Eine Analyse des Gebets innerhalb von C.S. Lewis "Die Chroniken von Narnia"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Gebet?
2.1 Arten von Gebet
2.2 Voraussetzungen für den Sinn von Gebet

3 Christliche Bedeutungen im Buch „Der Ritt nach Narnia“
3.1 Zusammenfassung Band 3 - „Der Ritt nach Narnia“
3.2 Shasta trifft auf Aslan
3.3 Gebet und biblische Parallelen in „Der Ritt nach Narnia“

4 Unterrichtsentwurf
4.1 Abkürzungen
4.2 Zielgruppe
4.3 Lernziel und Stundenziel
4.4 Verortung im Kerncurriculum.
4.5 Ausgangssituation
4.6 Ablauf.
4.6.1 Einstieg
4.6.2 Erarbeitung
4.6.3 Sicherung und Abschluss
4.7 Alternative Unterrichtsidee.

5 Literatur

6 Materialien
6.1 Ausschnitt aus C.S. Lewis (2003): Der Ritt nach Narnia [Kap. 11]
6.2 Tafelbild - Gedankensammlung
6.3 Arbeitsblatt „Beten / Gebet“

1 Einleitung

In der heutigen Zeit, die durchlaufen ist von Naturkatastrophen, Kriegen und anderen Tragö­ dien versuchen Menschen Schmerz und Leid auf verschiedenste Arten zu bewältigen. Wäh­ rend einige es mit Verdrängung versuchen oder sich in Alkohol und anderen chemischen Substanzen einen Ausweg suchen, machen andere Erfahrungen mit verschiedenen spirituellen Richtungen, die mitunter auch in Sekten geschehen und somit noch weiter von Gott entfernen. Not kann jedoch auch das Beten lehren!1

Doch was ist Gebet? In welchen Formen kommt es vor und welchen Zweck verfolgt es? Ist es sinnvoll zu beten? Diesen Fragen soll die vorliegende Arbeit näher auf den Grund gehen:

Das erste Kapitel gibt eine kurze Einleitung in das Thema Gebet. Es werden verschiedene Ar­ ten von Gebet kurz unterschieden und in den historischen Verlauf eingeordnet. Daneben wer­ den wichtige Voraussetzungen für den Sinn von Gebeten erklärt.

Den zweiten Teil der Arbeit bildet eine Analyse des dritten Buches der Chroniken von Narnia- mit Fokus auf dem 11. Kapitel - in dem sich der Autor C.S. Lewis dem Gebet nähert. Es werden Symbole und Bedeutungen der Geschichte auf theologische Prinzipien des Gebets übertragen und mit Aussagen von Vincent Brümmers Theorien zum (Bitt-)Gebet verglichen. Daneben werden biblische Parallelen, insbesondere zu 2. Mose, aufgezeigt und erläutert.

Zum Abschluss der Arbeit wird ein Unterrichtsentwurf für die Grundschule entwickelt, in dem Mithilfe des Narnia Auszugs den SuS das Gebet näher gebracht werden soll. Die Stunde dient dabei als Einstieg mit einer Lernstandserhebung, so dass die Lehrkraft auf bereits vorhande­ nes Wissen der Kinder aufbauen kann. Daneben wird das Unterrichtsziel im Kerncurriculum verortet. Materialien und Tafelbilder zur Stunde sind im Anhang einsehbar, um ein besseres Gefühl für die Stunde bekommen zu können.

2 Was ist Gebet?

Das Gebet kommt in vielen Facetten und ist in nahezu allen Religionen vertreten. Menschen wenden sich im Dialog aus verschiedensten Gründen an eine höhere Macht; häufig um etwas zu erbeten oder zu beklagen, aber auch zum Lob und Dank.

2.1 Arten von Gebet

In der heutigen Zeit finden viele Menschen erst in Situationen der Not und des Leids im Ge­ bet zu Gott. Wenn sie sich der Ausweglosigkeit einer Situation bewusst werden oder verzwei­ felt einen Sinn im Leben suchen, scheint das Gebet einen Hoffnungsschimmer zu geben. „Es gibt unter den Theologen eine berechtigte Aversion dagegen, dass das Gebet lediglich ein 'Notnagel' sein soll und nur gut ist für Krisensituationen, doch dann wieder vergessen wird, wenn die Gefahr vorüber geht.“2

Denn Gebet bedeutet mehr als nur ein „Notlösung“ und erscheint in vielen Formen. Gott ist nicht nur in der Not da, sondern in allen Situationen des menschlichen Alltags. Darum gibt es auch verschiedene Arten von Gebet: Gebet ist die Versprachlichung der Beziehung zu Gott und „vollzieht den Glauben coram Deo in der Klage, im Lob, in der Bitte, im Dank.“3

Zu Zeiten des alten Testaments war es gängige Praxis, dass die Menschen Gott beklagten und für ihren Missstand und Verluste beschuldigten. Die Menschen durchliefen schwere Zeiten der Not und der Gefangenschaft und klagten hierüber zu Gott und kämpften mit ihm in Wort­ gefechten. Klage und Kampf war somit die am häufigsten vertretene Gebetsform im AT, die heutzutage nicht mehr so oft praktiziert wird.

