Bei diesem Portfolio handelt es sich um eine Projektarbeit "integrativer Deutschunterricht"
„Wieviel Grammatik braucht der Mensch?“ – diese Frage, formuliert nach K. Gaiser, stellt ein grundlegendes Problem für den Deutschunterricht dar. Bis in die 1970er Jahre verstanden die Schülerinnen und Schüler unter Grammatik nur die Wort- und die Satzlehre. Heutzutage weist der Deutschunterricht ein breitgefächertes Spektrum auf, dazu gehört der Lernbereich Sprache untersuchen. „Im Mittelpunkt dieses Lernbereichs stehen die Untersuchung der Sprache und die Reflexion über Sprache.“ Im Grundschulalter sind Kinder in ihrem Erstspracherwerb schon weit fortgeschritten. Im Lernbereich Sprache untersuchen „geht es also nicht um die Vermittlung von etwas völlig Neuem oder Unbekanntem, sondern um die Auseinandersetzung mit dem sowie das Nachdenken über das, was Schüler tagtäglich mit der Sprache machen [...] Lernen findet also hier auf einer Metaebene statt.“ Wesentliche Bestandteile des Sprachunterrichts basieren vor allem auf „Lesen, Schreiben, Sprechen und Hören.“ Laut den Bildungsstandards für das Gymnasium leistet der Deutschunterricht folgende zentrale Aufgaben: „Der Deutschunterricht leistet einen wesentlichen Beitrag zur sprachlichen, literarischen und medialen Bildung der Schülerinnen und Schüler. Er macht sie vertraut mit Sprache und Literatur als Mittel der Welterfassung und Wirklichkeitsvermittlung, der zwischenmenschlichen Verständigung, der Analyse und Reflexion, aber auch der Problemlösung und kreativen Gestaltung.“
Inhaltsverzeichnis
1. Sequenzplan der Gruppe
2. „Sprache untersuchen“ im Deutschunterricht
3. Integrativer Deutschunterricht
4. Integration von Lernbereichen
5. Sachanalyse – Neben- und unterordnende Konjunktionen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten einer praxisnahen Gestaltung des Deutschunterrichts aufzuzeigen, wobei insbesondere der Bereich "Sprache untersuchen" im Mittelpunkt steht. Dabei wird analysiert, wie durch integrative Unterrichtsansätze die Sprachreflexion und das Sprachbewusstsein von Schülerinnen und Schülern gefördert werden können, anstatt Grammatik lediglich isoliert und abstrakt zu vermitteln.
- Methodische Gestaltung von Sequenzplänen im Bereich Sprachvarietäten
- Didaktische Konzepte des integrativen Deutschunterrichts
- Verknüpfung von Grammatikarbeit mit anderen Lernbereichen wie Lesen und Schreiben
- Theoretische Grundlagen und praktische Anwendung von Konjunktionen
- Förderung der Sprachreflexion durch konkrete Unterrichtsmaterialien
Auszug aus dem Buch
Sprachbewusstsein und Sprachhandlungskompetenz
Sprachbewusstsein und Sprachhandlungskompetenz gelten heute als die Leitziele für den Lernbereich Sprache untersuchen. Unter Sprachbewusstsein, in der Literatur auch als Sprachbewusstheit bekannt, versteht man die Fähigkeit, sich von der „inhaltlichen Sichtweise zu lösen und die Aufmerksamkeit auf sprachliche Erscheinungen als solche zu richten.“ Somit ist Sprachbewusstsein ein Resultat von Sprachreflexion. Sprachreflexion bezeichnet das Nachdenken über Sprache oder über deren einzelne Teilaspekte. Dabei müssen sprachliche Erscheinungen isoliert betrachtet werden und in einen größeren Zusammenhang gestellt werden. So findet beispielsweise Sprachreflexion schon dann statt, wenn sich zwei Studentinnen „kopfschüttelnd über sexistische Äußerungen eines männlichen Kommilitonen unterhalten.“
Die Sprachdidaktik stellt sich eine zentrale Frage, inwiefern Sprachbewusstsein das sprachliche Handeln von Menschen bestimmt. Es wird angenommen, dass die Sprachreflexion und Sprachbewusstsein das Sprachhandeln der Schüler fördert. Sprachbewusstsein verhilft nicht nur dazu, die Sprache anderer umfassender zu verstehen und einzuschätzen, sondern auch dazu, sie gezielt einsetzen zu können, um eigene Wünsche, Vorstellungen und Ziele zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
Sequenzplan der Gruppe: Dieses Kapitel liefert eine konkrete Stundenplanung für eine Unterrichtssequenz zum Thema Sprachvarietäten und Jugendsprache.
