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Suche nach neuen Identitäten? Antonín Dvořák in Amerika

Titel: Suche nach neuen Identitäten? Antonín Dvořák in Amerika

Bachelorarbeit , 2016 , 35 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Franziska Erben (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit geht der Frage nach, ob sich Antonín Dvořák einen neuen Kompositionsstil aneignen wollte, um die vor ihm liegende Aufgabe, eine nationale Musik für Amerika zu schaffen, zu meistern. War er wirklich auf der Suche nach neuen Identitäten und stellte seine sonst immer in Werken vertonte Heimatliebe in den Hintergrund? Konnte er den Amerikanern eine nationale Musik bieten?

Die Sinfonie e-Moll „Aus der neuen Welt“, die erste in Amerika entstandene Tonschöpfung, nimmt eine besondere Stellung im Œuvre des Komponisten ein, da sie als sein größter Erfolg gilt. Es wird untersucht, inwieweit die örtliche Veränderung und der damit einhergehende Eindruck amerikanischer Folklore-Einfluss auf die einzelnen Sätze genommen hat. In erster Linie ist der Name der Sinfonie Programm; warum sollte der Titel „Aus der neuen Welt“ auch nicht auf eine rein „Amerikanische Sinfonie“ hindeuten? Hat Dvořák seine Aufgabe erfüllt und den Vereinigten Staaten durch seine Werke den Grundstein einer unabhängigen Nationalmusik gelegt?

Das F-Dur Streichquartett, auch „Amerikanisches Streichquartett“ genannt, dient für die Beantwortung der Fragen als Vergleich, um zu veranschaulichen, dass trotz lokaler Ferne Dvořáks tschechischer Kompositionsstil bei genauerer Betrachtung seinen Niederschlag findet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographischer Überblick bis zur Reise nach Amerika

3. Entscheidung für Amerika

3. 1 Sinfonie Nr. 9 Aus der neuen Welt – neue musikalische Gestaltungsweisen durch amerikanische Einflüsse?

3. 1. 1 Verarbeitung der neuen Erlebniswelt – 1. Satz Adagio, Allegro molto

3. 1. 2 Die Poesie des Fremden und Vertrauten – 2. Satz Largo

3. 1. 3 Verschiedene Formen des Tanzes – 3. Satz Scherzo

3. 1. 4 Zerrissenheit durch Sehnsucht und Vorfreude – 4. Satz Allegro con fuoco

3. 2 Zusammenfassung

4. F-Dur Streichquartett – rein amerikanisch?

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Aufenthalt in Amerika und der Kontakt mit dortiger Folklore den Kompositionsstil von Antonín Dvořák beeinflusst haben und ob er tatsächlich eine neue, "amerikanische" Identität in seinen Werken entwickelte oder seiner tschechischen Tradition treu blieb.

  • Biographische Hintergründe von Dvořáks Reise in die USA.
  • Analyse der Sinfonie Nr. 9 "Aus der neuen Welt" hinsichtlich amerikanischer Einflüsse.
  • Untersuchung des F-Dur Streichquartetts als Vergleichsmedium.
  • Diskussion über die Synthese von tschechischer Tradition und amerikanischer Folklore.
  • Hinterfragung des Begriffs "Amerikanische Sinfonie".

Auszug aus dem Buch

3. 1. 1 Verarbeitung der neuen Erlebniswelt – 1. Satz Adagio, Allegro molto

Dvořák komponierte in seinen vorhergehenden acht Sinfonien stets einen schnellen ersten Satz, dessen Hauptthema anfangs noch nicht auskomponiert ist, sondern erst abschnittsweise und langsam entsteht. Lediglich die Sinfonie e-Moll Aus der neuen Welt verfügt über einen unabhängigen langsamen Einleitungssatz, der mit der Form der klassischen Sinfonie zu Beethovens Zeiten übereinstimmt. Es ist, als ob der Komponist sich an seine Gefühle und Gedanken erinnerte, die er im September 1892 bei seiner Ankunft in New York hatte. Das Schiff näherte sich dem Hafen einer neuen und für Dvořák unbekannten Welt, in der er zwei Jahre, weit weg von seiner Heimat und der dort zurückgebliebenen restlichen Kinder, leben sollte. Der Einleitungssatz ist „[...] randvoll gefüllt mit dem brausenden Gewimmel und sich überstürzenden Lebenstempo, mit dem New York in seinen Straßen, [...] mitsamt dem riesigen Ameisenhaufen aller erdenklichen Menschenarten auf den Gast einstürmte.“ Schon die ersten Takte des Adagios zeugen von kompositorischen Besonderheiten, derer sich Dvořák vor dem Amerikaaufenthalt noch nicht bediente. Döge und Karin Stöckl stellen fest, dass „[...] für den ersten Takt […] die Darstellung jener fremden folkloristischen satztechnischen Merkmale [kennzeichnend ist]: synkopierter Rhythmus, Pentatonik, erniedrigter Leitton, fremdartige Harmonik.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Dvořáks Kompositionsstil und stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss der amerikanischen Zeit auf seine musikalische Identität.

