Grundarten von Verantwortung. Ein Überblick


Referat (Ausarbeitung), 2016

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil
1. Was ist Verantwortung?
2. Die drei Grundarten der Verantwortung
2.1 Selbstverantwortung
2.2 Soziale Verantwortung
2.3 Religiöse Verantwortung

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabelle 1: Verantwortungstypen

Einleitung

Der Begriff „Verantwortung“ umfasst ein weites Feld und ist dementsprechend schwierig zu definieren. In der heutigen pluralistischen Gesellschaft werden Ursachen von sowohl privaten als auch öffentlichen, wie etwa politischen, Problemen oftmals der Verantwortung beziehungsweise fehlenden Verantwortung zugeschrieben. Der Begriff an sich wird somit im alltäglichen Sprachgebrauch immer wieder angewandt und es scheint auch jede Person etwas mit dem Begriff anfangen zu können, also zu verstehen, was damit gemeint ist. Dennoch ist es schwierig auf eine einheitliche Definition für „Verantwortung“ zu kommen.

Wird sich genauer mit dem Begriff auseinandergesetzt, fällt auf, dass die Verwendbarkeit mit dem jeweiligen Kontext in Verbindung steht. So reden Eltern vor ihren Kindern von einer anderen Verantwortung, als es beispielsweise Politiker*innen oder Lehrer*innen tun. Genauso geht es dabei um das „sich verantworten“, wobei je nach Situation unterschiedliche Instanzen auftreten, vor denen sich die Person „verantworten“ muss. Verantwortung bezieht sich also nicht nur auf eine Person, sonder vielmehr auf eine Handlung zwischen unterschiedlichen Instanzen.

Folgender Text ist eine Ausarbeitung eines Referates zum Thema Verantwortung. Somit werden die Referatsinhalte aufgegriffen und genauer beschrieben. Da das Thema „Verantwortung“ für eine achtseitige Ausarbeitung zu kompakt und vielfältig ist, wird sich im Folgenden auf das mutmaßlich Wichtigste beschränkt. Dabei wird sich mit dem Versuch einer Definition, sowie mit drei Grundarten von Verantwortung befasst.

Hauptteil

1. Was ist Verantwortung?

Durchsucht man die Literatur zum Thema „Verantwortung“ fällt zunächst auf, dass der Begriff zwar in den verschiedensten Themengebieten gebraucht wird, dennoch nirgends eine genaue Definition zu finden ist. Um sich dem Begriff anzunähern ist somit zunächst nötig verschiedenen Bedeutungen zu vergleichen.

„Im Begriff der [Verantwortung] reflektiert die Philosophie […] dass der Mensch mit der Fähigkeit ausgestattet ist sowohl zur vernünftigen Beherrschung der Welt als auch zur Wahl von praktischen Handlungen […] die sich mit dem Bewusstsein bestimmter Verpflichtungen realisieren.“[1]

Aus philosophischer Sicht wird also vorausgesetzt, dass der Menschen zum eigenständigen Denken und daraus resultierendem Handeln fähig ist. Verantwortung beschreibt dabei das Auseinandersetzen mit möglichen Konsequenzen des eigenen Handelns und die Abwägung derer, bevor man die Handlung aktiv durchführt. Dabei kann sowohl gemeint sein, sich vor der eigenen Instanz zu verantworten, also Konsequenzen hinzunehmen, sowie auch das Verantworten vor äußeren Instanzen wie der Gesellschaft. Verantwortung ist also abhängig von Instanzen, die in das Geschehen involviert sind.

In der Rechtswissenschaft wird der Begriff hingegen auf die handelnde Person beschränkt. Hier geht es vorrangig um die „Zurechnungsfähigkeit einer Tat zum freien Entschluss eines Täters“[2] Es wird weniger der Frage, wer sich vor wem rechtfertigen muss, als vielmehr der Frage, ob sich die Person tatsächlich verantworten kann und muss oder nicht, nachgegangen. Der Fokus liegt auf dem*der Akteur*in alleine. War er*sie im Moment der Handlung zurechnungsfähig, also konnten die Konsequenzen abgewägt werden und konnte nach freiem Willen entschieden werden, was getan oder unterlassen wird, so muss er*sie sich für die Tat verantworten und zudem je nach Gesetzeslage eine Strafe verbüßen.