Gebet als Bitte, sowie zum Lob und Dank sind heutzutage verbreiteter als die Klage. Doch auch im AT finden sich derartige Gebete, insbesondere in Psalmen. Fürbitte ist in der Liturgie eines jeden Sonntags fester Bestandteil, wenn die die ganze Gemeinde zusammen für Perso­ nen und Situationen betet. Lob und Dank im Gebet kommt sowohl in gesprochener Form als auch in Liedern vor. Einige Gottesdienste werden allein dem „Lobpreis“ gewidmet, mit dem Menschen Gott zu Ehren Lieder singen, seine Werke preisen und ihm Danken.

Doch einige Kreise sprechen auch von Gebet als Mediation ohne eine Verbindung zu Gott zu sehen. In diesem Fall dient das Gebet dem sich-besinnen auf Wesentliches und das Erkennen der eigenen Herzenswünsche sowie dem einnehmen von bestimmten Haltungen. Gebet als therapeutische Mediation ist nach Vincent Brümmer zwar eine wichtige Funktion des Gebets in christlicher Tradition, jedoch gibt er an, dass Gebet mehr als nur diese Funktion hat.4

2.2 Voraussetzungen für den Sinn von Gebet

Vincent Brümmer beschäftigt sich mit dem Bittgebet und legt verschiedene Ziele dar, die das Gebet zu erfüllen sucht. Als erstes Ziel nennt er die Beeinflussung Gottes: Der Mensch ver­ sucht Gott zu bestimmten Handlungen zu bewegen, die er ohne Gebet nicht getan hätte. Zwei­ tens verursacht Gebet eine Beeinflussung des Beters: Der Beter besinnt sich auf seine wahren Wünsche und stellt sich Gott als Werkzeug zur Verfügung und nimmt eine bestimmte Haltung ein. Und drittens kommt es zu einer Beeinflussung der Welt, in der die Beter leben, wenn Gott in den Handlungsverlauf eingreift oder die Handlungen der Mitmenschen beeinflusst.5

Voraussetzungen für das Gebet sind eine persönliche Beziehung zwischen Mensch und Gott, in der Gott frei handeln, auf die Gebete seiner Geschöpfe eingehen kann und von seinem Plan abweichen kann, sofern der Beter ihn überzeugt. „Denn Beten heißt Bitten. Es gehört zum Wesen einer Bitte, daß [sic!] sie erfüllt werden kann oder auch nicht.“6 Bei Bittgebeten darf es kein deterministisches Weltbild geben, in dem Gott keinen Handlungsspielraum hat; hier wä­ ren nur Lob-, Dank- oder Klagegebete sinnvoll, die Gottes unveränderlich-vorherbestimmtes Handeln beklagen oder bejubeln.

Daneben spielt der Glaube eine Schlüsselrolle; nur wer glaubt, kann wahrhaft wirksam beten. So sprach schon Jesus zu seinen Jüngern: "Wegen eures Kleinglaubens. Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.“7 Aus diesem Grund lässt sich die Wirksamkeit von Gebet auch nicht experimentell überprüfen, da inner­ halb eines Versuchskontext die wahre Absicht vom Gebetswunsch abweicht und es so kein ernsthaftes, dem Glauben entspringendes Gebet ist.8 Zusammenfassend lassen sich als Kern­elemente des Gebets der Glaube und das Vertrauen an sowie die persönliche Beziehung zu Gott setzen.

3 Christliche Bedeutungen im Buch „Der Ritt nach Narnia“

Die Chroniken von Narnia sind eine sechsbändige Buchreihe vom irischen Autor Clive Stap­ les Lewis. In jedem Buch werden verschiedene christliche Themen aufgearbeitet - z.B. die Erschaffung der Welt und Jesu Tod und Auferstehung - und in fantastischen Geschichten ver­ steckt. Die Bücher sind als Kinder- und Jugendbücher herausgegeben worden, werden aber von allen Altersklassen gerne gelesen.

Narnia bezeichnet eine von Aslan geschaffene Welt, die an die Nachbarländer Kalormen, Ar­ chenland und Telmar grenzen. In diesem Universum leben normale und sprechende Tiere, Riesen, Zwerge und andere Fabelwesen nebeneinander. Mit der Erschaffung Narnias kamen jedoch auch eine böse Hexe und einige Menschen in die Welt, so dass die Geschichte des Landes durch zahlreiche Kriege und Aufstände gekennzeichnet ist, bis vier Geschwister nach Narnia kommen und für eine lange Zeit des Friedens Sorgen, die als „Goldene Epoche“ in die narnianische Geschichte eingeht.