„Sprache untersuchen“ im Deutschunterricht: Es werden die theoretischen Grundlagen des Lernbereichs „Sprache untersuchen“ erläutert und die Notwendigkeit sowie die Herausforderungen eines kompetenzorientierten Grammatikunterrichts diskutiert.
Integrativer Deutschunterricht: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des integrativen Deutschunterrichts als fächerübergreifenden, projektorientierten Ansatz, bei dem Grammatikphänomene in natürliche inhaltliche Zusammenhänge eingebettet werden.
Integration von Lernbereichen: Hier wird anhand von Arbeitsbeispielen für die 5. Jahrgangsstufe konkretisiert, wie grammatische Begriffe wie Wortarten durch Textarbeit in einem integrativen Unterrichtssetting vermittelt werden können.
Sachanalyse – Neben- und unterordnende Konjunktionen: Dieses Kapitel bietet eine fachwissenschaftliche Aufarbeitung der Konjunktionen, unterteilt in nebenordnende und unterordnende Bindewörter, inklusive deren Funktionen.
Schlüsselwörter
Deutschunterricht, Sprachbewusstsein, Sprachreflexion, Integrativer Deutschunterricht, Grammatik, Jugendsprache, Sprachvarietäten, Konjunktionen, Lernbereich, Kompetenzorientierung, Sprachdidaktik, Sprachhandlungskompetenz, Wortarten, Unterrichtsplanung, Fachsprache
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Gestaltung des Deutschunterrichts, mit einem starken Fokus auf den Bereich "Sprache untersuchen" und der Integration grammatischer Phänomene in den allgemeinen Unterrichtsalltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der integrative Deutschunterricht, die Förderung von Sprachbewusstsein durch Sprachreflexion, die Arbeit mit Sprachvarietäten (insbesondere Jugendsprache) sowie die systematische Vermittlung von Wortarten und Konjunktionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften Wege aufzuzeigen, wie Sprachreflexion und Grammatikunterricht interessanter und kompetenzorientierter gestaltet werden können, um den Schülern einen bewussteren Umgang mit Sprache zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fachdidaktische Analyse, die durch die Verknüpfung von Lehrplantheorien, didaktischen Konzepten und konkreten, praxisnahen Unterrichtsbeispielen strukturiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben theoretischen Begründungen zum Sprachunterricht und zum integrativen Ansatz auch praktische Sequenzpläne und Arbeitsblätter für verschiedene Jahrgangsstufen präsentiert, um die theoretischen Aspekte direkt anwendbar zu machen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Deutschunterricht, Sprachbewusstsein, Sprachreflexion, integrativer Unterricht, Grammatik und Sprachvarietäten charakterisiert.
Wie wird das Thema Jugendsprache didaktisch aufbereitet?
Das Thema wird durch den Einsatz von Quiz-Formaten und die Auswertung authentischer Artikel aus Jugendzeitschriften aufbereitet, um die Schüler zur Reflexion über ihre eigene Sprachverwendung im Vergleich zur Standardsprache anzuregen.
Welche Rolle spielen "Stolpersteine" bei der Unterrichtsplanung?
Stolpersteine, wie etwa die Schwierigkeit bei der Bestimmung von Grundformen unregelmäßiger Verben, werden explizit thematisiert, um Lehrkräfte darauf vorzubereiten und entsprechende Unterstützungsmaßnahmen einzuplanen.
- Arbeit zitieren
- Daria Podwika (Autor:in), 2016, Integrativer Deutschunterricht. Eine Einführung anhand eines Unterrichtsentwurfs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/370585