Diese Arbeit beschreibt in Stichpunkten den Landnutzungswandel auf Teneriffa und gibt einen Überblick über Entwicklungen und Perspektiven. Zunächst wird dafür ein Einblick in die geschichtliche Entwicklung der Landnutzung auf Teneriffa gegeben, um anschließend auf den Tourismus, die Agrarische Landnutzung und die heutige Landnutzungs- und Vegetationsverteilung einzugehen. Abschließend wird noch ein Überblick über Zukunftsprognosen und Potenziale gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Definition
2. Geschichtliche Entwicklung
3. Tourismus
4. Agrarische Landnutzung
5. Heutige Landnutzungs- und Vegetationsverteilung
6. Wachstum der Städte und Siedlungen
7. Zukunftsprognosen und Potenziale
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und aktuellen Landnutzungswandel auf Teneriffa. Dabei wird analysiert, wie sich anthropogene Einflüsse, insbesondere der Wandel von einer Agrar- zur Dienstleistungsgesellschaft und die Forcierung des Tourismus, auf die ökologische Struktur, die Vegetationszonen und die Siedlungsentwicklung der Insel ausgewirkt haben.
- Historische Entwicklung der Landwirtschaft auf Teneriffa
- Einfluss des Tourismus auf die Siedlungsexpansion und Flächenversiegelung
- Analyse der agrarischen Landnutzung und deren ökologischer Auswirkungen
- Vegetationsverteilung und anthropogene Überprägungen der Ökosysteme
- Zukunftsprognosen für die Agrarwirtschaft unter Berücksichtigung von EU-Förderungen
Auszug aus dem Buch
Die Nutzungsmöglichkeiten des Bodens
..., kommen einzig der intensive Bewässerungsfeldbau (span. Regadio) oder der Trockenfeldbau (span. Secano) als landwirtschaftliche Nutzungsformen in Frage. Der Secano, d.h. jeglicher Feldbau auf unbewässertem Land, zeichnet sich zunächst dadurch aus, dass unmittelbar nach dem ersten Winterregen gesät wird, um gegen Ende der Regenzeit und vor Beginn der sommerlichen Trockenheit zu ernten. Die Felder werden dabei zur Regeneration des Nährstoffhaushaltes im Boden periodisch brach gelegt. Infolge der sehr geringen und unregelmäßigen Niederschläge sowie hohen Verdunstungsraten ist jedoch in den küstennahen Arealen mit einer nur geringen Produktivität zu rechnen. In Verbindung mit einem zunehmenden Bevölkerungsdruck wurden daher in der Vergangenheit vor allem die Vulkanhänge, die eine entsprechend geeignete Bodenfruchtbarkeit aufweisen, durch ausgedehnte Terrassierungen in Form von Stützmauern urbar gemacht (vgl. Kap. 3.5) (OTTO 2003, S. 50).
Eine spezielle Form des Trockenfeldbaus, Enarendo Natural und Enarendo Artificial (natürliche und künstliche Besandung), wurde im 18. Jahrhundert entwickelt. Sie beruht auf dem Ausbringen einer etwa 20 cm dicken Schicht von natürlich gelagertem oder weit her transportiertem Lapilli-Sediment bzw. Bimsgrus auf den gepflügten Untergrund (vgl. Abb. 13).
Diese künstlichen oder natürlichen vulkanischen Auswürflinge bieten einen erhöhten Schutz vor Verdunstung. Zudem bewirken deren Porosität und hygroskopische Eigenschaften eine hohe Wasserspeicherkapazität sowie die Absorption von Luftfeuchtigkeit in der Nacht und in den Morgenstunden. Dies führt zu deutlich höheren Ernteerträgen. Durch eine zusätzliche leichte Bewässerung kann bei ...
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition: Das Kapitel definiert den Begriff Landnutzungswandel als Änderung der menschlichen Landoberflächennutzung und führt erste Beispiele wie Rodung oder Renaturierung an.
