Bild und Sprache im Expressionismus anhand der Gemälde "Kämpfende Formen" (Franz Marc) und "Die brennende Stadt" (Ludwig Meidner) und der Gedichte "Grodek" (Georg Trakl) und "Der Krieg" (Georg Heym)


Seminararbeit, 2017

13 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Expressionismus

3 Gemälde
3.1 Franz Marc - Kämpfende Formen
3.2 Ludwig Meidner – Die brennende Stadt

4 Literarische Werke
4.1 Georg Trakl – Grodek
4.2 Georg Heym - Der Krieg

5 Gemeinsame Merkmale der vier Werke

6 Schlusswort

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Diese Seminararbeit handelt sich um das Thema „Bild und Sprache im Expressionismus“. In den folgenden Seiten werde ich zuerst einige Informationen über die Epoche des Expressionismus und ihre wichtigsten Merkmale darstellen. Dann werde ich zwei berühmte expressionistische Gemälde des Expressionismus und zwei Gedichte analysieren. Diese Werke sind die folgenden: die Gemälde „Kämpfende Formen“ von Franz Marc und „Die brennende Stadt“ von Ludwig Meidner und die Gedichte „Grodek“ von Georg Trakl und „Der Krieg“ von Georg Heym analysieren. Darüber hinaus werde ich ihre Ähnlichkeiten, was die Merkmale der Epoche betrifft, herausfinden und darstellen.

2 Expressionismus

Expressionismus ist eine literarische, musikalische und künstlerische Bewegung, die sich hauptsächlich in Deutschland am Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. Dieser Begriff wird von dem lateinischen Wort „expressio“[1] hergeleitet, das Ausdruck bedeutet und gliedert sich in drei Phasen: „den Frühexpressionismus von 1910 bis 1914, den Kriegsexpressionismus von 1914 bis 1918 und den Spätexpressionismus von 1918 bis 1925.“[2]

Das wichtigste historische Ereignis während des Expressionismus ist natürlich der erste Weltkrieg, der diese Epoche stark beeinflusst hat. In dieser Epoche handelt es sich hauptsächlich um Themen wie Krieg und Verfall, Großstadt, Weltuntergang, Tod, Leiden und die Angst vor dem Ich-Verlust, die die Motive dieser Epoche sind.[3] Es gibt auch emotionale Themen, wie Wahnsinn und Liebe, die man hauptsächlich in Lyrik beobachten kann. Darüber hinaus geht es in der Malerei eine Vielfalt von ausdrucksstarken Farben und die Dynamik in Bild. Ziel der Künstler war ihre inneren Gefühle und emotionalen Empfindungen auszudrücken.

„Insbesondere in der Literatur des Expressionismus hat die Sprache eine sehr wichtige Rolle gespielt. Die Expressionisten waren eigentlich überwiegend junge Literaten, die aus guten Elternhäusern kamen und mit der bestehenden Weltordnung nicht übereinstimmten. Die Entstehung von Großstädten, Industrialisierung, Technik und der Arbeitslosigkeit etc. veränderte um die Jahrhundertwende den Lebensalltag der Menschen. Diese Umstrukturierung wurde Thema für die literarischen Expressionisten und in ihren Prosatexten wurden vor allem folgende Themenkreise angesprochen: Industrialisierung, Krankheit, Krieg, Großstadt, Hektik, Tod, Entindividualisierung, die Hoffnung auf eine neue Welt, Menschenmassen, Anonymität des modernen Lebens etc. Der Mensch hat Angst vor Überforderungen, vor Geschwindigkeit, davor, von der Technik überwunden zu werden, vor der drohenden Existenz und vor dem Tod.“[4]

Die berühmtesten Vertreter des Expressionismus, was der Malerei betrifft, sind Franz Marc, August Macke, Paul Knee, Vincent van Gogh, Edvard Munch, Egon Schiele, Wassily Kandinsky, Emil Nodle. Zusätzlich sind berühmte Autoren des Expressionismus u.a. Gottfried Benn, Oskar Kokoschka, Georg Trakl, Georg Heym, Franz Kafka, Alfred Döbelin und Frank Wedekind.

3 Gemälde

3.1 Franz Marc - Kämpfende Formen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Von den expressionistischen Künstlern steht Franz Marc als einer der führenden Vertreter des Expressionismus. Bekannt in erster Linie für seinen Tier-Themen-Stil, verwendet Marc Formen und Farben, um Emotionen auszudrücken, die keine Worte beschreiben könnten. Seine Geschichte ist sehr einzigartig. Marc wurde am 8. Februar 1880 in München geboren. Er beschloss Künstler zu werden und nach einem Jahr seines Militärdienstes unterbrach er seine Pläne um Philologie zu studieren. Seine Kunst drückt die Panik der Zeit kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges aus. Doch seine Beteiligung am Ersten Weltkrieg erstreckt sich über die Kunst hinaus.[5]

Gemalt am Anfang des Großen Krieges, ist das Bild „Kämpfende Formen“ (1914) eindeutig das Produkt eines Kriegslandes. Wir sehen in Franz Marc Malerei zwei gegensätzliche Kräfte, die sehr offensichtlich sind.

Also dieses Gemälde teilt sich in zwei Hälften: Die hauptsächlich roten Farben und die aggressiven klingenartigen Formen sind von der linken Seite des Gemäldes und von der anderen Seite gibt es eine schwarze rundere Form und eine Vielfalt von Blautönen, die sehr defensiv sind. Zweifellos, dokumentiert das Bild von Franz Marc „Kämpfende Formen“ einen Angriff: Die rote Form mit den Krallen und Sicheln attackiert die schwarze, rundlich-defensive Form. Die linke Hälfte dringt auf die rechte ein, das zeigen schon die vielen nach rechts deutenden Spitzen und Zacken, während die dunkle Form diesem Angriff schildartige Bögen entgegenhält. Rote, gelbe, helle Farben und spitze, kontrastreiche Formen wirken aggressiv, während dunkle, ineinanderfließende Farben mit hohem Blauanteil einen defensiven Eindruck auf den Betrachter ausüben.

3.2 Ludwig Meidner – Die brennende Stadt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ludwig Meidner war ein deutscher Maler des Expressionismus sowie Dichter und Grafiker.[6] Sein Gemälde „Die brennende Stadt“ hat er im Jahr 1912 gemalt. Ein starker Einfluss auf die Gemälde von Ludwig Meidner war der 1. Weltkrieg und die Jahre vor ihm. In seinem Werk kann man eine Stadt mit vielen großen Gebäuden, die in Flammen aufgehen, Explosionen und Menschen, die von Panik ergriffen sind. Selbstverständlich hat auch dieses Werk mit Krieg zu tun.

Die Farben, die vom Maler benutzt werden sind hauptsächlich rot, grün, gelb, schwarz und blau, die zusammen Chaos verursachen. Man kann sagen, dass dieses Gemälde, wie im Bild „Kämpfende Formen“ von Franz Marc, sich auch in zwei Hälften teilt. Zuerst vorherrscht in dem oberen Teil des Gemäldes die hellen Farben und auf der anderen Seite die dunklere. Die grünen Formen, die vielleicht Pfeile legen sich auf die Stadt, die hell in der Nacht ist.

4 Literarische Werke

4.1 Georg Trakl – Grodek

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen
Und blauen Seen, darüber die Sonne
Düstrer hinrollt; umfängt die Nacht
Sterbende Krieger, die wilde Klage
Ihrer zerbrochenen Münder.
Doch stille sammelt im Weidengrund
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt
Das vergoßne Blut sich, mondne Kühle;
Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
Es schwankt der Schwester Schatten durch denschweigenden Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunklen Flöten des Herbstes.
O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre
Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
Die ungebornen Enkel.[7]

Georg Trakl war ein österreichischer Dichter und einer der Hauptvertreter des Expressionismus. Im Krakauer Militärlazarett schrieb Trakl mit Grodek sein wohl populärstes Gedicht, bevor er am 3. November 1914 infolge einer Überdosis Kokain starb.[8]

Grodek ist ein real existierender Ort in Ukraine und war im 1. Weltkrieg ein Kriegsschauplatz zwischen verfeindeten russischen und österreichischen Truppen[9]. Trakl selbst wurde als Reservist eingezogen und diente für das österreichische Heer als Militärapotheker. Denn Trakl schrieb dieses Gedicht 1914 während der genannten Schlacht zwischen Russen und Österreicher, welche für die Österreicher in einer verheerenden Niederlage endete. Trakl hatte in einer Scheune 90 Schwerverletzte seiner Divison zu versorgen und war mit der Situation so überfordert, dass er zusammenbrach. Im Gedicht „Grodek“ verarbeitet nun Trakl seine Weltkriegserfahrung. Grodek blieb Trakls letztes aber auch berühmtestes Gedicht[10].

Das Gedicht „Grodek“ ist ein einstrophiges Gedicht mit 17 Versen. Es gibt weder ein Reimschema, noch ein durchgängiges Metrum. Zusätzlich benutzt Trakl viele Alliterationen. Zum Beispiel: „ Am Abend“ (V.1) , „ goldnem Gezweig“ (V.11), „schwankt der Schwester Schatten“ (V.12). Mit der Synekdoche in Vers sechs „ Ihrer zerbrochenen Münder “ reduziert der lyrische Sprecher den Soldaten auf einen Körperteil, den Mund. In diesem Vers findet man auch eine Metapher. Es gibt auch andere Metaphern in diesem Gedicht wie u.a. die tönenden Wälder und die wilde Klage. Die Personifikation die „ Sonne […] hinrollt “ verstärkt die Situation des Krieges. Das Enjambement verdeutlicht die rollende Bewegung der Sonne zusätzlich. Man könnte sagen, das lyrische Ich versucht damit auszudrücken, dass das Ende nah ist, indem es behauptet, die Sonne, also die größte Macht im Universum, würde wegrollen und die Erde somit ihrem Schicksal überlassen. Darüber hinaus verwendet er Ellipsen, wie in den Versen 2, 9, 11 und 17: „ goldnen “ „ mondne “ „ goldnem “ „ ungebornen “.

Außer diesen Merkmalen der expressionistischen Lyrik, hat dieses Gedicht noch andere Merkmale, die man in fast allen berühmten Gedichte des Expressionismus beobachten kann. Dieses Merkmal ist die grelle, ausdrucksstarke Farbmetaphorik. Die Benutzung von Farben in expressionistischen Lyrik ist eine Weise um besser die Gefühle des Autors ausdruckt zu werden.

[...]


[1] http://www.frustfrei-lernen.de/deutsch/expressionismus-deutsche-epoche.html

[2] http://www.literaturwelt.com/epochen/express.html

[3] Vgl. https://www.inhaltsangabe.de/wissen/literaturepochen/expressionismus/

[4] Kouki, Vasso (2010): Sprache und Bild als Medien im Expressionismus. München: GRIN Verlag

[5] Vgl. www.franzmarc.org

[6] http://de.wikipedia.org

[7] Georg Trakl: Die Dichtungen, Salzburg 1938, 193

[8] www.georgtrakl.de

[9] Vgl. http://de.wikipedia.org

[10] Vgl. www.georgtrakl.de

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Bild und Sprache im Expressionismus anhand der Gemälde "Kämpfende Formen" (Franz Marc) und "Die brennende Stadt" (Ludwig Meidner) und der Gedichte "Grodek" (Georg Trakl) und "Der Krieg" (Georg Heym)
Hochschule
National & Kapodistrian University of Athens  (Germanistik)
Note
2
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V369883
ISBN (eBook)
9783668490253
ISBN (Buch)
9783668490260
Dateigröße
815 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bild, sprache, expressionismus, gemälde, kämpfende, formen, franz, marc, stadt, ludwig, meidner, gedichte, grodek, georg, trakl, krieg, heym
Arbeit zitieren
Evgenios Pampoukos (Autor), 2017, Bild und Sprache im Expressionismus anhand der Gemälde "Kämpfende Formen" (Franz Marc) und "Die brennende Stadt" (Ludwig Meidner) und der Gedichte "Grodek" (Georg Trakl) und "Der Krieg" (Georg Heym), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369883

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