Was versteht ein Existenzphilosoph unter "Existenz" und wie denkt er darüber nach? Was macht Existenz, Existenzphilosophie und Existenzialismus aus? Dieser Essay soll einen kleinen Einblick in den Existenzialismus sowie die damit verbundene Philosophie liefern und die existenzialistische Methode in ihren Grundzügen darlegen. Dazu werden zunächst die Begriffe Existenzialismus und Existenzphilosophie erläutert. Bevor dann wichtige Begriffe der Existenzphilosophie vorgestellt werden, um zu zeigen, womit sich ein Existenzialist beschäftigt, wird beschrieben, mit welcher Methodik vorgegangen wird. Das Fazit fasst alles noch einmal kurz zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Existenzialismus und die Existenzphilosophie
3. Die existenzialistische Methode
4. Die Existenz in der Philosophie
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen einleitenden Überblick über die Strömungen des Existenzialismus und der Existenzphilosophie, wobei die methodischen Grundlagen sowie zentrale Begrifflichkeiten analysiert werden, um ein tieferes Verständnis für die subjektive Natur dieser philosophischen Ansätze zu schaffen.
- Grundlegende Begriffsbestimmung von Existenzialismus und Existenzphilosophie.
- Darlegung der existenzialistischen Vorgehensweise und ihrer phänomenologischen Basis.
- Untersuchung der Ontologie als notwendiger Bestandteil der Existenzphilosophie.
- Analyse zentraler existenzphilosophischer Begriffe wie Existenz, das Andere, das Absurde und Freiheit.
Auszug aus dem Buch
Die existenzialistische Methode
Die Grundlage der Existenzphilosophie bildet neben ihrem Kernthema der Existenz die metaphysische Disziplin der Phänomenologie, was wörtlich aus dem Griechischen übersetzt die „Lehre von den Erscheinungen“ bedeutet. Die Erscheinungen mit denen sie sich beschäftigt sind aber nicht physischem Charakters, wie beispielsweise die innerhalb der Biologie oder der Chemie, auch wenn sie den Beobachtungen der Umwelt entspringen. So verwendet Kant „das Wort in seiner Naturphilosophie zur Benennung der dort entworfenen Lehre von den empirischen Naturerscheinungen bloß [sic!] als Vorstellungen im Unterschied zur Lehre vom […] Ding an sich“ und Hegel versteht darunter „die Erscheinungsformen des Geistes in der dialektischen und historischen Stufenfolge seiner [immateriellen] Gestalten von den unmittelbaren sinnlichen Gegebenheiten über das Selbstbewusstsein“. Sie befasst sich mit dem, was man beobachten und untersuchen, aber nicht berechnen geschweige denn anfassen kann. Ihre Untersuchungsgegenstände sind beispielsweise anthropo- oder psychologischer Natur, metaphysische Phänomene wie die Angst, die Freiheit und das Nichts; Erscheinungen, die jeder kennt und in irgend einer Weise wahrnimmt und für die Worte von alltäglichem Gebrauch vorhanden, doch nur schwer zu beschreiben sind.
Insbesondere Husserls methodischer Vorschlag, dass in der Phänomenologie die Beschreibung der Erscheinungen und nicht ihre Analyse - der sie manchmal eben erst entsprungen sind - im Vordergrund steht, macht sie zu einem wichtigen Bestandteil der Existenzphilosophie. Denn letztere befasst sich ausschließlich mit aktuellen Sachverhalten und Begebenheiten; so beschäftigt sich Sartre mit dem sein des Menschen in Bezug auf die Freiheit des modernen Menschen in einer westlich geprägten Gesellschaft und Simone de Beauvoir speziell die der Frau innerhalb dieser modernen Gesellschaften, ein Thema, das zu platonischen Zeiten noch reine Männersache war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Existenzphilosophie im 20. Jahrhundert ein und umreißt die methodische Zielsetzung der Untersuchung.
2. Der Existenzialismus und die Existenzphilosophie: Dieses Kapitel klärt die terminologische Verwendung beider Begriffe und grenzt die subjektive, auf den Menschen bezogene philosophische Perspektive ab.
3. Die existenzialistische Methode: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Phänomenologie und Ontologie als zentrale methodische Stützen innerhalb der Existenzphilosophie.
4. Die Existenz in der Philosophie: Hier wird der Kernbegriff Existenz analysiert und in Verbindung mit zentralen Themen wie dem Anderen, dem Absurden und der Freiheit betrachtet.
5. Fazit: Das Fazit fasst die methodischen und inhaltlichen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Problematik der Unbeweisbarkeit bei gleichzeitig hohem Diskussionspotential.
Schlüsselwörter
Existenzphilosophie, Existenzialismus, Phänomenologie, Ontologie, Existenz, Subjektivität, Freiheit, Das Andere, Das Absurde, Kierkegaard, Sartre, Menschsein, Metaphysik, Bewusstsein, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Definition und methodischen Grundlegung der Existenzphilosophie und des Existenzialismus im 20. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die Abgrenzung der Begriffe, die Rolle der Phänomenologie, das Verständnis von Sein und Existenz sowie die menschliche Subjektivität.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Einblick in die existenzialistische Philosophie zu geben und die methodischen Ansätze, die den menschlichen Lebensvollzug in den Mittelpunkt stellen, nachvollziehbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt die phänomenologische Analyse, um metaphysische Phänomene und das menschliche Sein aus einer existenzialistischen Perspektive zu betrachten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die methodische Analyse durch Phänomenologie und Ontologie sowie die Untersuchung der zentralen Existenzkategorien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Existenz, Subjektivität, Phänomenologie, Freiheit, das Andere und das Absurde charakterisiert.
Warum spielt der Begriff des „Anderen“ eine solch zentrale Rolle?
Der Begriff ist zentral, da das Subjekt sein eigenes Selbst erst durch die Konfrontation und Interaktion mit dem Anderen konstituiert und erfahrbar macht.
Wie unterscheidet sich die existenzialistische Methode von eher konservativen Ansätzen?
Sie zeichnet sich durch ihre Innovationsbetonung und Subjektivität aus, indem sie nicht auf bestehenden Theorien aufbaut, sondern direkt beim individuellen Erleben ansetzt.
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- Bennet Ludwig (Author), 2015, Existenzphilosophie und Existenzialismus. Eine kurze Einführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370074