2. Geschichtliche Entwicklung: Dieser Abschnitt beschreibt die kulturlandschaftliche Transformation von der Landwirtschaft der Ureinwohner über spanische Monokulturen wie Zuckerrohr und Wein bis hin zur heutigen Bananenintensivwirtschaft.
3. Tourismus: Das Kapitel thematisiert den sozioökonomischen Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft und dessen räumliche Folgen wie Siedlungsexpansion und den Rückgang küstennaher Agrarflächen.
4. Agrarische Landnutzung: Hier werden die klimatischen und geologischen Rahmenbedingungen der Insel in Bezug auf die Wassernutzung, Bewässerungsformen und den Rückgang traditioneller Anbauflächen untersucht.
5. Heutige Landnutzungs- und Vegetationsverteilung: Das Kapitel analysiert die aktuelle räumliche Anordnung von Vegetationszonen wie Sukkulentbusch, Kiefernwald und Lorbeerwald unter dem Einfluss anthropogener Eingriffe.
6. Wachstum der Städte und Siedlungen: Dieser Teil betrachtet die Zersiedlung der Landschaft durch touristische Infrastruktur und die daraus resultierende Fragmentierung der Ökosysteme.
7. Zukunftsprognosen und Potenziale: Das abschließende Kapitel bewertet die Chancen und Risiken für die kanarische Landwirtschaft mittels einer SWOT-Analyse und diskutiert Möglichkeiten der Wiederbelebung unter Berücksichtigung des Naturschutzes.
Schlüsselwörter
Landnutzungswandel, Teneriffa, Agrarwirtschaft, Tourismus, Siedlungsexpansion, Ökosysteme, Vegetationszonen, Bewässerungsfeldbau, Nachhaltigkeit, Bodenfruchtbarkeit, anthropogene Eingriffe, EU-Subventionen, Habitatfragmentierung, Biodiversität, SWOT-Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der räumlichen und zeitlichen Veränderungen der Landnutzung auf der Insel Teneriffa, insbesondere unter dem Einfluss des Tourismus und der landwirtschaftlichen Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Inselkulturen, die Transformation der Agrarstrukturen, die Auswirkungen des Massentourismus auf die Siedlungsentwicklung sowie ökologische Aspekte des Naturschutzes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die anthropogenen Ursachen für den Landnutzungswandel zu identifizieren und die daraus resultierenden ökologischen Folgen sowie zukünftige Potenziale der Landbewirtschaftung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer interdisziplinären Analyse, die Literaturrecherche, die Auswertung statistischer Daten sowie die SWOT-Analyse zur Bewertung landwirtschaftlicher Entwicklungsmöglichkeiten nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die historische Entwicklung der Landwirtschaft, die Auswirkungen des Tourismus auf die Küstenzonen, die aktuelle Verteilung von Vegetationszonen sowie die Versiegelung durch Siedlungsbau.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Landnutzungswandel, Agrarstruktur, Tourismuswachstum, Vegetationsverteilung und ökologische Nachhaltigkeit charakterisiert.
Welche Rolle spielt die EU für die Zukunft der Landwirtschaft auf Teneriffa?
EU-Förderprogramme unterstützen die Modernisierung der Infrastruktur und bieten Hektarbeihilfen, was insbesondere den Weinbau fördern und eine Wiederbelebung des Agrarsektors begünstigen kann.
Wie beeinflusst die Topographie die landwirtschaftliche Nutzung?
Die ausgeprägte Topographie, insbesondere die Vulkanhänge und die unterschiedlichen Höhenstufen, bedingt eine kleinteilige landwirtschaftliche Nutzung, die häufig auf Terrassierungen angewiesen ist, um Erträge zu sichern.
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- Julia Thielert (Author), 2016, Ein Überblick über den Landnutzungswandel auf Teneriffa. Entwicklungen und Perspektiven, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369876