Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Business economics - Miscellaneous

Grenzüberschreitendes e-Government in der EU am Beispiel des Schengener Informationssystems

Title: Grenzüberschreitendes e-Government in der EU am Beispiel des Schengener Informationssystems

Term Paper , 2017 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Simon Landmesser (Author)

Business economics - Miscellaneous
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das Thema eGovernment prägt die öffentliche Verwaltung seit Mitte der 90er-Jahre. Verschiedene Initiativen, wie beispielsweise die „Initiative BundOnline 2005“, brachten die Thematik dann Anfang der 2000er-Jahre auf die politische Agenda. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Europäisierung und des freien Personen- und Warenverkehrs im Schengen-Raum ergibt sich auch zunehmend die Notwendigkeit der grenzüberschreitenden Vernetzung von Behörden. Mit dem Wegfall der Grenzkontrollen im Schengener Gebiet im Jahr 1995 wurde das Schengener Informationssystem (SIS) als Ausgleichsmaßnahme eingeführt. Dabei handelt es sich um ein elektronisches Fahndungssystem, auf das die Sicherheitsbehörden aller beteiligten Schengen-Staaten Zugriff haben. Zum damaligen Zeitpunkt stellte es neben Interpol das am weitesten ausgebaute polizeiliche Kooperationssystem dar.

Das SIS als Vorreiter für grenzüberschreitendes eGovernment eignet sich somit in besonderem Maße, um Chancen und Probleme dieses Themenkomplexes aufzuzeigen. So macht die Entwicklung des SIS deutlich, dass eine ständige Anpassung der technischen Gegebenheiten erforderlich ist. Zuletzt wurde daher im Jahr 2013 das SIS der zweiten Generation (SIS II) nach einer zwölfjährigen Planungsphase in Betrieb genommen. Die Entwicklungsphase des SIS II wies dabei Mängel auf, die zu einer erheblichen Zeitverzögerung und Kostensteigerung führte. Am Beispiel der Entwicklung (von der Erkennung der Notwendigkeit bis zur Inbetriebnahme) des SIS II soll daher die Forschungsfrage beantwortet werden, welche Schwierigkeiten sich bei diesem IT-Großprojekt ergeben haben und wie diesen bei künftigen Projekten entgegengewirkt werden kann.

Hierzu soll zunächst das SIS, sowie dessen historische Entwicklung vorgestellt werden. Anschließend wird das Interaktionsstufenmodell vorgesellt, um das SIS nach diesem zu kategorisieren und im späteren Verlauf einen Ausblick hinsichtlich der Interaktionsstufe zu geben. Der Schwerpunkt der Arbeit stellt die Analyse der Problemkreise bei der Entstehung des SIS II dar. Hierbei sollen einerseits die rechtlichen Probleme und andererseits die Kritik an der Projektorganisation durch den Europäischen Rechnungshofes analysiert werden. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick auf mögliche Weiterentwicklungen des SIS sowie einem Fazit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Einordnung des Schengener Informationssystems

2.1 Schengener Informationssystem

2.2 Interaktionsstufenmodell

3. Entwicklung des Schengener Informationssystems

3.1 Vom SIS I zum SIS II

3.2 Problemkreise beim Aufbau des SIS

3.2.1 Rechtliche Probleme

3.2.2 Kritik des Europäischen Rechnungshofes

4. Ausblick und Weiterentwicklung des SIS

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Schengener Informationssystem (SIS) als ein Beispiel für grenzüberschreitendes e-Government in der EU, analysiert dessen historische Entwicklung sowie die mit dem IT-Großprojekt SIS II verbundenen rechtlichen und organisatorischen Schwierigkeiten, um daraus Erkenntnisse für zukünftige Projekte abzuleiten.

  • Grundlagen und Definition des Schengener Informationssystems
  • Kategorisierung des SIS mittels des Interaktionsstufenmodells
  • Analyse der historischen Entwicklung von SIS I zu SIS II
  • Untersuchung rechtlicher Problemfelder bei Fahndungsausschreibungen
  • Evaluierung der Projektmanagement-Mängel durch den Europäischen Rechnungshof

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Kritik des Europäischen Rechnungshofes

Neben den rechtlichen Problemen wurden bei der Entwicklung des SIS II verschiedene Fehler gemacht, die an dieser Stelle zum Anlass genommen werden sollen, um Verbesserungspotential für vergleichbare europäische eGovernment-Projekte zu identifizieren.

Bereits der Blick auf den zeitlichen Ablauf der Entwicklung des SIS II macht deutlich, dass dabei einige Herausforderungen entstanden sind sowie Fehlplanungen gemacht wurden. So sollte das SIS II ursprünglich bereits im Jahr 2006, nach einer fünfjährigen Entwicklungsphase, in Betrieb genommen werden. Der Start verzögerte sich schließlich um fast sieben Jahre (Europäischer Rechnungshof 2014: 39). Auch die Finanzplanung scheint mangelhaft gewesen zu sein. So schätzte der Europäische Rat die Kosten anfangs auf 14,6 Millionen Euro, im Ergebnis kostete die Entwicklung des SIS II hingegen 188,9 Millionen Euro (ebd.: 24). Eine umfassende Prüfung des Projektes durch den Europäischen Rechnungshof (2014) stellte verschiedene Probleme fest, die zu den erheblichen Abweichungen vom Finanz- und Kostenplan führten.

