutistischen Herrschaftsanspruch als „Sonnenkönig“ zu manifestieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Ikonographie und Ikonologie, der Rolle des Künstlers am Hof, dem Einsatz von Symbolen und Allegorien sowie der gezielten Verwendung von Kunst als politisches Propagandamittel.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, mit welchen Mitteln der bildenden Kunst Ludwig XIV. eine auf seine Person zugeschnittene Ikonographie entwickeln ließ und wie diese seine göttliche Herrschaft verdeutlichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird die kunstwissenschaftliche Methode der Ikonographie und Ikonologie angewandt, insbesondere basierend auf den theoretischen Ansätzen von Erwin Panofsky.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Sonnenikonographie, der Selbstdarstellung Ludwigs XIV. als Apoll, der Propaganda gegen seine Feinde und einer detaillierten ikonologischen Analyse seines berühmten Staatsporträts von Hyacinthe Rigaud.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte umfassen Ludwig XIV., Absolutismus, Sonnenkönig, Ikonologie, Propaganda, Machtinszenierung, Staatsporträt und Symbolik.

Warum spielt das Gemälde von Hyacinthe Rigaud eine zentrale Rolle?

Das Porträt dient als exzellentes Fallbeispiel, in dem fast alle wichtigen Machtsymbole – vom Königsmantel bis zum Zepter – vereint sind, um die göttliche Legitimierung des Monarchen visuell zu demonstrieren.

Wie wird das Bild des Königs in der Arbeit bewertet?

Die Arbeit bewertet das Bild des Königs als bewusst konstruiertes Medium, das den Monarch nicht nur abbildet, sondern seine Persönlichkeit und Machtansprüche durch Allegorien „gottgleich“ inszeniert.

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Details

Title
Die Selbstinszenierung des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Eine ikonographische Untersuchung des Staatsportraits von Hyacinthe Rigaud von 1701
College
University of Regensburg
Course
Ludwig XIV. und zwanig Millionen Franzosen
Grade
1,0
Author
Benedikt Eibl (Author)
Publication Year
2015
Pages
16
Catalog Number
V369869
ISBN (eBook)
9783668473416
ISBN (Book)
9783668473423
Language
German
Tags
Ludwig XIV. Selbstinszenierung Absolutismus Sonnenkönig Staatsportrait
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benedikt Eibl (Author), 2015, Die Selbstinszenierung des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Eine ikonographische Untersuchung des Staatsportraits von Hyacinthe Rigaud von 1701, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369869
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