3.1 Zusammenfassung Band 3 - „Der Ritt nach Narnia“

Das dritte Buch findet innerhalb der goldenen Epoche statt und handelt vom Findelkind Shas­ ta, das gemeinsam mit dem entführten sprechenden narnianischen Pferd Bree die Flucht nach Narnia antritt. Shasta wurde als Baby im Süden des Landes in einem Boot an Land gespült und von einem Fischer aufgezogen. Dieser nutzte ihn als billige Arbeitskraft, sprach jedoch vor anderen von ihm als seinen Sohn. Shasta wollte immer in den geheimnisvollen Norden, doch der Fischer ließ ihn nicht. Als eines Tages ein kalormenischer Adliger ihn als Sklaven dem Fischer abkaufen wollte, lauschte Shasta und erfuhr, dass der Fischer nicht sein Vater ist, und er wahrscheinlich aus dem Norden stammt. Da ergriff Shasta die Chance und floh mit dem sprechenden Pferd des Adligen gen Norden.

Auf der Reise wird er von Löwen verfolgt und trifft auf das Mädchen Aravis, welches eben­ falls auf einem sprechenden Pferd nach Narnia fliehen will, um einer Zwangsehe zu entkom­ men. Sie schließen sich zusammen und reisen fortan gemeinsam. Auf der Reise überwinden sie einige Gefahren und erfahren von einem Angriff aus der Hauptstadt Tashbaan, die gewalt­sam in Narnia eindringen und das Land erobern wollen. Die beiden Kinder versuchen den Krieg zu verhindern, in dem sie die große Wüste durchqueren und vor dem Heer bei König Lune eintreffen, um ihn zu warnen.

Auf der Reise muss Shasta sich von Aravis und den Pferden trennen, da diese nach einer er­ neuten Verfolgungsjagd durch einen Löwen erschöpft und verwundet bei einem Einsiedler ausruhen müssen. Eilig macht Shasta sich zu Fuß auf den Weg und trifft nach einiger Zeit Kö­ nig Lune auf einem Jagdausritt. Er kann ihn warnen, erhält ein Pferd und soll mit zum Schloss reisen. Da Shasta jedoch nie reiten gelernt hat, wird er schnell von den anderen abgehängt und kommt in eine verzweifelte Situation.9

Shasta schafft es nach Narnia, wo er den Tieren von dem Angriff auf König Lune in Archen­ land erzählt. Diese alarmieren König Edmund in Narnia, der kurze Zeit später mit einem riesi­ gen Heer König Lune zu Hilfe eilen. Nach dem Krieg erfährt Shasta, dass König Lune sein echter Vater und er somit Prinz Cor von Archenland ist, der als Baby entführt wurde, um eine Prophezeiung zu vereiteln: Cor sollte Narnia vor einem schrecklichen Ereignis bewahren!

3.2 Shasta trifft auf Aslan

Shasta gab sein Bestes, um den anderen10 Reitern zu folgen, verliert sie dennoch nach kurzer Zeit im Nebel, da er nicht weiß, wie man ein Pferd anspornt. Er kommt zu einer Kreuzung und muss sich entscheiden, wohin er gehen will. In dem Moment hört er das Heer Rabadashs und versteckt sich. Er kennt nun den Weg zum Schloss, kann ihn aber nicht nehmen, um un­ entdeckt zu bleiben.

Zum Einsiedler kann er nicht zurück, da er den Weg nicht kennt. Er ist hungrig, müde und frustriert, dass ihm die tränen kommen. In der Hoffnung eine Hütte zu finden, schlägt er den anderen Weg ein und bemerkt nach kurzer Zeit, dass er nicht allein ist; etwas großes unsicht­ bares geht neben ihm. Shasta bekommt Panik und weiß nicht, was er tun soll. Nach einiger Zeit nimmt er allen Mut zusammen und flüstert zu dem Wesen. Die Angst wird weniger und so erzählt er ihm von seiner Vergangenheit und beklagt die beschwerlichen Reise.

[...]


1 Vgl. KLEIN, Das Grenzüberschreitende Gebet, 18

2 KLEIN, Das Grenzüberschreitende Gebet, 18

3 HARASTA, Lob und Bitte, 1

4 Vgl. Brümmer, Was tun wir, wenn wir beten?, 28

5 Vgl. Brümmer, Was tun wir, wenn wir beten?, Kap.3-5

6 Lewis. Von der Wirksamkeit des Betens, 8

7 Luther, Die Bibel, Mt.17,20

8 Vgl. Lewis. Von der Wirksamkeit des Betens, 10; Vgl. Brümmer, Was tun wir, wenn wir beten?, 2ff

9 S. Kapitel: 3.2 Shasta trifft auf Aslan in dieser Arbeit.

10 Nach LEWIS, Der Ritt nach Narnia, 128-132

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Eine Analyse des Gebets innerhalb von C.S. Lewis "Die Chroniken von Narnia"
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V370037
ISBN (eBook)
9783668474840
ISBN (Buch)
9783668474857
Dateigröße
3396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Narnia, Gebet, Unterrichtsentwurf, C.S. Lewis, Der Ritt nach Narnia, Schule, Vergleich, Film
Arbeit zitieren
Sina Laura Rautmann (Autor), 2015, Eine Analyse des Gebets innerhalb von C.S. Lewis "Die Chroniken von Narnia", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370037

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