Aus der Untersuchung von alten schriftlichen Denkmälern der einzelnen germanischen und slawischen Runen folgten solche Resultate: 1) Die Analyse der Bezeichnung der Rune I, die in vielen Schriften gleich war, zeugt von ihrer Entlehnung durch Germanen und Slawen und davon, dass sie ursprünglich mit magisch-sakralem Ziel verwendet wurde. Diese Rune wurde als inь/inъ bezeichnet und bedeutete einen ‘Menschen’; 2) Die Rune A stammt bei Slawen und Germanen von einer Quelle - der IE Wurzel *ar- ab und bedeutet ʻPflug, pflügenʼ. Im allgemeinen versteht man darunter einen ʻMenschen hinter dem Pflugʼ. Später entstanden bei Germanen und Slawen verwandte Bezeichnungen für Gott in der Form Ass und Ar/Or. Die Ähnlichkeit der alten Runen I und A bei den Germanen und Slawen lässt ihren Ursprung in der Zeit ihres gemeinsamen Lebens im Rahmen einer sprachlichen Union im Don-Delta vermuten. Diese Zeit reicht in das zweite Jahrtausend v. Chr. zurück, seit wann die erwähnten Stämme in den Norden und in die Karpaten gewandert waren.
Inhaltsverzeichnis
- Problemstellung
- 1 Das Prinzip des Euphemerismus
- 2 Untersuchungsmaterialien
- 3 Forschungsablauf
- 3. 1 Die Entstehuhung der Rune І /і/ und ihrer Derivate
- 3. 2 Die Entstehung der Rune А (Ass/Аrъ) und ihrer Bezeichnungen
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Beitrag untersucht die Herkunft der germanischen und slawischen Runen und argumentiert, dass sie aus einer gemeinsamen Quelle im Don-Delta stammen. Die Analyse der Runen I und A und ihrer Bezeichnungen legt nahe, dass Germanen und Slawen diese Zeichen aus einer gemeinsamen sprachlichen Union entlehnt haben.
- Die gemeinsame Herkunft von germanischen und slawischen Runen
- Die magisch-sakrale Funktion der Runen
- Die Etymologie der Runen I und A
- Der Einfluss des Euphemerismus auf die Entstehung der Runen
- Die Entwicklung der Runen in verschiedenen Sprachen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Problemstellung stellt die gängigen Theorien zur Herkunft der Runenschrift in Frage und präsentiert die These von Theo Vennemann, der die Abstammung der Runen vom phönizischen Alphabet im punisch-karthagischen Staat vertritt. Das erste Kapitel widmet sich dem Prinzip des Euphemerismus und untersucht die Entstehung der Götter im Bewusstsein der alten Vorfahren, um die These der gemeinsamen Herkunft der Runen zu untermauern. Das zweite Kapitel beschreibt die Untersuchungsmaterialien, die für die Analyse verwendet werden, darunter germanische und slawische Sprachen, verschiedene Alphabete, schriftliche Texte und archäologische Artefakte. Das dritte Kapitel befasst sich mit der Entstehung der Runen I und A und ihrer Derivate. Es untersucht die Lautbedeutung der Runen, ihre Form und ihre Entwicklung in verschiedenen Sprachen. Darüber hinaus werden die Beziehungen zwischen den Runen und den Wörtern „Eis“, „Nadel“ und „Mensch“ beleuchtet.
Schlüsselwörter
Germanen, Slawen, germanisch-slawischer Sprachbund, Runen, Etymologie von Runen I und A, Euphemerismus, magisch-sakrale Funktion, Archäologie, Schriftentwicklung, Lautbedeutung, Form, Veles-Buch.
Häufig gestellte Fragen
Stammen germanische und slawische Runen aus derselben Quelle?
Ja, die Untersuchung legt nahe, dass beide Runensysteme ihren Ursprung in einer gemeinsamen sprachlichen Union im Don-Delta im zweiten Jahrtausend v. Chr. haben.
Was bedeutet die Rune "I" ursprünglich?
Sie wurde als "inь/inъ" bezeichnet und bedeutete ursprünglich "Mensch". Sie wurde oft mit magisch-sakralen Zielen verwendet.
Welchen Ursprung hat die Rune "A"?
Die Rune "A" (Ass/Ar) leitet sich von der indogermanischen Wurzel *ar- ab, was "Pflug" oder "pflügen" bedeutet, im übertragenen Sinne "Mensch hinter dem Pflug".
Was besagt das Prinzip des Euphemerismus in diesem Kontext?
Euphemerismus beschreibt die Theorie, dass Götter ursprünglich historische Menschen waren, deren Taten später mythisiert wurden, was sich in den Bezeichnungen der Runen widerspiegelt.
Welche Rolle spielt das "Veles-Buch" in der Forschung?
Es dient als eines der Untersuchungsmaterialien, um die Entwicklung slawischer Runen und deren Verbindung zu germanischen Schriften zu analysieren.
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- Prof. Dr. Valentin Taranets (Author), 2017, Germanische und slavische Runen stammen aus einer Quelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370405