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Die andere Liebe zum Kind. Sexualisierte Gewalt in der Familie

Auswirkungen auf das Bindungsverhalten der Kinder & Kompetenzanforderungen an die Soziale Arbeit im Umgang mit betroffenen Kindern

Titel: Die andere Liebe zum Kind. Sexualisierte Gewalt in der Familie

Bachelorarbeit , 2016 , 61 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Ronja Stiller (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Sexualisierte Gewalt ist ein verschwiegenes Thema. Die wenigsten Betroffenen können direkt offen über ihre Erfahrungen sprechen. Auch Kindern fällt das schwer, da sie oftmals von ihren Tätern stark beeinflusst werden und sie die sexualisierten Gewalterfahrungen nicht richtig einordnen können.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt innerhalb der Familie, zwischen Eltern und ihren Kindern und soll diese Problematik näher beleuchten.

Die sexualisierte Gewalt an Kindern durch ihre Eltern tritt in vielen unterschiedlichen Formen und Konstellationen auf. Die oben genannten Fallbeispiele sind nur ein Bruchteil an Auszügen von Erfahrungen der grausamen Taten, die Kindern tagtäglich in Deutschland und weltweit zugefügt werden.

Das Erlebte wird von den Kindern unterschiedlich wahrgenommen und verarbeitet. Die möglichen aus der sexualisierten Gewalt resultierenden Folgen und Auswirkungen sind aufgrund dessen sehr vielseitig und lassen sich nicht verallgemeinern. Welches Ausmaß die Folgen haben können, wird diese Arbeit zeigen.
Sie befasst sich mit den konkreten Auswirkungen auf die Bindungsfähigkeit der Kinder und stellt dar, wie diese durch sexualisierte Gewalt beeinflusst wird.

Hierzu wird zunächst eine Einführung in das Thema gegeben, um anschließend die betroffenen Personen und deren Umfeld näher betrachten zu können. Hierbei ist es von großer Bedeutung für das Gesamtverständnis neben den Opfern auch einen Blick auf die TäterInnen zu werfen. Nach Betrachtung der TäterInnen und deren Strategien und Vorgehensweisen in Bezug auf die sexualisierte Gewalt, werden die Auswirkungen auf die Kinder geschildert. Um den Bezug zur Bindungsfähigkeit herstellen zu können, bedarf es einer theoretischen Grundlage. Diese wird in den Unterkapiteln 3.1, 3.2 und 3.3 gelegt. Dieses bietet zum einen eine Definition und einen kurzgefassten Erklärungsansatz zum Thema Traumatisierung während der sexualisierten Gewalterfahrungen. Es wird erläutert, wie sich das Trauma auswirkt, um die Verbindung zur Bindungsfähigkeit herzustellen. Hierfür ist es zum anderen wichtig, die Grundzüge und Entstehungsgeschichte der Bindungstheorie zu kennen. Dazu werden im Unterkapitel 3.2 zwei bedeutende Charaktere der Bindungstheorie und Bindungsforschung und ihre Erkenntnisse vorgestellt. Auch ist es von Bedeutung zu wissen, was unter Bindungsfähigkeit verstanden und woran sie gemessen wird. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Annäherung an das Thema sexualisierte Gewalt

2.1 Begriffsdefinition

2.2 Wer sind die TäterInnen?

2.3 TäterInnenstrategien

2.4 Sexualisierte Gewalt als Kindeswohlgefährdung

3 Auswirkungen von sexualisierter Gewalt auf Kinder

3.1 Das Trauma

3.2 Geschichte der Bindungstheorie

3.3 Bindungs- und Beziehungsfähigkeit

3.4 Bindungsschwierigkeiten als Folge sexualisierter Gewalt

4 Professionelle Hilfe und Beziehungsgestaltung

4.1 Anforderungen an Fachkräfte (SozialarbeiterInnen) als Bezugspersonen

4.1.1 Fachkompetenz

4.1.2 Methodenkompetenz

4.1.3 Sozial- und Selbstkompetenzen

6 Die Inobhutnahme als Ausweg

6.1 Rechtsgrundlagen

6.2 Möglichkeiten und Ziele

7 Fazit der Arbeit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen sexualisierter Gewalt innerhalb der Familie auf das Bindungsverhalten von Kindern und analysiert, welche spezifischen Kompetenzanforderungen sich daraus für Fachkräfte der Sozialen Arbeit im Umgang mit betroffenen Kindern ergeben.

  • Psychodynamik und Auswirkungen von Traumata durch sexualisierte Gewalt
  • Die Bedeutung der Bindungstheorie für das Verständnis betroffener Kinder
  • Handlungskompetenzen für pädagogische Fachkräfte (Fach-, Methoden-, Sozialkompetenz)
  • Rechtliche Grundlagen und Ziele der Inobhutnahme als Schutzmaßnahme

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Trauma

Wie bereits im vorherigen Unterkapitel kurz erläutert, ist eine der am häufigsten auftretenden Folgen sexualisierter Gewalt die Traumatisierung. Dieses Unterkapitel bietet eine kompakte Übersicht über das Entstehen eines Traumas sowie den hierfür typischen Symptomen.