Zur Analyse, in welchen Phasen des Projektes der Entwicklung des SIS II Mängel bestanden, wird der stark vereinfachte Lebenszyklus-Ansatz des amerikanischen Projektmanagementstandards PMBOK (A Guide to the Project Management Body of Knowledge) herangezogen. Dabei handelt es sich um einen anerkannten Projektmanagementstandard. Ein Projekt wird danach in vier Phasen unterteilt, welche ständig kontrolliert werden und in die gegebenenfalls steuernd eingegriffen wird (Project Management Institute 2013: 38-46). Ein Projekt kann auch aus mehreren Projektphasen bestehen, die jeweils einen eigenen Lebenszyklus umfassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des grenzüberschreitenden e-Government im Schengen-Raum ein und definiert das SIS als zentrales Fahndungssystem, dessen Entwicklungsprozess zur Forschungsfrage der Arbeit dient.

2. Definition und Einordnung des Schengener Informationssystems: Dieses Kapitel erläutert den technischen Aufbau und die Funktionen des SIS und ordnet das System mithilfe des Interaktionsstufenmodells in den Kontext moderner e-Government-Anwendungen ein.

3. Entwicklung des Schengener Informationssystems: Dieses Hauptkapitel analysiert den Übergang von SIS I zu SIS II und deckt dabei rechtliche Defizite sowie erhebliche Mängel in der Projektorganisation auf.

4. Ausblick und Weiterentwicklung des SIS: Hier werden zukünftige Potenziale für die Weiterentwicklung des SIS diskutiert, insbesondere im Hinblick auf eine höhere Interaktionsstufe und die technische Verknüpfung mit anderen Systemen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach das SIS zwar ein Vorreiter des europäischen e-Government ist, jedoch bei der Entwicklung von SIS II gravierende planerische und rechtliche Mängel aufwies, die bei künftigen Projekten vermieden werden sollten.

Schlüsselwörter

Schengener Informationssystem, SIS, SIS II, e-Government, Europäische Union, Projektmanagement, Europäischer Rechnungshof, Fahndungssystem, Polizeizusammenarbeit, IT-Großprojekt, SDÜ, Interaktionsstufenmodell, Rechtshilfe, Projektplanung, Fehleranalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Rolle des Schengener Informationssystems (SIS) als Instrument des grenzüberschreitenden e-Government innerhalb der Europäischen Union.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der technischen Einordnung des Systems, seiner historischen Entwicklung und der kritischen Analyse der Implementierung der zweiten Generation (SIS II).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Schwierigkeiten bei der Realisierung des IT-Großprojektes SIS II auftraten und wie aus diesen Fehlern für zukünftige Projekte gelernt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Dokumentenanalyse, wobei zur Bewertung des Projektverlaufs insbesondere Berichte des Europäischen Rechnungshofes und Projektmanagementstandards (PMBOK) herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entwicklung vom SIS I zum SIS II sowie die detaillierte Analyse rechtlicher Probleme und der Projektmanagement-Kritik des Europäischen Rechnungshofes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind SIS, e-Government, Projektmanagement, Europäischer Rechnungshof, rechtliche Probleme und Schengen-Raum.

Warum wird das SIS als Interaktionsstufe der Kommunikation eingeordnet?

Das System wird so eingestuft, da neben dem reinen Abruf von Daten auch eine Kommunikation über die nationalen SIRENE-Büros stattfindet, um weitergehende Informationen auszutauschen.

Welche Rolle spielte der Europäische Rechnungshof bei der Kritik?

Er identifizierte erhebliche Mängel in der Projektorganisation, insbesondere den Mangel an Fachwissen und Personal, die zu massiven Kostensteigerungen und Zeitverzögerungen führten.

Welchen konkreten Vorschlag macht der Autor für künftige Rechtsprüfungen?

Es wird vorgeschlagen, digitale Haftbefehle direkt abrufbar zu machen, um rechtliche Lücken zwischen der Identifikation einer Person im SIS und der Übersendung der Unterlagen zu schließen.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Grenzüberschreitendes e-Government in der EU am Beispiel des Schengener Informationssystems
College
University of Kassel
Course
Master of Public Administration (MPA)
Grade
2,0
Author
Simon Landmesser (Author)
Publication Year
2017
Pages
18
Catalog Number
V370329
ISBN (eBook)
9783668477117
ISBN (Book)
9783668477124
Language
German
Tags
e-Government eGovernment Schengener Informationssystem Grenzüberschreitend EU Kommission
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Landmesser (Author), 2017, Grenzüberschreitendes e-Government in der EU am Beispiel des Schengener Informationssystems, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370329
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint