Ziel der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit ist es folgende Leitfrage zu beantworten: Wie lassen sich die Frames der deutschen Nachrichtenberichterstattung über die Ereignisse der Kölner Silvesternacht am Beispiel der Süddeutschen Zeitung und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung beurteilen, wie entwickeln sich die Frames in dem jeweiligen Medium, unterscheiden sich die Medien-Frames der Tageszeitungen voneinander und welche Effekte erzielen sie auf Rezipientenebene?
Da Frames zwar ein großes methodologisches Potenzial haben, aber auch sehr umstritten sind, werde ich zunächst in dem theoretischen Teil dieser Modulabschlussarbeit die Framing-Tradition und den Frame-Begriff definieren. Dafür werde ich vor allem ausgewählte Literatur von Minsky, Konerding, Entman und Scheufele heranziehen. Im Anschluss daran werde ich unterschiedliche Arten von Frames aufzeigen und deren mögliche Effekte auf Rezipientenebene thematisieren. Mithilfe dieser theoretischen Grundlage kann ich das Frame-Konzept im Anschluss als analytischen Zugang nutzen.
Als Untersuchungsinstrumente werden dafür jeweils drei Exemplare der Süddeutschen Zeitung und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung genutzt. In einem letzten Schritt werde ich schließlich die Schlussbetrachtung der Analyseergebnisse einschließlich Ausblick vornehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Framing-Theorie
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Unterscheidung von Frames
2.3 Framing-Effekte
3 Framing der Nachrichtenberichterstattung über die Ereignisse der Kölner Silvesternacht
3.1 Framing der Süddeutschen Zeitung
3.2 Framing der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung
3.3 Entwicklung und Vergleich der Framings
4 Schlussbetrachtung der Analyseergebnisse und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer Framing-Analyse, wie die Ereignisse der Kölner Silvesternacht in der Süddeutschen Zeitung und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung dargestellt wurden, wie sich diese Frames entwickelten und welche potenziellen Auswirkungen diese Berichterstattung auf die Rezipienten hatte.
- Theoretische Grundlagen und Definition des Framing-Begriffs
- Methodische Anwendung der Framing-Analyse auf journalistische Texte
- Vergleichende Untersuchung der Berichterstattung beider Zeitungen
- Analyse der Frame-Entwicklung im Zeitverlauf
- Diskussion von Framing-Effekten und deren gesellschaftlicher Bedeutung
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsdefinition
Um den Framing-Begriff in seiner Tiefe erläutern zu können bedarf es zunächst einer kurzen Beschreibung der Framing-Tradition. Bereits seit geraumer Zeit werden Frames, auf Deutsch übersetzt Rahmen, zur Beschreibung von Deutungsmustern genutzt. Dabei berufen sich viele verschiedene Wissenstraditionen auf das Frame-Konzept. Dazu gehört die Kognitionswissenschaft nach Minsky, die Linguistik nach Fillmore, Konerding und Ziem sowie die Kommunikationswissenschaft nach Entman, Scheufele, Dahinden und Matthes. In der Kognitionswissenschaft wie auch in der Linguistik steht vor allem die Struktur des Frames im Fokus. In der Kommunikationswissenschaft hingegen legen die Forscher das Hauptaugenmerk auf den Prozess der Aktivierung dieser Frame-Strukturen.
Ein wesentliches Problem der Framing-Theorie besteht in der fehlenden definitorischen Klarheit. Nichtsdestotrotz „zeichnet sich [im Bereich der Framing-Forschung] eine gewisse Tendenz zur theoretischen Vereinheitlichung des Forschungsfeldes ab“, sodass alle Ansätze grundlegende Gemeinsamkeiten besitzen. Da all diese verschiedenartigen Bereiche den Framing-Begriff von heute geprägt haben, soll die Theorie jeder dieser Traditionen kurz dargestellt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Hinführung zur Bedeutung der Framing-Theorie in der Medienwirkungsforschung und Darlegung der Leitfrage sowie des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2 Framing-Theorie: Theoretische Herleitung des Framing-Konzepts durch kognitionswissenschaftliche, linguistische und kommunikationswissenschaftliche Ansätze inklusive der Definition von Frame-Elementen und Framing-Effekten.
3 Framing der Nachrichtenberichterstattung über die Ereignisse der Kölner Silvesternacht: Qualitative Analyse der Print-Berichterstattung von Süddeutscher Zeitung und Westdeutscher Allgemeiner Zeitung zur Identifikation und zum Vergleich von Medien-Frames.
4 Schlussbetrachtung der Analyseergebnisse und Ausblick: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse über die Frame-Entwicklung in den untersuchten Zeitungen sowie Reflexion über die Bedeutung der Ergebnisse für die Medienwirkungsforschung.
Schlüsselwörter
Framing, Framing-Theorie, Kölner Silvesternacht, Medienberichterstattung, Süddeutsche Zeitung, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Medien-Frames, Problemdefinition, Ursachenzuschreibung, Lösungszuschreibung, moralische Bewertung, Framing-Effekte, Inhaltsanalyse, Journalismus, Politikberichterstattung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie zwei deutsche Tageszeitungen über die Ereignisse der Kölner Silvesternacht berichteten und welche spezifischen Deutungsmuster (Frames) dabei zum Einsatz kamen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Framing-Theorie als wissenschaftliches Instrumentarium und deren Anwendung auf die journalistische Nachrichtenberichterstattung sowie deren Auswirkungen auf die öffentliche Wahrnehmung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Frames in den Berichten der Süddeutschen Zeitung und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung zu identifizieren, deren Entwicklung zu analysieren und mögliche Effekte auf die Rezipienten zu diskutieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine qualitativ-interpretative Inhaltsanalyse auf Basis der Framing-Theorie, um sechs ausgewählte Medienartikel detailliert zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Framing-Begriffs und die anschließende empirische Analyse der Zeitungsberichte sowie deren vergleichende Betrachtung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Framing, Nachrichtenberichterstattung, Kölner Silvesternacht, Medien-Frames, Inhaltsanalyse und Medienwirkungsforschung.
Wie unterscheiden sich explizite von impliziten Frames in dieser Analyse?
Explizite Frames enthalten alle vier relevanten Frame-Elemente (Problemdefinition, Ursachen, Lösung, Bewertung), während implizite Frames nur einen Teil dieser Elemente aufweisen, aber dennoch in einem kohärenten Sinnhorizont stehen.
Welches zentrale Muster konnte die Autorin bei der Framing-Entwicklung feststellen?
Beide Zeitungen zeigten eine Verschiebung: Weg von einem anfänglichen Generalverdacht gegen Flüchtlinge hin zu einer Fokussierung auf sicherheitspolitische Maßnahmen oder Reformen des Strafrechts.
Welchen Einfluss messen die Ergebnisse der Studie den ersten Medienberichten bei?
Die Studie deutet darauf hin, dass die frühen, expliziten Frames, die Flüchtlinge als kriminell rahmten, ein verzerrtes öffentliches Bild manifestiert haben könnten, das über die spätere, differenziertere Berichterstattung hinaus fortbestand.
- Quote paper
- Sarah Höchst (Author), 2016, Eine Framing-Analyse der deutschen Nachrichtenberichterstattung über die Ereignisse der Kölner Silvesternacht der Süddeutschen Zeitung und der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370111