„Unter Trauma (griechisch: Wunde) versteht man eine Verletzung, eine Wunde, die sowohl körperlich als auch psychisch bedingt sein kann. Bei einer psychischen Traumatisierung handelt es sich um eine psychische Erschütterung, die durch äußere Gewalteinflüsse, eine bedrohliche Situation verursacht wird, aus der eine Person weder fliehen noch gegen sie ankämpfen kann und die sich negativ auf die weitere Entwicklung auswirkt.“

Ein Trauma entsteht demnach im Falle einer Überforderung der körpereigenen Schutzmechanismen und die daraus resultierende Folge ein sogenannter „Freeze“ Status ist. Dieser ist charakterisiert durch die Überforderung des Bewältigungssystem und die betroffene Person fühlt sich hilflos, überwältigt, ohnmächtig und wie eingefroren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema der sexualisierten Gewalt in der Familie und Darlegung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.

2 Annäherung an das Thema sexualisierte Gewalt: Definition der Begrifflichkeiten, Analyse der TäterInnenstrategien und Einordnung als Kindeswohlgefährdung.

3 Auswirkungen von sexualisierter Gewalt auf Kinder: Untersuchung der Traumafolgen sowie der theoretischen Grundlagen und Störungen der Bindungsentwicklung.

4 Professionelle Hilfe und Beziehungsgestaltung: Darstellung der notwendigen Kompetenzen für SozialarbeiterInnen, um als sichere Bezugspersonen für betroffene Kinder zu fungieren.

6 Die Inobhutnahme als Ausweg: Erörterung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der praktischen Ziele bei notwendigen Schutzmaßnahmen außerhalb des Elternhauses.

7 Fazit der Arbeit: Zusammenfassende Betrachtung der Forschungsergebnisse und Ableitung notwendiger Konsequenzen für die pädagogische Praxis.

Schlüsselwörter

Sexualisierte Gewalt, Familie, Kindeswohlgefährdung, Trauma, Bindungstheorie, Bindungsstörung, Sozialarbeit, Fachkompetenz, Inobhutnahme, Kinderschutz, Traumapädagogik, Methodenkompetenz, Bewältigungsstrategien, Bezugspersonen, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik sexualisierter Gewalt innerhalb der Familie und deren schwerwiegenden Folgen für die betroffenen Kinder, insbesondere hinsichtlich deren Bindungsfähigkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Traumatisierung durch familiäre Gewalt, die Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth sowie die professionellen Anforderungen an Fachkräfte in der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sexualisierte Gewalt die kindliche Bindung negativ beeinflusst und welche Handlungskompetenzen Fachkräfte benötigen, um betroffene Kinder adäquat zu unterstützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender Forschungsergebnisse zu Traumatisierung und Bindungsforschung sowie einschlägiger gesetzlicher Bestimmungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Annäherung an das Thema, die Analyse der Auswirkungen auf die kindliche Psyche und Bindung sowie die Definition professioneller Hilfemaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie sexualisierte Gewalt, Kindeswohlgefährdung, Bindungsstörung, Traumapädagogik und Handlungskompetenz der Sozialen Arbeit charakterisieren.

Warum ist das Verständnis der Bindungstheorie so wichtig für die betroffenen Kinder?

Da sexualisierte Gewalt das kindliche Sicherheitsgefühl erschüttert, hilft die Bindungstheorie zu verstehen, warum Kinder trotz erlittener Gewalt oft weiterhin Bindungen zu ihren Peinigern aufrechterhalten.

Welche Rolle spielt die Inobhutnahme im Schutzkonzept der Arbeit?

Die Inobhutnahme stellt das letzte Mittel dar, um das Kind vor weiteren Übergriffen zu schützen, wenn das familiäre Umfeld keine Sicherheit mehr gewährleisten kann.

Wie sollten SozialarbeiterInnen auf das "Provozieren" durch traumatisierte Kinder reagieren?

Fachkräfte sollen dieses Verhalten nicht als persönlichen Angriff werten, sondern als Ausdruck einer erlernten Überlebensstrategie erkennen und professionell auf einer Meta-Ebene analysieren.

Welche Bedeutung hat die psychische Entlastung (Psychohygiene) für das Fachpersonal?

Aufgrund der hohen emotionalen Belastung durch die Arbeit mit sexuellem Missbrauch ist Selbstreflexion und kollegiale Fallbesprechung essenziell, um die Handlungsfähigkeit der Fachkraft zu erhalten.

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Details

Titel
Die andere Liebe zum Kind. Sexualisierte Gewalt in der Familie
Untertitel
Auswirkungen auf das Bindungsverhalten der Kinder & Kompetenzanforderungen an die Soziale Arbeit im Umgang mit betroffenen Kindern
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,7
Autor
Ronja Stiller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
61
Katalognummer
V369961
ISBN (eBook)
9783668475380
ISBN (Buch)
9783668475397
Sprache
Deutsch
Schlagworte
liebe kind sexualisierte gewalt familie auswirkungen bindungsverhalten kinder kompetenzanforderungen soziale arbeit umgang kindern Missbrauch Sexuelle Sexueller missbrauch Soziale Arbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ronja Stiller (Autor:in), 2016, Die andere Liebe zum Kind. Sexualisierte Gewalt in der Familie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/369961
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Leseprobe aus  61  Seiten
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