2. Biographischer Überblick bis zur Reise nach Amerika: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Dvořáks von seiner böhmischen Herkunft bis hin zu seinem Ruf als erfolgreicher nationaler Komponist nach.

3. Entscheidung für Amerika: Hier werden die Beweggründe für den Vertrag als Direktor am New Yorker Nationalkonservatorium und die Zweifel des Komponisten vor der Überfahrt thematisiert.

3. 1 Sinfonie Nr. 9 Aus der neuen Welt – neue musikalische Gestaltungsweisen durch amerikanische Einflüsse?: Eine Untersuchung darüber, wie die neue Umgebung und amerikanische Folklore in das Werk einflossen.

3. 1. 1 Verarbeitung der neuen Erlebniswelt – 1. Satz Adagio, Allegro molto: Analyse der kompositorischen Neuerungen und der Verarbeitung von Natureindrücken im ersten Satz.

3. 1. 2 Die Poesie des Fremden und Vertrauten – 2. Satz Largo: Untersuchung des berühmten langsamen Satzes im Kontext von Longfellows Dichtung und der Stimmung des Abschieds.

3. 1. 3 Verschiedene Formen des Tanzes – 3. Satz Scherzo: Analyse des tänzerischen Charakters und der vermuteten indianischen Einflüsse im dritten Satz.

3. 1. 4 Zerrissenheit durch Sehnsucht und Vorfreude – 4. Satz Allegro con fuoco: Betrachtung des Finales als Synthese der bisherigen Eindrücke und der Sehnsucht nach der Heimat.

3. 2 Zusammenfassung: Dieses Kapitel zieht ein Fazit zur Frage der kompositorischen Identität in der Sinfonie.

4. F-Dur Streichquartett – rein amerikanisch?: Ein Vergleich mit einem weiteren in Amerika entstandenen Werk, das ebenfalls tschechische Wurzeln widerspiegelt.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These, dass Dvořák trotz neuer Inspirationen seiner künstlerischen Tradition treu blieb.

Schlüsselwörter

Antonín Dvořák, Sinfonie Nr. 9, Aus der neuen Welt, F-Dur Streichquartett, amerikanische Folklore, tschechische Musik, Identität, Nationalmusik, musikalische Synthese, Romantik, Kompositionsstil, Spillville, Longfellow, Pentatonik, Volksmusik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Antonín Dvořáks Aufenthalt in den Vereinigten Staaten sein Schaffen beeinflusste und ob er dabei seine tschechische Identität zugunsten eines neuen, amerikanischen Stils aufgab.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Im Zentrum stehen die Sinfonie Nr. 9 ("Aus der neuen Welt"), das F-Dur Streichquartett, der Einfluss amerikanischer Folklore sowie die stetige Verbundenheit Dvořáks zu seiner böhmischen Heimat.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob Dvořák in Amerika einen neuen Kompositionsstil entwickelte, um eine nationale Musik für dieses Land zu schaffen, oder ob er seiner gewohnten Tonsprache treu blieb.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt musikwissenschaftliche Quellen, Briefe und Werkanalysen, um die kompositorischen Merkmale (wie Pentatonik und Rhythmik) in den in den USA entstandenen Werken zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Sinfonie in ihren vier Sätzen sowie den Vergleich mit dem F-Dur Streichquartett, ergänzt durch biographische Kontexte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie "Dvořák", "Sinfonie Nr. 9", "Identität", "amerikanische Folklore" und "tschechische Tradition" beschreiben.

Welche Rolle spielt die Coda im Finalsatz der Sinfonie?

Die Coda wird als Höhepunkt des zyklischen Zusammenhanges identifiziert, in dem Dvořák Motive aus allen vier Sätzen kontrapunktisch verbindet und seine Sehnsucht nach der Heimat emotional verdichtet.

Warum wird das F-Dur Streichquartett als Vergleich herangezogen?

Es dient als komprimiertes Beispiel dafür, dass Dvořák auch in anderen amerikanischen Werken trotz des "amerikanischen" Namens primär seine eigene, tschechisch geprägte musikalische Sprache beibehielt.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Suche nach neuen Identitäten? Antonín Dvořák in Amerika
Hochschule
Universität der Künste Berlin
Note
1,7
Autor
Franziska Erben (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
35
Katalognummer
V369885
ISBN (eBook)
9783668479401
ISBN (Buch)
9783668479418
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antonín Dvořák Musik Klassische Musik Aus der neuen Welt Amerikanisches Streichquartett Sinfonie e-Moll Streichquartett F-Dur Kompositionsstil
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franziska Erben (Autor:in), 2016, Suche nach neuen Identitäten? Antonín Dvořák in Amerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369885
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Leseprobe aus  35  Seiten
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