Alltagssprachlich bezeichnet Verantwortung meist „[eine] generelle Verpflichtung zur Erfüllung von Erwartungen an die an einer Interaktion partizipierenden Person“[3]. Gemeint ist dabei, dass bei Tätigkeiten, an denen mehrere Personen beteiligt sind, die Aufgaben, die übernommen wurden, und dessen Erfüllung dementsprechend erwartet wird, gewissenhaft und gemäß den Erwartungen vollendet werden.

Um sich einer allgemeinen Definition von Verantwortung anzunähern ist zunächst der Begriff an sich zu betrachten. „Verantwortung“ kommt aus dem mittelhochdeutschen „verantwürten“ was so viel bedeutet, wie sich vor jemandem oder etwas zu verteidigen. Gleichzeitig steckt in dem Wort das Verb „antworten“, was auf einen Dialog hinweist sowie einen Vorwurf oder eine Frage voraussetzt, die beantwortet wird. Verantwortung bezieht sich demnach auf eine Aktion oder Handlung.

Anhand der unterschiedlichen Aspekte von Verantwortung lässt sich zunächst bestimmen, dass der Mensch selbst als Träger der Verantwortung gesehen wird.[4] Im Gegensatz zur Natur verfügt der Mensch über Selbstbestimmung seines Handeln, während die Natur „immanenten Gesetzen und Regelhaftigkeiten“[5] folgt. Gleichwohl muss hier ein Unterschied zwischen dem erwachsenen Menschen und dem Neugeborenen gemacht werden. So wird davon ausgegangen, dass der Mensch den Unterschied zwischen Gut und Böse erst im Zuge der kulturellen Entwicklung erlernt[6]. Die Wertevorstellungen werden jedem Kind erst im Laufe der Jahre beigebracht und so wird auch erst nach einiger Zeit ein Verantwortungsbewusstsein erwartet. Der Mensch als ein moralisches Wesen lernt erst mit der Zeit Verantwortung zu übernehmen, welche sich demnach auf die Wertevorstellungen jeder einzelnen Person stützt. Warum der Begriff der Verantwortung so schwierig zu erfassen ist kann also darauf zurückzuführen sein, dass jede Person mit ihrer subjektiven Sichtweise anders mit den vorgegebenen Werten und Normen umzugehen weiß. Zudem stellen die vielzähligen Kulturen und Gesellschaften unterschiedliche Werte in den Fokus, weswegen die Moral auf unterschiedlichen Vorstellungen beruhen kann.

Wird davon ausgegangen, dass der Mensch als „moralisches Subjekt“[7] selbst Träger der Verantwortung ist, ist zu klären unter welchen Bedingungen von Verantwortung gesprochen werden kann. Verantwortung ist dabei kein „einfaches, sondern ein komplexes Phänomen, das […] sich aus den Erfordernissen der menschlichen Kooperation [, einer] spezielle[n] kulturelle[n] Umwelt[…] und einer Transformation im Selbstverständnis von Personen [ergibt]“[8]. Es besteht also eine kulturelle und gesellschaftliche Voraussetzung, aus der Verantwortung hervorgeht. Dabei kann sie sowohl „Ergebnis einer Selbstverpflichtung [als auch] sozialer Zuschreibung“[9] sein, also an die eigene Person gestellt oder durch äußere Einflüssen eingefordert werden.

Das handelnde Subjekt bleibt dabei nicht die einzige Instanz, die bei der Definition von Verantwortung zu betrachten ist. Der deutscher Technikphilosoph Günter Ropohl stellte 1994 eine Übersicht über Verantwortungstypen auf, wonach die Komponenten Akteur*in, Handlung, Zeitpunkt, Instanz, Werte und Folgen von Bedeutung sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Tabelle 1: Verantwortungstypen[10]

Die Tabelle ist dabei horizontal zu lesen, die Begriffe vertikal zueinander lassen sich nicht notwendigerweise zuordnen. Nach Ropohl kann die Verantwortung übernehmende Instanz sowohl eine einzelne Person als auch eine Gruppe von Menschen oder sogar eine Gesellschaft sein. Hinzuzufügen ist, dass „Sippenhaft und Kollektivschuld […] generell abgelehnt [werden]“[11], somit muss auch innerhalb einer Gruppe jede Person eigenständig Verantwortung für das Handeln übernehmen. Des Weiteren führt Ropohl auch Unterlassung als Gegenstand der Verantwortung an. Gemeint ist hier, dass auch dadurch, etwas nicht zu tun, Folgen entstehen, denen der*die Akteur*in sich bewusst sein sollte, etwa wie die Unterlassung von Hilfeleistung, nach welcher man sich nach dem Strafrecht mitschuldig macht. Die Punkte E und D nach Günter Ropohl beziehen sich auf die Instanzen, vor welchen man sich rechtfertigen muss. Je nachdem ob man ein Gesetz oder einen moralischen Wert missachtet hat, muss man sich gegebenenfalls nur vor sich selbst, oder aber auch vor der Gesellschaft rechtfertigen. Hier unterscheiden wir in drei Grundarten der Verantwortung.

2. Die drei Grundarten der Verantwortung

2.1 Selbstverantwortung

Die Selbstverantwortung beschreibt die Verantwortung, die der*die Akteur*in vor der eigenen Person hat. Man rechtfertigt sich demnach nicht vor anderen Menschen, sondern vor dem eigenen Gewissen. Die Selbstverantwortung ist eine „von Natur aus bestehende Verantwortung […], von keiner vorherigen Zustimmung abhängig, unwiderruflich und unkündbar.“[12] So wird der Mensch mit einem Gewissen geboren und lernt im Laufe seiner kulturellen Entwicklung damit umzugehen und so zu handeln, dass für das eigene Wohl gesorgt ist, ohne in einen moralischen Zwiespalt zu gelangen. Dabei wird jede Entscheidung mit der eigenen Person, dem eigenen Ego diskutiert und getroffen. Als Handlungsrahmen dienen hierbei moralische Werte, die die Person verinnerlicht hat. Zwar sind solche Werte- und Normvorstellungen meist mit von der Gesellschaft vorgegeben und durch das engere Umfeld der Mitmenschen angenommen worden, dennoch werden sie vom eigenen Gewissen unterschiedlich gewertet, was sich wiederum abweichend auf das Handeln auswirken kann. Bei der Frage der Verantwortung geht es jedoch nicht darum, Folgen des eigenen Handelns vorhersehen zu können, sondern darum „dass ein Gefühl dafür entwickel[t wird], welche möglichen Konsequenzen sich aus einer gegebenen Situation entwickeln können.“[13] Verantwortlich handeln bedeutet demnach, die möglichen Konsequenzen abzuwägen und solche, die „unabhängig von der Wahrscheinlichkeit ihres Eintretens nicht mehr akzeptabel erscheinen“[14] durch das eigene Handeln zu vermeiden.

[...]


[1] Sandkühler (1990): 690

[2] Ebd.

[3] Ebd.

[4] Vgl. Kaufmann (1992): 40

[5] Ebd.

[6] Ebd.

[7] Kaufmann (1992): 41

[8] Lotter (2012): 247

[9] Kaufmann (1992): 41

[10] Ropohl (1995): 30

[11] Kaufmann (1992): 41

[12] Jonas (2003): 178

[13] Dürr (1995): 202

[14] Dürr (1995): 203

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Grundarten von Verantwortung. Ein Überblick
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V370062
ISBN (eBook)
9783668475946
ISBN (Buch)
9783668475953
Dateigröße
690 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundarten, verantwortung, überblick
Arbeit zitieren
Luisa Wittenbrink (Autor), 2016, Grundarten von Verantwortung. Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370062

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